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Die Stabilität von Demokratien. Ist die Republik Korea stabil?

Title: Die Stabilität von Demokratien. Ist die Republik Korea stabil?

Bachelor Thesis , 2017 , 47 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Schäfer (Author)

Politics - Region: Far East
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Ist die Republik Korea stabil? Die Arbeit setzt sich mit der Stabilität der Republik Südkoreas auseinander. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen und Kriterien für die Stabilität von Demokratien behandelt, ehe ein Abgleich an dem Fallbeispiel Südkoreas vorgenommen wird.

Bisher hat sich die Transformationsforschung mit der Transition Südkoreas von einem autoritären Regime hin zu einer Demokratie beschäftigt. Der Politikwissenschaftler Aurel Croissant ist einer der maßgeblichen Forscher hinsichtlich Transitionen im asiatischen Raum. Auf der Grundlage von Wolfgang Merkel untersucht Croissant den Transformationsverlauf und unternimmt an¬schließend eine Einordnung des jeweiligen Landes hinsichtlich der Demokratieform, so auch für Südkorea. Jedoch wird nur die Frage nach einer defekten Demokratie, nicht aber die Frage nach der Stabilität der jeweiligen Länder beantwortet. Aber wie viel hält eine junge Demokratie aus? Kann eine Staatskrise eine Republik ins Wanken bringen? Wann ist ein Staat stabil?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stabilität in Demokratien

2.1 Stabilitätstheorien nach Parsons und Merkel

2.2 Merkmale einer stabilen Demokratie

2.2.1 Wahlen

2.2.2 Politische Partizipationsrechte

2.2.3 Bürgerliche Freiheitsrechte

2.2.4 Gewaltenteilung und horizontale Verantwortlichkeit

2.2.5 Effektive Regierungsgewalt

2.2.6 Zivilgesellschaft

2.2.7 Markt und soziale Gerechtigkeit

2.2.8 Internationale/regionale Integration

3. Die Republik Korea

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich mit der Stabilität der Republik Korea auseinander, um die Forschungsfrage zu beantworten, ob die koreanische Demokratie trotz politischer Krisen als stabil eingestuft werden kann. Hierzu werden auf Grundlage theoretischer Ansätze von Talcott Parsons und Wolfgang Merkel Indikatoren erarbeitet, die anschließend auf den südkoreanischen Kontext angewendet werden.

  • Analyse von Stabilitätstheorien (Parsons und Merkel)
  • Definition der Merkmale einer stabilen Demokratie
  • Untersuchung der politischen Entwicklung der Republik Korea
  • Empirische Überprüfung zentraler Stabilitätsindikatoren (Wahlen, Gewaltenteilung, Zivilgesellschaft)
  • Einordnung der südkoreanischen Demokratie im internationalen Kontext

Auszug aus dem Buch

Gewaltenteilung und horizontale Verantwortlichkeit

Um die im vorherigen Kapitel angesprochenen Rechte auch wirklich garantieren zu können, braucht es nicht nur eine formal festgelegte Teilung der Macht in Exekutive, Legislative und Judikative in der Verfassung, sondern auch in der Realität müssen die jeweiligen Gewalten die bestehenden Gesetze befolgen oder Entscheidungen der anderen Gewalten akzeptieren. Im politischen System der Republik Korea kommt dem Staatspräsidenten, welcher nur einmal vom Volk direkt für fünf Jahre gewählt werden kann (Art. 67, 70), eine herausragende Rolle der Exekutive zu. So ist er gleichzeitig das Staatsoberhaupt und Leiter der Exekutive (Art. 66). Als Staatsoberhaupt ernennt er mit der Zustimmung der Nationalversammlung einen Ministerpräsidenten und die Minister der Regierung, welche den Staatspräsidenten bei der Ausübung seiner Staatsgeschäfte unterstützen (Art. 86-89).

Dieser Artikel erlaubt dem Staatspräsidenten ebenfalls die Entlassung des eingesetzten Premierministers und der Minister. Außerdem ernennt der Präsident wiederum mit der Zustimmung des Parlaments die vorsitzenden Richter des Nationalen Rechnungshofs, des Obersten Gerichtshofs und des Verfassungsgerichts. Darüber hinaus ernennt der Präsident drei der neun Richter des Verfassungsgerichts sowie drei der neun Mitglieder der Zentralen Wahlaufsichtsbehörde (Art. 98, 104, 111, 114). Als Staatsoberhaupt der Republik Korea ratifiziert der Präsident Verträge, Kriegserklärungen und Friedensbeschlüsse. Des Weiteren ist er Oberbefehlshaber der südkoreanischen Streitkräfte (Art. 74) und kann in Ausnahmefällen von Naturkatastrophen oder finanziellen und wirtschaftlichen Krisen Notverordnungen erlassen, welche rückwirkend vom Parlament bestätigt werden müssen (Art. 76). Ebenso kann er das Kriegsrecht ausrufen, welches vom Parlament aber wieder außer Kraft gesetzt werden kann (Art. 77). Zu alledem hat die Exekutive unter Führung des Staatspräsidenten ein Initiativrecht zur Gesetzgebung genauso wie das Parlament (Art. 52). Beschließt das Parlament ein Gesetz, so kann der Präsident ein Veto einlegen, welches jedoch nur den Gesetzesentwurf in seiner Gänze und nicht in Teilen blockieren kann. Dieses Veto kann durch eine Zweidrittelmehrheit der Nationalversammlung überstimmt werden (Art. 53).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle politische Situation der Republik Korea ein, skizziert die Problematik um die Amtsenthebung der Präsidentin Park Geun-hye und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Stabilität des südkoreanischen demokratischen Systems.

2. Stabilität in Demokratien: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen zur Definition einer stabilen Demokratie erarbeitet, wobei vor allem die Theorien von Talcott Parsons zu evolutionären Universalien und Wolfgang Merkels Modell der eingebetteten Demokratie als analytischer Rahmen dienen.

3. Die Republik Korea: Dieses Hauptkapitel wendet die zuvor definierten Indikatoren auf Südkorea an und untersucht kritisch die reale Ausgestaltung der demokratischen Institutionen, der politischen Freiheiten und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit Gründung der Republik.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die südkoreanische Demokratie trotz vorhandener Defizite und sicherheitspolitischer Herausforderungen als stabil angesehen werden kann.

Schlüsselwörter

Südkorea, Demokratie, Stabilität, politische Transformation, Gewaltenteilung, Zivilgesellschaft, Wahlen, Rechtsstaatlichkeit, Korruption, Nationale Sicherheit, Verfassung, wirtschaftliche Entwicklung, Partizipationsrechte, Systemtransformation, Demokratiekonsolidierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, unter welchen Bedingungen eine junge Demokratie stabil ist und ob das demokratische System der Republik Korea diese Bedingungen erfüllt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die theoretische Bestimmung von Stabilitätsindikatoren für Demokratien sowie deren praktische Anwendung auf die Geschichte und politische Realität Südkoreas.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Ist die Republik Korea stabil? Die Arbeit zielt darauf ab, diese Frage mittels erarbeiteter Indikatoren fundiert zu beantworten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Ableitung von Stabilitätsindikatoren aus der Transformationsforschung (Parsons, Merkel) und einer anschließenden empirischen Einordnung und Analyse des südkoreanischen politischen Systems.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden acht Indikatoren – von Wahlen über Gewaltenteilung bis hin zur Zivilgesellschaft und wirtschaftlicher Integration – auf ihre Einhaltung und Qualität im südkoreanischen Staat geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Demokratie, Systemtransformation, politische Stabilität und die spezifische Fallstudie Südkorea charakterisieren.

Welche Rolle spielt der "Entwicklungsdiktator" Park Chung-hee in der historischen Einordnung?

Park Chung-hee wird als prägende Figur der südkoreanischen Geschichte dargestellt, unter dessen autoritärer Herrschaft die Industrialisierung des Landes eingeleitet wurde, was eine Basis für die spätere wirtschaftliche Entwicklung schuf, aber auch die demokratischen Freiheitsrechte massiv unterdrückte.

Welchen Einfluss hat das Nationale Sicherheitsgesetz auf die südkoreanische Demokratie?

Das Gesetz wird als die gravierendste Kritik am demokratischen System identifiziert, da es zur Selbstzensur führt und unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit die Pressefreiheit sowie politische Aktivitäten von Oppositionellen einschränken kann.

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Details

Title
Die Stabilität von Demokratien. Ist die Republik Korea stabil?
College
University of Passau
Grade
1,3
Author
Markus Schäfer (Author)
Publication Year
2017
Pages
47
Catalog Number
V540646
ISBN (eBook)
9783346147073
ISBN (Book)
9783346147080
Language
German
Tags
Republik Korea Korea Stabilität Demokratie Merkel Südkorea Nordkorea Parsons
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Schäfer (Author), 2017, Die Stabilität von Demokratien. Ist die Republik Korea stabil?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540646
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