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Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Lebensweise in Gesellschaft, Rechtsprechung und Politik

Titel: Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Lebensweise in Gesellschaft, Rechtsprechung und Politik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 21 Seiten , Note: 1

Autor:in: Yvonne Mehigan-Byrne (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit soll es sein, mögliche Diskrepanzen zwischen den Maximen der modernen Gesellschaft, ihrer Umsetzung in politische Ziele und Gesetze und den individuellen, oftmals verdeckten, Einstellungen offenzulegen, sowie ihre Auswirkungen zu prüfen.

Gegenstand der Untersuchung ist die gleichgeschlechtliche Lebensweise. Als Einstieg in die Beschäftigung mit Homosexualität wird vorab eine Begriffsbestimmung vorgenommen. Nach der Betrachtung der rechtlichen Situation von Homosexuellen in erkenntnisleitenden Rechtsbereichen, wird anhand eines Beispiels aus der deutschen Rechtsprechung herausgearbeitet, auf welcher normativen Grundlage Urteile gefällt und Entscheidungen getroffen werden.

Bundestagsparteien geben in ihren Grundsatzprogrammen Auskunft darüber, welchem Leitbild ihr politisches Handeln folgt. Aus diesem Grund wurden diese herangezogen, um Rückschlüsse auf ihre Haltung zur gleichgeschlechtlichen Lebensweise ziehen zu können. Weniger eindeutig lassen sich die Einstellungen der Bevölkerung gegenüber nicht-heterosexuellen Menschen ermitteln, wie die Betrachtung aktueller Studien zeigt, die teilweise widersprüchliche Ergebnisse aufweisen. Auf die in mancher Hinsicht divergierenden individuellen Überzeugungen in Bezug auf die allgemein geteilten Werte und Normen wird im letzten Kapitel eingegangen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung

3 Rechtliche Situation Homosexueller

3.1 Die eingetragene Lebenspartnerschaft

3.2 Das Adoptionsrecht

4 Rechtsprechung in Deutschland

5 Politische Parteien und ihre Haltung zu Homosexualität

6 Zur Akzeptanz von Homosexualität in der Gesellschaft

6.1 Die gespaltene Akzeptanz

6.2 Das Individuum im Widerstreit mit den kulturellen Normen

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, Diskrepanzen zwischen gesellschaftlichen Maximen, ihrer politischen Umsetzung und den individuell verdeckten Einstellungen gegenüber der gleichgeschlechtlichen Lebensweise aufzudecken sowie deren Auswirkungen kritisch zu prüfen.

  • Rechtliche Situation und Diskriminierung von Homosexuellen in Deutschland
  • Analyse der Haltungen verschiedener Bundestagsparteien zur gleichgeschlechtlichen Lebensweise
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Akzeptanz mittels aktueller Studien und Umfragen
  • Einfluss von Heteronormativität auf Rechtsprechung und soziale Normen
  • Rolle von Vorurteilen und Stereotypen im Alltag und am Arbeitsplatz

Auszug aus dem Buch

Rechtsprechung in Deutschland

Am 09.07.2004 adoptierte eine Bürgerin ein vierjähriges Kind (das bereits seit seiner Geburt bei ihr lebte) und begründete im Oktober 2005 vor dem Standesbeamten die Lebenspartnerschaft mit einer Frau, die im Mai 2008 einen Antrag auf Annahme als Kind für das Kind ihrer Partnerin beim Vormundschaftsgericht stellte. Mit Beschluss vom 30.09.2008 wurde dieser vom Amtsgericht Münster zurückgewiesen (Az. 105 XVI 5/08). In seiner Begründung bezog sich das Gericht auf § 1742 BGB, welcher die Zweitadoption minderjähriger Kinder ausschließlich Ehegatten zugesteht.

Die von den Beteiligten sodann eingelegte Beschwerde beim Landgericht wurde zurückgewiesen, woraufhin es zu einer weiteren Prüfung durch das Oberlandesgericht Hamm kam (OLG Hamm · Beschluss vom 1. Dezember 2009 · Az. 15 Wx 236/09). In diesem Beschluss wird angeführt, dass sich in den gesetzlichen Vorgaben nach § 1754 BGB, der soziale Zweck der Kindesfürsorge manifestiere (vgl. ebd., Absatz 15), nämlich dieser, dass das Kind in einer „lebenstüchtigen Familie aufwachsen solle, in der es soziale Verhaltensweisen von der Sprache bis zu Wertvorstellungen einübt, die ihm von einer weiblichen und männlichen Bezugsperson vorgelebt werden. In dieser Beziehung bilden sie auch ihre eigene geschlechtliche Identität aus. Das Gesetz stellt damit wesentlich auf den Schutz des Kindes ab, der von der Gesetzessystematik und nach der Gesetzesbegründung am ehesten in einer aus Mutter, Vater und Kind bestehenden Familie gewährleistet werden soll.“

An diesem Beispiel wird deutlich, dass heteronormative Vorstellungen in die heutige Rechtsprechung einfließen. Der für den vorliegenden Beschluss verantwortliche Richter spricht gleichgeschlechtlichen Eltern die Fähigkeit ab, einem Kind soziale Wertvorstellungen vermitteln und seinen Schutz sicherstellen zu können. Zudem verbirgt sich in der gewählten Formulierung die These, die Entwicklung der geschlechtlichen Identität hinge von der Präsenz binärer Geschlechtermodelle ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des gesellschaftlichen Umgangs mit Minderheiten ein und formuliert das Ziel, Diskrepanzen zwischen staatlichen Normen und individuellen Einstellungen zu untersuchen.

2 Begriffsbestimmung: Es wird die historische und sprachliche Entwicklung des Begriffs „Homosexualität“ und die damit verbundene Kategorisierung als abweichender Zustand kritisch hinterfragt.

3 Rechtliche Situation Homosexueller: Das Kapitel beleuchtet die rechtliche Entwicklung von der Stigmatisierung als Straftatbestand bis hin zur Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft und den damit verbundenen rechtlichen Einschränkungen.

4 Rechtsprechung in Deutschland: Anhand eines konkreten Fallbeispiels zur Sukzessivadoption wird illustriert, wie heteronormative Vorstellungen in die richterliche Urteilsfindung einfließen.

5 Politische Parteien und ihre Haltung zu Homosexualität: Die Untersuchung der Parteiprogramme offenbart unterschiedliche Auffassungen von Familienmodellen und den Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt.

6 Zur Akzeptanz von Homosexualität in der Gesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert die Diskrepanz zwischen offiziell bekundeter Toleranz und den tatsächlichen Diskriminierungserfahrungen von Betroffenen im Alltag.

6.1 Die gespaltene Akzeptanz: Es wird analysiert, warum Individuen trotz gesellschaftlicher Liberalisierung dazu neigen, diskriminierende Einstellungen zu äußern, um ihrem inneren Bedürfnis nach Normkonformität zu entsprechen.

6.2 Das Individuum im Widerstreit mit den kulturellen Normen: Die theoretische Einordnung von Heteronormativität zeigt auf, wie soziale Ordnungsstrukturen Identitäten festlegen und dadurch Hierarchien schaffen.

7 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass trotz rechtlicher Fortschritte eine „gespaltene Akzeptanz“ fortbesteht, die den Kampf gegen soziale Diskriminierung weiter zu einer zentralen sozialwissenschaftlichen Aufgabe macht.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Akzeptanz, Diskriminierung, Rechtsprechung, Heteronormativität, Lebenspartnerschaft, Adoptionsrecht, soziale Normen, Gesellschaft, Parteien, Minderheiten, Identität, Vorurteile, Gleichstellung, Familienmodell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die gesellschaftliche und rechtliche Akzeptanz von homosexuellen Lebensweisen in Deutschland und deckt Diskrepanzen zwischen rechtlicher Gleichstellung und alltäglichen Vorurteilen auf.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Adoptionsrecht, die Haltung politischer Parteien, die Rolle von Heteronormativität und die Diskrepanz zwischen offizieller Toleranz und gelebten Stereotypen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanzen zwischen modernen gesellschaftlichen Maximen und oft verdeckten, ablehnenden Einstellungen gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensentwürfen offenzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von Gesetzestexten, Parteiprogrammen, Gerichtsurteilen und soziologischen Studien zur Diskriminierung und Heteronormativität basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die rechtliche Situation, die parteipolitische Auseinandersetzung mit Ehe und Familie sowie die soziologische Untersuchung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Homosexualität ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Heteronormativität, Diskriminierung, gesellschaftliche Akzeptanz, rechtliche Gleichstellung und soziale Normen.

Wie bewerten die Parteien das Adoptionsrecht?

Die Positionen sind gespalten: Während linke Parteien das Adoptionsrecht für alle fordern, betonen konservative Kräfte das klassische Familienbild von Mutter, Vater und Kind als Ideal.

Was besagt das Konzept der „gespaltenen Akzeptanz“?

Es beschreibt das Phänomen, dass Individuen öffentlich zwar Toleranz zeigen, um gesellschaftlich dazuzugehören, intern jedoch an traditionellen, heteronormativen Vorstellungen und Ablehnung festhalten.

Welche Rolle spielt die Rechtsprechung im Dokument?

Die Rechtsprechung dient als Spiegelbild gesellschaftlicher Normen, wobei das Beispiel der Sukzessivadoption verdeutlicht, wie durch heteronormative Auslegungen Gleichstellungsprozesse verzögert wurden.

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Details

Titel
Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Lebensweise in Gesellschaft, Rechtsprechung und Politik
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Modul 12 - Gender- und queergerechte Soziale Arbeit – Theorie- und Praxiskonzepte
Note
1
Autor
Yvonne Mehigan-Byrne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V540649
ISBN (eBook)
9783346165688
ISBN (Buch)
9783346165695
Sprache
Deutsch
Schlagworte
akzeptanz gesellschaft lebensweise politik rechtsprechung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yvonne Mehigan-Byrne (Autor:in), 2017, Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Lebensweise in Gesellschaft, Rechtsprechung und Politik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540649
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Leseprobe aus  21  Seiten
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