Ziel dieser Arbeit ist es, die Komplexität der inter- und intragenerationellen Gerechtigkeit aufzuzeigen und die Bedeutung der daraus resultierenden notwendigen wirtschaftspolitischen und -ethischen Entscheidungen zu untermauern. Auf allzu philosophische sowie mikroökonomische Begründungsansätze wird hingegen weitestgehend verzichtet.
Auch diverse soziologische Gesichtspunkte sind von den hiesigen Betrachtungen abzugrenzen. Dazu gehören der Status-quo hinsichtlich der Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern sowie verschieden Rassen oder Religionen. Unabhängig aller Komplexität wird die Motivation und Faszination der Thematik durch Rousseau sehr einfach auf den Punkt gebracht: "Es liegt tief in unserer Seele ein angeborenes Prinzip der Gerechtigkeit und der Tugend, nach dem wir unsere Handlungen und die der anderen beurteilen, ob sie gut oder böse sind".
Diese Arbeit zielt jedoch weniger auf eine bipolare Ergebnisfindung- und Interpretation ab. Vielmehr wird in Kapitel zwei zunächst eine theoretische Fundierung vorgenommen, welche sowohl erste begriffliche Definitionen des Gerechtigkeitsbegriffs als auch eine Erläuterung ausgewählter Theorien umfasst. Außerdem fließen hier bereits Deutungen mit ein, welche den Bezug zum intertemporalen Kontext herstellen.
Konkrete prädispositive Trends, welche ethische und ökonomische Entscheidungen aktuell und in der Zukunft beeinflussen, werden im dritten Kapitel aufgezeigt. Die Evidenz für die Betrachtung dieser Entwicklungen wird anhand belastbarer Daten, Studien und sonstigen Sekundarquellen festgestellt. Die Forschungsfrage für den praktischen Teil in Kapitel vier stellt sich somit darin, in wie fern Menschen am Wohle zukünftiger Generationen interessiert sind und welche Gerechtigkeitsparadigmen hierbei vorherrschend sind.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Motivation und Zielsetzung
- Methodik und Forschungsplan
- Gerechtigkeitstheorie in der Literatur
- Begriffsdefinition und Einführung
- Übersicht über ausgewählte Gerechtigkeitstheorien
- Die Anspruchstheorie Robert Nozicks
- Die liberale Gesellschaft nach Hayek
- Verwirklichungschancen nach Amartya Sen
- John Rawls` Schleier des Nichtwissens
- Implikationen lokaler und globaler Trends
- Demografische Entwicklungen
- Konsequenzen für den Arbeitsmarkt
- Beurteilung von Rentensystemen im Kontext der Demografie
- Zunehmende Ressourcenknappheit und Klimawandel
- Globalisierung
- Wachsende materielle Ungleichheit
- Empirische Primärforschung
- Erhebungsmethodik
- Auswertungsmethodik
- Ergebnisse und Deutung
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Konzept der intertemporalen Gerechtigkeit im Kontext prädispositiver Trends. Ziel ist es, die Komplexität der inter- und intragenerationellen Gerechtigkeit aufzuzeigen und die Bedeutung der daraus resultierenden notwendigen wirtschaftspolitischen und -ethischen Entscheidungen zu untermauern. Die Arbeit betrachtet dabei insbesondere den Einfluss von demografischen Entwicklungen, Ressourcenknappheit, Globalisierung und wachsender materieller Ungleichheit auf die Gerechtigkeit zwischen den Generationen.
- Intertemporale Gerechtigkeit im Spannungsfeld zwischen Gegenwart und Zukunft
- Ethische und ökonomische Herausforderungen prädispositiver Trends
- Bedeutung von Nachhaltigkeit und Ressourcenverantwortung
- Herausforderungen der Globalisierung und Ungleichheit für die intertemporale Gerechtigkeit
- Die Rolle von wirtschaftspolitischen und -ethischen Entscheidungen für die Zukunft
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in das Thema intertemporale Gerechtigkeit ein, beleuchtet die Motivation und Zielsetzung der Arbeit und skizziert die angewandte Methodik. Kapitel zwei erörtert verschiedene Gerechtigkeitstheorien aus der Literatur und stellt deren Relevanz für die intertemporale Perspektive heraus. Kapitel drei untersucht die Implikationen verschiedener prädispositiver Trends für die intertemporale Gerechtigkeit, u.a. demografische Entwicklungen, Ressourcenknappheit, Globalisierung und wachsende materielle Ungleichheit. Das vierte Kapitel widmet sich der empirischen Primärforschung, der Erhebungs- und Auswertungsmethodik sowie der Interpretation der gewonnenen Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Intertemporale Gerechtigkeit, Gerechtigkeitstheorie, Prädispositive Trends, Demografie, Ressourcenknappheit, Globalisierung, Ungleichheit, Nachhaltigkeit, Wirtschaftspolitik, Ethik, Zukunft, Generationengerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter intertemporaler Gerechtigkeit?
Intertemporale Gerechtigkeit bezieht sich auf die faire Verteilung von Ressourcen, Lasten und Chancen zwischen heutigen und zukünftigen Generationen.
Welche Gerechtigkeitstheorien werden in der Arbeit behandelt?
Die Arbeit erläutert unter anderem John Rawls' "Schleier des Nichtwissens", Robert Nozicks Anspruchstheorie, Hayeks liberale Gesellschaft und Amartya Sens Konzept der Verwirklichungschancen.
Welche globalen Trends gefährden die Generationengerechtigkeit?
Zentrale Herausforderungen sind der demografische Wandel, zunehmende Ressourcenknappheit, der Klimawandel sowie die wachsende materielle Ungleichheit durch die Globalisierung.
Wie wirkt sich die Demografie auf das Rentensystem aus?
Die demografische Entwicklung führt zu einem Ungleichgewicht zwischen Beitragszahlern und Rentenempfängern, was die finanzielle Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit der Rentensysteme in Frage stellt.
Warum ist Nachhaltigkeit ein ethisches Gebot?
Nachhaltigkeit ist notwendig, um sicherzustellen, dass das Wohlergehen zukünftiger Generationen nicht durch den übermäßigen Ressourcenverbrauch der Gegenwart gefährdet wird.
- Citar trabajo
- Marcel Spiegelhalter (Autor), 2020, Gerechtigkeit in der Wirtschaftspolitik und -ethik. Implikationen lokaler und globaler Trends, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540672