Die vorliegende Studie soll folgende Fragen beantworten? Welche Probleme zeigen sich bei der Durchführung des Leseflüssigkeitstrainings im Schulalltag? Welche Konsequenzen hat die stringente Durchführung des Lesetrainings für die Unterrichtsplanung? Können die Schüler der Klasse 3 – besonders die leseschwachen – ihre Leseflüssigkeit verbessern? Wie verhalten sich Leseflüssigkeit und Leseverständnis zueinander?
Die Darstellung der Durchführung des Lautleseverfahrens im dritten Kapitel wird Antworten auf die ersten drei Fragen geben, der Vergleich der so gewonnen Daten mit den Ergebnissen eines Leseverständnistests sowie des VERA-Lesekompetenztestes im vierten Kapitel zur letzten Frage. Im fünften Kapitel werden diese hinsichtlich der Leitfragen reflektiert.
Zusammenfassend lässt sich festellen, dass die konzeptionellen Probleme, welche die Fachdidaktik relativ blind aus den Bezugswissenschaften übernimmt, leider in die Praxis durchschlagen, etwa wenn die Berechnung der LiX-Werte nicht nur theoretisch problematisch, und es trotz jahrzehntelanger Forschung nicht gelungen ist, aussagefähige Zielwerte zur Leseflüssigkeit zu modellieren.
Auch die Unterbelichtung des Themas LRS stellt den Schulpraktiker vor echte Probleme. Umgekehrt bestärkt es ihn, dass die durch aufwändige Verfahren gewonnen Erkenntnisse zur Leseflüssigkeit mit den Eindrücken übereinstimmen, die Lehrer durch ihr "subjektives Gespür" ermitteln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Was ist Leseflüssigkeit?
2.2 Wie langsam ist zu langsam?
2.3 LiX, oder: Wie schwer ist ein Text?
3. Das Lesetraining im Schulalltag – Rahmenbedingungen und Durchführung
3.1 Rahmenbedingungen
3.2 Ausgangslage der Schüler
3.3 Zeitleiste
3.4 Durchführung
3.4.1 Die Sport-Metapher
3.4.2 Erster Test
3.4.3 Ablauf des Tandemlesens
3.4.4 Die Rollen
3.4.5 Einüben des Ablaufs und Variationen
3.4.6 ‚Subjektive‘ Beobachtungen
3.4.7 Unterrichtsplanung und Schulalltag
4. Ergebnisse
4.1 Bedenke den LiX!
4.2 Entwicklung der lese-schwachen und der lese-starken Schüler
4.3 Der ominöse dritte Lesetest
4.4 Vierter Lesetest
4.5 Ergebnisse zweier Leseverständnistests
5. Bedeutung der Ergebnisse und Konsequenzen
5.1. Praktikabilität und Unterrichtsplanung
5.2 Zur Effektivität des Leseflüssigkeitstrainings
5.3 Zusammenhang WPM-Werte und Leseverständnis
5.4 Lesestrategie en passant erlernt
5.5 Konsequenzen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Praktikabilität und Effektivität des Lautleseverfahrens „Tandemlesen“ im schulischen Alltag einer dritten Grundschulklasse, um die Leseflüssigkeit der Schüler gezielt zu fördern.
- Implementierung des Tandemlesens im regulären Deutschunterricht
- Analyse der Leseflüssigkeit mittels WPM-Werten (Wörter pro Minute)
- Überprüfung des Einflusses von Textschwierigkeit (LiX) auf die Messergebnisse
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Leseflüssigkeit und Leseverständnis
- Evaluation der Herausforderungen bei der Planung und Durchführung im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Die Sport-Metapher
Zu Beginn des Trainings etablierte ich in der Klasse die Sport-Metapher. Dass man im Sport trainieren muss, war allen Kindern klar (ich variierte die Metapher auch um die Facette „Reiten“). Und dass es in der Schule stets eine Menge – und im Laufe der Zeit noch mehr – zu lesen gäbe. Dafür sei es nützlich, Lesekondition aufzubauen, dann könnte einem das viele Lesen schließlich immer leichter fallen. Wie schön wäre es zudem, wenn man selbst seine eigenen Bestmarken immer mal wieder knacken könnte?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert die Implementierung des Tandemlesens aus der Beobachtung heraus, dass viele Schüler basale Lesefertigkeiten nicht ausreichend beherrschen.
2. Theoretischer Hintergrund: Es werden die Konzepte der Leseflüssigkeit, WPM-Werte sowie der Lesbarkeitsindex (LiX) als wissenschaftliche Grundlagen für das Training erläutert.
3. Das Lesetraining im Schulalltag – Rahmenbedingungen und Durchführung: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die praktische Ausgestaltung des Tandemlesens, die angewandten Methoden und die Herausforderungen bei der Integration in den Unterricht.
4. Ergebnisse: Die gesammelten Daten zur Entwicklung der Lesegeschwindigkeit und des Textverständnisses werden tabellarisch präsentiert und kritisch reflektiert.
5. Bedeutung der Ergebnisse und Konsequenzen: Das Fazit bewertet den Erfolg des Trainings, diskutiert die Methodik kritisch und leitet Konsequenzen für die zukünftige Unterrichtspraxis ab.
Schlüsselwörter
Leseflüssigkeit, Tandemlesen, Grundschule, Leseverständnis, WPM-Werte, LiX, Lautleseverfahren, Leseförderung, Lesedidaktik, Unterrichtsplanung, Lesestrategie, Schulpraxis, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erprobung und Evaluation eines Tandemlese-Trainings zur Steigerung der Leseflüssigkeit in einer dritten Klasse unter den realen Bedingungen des Schulalltags.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der praktischen Umsetzung von Lautleseverfahren, der wissenschaftlichen Messbarkeit von Lesefortschritten und der Analyse von Rahmenbedingungen in der Schule.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, Tendenzen bei der Verbesserung der Leseflüssigkeit der Schüler aufzuzeigen und einen wissenschaftlich fundierten Rahmen für die tägliche Leseförderung zu erproben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden quantitative WPM-Messungen (Wörter pro Minute) sowie ein klasseninterner Leseverständnistest und VERA-Daten zur Analyse der Leistungsentwicklung herangezogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert der praktischen Durchführung des Tandemlesens, der sportpädagogischen Metapher zur Motivation sowie der Analyse von Testergebnissen unter Berücksichtigung der Textschwierigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Leseflüssigkeit, Tandemlesen, Leseförderung, WPM-Werte, Leseverständnis, LiX-Index und schulpraktische Evaluation.
Welche Rolle spielt die Sport-Metapher in dieser Studie?
Sie dient als motivierendes Instrument, um den Schülern den notwendigen Trainingscharakter des Lesens zu verdeutlichen und den Aufbau von „Lesekondition“ begreifbar zu machen.
Warum wird der LiX-Index als problematisch eingestuft?
Der LiX-Index wird als problematisch bewertet, da er die Vergleichbarkeit der WPM-Werte erschwert, wenn die verwendeten Testtexte unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen.
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- Olaf Nollmeyer (Author), 2018, Leseflüssigkeitstraining durch Tandemlesen. Praktikabilität und Effektivität im Schulalltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540529