Aspekte einer Lizenzierung im Profifußball. Verfahren und Ziele der Lizenzierungsordnung


Hausarbeit, 2018

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung und Zielsetzung

2 Organisation und Aufgaben der deutschen Fußballliga
2.1 Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB e.V.)
2.2 Deutsche Fußballiga GmbH (DFL GmbH)
2.3 Deutsche Fußball Liga e.V. (DFL e.V.)

3 Lizenzierung nach der Lizenzierungsordnung (LO)
3.1 Definition Lizenz in Bezug auf die Bundesligen
3.2 Lizenzierungskriterien
3.3 Lizenzierungsziele

4 Lizenzierungsverfahren
4.1 Theoretisches Verfahren
4.2 Praktische Anwendung
4.2.1 Borussia 09 e.V. Dortmund (BvB 09)
4.2.2 1. Fußballclub Magdeburg e.V.
4.2.3 Turn- und Sportverein München von 1860 e.V.

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Organisation der Lizenzligen Verfügbar unter: http://www.bpb.de/gesellschaft/medien-und-sport/bundesliga/161884/organisation-und-recht?blickinsbuch [Überprüft am 21.04.2018] (diese Abbildung wurde von der Redaktion entfernt, da die Bildqualität nicht ausreichte)

Abb. 2: Lizenzierungsverfahren der DFL Verfügbar unter: https://www.dfl.de/de/hintergrund/lizenzierungsverfahren/strenges-erfolgssystem-das-lizenzierungsverfahren.html [Überprüft am 22.04.2018] (diese Abbildung wurde von der Redaktion entfernt, da die Bildqualität nicht ausreichte)

1 Einleitung und Zielsetzung

Der Fußball in Deutschland hat den sportlich höchsten Stellenwert in der Gesellschaft. Für Millionen von Zuschauern ist der Wettbewerb der beiden Bundesligen und den weiteren Ligen ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Dennoch sind, durch die Vermarktung und Kommerzialisierung des Sports, Vereine nicht mehr nur Fußballclubs, sondern vielmehr Unternehmen und Gesellschaften, welche Gewinnorientiert denken müssen. Der sportliche Erfolg steht zwar im Vordergrund, nur müssen die Finanzen ebenso stimmig sein, um an Wettbewerben teilnehmen zu dürfen.

In Deutschland übernimmt die Vermarktung der Bundesligen die Kooperation aus dem deutschen Fußball-bund e.V. (DFB e.V.), der deutschen Fußballliga e.V. (DFL e.V.) und der deutsche Fußballliga GmbH (DFL GmbH). Um als Verein im sportlichen Wettbewerb zu stehen, muss sich dieser durch ein Lizenzierungsverfahren, welches aus unterschiedlichsten Kriterien besteht, bewerben. Um die Lizenzierungsordnung (LO) und deren Ziele genauer darzustellen, soll in dieser Arbeit dies anhand der Borussia 09 e.V. Dortmund und dem 1. Fußballclub Magdeburg e.V. als gelungene Beispiele und am TSV 1860 München e.V. als gescheitertes Projekt näher aufgezeigt werden. Es soll geklärt werden wie die Lizenzierung im deutschen Profifußball in der Praxis umgesetzt wird, um die Ziele einzuhalten.

2 Organisation und Aufgaben der deutschen Fußballliga

2.1 Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB e.V.)

Laut Satzung § 7 II des DFB bestehet dieser aus ordentlichen Mitgliedern aus den Landes- und Regionalverbänden und aus dem Fußballverband e.V.. Der Vorstand besteht gemäß § 31 aus Mitgliedern des Präsidiums, Präsidenten der Landes- und Regionalverbänden und zwölf Vertretern des Ligaverbandes. Das Präsidium besteht wie in § 33 aus dem Präsidenten des DFB, dem Geschäftsführer der DFL und zwei Vizepräsidenten des Ligaverbandes. Außerdem aus zwölf Vertretern des Ligaverbandes und den Präsidenten der Landesverbände. Die grundsätzliche Aufgabe des DFB ist die Durchführung des Spielbetriebs in Deutschland und die Vertretung des Fußballs im Ausland in Form von Nationalmannschaften. Die interne Führung erfolgt in einem hierarchischen Aufbau des Ligasystems. „Eine Hierarchie an Ligen ist im Prinzip eine Preis- und Qualitätsdifferenzierung“1. Bei Vereinen in übergeordneten Ligen fallen wesentlich höhere Kosten an und auch ist die Leistung und Spielstärke größer, wodurch der Wettbewerb weiterhin durch die hierarchische Form gesichert wird. Auch besitzt der DFB besondere Rechte gemäß § 16 a der Satzung. Der DFB ermittelt den Fußballmeister und Teilnehmer an europäischen Wettbewerben, er hat die exklusiven Vermarktungsrechte für den eigenen Namen, sowie dem Liga Logo. Auch erteilt der Fußballbund die Lizenzen über Ermittlung der Kriterien und verfügt über das Recht, die Vertretungen in internationalen Kommissionen und Ausschüssen wie dem der UEFA und FIFA auszuteilen. Außerdem ist er befugt den Rahmenterminkalender freizugeben und sich zu beteiligen bei Besetzungen in Rechtsorganen.2

2.2 Deutsche Fußballiga GmbH (DFL GmbH)

Die DFL GmbH führt, laut § 2 I der DFL GmbH Statuten, das operative Geschäft der DFL e.V. und ist der Zusammenschluss aus alle 36 lizenzierten Proficlubs. Sie verfügt über ein Stammkapital von 1.000.000€. Die Organe bestehen aus Geschäftsführer, Aufsichtsrat und der Gesellschaftsversammlung. Die Geschäftsführung übernimmt ein Vorsitzender, welcher die Gesellschaft lenkt. Dennoch verfügt er nie alleine über die Gesellschaft, sondern entweder in Verbindung mit zwei Prokuristen oder in Gemeinschaft mit einem Zweiten Geschäftsführer. Der Aufsichtsrat besteht, wie in § 7 beschrieben, aus dem Ligapräsidenten und dem Vizepräsidenten der DFL e.V.. Außerdem werden von der Mitgliederversammlung noch vier weitere Mitglieder bestimmt, welche aus den Vereinen der Profiligen kommen und dem Rat als Vertretung beisitzen. Das Ziel der Gesellschaft ist es, einen Mehrwert aus dem deutschen Fußball zu erwirtschaften. Die Aufgaben werden in § 2 I der Satzung aufgezeigt. Sie ist verantwortlich über die Lizenzierung der Vereine und die Einhaltung der damit verbundenen Kriterien, Vermarktung der Deutschen Fußball Liga e.V. und für die kommerzielle Weiterentwicklung der Profivereine.3 Die Durchführung des Wettbewerbs erfolgt rein objektiv. So lässt der Sportveranstalter, in Form von der DFL, zwei Sportunternehmen, zum Beispiel FC Schalke 04 e.V. gegen Stuttgart 1893 e.V., gegeneinander antreten um daraus einen rein objektiven Mehrwert zu schaffen.4 Das Geschäftsjahr der GmbH beginnt am 01.07. des Jahres und endet am 30.06. des Folgejahres.5

2.3 Deutsche Fußball Liga e.V. (DFL e.V.)

Die DFL e.V. ist eine genossenschaftliche Organisationsform, in der sich eigenständige Clubs in einer Kooperation gründen. Die Liga entscheidet über notwendige Ressourcen in Mitgliederversammlungen und Abstimmungen. In Deutschland sind dies die 36 Proficlubs, die sich als Organisation zur Gründung des Wettbewerbs zusammenschließen.6 Die Mitglieder in der Liga sind die angesprochenen Lizenzierten Vereine und auch Kapitalgesellschaften der Lizenzligen, wie in § 7 der Satzung des Ligaverbands. Der Vorstand besteht gemäß § 16 aus Ligapräsidenten, zwei Vizepräsidenten, welche aus der Geschäftsführung der DFL GmbH gewählt werden und bis zu acht weiteren Mitgliedern aus der Geschäftsführung. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Lizenzierungsausschuss, welcher aus dem zweiten Vizepräsidenten des Ligaverbandes und vier Vorstandsmitgliedern besteht, welche weder der Geschäftsführung, noch dem Aufsichtsrat angehören. Die Aufgaben der Liga sind in § 4 der Satzung geregelt. Und zwar wird in Kooperation mit dem DFB e.V. der Fußballmeister und die Vereine, welche am internationalen Fußball teilnehmen, ermittelt und auch werden die Bundesligen durchgeführt. Wesentlicher Bestandteil der Aufgaben ist es anhand der Lizenzierungsordnung auf zu klären ob alle Kriterien dieser eingehalten werden und somit Lizenzen vergeben werden können. Die DFL e.V. fungiert auch als Gemeinschaft und soll so einzelne Clubs solidarische vertreten.7

3 Lizenzierung nach der Lizenzierungsordnung (LO)

3.1 Definition Lizenz in Bezug auf die Bundesligen

Lizenzierung ist, laut Böll (1999), die kommerzielle und gewinnorientierte Benutzung einer Popularität auf Basis einer Vergabe der Produkte mit denen ein Mehrwert geschaffen und der Absatz erhöht werden soll. Es werde vorausgesetzt, dass ein Lizenzvertrag zwischen dem Lizenznehmer und -Geber festgelegt wird. Der Vertrag gelte für alle gleich und beschreibt Rechte und Konditionen die erfüllt werden sollen für den Lizenznehmer.8

Bezogen auf den deutschen Fußball entspricht der Lizenzvertrag der Lizenzierungsordnung (LO)9 mit den Lizenznehmern als alle 36 Proficlubs der Lizenzligen und dem Lizenzgeber als die DFL. Alle Bestimmungen des Vertrages, welche erfüllt sein sollen, werden in der LO vorgegeben.

3.2 Lizenzierungskriterien

Alle Kriterien sind in der LO aufgezeigt. In § 2 „Voraussetzung der Lizenzerteilung“ heißt es, dass diese in sportliche, rechtliche, personelle und administrative, infrastrukturelle und medientechnische Kriterien unterteilt sind. Ebenso sind auch finanzielle Kriterien und Grund Formalia darin angedeutete.

Zunächst muss sich ein Verein sportlich in die Lizenzliegen, in Form eines Aufstieges oder Klassenerhalts, bewerben. Ein Leistungsnachwuchszentrum muss, zur Förderung des deutschen Fußballs, von allen Bundesligisten betrieben werden. Der Nachweis muss von Bewerbern aus der dritten in die zweite Liga zum 01.März und Bewerber der Bundesligen zum 15.März vorgelegt werden, wie in § 3. Die Erfüllung der rechtlichen Kriterien, in § 4, sind zum einen für Vereine ein Auszug aus dem Vereins- oder Handelsregister und für Kapitalgesellschaften auch das der Vereinsname in dem Namen der Gesellschaft stehen muss. Veränderungen müssen unverzüglich gemeldet werden. Jeder Verein muss sich den Bestimmungen und Ordnungen der DFL e.V. und des DFB e.V. unterstellen. Mitarbeitern, aus anderen wirtschaftlichen Unternehmen, ist es nicht gestattet Mitglied in Organen eines Lizenznehmers zu sein. Somit muss eine aktuelle Liste von Mitarbeitern und Mitgliedern aus Ausschüssen der Vereine vorlegbar sein. Ein wichtiger Aspekt, welcher in den Mitgliederversammlungen oft diskutiert wird, ist die 50+1 Regelung die besagt, dass Mitglieder auf den Mitgliederversammlungen über die Vorsitzenden des Vorstands abstimmen und so über 50% Stimmenrecht, gegenüber von Unternehmen, in den Vereinen erhalten. Die Kriterien der personellen und administrativen Entscheidungen sind zum einen, dass der Cheftrainer die UEFA-Pro-Lizenz oder eine ähnliche wertige, der Assistenztrainer die Trainer-A-Lizenz des DFB oder die UEFA-A-Lizenz und der sportliche Leiter eine Fußball-Lehrer-Lizenz oder UEFA-A-Lizenz besitzen muss. Personal in Verwaltung und Finanzen sollen nachweisliche Fachkenntnisse besitzen. Auch sollen Medienverantwortliche Berufserfahrung nachweisen, sowie Veranstaltungsleiter und Sicherheitsbeauftragte. In § 5 beschrieben ist, die Besetzung von mindestens einem Fanbeauftragten, als Bindestelle und Betreuung für die Anhänger des Vereins. Meldepflichtig für die DFL e.V. ist der Trainerstab, Leiter des Ordnungsdienstes, Stadionsprecher, Behindertenbeauftragter, Personal der medizinischen Abteilung sowohl im Profibereich, als auch im Nachwuchs und den Marketingbeauftragten. Des Weiteren sind Formalia wie das instand halten der Geschäftsstelle einzuhalten. § 6 berichtet über die Infrastrukturellen Kriterien. Ein wichtiger Punkt ist das Stadion, welches über die Möglichkeit verfügt den Medienvertrag gerecht zu werden. Der DFL GmbH ist ein aktueller Mietvertrag, wenn das Stadion nicht Eigentum des Vereins ist, vorzulegen. Außerdem ist es insbesondere notwendig ein Nachweis der Landesbauordnung für Versammlungsstätten anzubieten. Die Spielfläche ist nach UEFA und DFB Richtlinien genormt und muss aus Naturrasen bestehen. Um den Spielbetrieb zu sichern ist es notwendig in den Lizenzligen, dass eine Rasenheizung vorhanden ist. Trainingseinrichtungen und Torlinientechnik der FIFA muss auch vorhanden sein. Wie eben angesprochen muss das Stadion gemäß § 7 a medientechnisch Kriterien erfüllen um die Vermarktung durch die DFL GmbH einheitlich sicherzustellen. Eine wesentliche Konzentration liegt auf den Finanzen und deren Einhaltungen. Im Teamsport wäre das ökonomische Erfolgsdenken und der Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gemäß der Lizenzierung der Hauptknotenpunkt.10 In § 8 sind die finanziellen Kriterien aufgezeigt. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit muss nachgewiesen sein durch Abgabe der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr, entweder des Kalenderjahres oder des Spieljahres. Transfers müssen bekannt gegeben werden mit Informationen wie Namen, Datum, Spielerregistrierung, Transfersumme, weitere Kosten und ausstehende Kosten. Überdies sollen keine weiteren Verbindlichkeiten gegenüber anderen Arbeitnehmern, Fußballclubs oder Steuerbehörde vorliegen.11

3.3 Lizenzierungsziele

Die Ziele der DFL e.V. durch die Lizensierung wird in der I. Präambel der Verordnung genannt. Die Wettbewerbe und deren Durchführung soll gesichert sein. Durch die Einhaltung aller Kriterien sollen Insolvenzen vermieden werden, wodurch die Attraktivität gefördert wird, da keine Wettbewerbsverzerrungen, durch Zwangsabstiege entstehen. Auch entsteht eine gewisse Planbarkeit, weil durch Sicherstellung der Kapitalrücklagen ein Zwangsabstieg ausgeschlossen wird und der Spielplan unproblematisch durchgeführt werden kann. Der sportliche Wettbewerb vergleicht die teilnehmenden Vereine, dennoch soll die Integrität gesichert werden, weshalb eine Lizenzierung grundlegende Eigenschaften für alle schafft um die Vergleichbarkeit zu schützen.12 Die gemeinsamen Bedingungen, die geschaffen werden, sorgen für eine attraktive Liga. Es herrscht eine Stabilität für jeden Lizenznehmer und garantiert die gleiche Unterstützung aller durch den Lizenzgeber. Mit Hilfe der Integrität und Stabilität wird eine Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit aufgebaut, die den Spielbetrieb der Liga fördern soll. Ein weiteres finanzielles Ziel ist es, einen Mehrwert mithilfe aller lizenzierten Vereine zu schaffen. Medienverträge können so über eine Zentrale vermarktet und, aufgrund der Kriterien für die Lizenz, eingehalten werden. So können auch Management- und Finanzstrukturen gefördert werden, weil eine Zentrale in Form von DFL und DFB die Einzelvermarktung der Vereine positiv unterstützen. Durch die Partnerschaft der Vereine als fester Bestandteil der Gesellschaft bleibt das Image gewahrt und die Liga bleibt interessant.13

[...]


1 Daumann (2014) S. 156

2 2. Satzung des DFB e.V.

3 Satzung der DFL GmbH

4 Nufer und Bühler (2012) S.65

5 Bundesanzeiger: DFL GmbH

6 Daumann (2014) S. 163

7 Satzung der DFL e.V.

8 Dreyer und Krüger (2004) S. 306

9 Lizenzierungsordnung der DFL

10 Bühler und Nufer (2012) S.128 f.

11 Lizenzierungsordnung der DFL

12 Deutscher, Hovemann, Pawlowski und Thieme (2016) S.237

13 Lizenzordnung der DFL

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Aspekte einer Lizenzierung im Profifußball. Verfahren und Ziele der Lizenzierungsordnung
Hochschule
EBC Hochschule Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V540714
ISBN (eBook)
9783346147721
ISBN (Buch)
9783346147738
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aspekte, lizenzierung, profifußball, verfahren, ziele, lizenzierungsordnung
Arbeit zitieren
Frederik Stubbemann (Autor), 2018, Aspekte einer Lizenzierung im Profifußball. Verfahren und Ziele der Lizenzierungsordnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540714

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