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König Abdullah und das Geld. Eine politökonomische Betrachtung der jordanischen Außenpolitik während des Syrienkrieges von 2011 bis 2017

Title: König Abdullah und das Geld. Eine politökonomische Betrachtung der jordanischen Außenpolitik während des Syrienkrieges von 2011 bis 2017

Master's Thesis , 2019 , 84 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Diese Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Frage, welche Faktoren für eine, in Teilen der Wissenschaft angenommene, relative Stabilität des Königreichs Jordanien im Mittleren Osten ursächlich sind. Als Fallbeispiel wird hierzu die Zeitspanne von 2011 bis 2017 während des bewaffneten Konfliktes im Nachbarland Syrien als Untersuchungszeitraum definiert. Zudem wird ein Augenmerk auf Jordaniens Ausgesetztheit gegenüber der einhergehenden Fluchtmigration, wirtschaftlichen Einbußen und fragilen, regionalen Sicherheitslage gelegt.

Die theoretische Grundlage der Arbeit fußt auf der induktiven Forschung von Laurie A. Brand und ihres Modells der "Budget Security". Auf Basis des Konzepts Politischer Renten wird daraufhin die Außenpolitik der Jordanischen Exekutive, insbesondere des Königshofs, analysiert.

Die Geschehnisse des sogenannten Arabischen Frühlings seit Jahreswechsel 2010/2011 zogen für die betreffenden Länder höchst unterschiedliche Konsequenzen nach sich. Während manche Regime, wie in Tunesien, Ägypten und Libyen, gestürzt wurden, konnten sich andere gegenüber oppositionellen Kräften im eigenen Land behaupten. Gleiches gilt aber auch für die beiden Monarchien Marokko und Jordanien, die bezüglich ihres ökonomischen Entwicklungsstands, ablesbar zum Beispiel am realen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, hinter den Golfländern zurückbleiben.

In Syrien hingegen folgte auf die Ereignisse des Jahres 2011 ein bis heute fortwähren-der Bürgerkrieg, ein Aufkommen paramilitärischer Milizen im regionalen Machtvakuum des Konflikts sowie Fluchtmigration innerhalb der Region – sowie nach Europa. 6,3 Millionen syrische Flüchtlinge im Ausland und ebenso viele Binnenvertriebene – also Flüchtlinge im eigenen Staatsgebiet – zählte das UN-Flüchtlingshilfswerk bis Ende 2017, was Syrien als das zahlenmäßig größte Herkunftsland von Flüchtlingen auswies.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Der „Arabische Frühling“ und seine diversen Folgen

1.2 Forschungsfrage und Untersuchungsgegenstand

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Zwischen Internationalen Beziehungen und Policy-Analyse

2.2 Außenpolitik als Policy-Forschung

2.3 Theorien der Internationalen Beziehungen und der Mittlere Osten

2.4 Theoretischer Ansatz der Arbeit: Budget Security

3. Operationalisierung und Methodik

3.1 Hypothesen

3.2 Fallauswahl und Begründung

3.3 Prozessanalytische Fallstudie: Inhaltsanalyse als Erhebungsmethode

4. Empirische Untersuchung

4.1 Überblick über Geschichte, Staatsaufbau und Ökonomie Jordaniens

4.2 Jordaniens Ökonomie im Syrienkrieg 2011-2017

4.3 H1: Strategiewahl

4.4 H2: Externalisierung

4.5 H3: Öffentlicher Diskurs

4.6 H4: Politikergebnisse

5. Fazit

5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

5.2 Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Würdigung

5.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie es dem Staat Jordanien gelang, sich trotz seiner geografischen Randlage zum syrischen Bürgerkrieg zwischen 2011 und 2017 politisch zu behaupten und seine Existenz zu sichern. Im Fokus steht dabei die politökonomische Analyse, ob das Regime seine Außenpolitik gezielt als Instrument zur Sicherung eigener finanzieller Stabilität („Budget Security“) eingesetzt hat.

  • Politökonomische Analyse der jordanischen Außenpolitik im Zeitraum 2011-2017.
  • Untersuchung der kausalen Zusammenhänge zwischen externen Schocks (Syrienkrieg) und außenpolitischen Handlungsoptionen.
  • Analyse der Externalisierungsstrategien des Regimes zur Entlastung des Staatshaushalts durch internationale Partner.
  • Diskursanalyse des Staatsoberhauptes zur Legitimierung von Forderungen nach internationaler Unterstützung.

Auszug aus dem Buch

2.4 Theoretischer Ansatz der Arbeit: Budget Security

Die Wissenschaftlerin Laurie A. Brand versuchte in ihren Publikationen die Schwächen der Theorie des Realismus nach Stephen Walt und der des Rentenstaates von Beblawi und Luciani aufzugreifen. Am Fall des Königreichs Jordanien, das ihr als empirischer Untersuchungsgegenstand diente, entwickelte sie in den frühen 1990er Jahren in ihrer Veröffentlichung „Jordan’s Inter-Arab Relations: The Political Economy of Alliance-Making“ das Konzept der „Budget Security“. Dieses theoretische Modell wird zur Gruppe der Theorien gezählt, die mit der Logik des Rent-Seeking argumentieren.

Für diese Masterarbeit, die sich genauer der Zeit des Syrischen Bürgerkriegs und der Rolle der Jordanischen Außenpolitik während dieses Zeitraums widmet, soll diese Theorie dazu dienen, Hypothesen zu generieren, als auch die Analyseschritte zu strukturieren.

Im Laufe ihrer Studien gewann Brand den Eindruck, dass nicht das balancing von Bedrohungen die Schlüsselvariable von außenpolitischem Verhalten sein könnte, sondern die inländische Volkswirtschaft und deren Einnahmequellen den Ausschlag dafür geben, wie sich ein Staat auf internationaler Ebene Akteuren annähert oder Allianzen bildet. Darüber hinaus fügt sie an, dass ihre Theorie externe Faktoren zur Erklärung von Jordaniens außenpolitischen Verhalten nicht ausschließt, sondern diese die Handlungsoptionen des Landes ebenfalls bedingen oder beschränken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Arabischen Frühlings und die spezifische Situation Jordaniens sowie Formulierung der Forschungsfrage.

2. Theoretische Grundlagen: Erörterung der Begriffe Außenpolitik und Internationale Beziehungen sowie Einführung des theoretischen Rahmens der "Budget Security".

3. Operationalisierung und Methodik: Ableitung der Hypothesen sowie Begründung des gewählten Small-N-Forschungsdesigns und der inhaltsanalytischen Methode.

4. Empirische Untersuchung: Detaillierte Analyse der jordanischen Geschichte, Ökonomie, Strategiewahl, Externalisierung, öffentlicher Diskurse und politischer Ergebnisse.

5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage sowie eine kritische Würdigung und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Jordanien, Außenpolitik, Syrienkrieg, Budget Security, Politische Ökonomie, Internationale Beziehungen, Regime-Stabilität, Flüchtlingskrise, Rentierstaat, Jordan Response Plan, Externalisierung, Sicherheit, Finanzhilfe, Allianzpolitik, Nahostpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Jordanien auf die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen des Syrienkrieges (2011-2017) reagiert hat, um die Stabilität des Regimes zu wahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Außenpolitik, ökonomischer Abhängigkeit (Budget Security) und internationaler Allianzbildung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, warum der Staat Jordanien sich trotz seiner Randlage zum syrischen Bürgerkrieg behaupten und seine Existenz sichern konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine prozessanalytische Fallstudie angewandt, die durch eine Inhaltsanalyse von Daten, Dokumenten und Reden gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil untersucht die historische und ökonomische Ausgangslage Jordaniens und prüft anhand von vier Hypothesen, wie das Land durch Außenpolitik auf den externen Schock des Syrienkriegs reagiert hat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Budget Security, Außenpolitik, Jordanien, Syrienkrieg, Externalisierung und Rentierstaat.

Wie spielt das Konzept der „Budget Security“ eine Rolle?

Es dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, dass außenpolitisches Handeln Jordaniens maßgeblich durch das Ziel bestimmt ist, finanzielle Einnahmen zur Sicherung der Regierungsfähigkeit zu erzielen.

Warum spielt die EU und die USA eine so große Rolle für Jordanien?

Beide sind laut Analyse zentrale Akteure, die Jordanien bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Kosten der Flüchtlingskrise durch direkte Finanzhilfen und Handelsabkommen unterstützt haben.

Was ist das Hauptergebnis zur Stabilität des Regimes?

Die Außenpolitik fungierte im Untersuchungszeitraum als Mittel zur kurzfristigen Konsolidierung, wobei das Regime durch geschicktes Agenda-Setting und Externalisierung von Kosten die Stabilität wahren konnte, wenngleich der inländische Druck weiterhin hoch bleibt.

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Details

Title
König Abdullah und das Geld. Eine politökonomische Betrachtung der jordanischen Außenpolitik während des Syrienkrieges von 2011 bis 2017
College
University of Potsdam
Grade
1,5
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
84
Catalog Number
V540705
ISBN (eBook)
9783346147752
ISBN (Book)
9783346147769
Language
German
Tags
könig abdullah geld eine betrachtung außenpolitik syrienkrieges Jordanien Rent-Seeking Budget Security Mittlerer Osten Syrienkrieg Krieg in Syrien Politische Ökonomie Internationale Politische Ökonomie Politische Rente Fluchtmigration Staatshaushalt Jordan Response Plan Militärhilfe Entwicklungshilfe Preisindex Official Development Assistance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, König Abdullah und das Geld. Eine politökonomische Betrachtung der jordanischen Außenpolitik während des Syrienkrieges von 2011 bis 2017, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540705
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