Die vorliegende Seminararbeit will die umstrittene Thematik der humanitären Intervention aufgreifen, möglichst breit – aus rechtlicher, ethischer und politischer Perspektive – diskutieren und so zu einer informierten Meinungsbildung beitragen – ohne zu moralisieren. Gegenstand dieser Arbeit ist primär die militärische Intervention aus humanitären Gründen, wenngleich die zivile Intervention – in Form von humanitärer Hilfe – ein daran anschließend wichtiges Diskussionsfeld ihrerseits liefert.
So beschäftigt sich das erste Kapitel mit dem rechtlichen Rahmen humanitärer Intervention und beleuchtet auf diesem Wege auch Konzeptionen wie das Interventionsrecht im Statut der Afrikanischen Union sowie das vielbeachtete Konzept der Responsibility to Protect (RtoP). Das zweite Kapitel fokussiert die ethische Betrachtungsweise und diskutiert in einem zweiten Schritt realpolitische und idealpolitische Zugänge zum Thema. Angedeutet werden in diesem Zusammenhang etwa auch machtpolitische Gefahren jedweder Intervention. Abschließend wird eine Zusammenfassung angeboten.
Vor dem Hintergrund zunehmender Aufmerksamkeit für weltweit vorfindliche humanitäre Krisen, deren Ursachen verschieden sein mögen, wird der öffentliche Druck auf Regierungen und Internationale Organisationen stets größer, etwas gegen das unsagbare Elend und menschliche Leid zu unternehmen. Dies zeigen aktuelle Ereignisse an, wie etwa Pläne des UNO-Sicherheitsrates, eine Resolution gegen die Huthi-Miliz im Jemen beschließen zu wollen, die von den USA geplante politische Ermahnung Libyens betreffend die Christenverfolgung im Land sowie die Forderung mehrerer afrikanischer Staaten, der UNO-Sicherheitsrat solle eine Resolution beschließen und Militär-Truppen entsenden, um der vor allem in Nigeria und dem Tschad wütenden Terrororganisation Boku Haram Einhalt gebieten zu können.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Humanitäre Intervention, Interventionsrecht und Responsibility to Protect
- Humanitäre Intervention als geeignetes Friedensinstrument?
- Das Interventionsrecht im Statut der Afrikanischen Union
- Staatenschutzverantwortung - Das Konzept der Responsibility to Protect
- Normativer Zugang zur humanitären Intervention
- Die ethische Betrachtungsweise
- Realpolitische versus idealpolitische Betrachtungsweise
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit „Humanitäre Intervention als Friedensinstrument? Eine interdisziplinäre Annäherung“ analysiert die umstrittene Thematik der humanitären Intervention aus rechtlicher, ethischer und politischer Perspektive. Ziel ist es, zu einer informierten Meinungsbildung beizutragen, ohne zu moralisieren. Die Arbeit fokussiert primär auf die militärische Intervention aus humanitären Gründen, wobei die zivile Intervention in Form von humanitärer Hilfe ein wichtiges Diskussionsfeld darstellt.
- Rechtlicher Rahmen der humanitären Intervention
- Ethische Aspekte der humanitären Intervention
- Realpolitische und idealpolitische Betrachtungsweisen
- Machtpolitische Gefahren von Interventionen
- Responsibility to Protect (RtoP) als Konzept für Interventionen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem rechtlichen Rahmen der humanitären Intervention und beleuchtet dabei Konzeptionen wie das Interventionsrecht im Statut der Afrikanischen Union und das Konzept der Responsibility to Protect (RtoP). Im zweiten Kapitel wird die ethische Betrachtungsweise der humanitären Intervention diskutiert, wobei realpolitische und idealpolitische Zugänge zum Thema beleuchtet werden. In diesem Kontext werden auch machtpolitische Gefahren jedweder Intervention angedeutet.
Schlüsselwörter
Humanitäre Intervention, Interventionsrecht, Responsibility to Protect, Friedensinstrument, ethische Betrachtungsweise, realpolitische Betrachtungsweise, idealpolitische Betrachtungsweise, Machtpolitik, Staatensouveränität, Afrikanische Union, UNO-Charta, Völkerrecht, humanitäre Hilfe.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter einer humanitären Intervention?
Eine humanitäre Intervention ist ein meist militärisches Eingreifen in die Angelegenheiten eines Staates, um massive Menschenrechtsverletzungen oder humanitäres Elend zu verhindern oder zu beenden.
Was besagt das Konzept der „Responsibility to Protect“ (RtoP)?
RtoP (Schutzverantwortung) besagt, dass jeder Staat die Pflicht hat, seine Bevölkerung vor Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu schützen. Versagt er dabei, geht diese Verantwortung auf die Weltgemeinschaft über.
Sind humanitäre Interventionen völkerrechtlich unumstritten?
Nein, sie stehen oft im Konflikt mit dem Prinzip der staatlichen Souveränität und dem Gewaltverbot der UN-Charta, weshalb sie rechtlich und politisch stark debattiert werden.
Was ist der Unterschied zwischen realpolitischer und idealpolitischer Sicht?
Die Realpolitik fokussiert auf Machtinteressen und nationale Sicherheit, während die Idealpolitik moralische Werte und universelle Menschenrechte als Hauptmotiv für Interventionen sieht.
Welche Rolle spielt die Afrikanische Union beim Interventionsrecht?
Das Statut der Afrikanischen Union enthält explizite Regelungen, die der Union das Recht einräumen, bei schwerwiegenden Umständen wie Kriegsverbrechen in Mitgliedstaaten einzugreifen.
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- Daniel Kurzmann (Author), 2015, Humanitäre Intervention als Friedensinstrument? Eine interdisziplinäre Annäherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540724