In dieser Arbeit das Selbstkonzept lautsprachlich kommunizierender hörgeschädigter Jugendlicher einer Förderschule in Nordrhein-Westfalen untersucht werden. Es soll betrachtet werden, ob ihre Hörschädigung und der Besuch einer Förderschule einen Einfluss auf ihr Selbstkonzept haben. Diese Untersuchung soll außerdem Aufschluss darüber geben, ob sich hörgeschädigte Jugendliche von ihren Freunden und von ihrer Familie als Person akzeptiert und in ihrem Selbstkonzept gestärkt fühlen.
Das Selbstkonzept ist von besonderer Relevanz, da es Einfluss auf das psychische Wohlbefinden, die Qualität von Freundschaften, die schulischen Leistungen und den Umgang mit Herausforderungen wie der Berufswahl hat. Um dem Ziel dieser Arbeit nachzugehen werden im zweiten Kapitel zunächst die grundlegenden Begriffe dieser Arbeit definiert. Eingangs wird der Begriff „Hörschädigung“ und verschiedene Arten der Hörschädigung und Hörhilfen betrachtet.
Es folgt eine Erläuterung des Begriffs „Jugendalter“, wobei auf die verschiedenen Entwicklungsaufgaben des Jugendalters eingegangen wird. Dieser Altersabschnitt ist von besonderem Interesse, da er durch eine erhöhte Selbstreflexion geprägt ist. Jugendliche setzen sich vermehrt mit der Frage „Wer bin ich?“ auseinander und das Selbstkonzept bildet sich aus.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Hörschädigung
2.1.1 Arten von Hörschädigungen
2.1.2 Hörschädigungsgrade
2.1.3 Hörhilfen
2.2 Jugendalter
2.2.1 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
2.3 Selbstkonzept
2.3.1 Die Struktur des Selbstkonzeptes
2.3.2 Die Entwicklung des Selbstkonzeptes im Kindesalter
2.3.3 Die Entwicklung des Selbstkonzeptes im Jugendalter
2.3.4 Schule und Selbstkonzept
2.3.5 Selbstkonzept und Hörschädigung
3. Empirischer Teil
3.1 Fragestellung
3.2 Methode
3.2.1 Die Frankfurter Selbstkonzeptskalen
3.3 Rekrutierung und Stichprobe
3.4 Durchführung
3.5 Auswertung
3.6 Ergebnis und Interpretation
3.7 Diskussion
3.7.1 Eignung und Einschränkungen des Fragebogens
3.7.2 Exkurs: Wortschatz hörgeschädigter Schüler
3.7.3 Förderansätze zur Förderung des Selbstkonzeptes hörgeschädigter Jugendlicher
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht das Selbstkonzept von lautsprachlich kommunizierenden hörgeschädigten Jugendlichen an einer Förderschule in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung mittels der „Frankfurter Selbstkonzeptskalen“ herauszufinden, ob sich die Hörschädigung sowie der Besuch einer Förderschule auf das Selbstkonzept auswirken und ob sich die Jugendlichen durch ihr soziales Umfeld gestärkt fühlen.
- Entwicklung des Selbstkonzepts im Jugendalter
- Einfluss von Hörschädigungen auf die Identitätsbildung
- Rolle von Schule und Peer-Beziehungen für das Selbstbild
- Methodische Anwendung der Frankfurter Selbstkonzeptskalen
- Förderansätze zur Stärkung des Selbstwerts hörgeschädigter Heranwachsender
Auszug aus dem Buch
3.2 Methode
In der aktuellen Studienlandschaft wurden meist Fragebögen genutzt, um das Selbstkonzept hörgeschädigter Jugendlicher zu testen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Fragebogen von Probanden als anonym empfunden wird und man daher von einer ehrlicheren Beantwortung ausgeht als bei Interviews (vgl. Schnell et al. 2005, S. 359). Außerdem sind Fragebögen ökonomisch in der Durchführung. Sie eignen sich um schnell viele Probanden zu befragen. Ein geschlossenes Antwortformat schränkt jedoch die freie spontane Entfaltungsmöglichkeit der Probanden ein und Antworten können nicht konkretisiert werden. Vorgegebene Items erfordern außerdem eine gewisse Lesekompetenz und ausreichendes Vokabular und Wissen, um die Items zu verstehen und richtig zu interpretieren (vgl. Deusinger 1986, S. 19). Jedoch gleichen sie unterschiedliche verbale und textliche Fähigkeiten der Schüler aus (vgl. ebd.), was bei hörgeschädigten Schülern sinnvoll ist. Die unterschiedlichen Fähigkeiten das Selbstkonzept frei zu äußern oder zu verschriftlichen würden das Ergebnis beeinflussen (vgl. ebd.). Die Beantwortung offener Fragen ist zeitaufwändiger und die Schüler würden mehr Unterrichtszeit verlieren. Hinzu kommt, dass vorgegebene Items in Form von Aussagen zur eigenen Person es ermöglichen verschiedene Testpersonen miteinander zu vergleichen und objektiver sind (vgl. ebd.).
Von den meisten Fragebögen, die in den aktuellen Studien genutzt wurden, gibt es keine deutschsprachige normierte Fassung. Mejstadt et al. (2009) untersuchten das subjektiv empfundene Selbstbewusstsein hörgeschädigter Jugendlicher mit dem schwedischen „I think I am“-Fragebogen (Ouvinen-Birgerstam 1985). Dieser Fragebogen erfasst Werte über das Wohlbefinden, soziale Beziehungen, Talente und das Aussehen (vgl. Mejstad et al. 2009, S. 154).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung sprachlicher Interaktion für die Selbstbildentwicklung bei hörgeschädigten Jugendlichen dar und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses von Förderschulbesuch und Hörschädigung auf das Selbstkonzept.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die medizinischen und pädagogischen Aspekte der Hörschädigung, die Entwicklungsphasen des Jugendalters sowie fundierte psychologische Theorien zur Struktur und Entstehung des Selbstkonzepts.
3. Empirischer Teil: Hier wird das methodische Design der Untersuchung dargelegt, die Stichprobe beschrieben und eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten mittels der Frankfurter Selbstkonzeptskalen (FSKN) vorgenommen.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der empirischen Studie zusammen, reflektiert die Limitationen der Untersuchung und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze und pädagogische Förderstrategien.
Schlüsselwörter
Hörschädigung, Selbstkonzept, Jugendalter, Förderschule, Frankfurter Selbstkonzeptskalen, Identitätsbildung, Kommunikation, Soziale Integration, Empowerment, Ressourcenorientierung, Hörhilfen, Lautsprache, Selbstwertgefühl, Peer-Beziehungen, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Selbstkonzept von lautsprachlich kommunizierenden Jugendlichen mit Hörschädigung, die eine Förderschule besuchen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Entwicklung des Selbstkonzepts im Kontext einer Hörschädigung, der Einfluss von Schule und Familie sowie Möglichkeiten der Identitätsstärkung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ermitteln, ob die Hörschädigung und das Förderschulumfeld das Selbstkonzept der untersuchten Jugendlichen positiv beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine quantitative Querschnittsstudie durchgeführt, bei der die „Frankfurter Selbstkonzeptskalen“ zur Datenerhebung genutzt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Selbstkonzept und Hörschädigung sowie einen empirischen Teil mit Auswertung und Diskussion der Testergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Schlagworte sind Selbstkonzept, Hörschädigung, Jugendalter, Empowerment und Identitätsarbeit.
Warum wurde gerade die Zielgruppe der 15- bis 17-jährigen Jugendlichen gewählt?
Diese Altersgruppe ist durch eine Phase erhöhter Selbstreflexion und Identitätsfindung geprägt, was sie für die Untersuchung des Selbstkonzepts besonders relevant macht.
Welche Auffälligkeiten ergaben sich bei der Untersuchung der sieben Schüler?
Während die meisten Schüler ein neutrales bis positives Selbstkonzept aufwiesen, zeigte Schülerin D in sieben von zehn Skalen negative Ergebnisse, was eine differenzierte pädagogische Betrachtung erfordert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Selbstkonzept und Hörschädigung bei Jugendlichen. Eine Untersuchung mit den Frankfurter Selbstkonzeptskalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540603