Die Arbeit widmet sich dem betrieblichen Gesundheitsmanagement und wird es sowohl aus der Pro- als auch aus der Contra-Perspektive beleuchten. Ziel ist es, auf Basis bisheriger empirischer Untersuchungen, in einer umfassenden Abhandlung darzulegen, was für und was gegen die Implementierung von einem betrieblichen Gesundheitsmanagement spricht und warum.
Zunächst werden Managementkonzepte und dazugehörige Theorien und Modelle im Allgemeinen diskutiert und die Mitarbeitergesundheit als unternehmerischer Fokus erarbeitet. In diesem Zusammenhang werden die wichtigsten Begriffe bestimmt und die Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen sowie deren Ziele dargelegt. Anschließend erfolgt eine systematische Literaturreview. Anhand der gefundenen Datenquellen kann eine umfassende Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen der Gesundheit als Managementkonzept erfolgen. Es werden dabei sowohl Leistungserhalt, Mitarbeiterbindung und Imageaufwertung als auch die Ressourcenproblematik (personell und finanziell) sowie Schwierigkeiten in der Planung und Umsetzung thematisiert. Daran anschließend erfolgt eine Gewichtung der Argumente anhand eines zuvor entwickelten Verfahrens, sodass am Ende im Rahmen einer Diskussion sowohl Schlussfolgerungen angeführt als auch Handlungsempfehlungen entworfen werden können.
Scheinen die Vorteile eines betrieblichen Gesundheitsmanagements deutlich auf der Hand zu liegen, gibt es jedoch aus ökonomischer Perspektive eine Reihe an Nachteilen, welche die Mitarbeitergesundheit als Managementkonzept mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Managementkonzepte
2.1.1 Funktionen
2.1.2 Ziele und Wirksamkeit
2.2 Mitarbeitergesundheit als Fokus
2.2.1 Begriffsbestimmung und -abgrenzung
2.2.2 Maßnahmen und Ziele Betriebliches Gesundheitsförderung
2.3 Verfahren zur Gewichtung der Argumente
3 Auswahl empirischer Daten und Systematic Review
4 Sichtweisen für und gegen den Einsatz des Gesundheitsmanagements als Managementkonzept
4.1 Wirkungszusammenhänge
4.2 Sichtweisen für den Einsatz des Gesundheitsmanagements als Managementkonzept
4.2.1 Studienlage und Zusammenfassung der Kernaussagen
4.2.2 Leistungserhalt/-zunahme
4.2.3 Stärkung der Mitarbeiterbindung
4.2.4 Imageaufwertung
4.2.5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
4.3 Sichtweisen gegen den Einsatz des Gesundheitsmanagements als Managementkonzept
4.3.1 Studienlage und Zusammenfassung der Kernaussagen
4.3.2 Kosten / finanzielle Ressourcen
4.3.3 Planung und Umsetzung
4.3.4 Personelle Ressourcen
4.3.5 Zusammenfassung und Schlussfolgerung
5 Zusammenfassung und Bewertung aller Argumente
5.1 Zusammenfassung und Gewichtung der Ergebnisse
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung
6.2 Schlussfolgerungen, kritische Reflexion und Lerneffekte
6.3 Ausblick und Handlungsempfehlungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) als Managementkonzept, indem sie die positiven und negativen Wirkungszusammenhänge aus ökonomischer und wirtschaftspsychologischer Perspektive analysiert. Ziel ist es, auf Basis eines systematischen Reviews darzulegen, welche Faktoren für und gegen die Implementierung von BGM sprechen, um Entscheidungshilfen für Unternehmen zu bieten.
- Analyse der Wirkungszusammenhänge von Mitarbeitergesundheit auf den Unternehmenserfolg.
- Untersuchung ökonomischer Faktoren wie Kosten, Produktivität und Ressourcen.
- Diskussion von Employer Branding, Mitarbeiterbindung und Image als Erfolgsfaktoren.
- Identifikation von Hindernissen in Planung und Umsetzung, insbesondere in kleinen und mittleren Betrieben.
- Gewichtung der Argumente mittels des Zielscheiben-Modells.
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Leistungserhalt/-zunahme
Aus Sicht der Unternehmen stellen der Leistungserhalt sowie die etwaige Leistungssteigerung zentrale Ziele der Förderung der Mitarbeitergesundheit dar (Lück/Eberle/Bonitz 2008, S. 79f.). Anhand der Größe „Leistung“ soll sich das BGM folglich auf bestimmte Zahlen niederschlagen (DeGroot/Kiker 2003, S. 54f.). Ein Review von Janer/Sala und Kogevinas (2002, S. 150ff.) hat in diesem Zusammenhang zunächst ergeben, dass sich BGM positiv auf die körperliche Aktivität und damit auf die allgemeine Gesundheit sowie das allgemeine Gesundheitsempfinden der Mitarbeiter auswirkt. Dies wird von den Autoren als Basis weiterer positiver Effekte angenommen.
Kirch und Badura (2006, S. 333) gehen davon aus, dass das BGM über Umwege zu einer Leistungssteigerung und damit auch zu einer Produktivitätssteigerung führt. Ihrer Ansicht nach beeinflusst das BGM die Arbeitsbedingungen so, dass sich dadurch einerseits die Gesundheit und die Motivation der Mitarbeiter verbessert, andererseits aber auch das Betriebsklima verbessert wird. Ausgehend von diesen beiden Faktoren kommt es schließlich zu einer Senkung der Fluktuation sowie der Krankenstände, was wiederum bedingt, dass die Mitarbeiter flexibler eingesetzt werden können und dadurch Abläufe optimiert werden können. Dies ist laut Ansicht der Autoren der Grund dafür, dass Fehlerquoten gesenkt werden und weniger Nachbearbeitung notwendig sind, was sich bereits nach kurzer Zeit in einer Produktivitätssteigerung niederschlägt. Eine Leistungssteigerung ist demnach laut Kirch und Badura (2006, S. 333) erkennbar, ist jedoch in eine weitreichende Wirkungskette eingebettet und damit auch von anderen Faktoren abhängig. Eine Studie von Proper et al. (2002, S. 78-80.) konnte in Bezug auf die Produktivität bzw. die Produktivitätssteigerung der Mitarbeiter hingegen keinen objektiven Niederschlag erhöhter Leistung in den Kennzahlen feststellen. Die subjektive Einschätzung der Mitarbeiter hingegen ist durch das BGM verändert, denn sie empfinden sich selbst dadurch als leistungsfähiger und produktiver.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und die wachsende Bedeutung der Mitarbeitergesundheit als strategisches Managementkonzept.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung von Managementkonzepten sowie Definition und Abgrenzung betrieblicher Gesundheitsmanagement-Maßnahmen.
3 Auswahl empirischer Daten und Systematic Review: Darstellung der methodischen Vorgehensweise bei der Datenauswahl und dem Literaturreview für die Argumentationsgrundlage.
4 Sichtweisen für und gegen den Einsatz des Gesundheitsmanagements als Managementkonzept: Detaillierte Diskussion der positiven Wirkungszusammenhänge (Leistung, Bindung, Image) sowie der Hindernisse und Gegenargumente (Kosten, Ressourcen, Umsetzung).
5 Zusammenfassung und Bewertung aller Argumente: Systematische Gewichtung der erarbeiteten Pro- und Contra-Argumente anhand des Zielscheiben-Modells.
6 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Ableitung von Schlussfolgerungen sowie praxisnahe Handlungsempfehlungen für Führungskräfte.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Mitarbeitergesundheit, Mitarbeiterbindung, Employer Branding, Leistungssteigerung, Gesundheitsförderung, Unternehmensimage, Fachkräftemangel, Personalressourcen, Prävention, Burnout, Fluktuation, Managementkonzept, Arbeitszufriedenheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) aus einer ökonomischen und wirtschaftspsychologischen Perspektive, um zu bewerten, ob und wie Gesundheit als Managementkonzept in Unternehmen eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Auswirkungen von BGM auf Leistungsfähigkeit, Mitarbeiterbindung, Unternehmensimage sowie die Herausforderungen bei der Implementierung, wie etwa Ressourcenknappheit und Planungsaufwand.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis eines systematischen Literaturreviews das Für und Wider von BGM darzulegen und die Argumente anhand eines Gewichtungsmodells systematisch einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein systematisches Literaturreview durchgeführt, bei dem empirische Studien aus den letzten 20 Jahren analysiert und in eine Pro- und Contra-Perspektive überführt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Wirkungszusammenhänge zwischen BGM und Unternehmenszielen detailliert diskutiert, wobei zwischen positiven Effekten wie Leistungserhalt und Imageaufwertung sowie Hemmnissen wie Kosten und mangelnden personellen Ressourcen differenziert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), Mitarbeiterbindung, Employer Branding, Ressourcenmanagement und Leistungssteigerung.
Welche Rolle spielt die Führungskraft bei der Implementierung eines BGM?
Führungskräfte tragen eine zentrale Verantwortung, da sie als Vorbild fungieren, die Arbeitsgestaltung beeinflussen und aktiv zur Motivation oder Demotivation der Belegschaft beitragen können.
Warum fällt es kleinen und mittleren Betrieben oft schwerer, BGM einzuführen?
Kleinere Betriebe verfügen häufig über weniger personelle und finanzielle Kapazitäten, haben oft weniger spezifisches Wissen über Umsetzungsmöglichkeiten und sehen BGM häufiger als belastende Zusatzaufgabe zum Tagesgeschäft an.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Mitarbeitergesundheit als Managementkonzept. Vor- und Nachteile des Gesundheitsfokus am Arbeitsplatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540666