In der vorliegenden Arbeit wird zunächst der Film "Terror-Ihr Urteil" von Lars Kraume kurz zusammengefasst, um anschließend zu analysieren inwiefern er sich als Unterrichtsmittel im Philosophie-/Ethikunterricht eignet.
Ein Blick in den heutigen Schulalltag zeigt, dass audiovisuelle Medien zunehmend im Unterricht an Einfluss gewinnen, jedoch die adäquate Beschäftigung damit im schulischen Kontext meist nicht ausreichend ist. Während zum Beispiel bei Printmedien, wie einem literarischen Buch, neben dem Inhalt auch andere textrelevante Aspekte thematisiert werden, treten diese beim Film in der Analyse kaum in Erscheinung. Diese Reduzierung allein auf das Thema des Films ist jedoch zu kurz gefasst und wird dem Medium in seinem didaktischen Potential für den Bildungsprozess nicht gerecht. Um jedoch anhand eines Films mediendidaktische, sowie filmanalytische Basiskompetenzen zu erlernen, müssen neben der Vermittlung von geeigneten Analysekategorien noch weitere Aspekte, wie der Filmeinsatz oder die philosophische Reflexion des Mediums an sich, mit einbezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Filmanalyse
2.1 Handlung
2.2 Figuren
2.3 Bauformen
2.4 Werte und Normen
3. Philosophisches Potential des Films für den Unterricht
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das philosophische und didaktische Potential des Films „Terror – Ihr Urteil“, um dessen Eignung als Medium für den Ethik- und Philosophieunterricht in der gymnasialen Oberstufe zu bewerten, wobei insbesondere die moralphilosophischen Dilemmata und die Einbindung der Zuschauer als aktive Akteure kritisch hinterfragt werden.
- Filmanalytische Grundlagen und mediale Gestaltungsmittel
- Die Konfrontation von utilitaristischen und deontologischen ethischen Prinzipien
- Die Rolle des Rechtsstaates und die Bedeutung der Menschenwürde
- Kritische Reflexion des medialen Massenspektakels und populistischer Tendenzen
- Methodische Einsatzmöglichkeiten des Films zur Förderung kritischen Denkens
Auszug aus dem Buch
2.1 Handlung
Der Film handelt von einer fiktiven Strafverhandlung, in der vor einem Berliner Schwurgericht darüber entschieden wird, ob der Luftwaffenmajor Lars Koch für den befehlswidrigen Abschuss eines entführten Passagierflugzeuges mit 164 Fluggästen zur Rettung von 70.000 Menschenleben in einem Fußballstadion des Mordes für schuldig oder unschuldig gesprochen werden kann. Während die Verteidigung sowie der Angeklagte die Auffassung vertreten, dass der Abschuss der Maschine und somit der Tod von 164 Menschen aufgrund der Güterabwägung des kleineren Übels gerechtfertigt war, wirft die Anklage dem Piloten vor, dass dieser mit seiner Abwägungsentscheidung gegen das höchste Prinzip der Menschenwürde verstoßen hat und Menschenleben weder qualitativ noch quantitativ gegeneinander aufgewogen werden darf. Am Ende des Strafprozesses wird das Urteil im Kontrast zu anderen Gerichtsdramen dann nicht durch den Richter, sondern durch die Zuschauer am Bildschirm gefällt, die sowohl am Anfang als auch am Ende des Films in der Rolle von Schöffen aufgefordert werden, über einen Freispruch oder eine Verurteilung zu entscheiden.
Darüber hinaus spielt die komplette Handlung des Films in der Gegenwart und gliedert sich formal in acht Sequenzen, die dramaturgisch den vorgeschriebenen Phasen einer Gerichtsverhandlung mit der Eröffnung des Prozesses durch das Verlesen der Anklageschrift und der Erklärung des Angeklagten, der Beweisaufnahme mittels der Zeugenvernehmung, den entsprechenden Plädoyers sowie der abschließenden Findung und Verkündung des Urteils folgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung audiovisueller Medien im Schulalltag und fordert eine fundierte filmanalytische Beschäftigung, um das didaktische Potential des Mediums voll auszuschöpfen.
2. Filmanalyse: In diesem Kapitel wird der Film „Terror – Ihr Urteil“ hinsichtlich seiner erzählerischen Handlung, der Figurenkonstellationen, der filmischen Bauformen sowie der zugrundeliegenden Werte und Normen systematisch untersucht.
3. Philosophisches Potential des Films für den Unterricht: Dieses Kapitel erörtert die Eignung des Films für den Ethik- und Philosophieunterricht, indem es das moralische Dilemma und die politische Dimension des Werkes in Bezug auf das hessische Kerncurriculum reflektiert.
Schlüsselwörter
Terror – Ihr Urteil, Filmanalyse, Ethikunterricht, Philosophie, Menschenwürde, Utilitarismus, Deontologie, Rechtsstaat, Luftsicherheitsgesetz, moralisches Dilemma, Schöffen, Medienkompetenz, Gerechtigkeit, Gerichtsverhandlung, didaktisches Potential.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Films „Terror – Ihr Urteil“ und dessen Eignung als Lehrmaterial für den Philosophie- und Ethikunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Schwerpunkte sind die filmische Struktur, die ethische Kontroverse zwischen Utilitarismus und Deontologie sowie die Frage nach demokratischen Werten und Rechtsnormen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu prüfen, wie ein fiktives Gerichtsdrama genutzt werden kann, um Lernenden komplexe moralische Dilemmata und rechtsstaatliche Prinzipien näherzubringen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet eine filmanalytische Methode, kombiniert mit einer moralphilosophischen und mediendidaktischen Einordnung des Stoffes.
Was steht im Mittelpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Filmanalyse, die Untersuchung der Figuren und Bauformen sowie eine ethische Reflexion über das Luftsicherheitsgesetz.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Menschenwürde, ethische Güterabwägung, Rechtsstaatlichkeit und medienbezogene Diskursanalyse charakterisieren.
Wie unterscheidet sich dieser Film von klassischen Gerichtsdramen?
Die Besonderheit liegt in der aktiven Einbindung der Zuschauer als Schöffen, die per Abstimmung über das Urteil entscheiden, was den Film zu einer Art interaktivem Massenspektakel macht.
Welche Rolle spielt die Menschenwürde in der Argumentation des Autors?
Die Menschenwürde wird als unantastbares Prinzip definiert, das gegen utilitaristische Nützlichkeitserwägungen steht und nicht quantitativ aufgerechnet werden darf.
Welche Kritik äußert die Autorin an der medialen Aufbereitung?
Kritisiert wird, dass die mediale Überhöhung des Themas und die öffentliche Abstimmung populistisch wirken und die eigentliche moralische Intention des Stoffes schmälern können.
- Arbeit zitieren
- Maria Skalda (Autor:in), 2019, Das philosophische Potential des Films "Terror-Ihr Urteil" für den Ethikunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540628