Anchoring nach Amos Tversky und Daniel Kahneman (1974). Numerisches Priming


Präsentation, 2019

16 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe


Gliederung

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(1) Ablauf und Ursachen der Urteilsverzerrung

Zu den wichtigsten kognitiven Leistungen, die das tägliche Leben in bedeutendem Maße bestimmen, gehört

- das Fällen von Urteilen und
- das Treffen von Entscheidungen.

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Abb. 1: Problem des nummerischen Primings

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Jungermann, Pfister, Fischer, 2017, S. 139.

In Vielzahl von Situationen werden Urteile unter Unsicherheit auf der Basis weniger heuristischer Prinzipien (Urteilsheuristiken) gefällt (Tversky, Kahneman, 1974, S. 1124).

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Abb. 2: Heuristik als informelle Faustregel menschlicher Urteilsfindung

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Gerrig, Zimbardo, 2008, S. 312.

Unter Berücksichtigung von Unsicherheit und ungünstigen Informationskonstellationen können jedoch weniger effiziente und hinreichend treffsichere Entscheidungen bzw.

komplexitätsmindernde Urteile getroffen werden (Englich, 2005, S. 222).

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Quelle: Eigene Darstellung.

Numerische Schätzung oder Prognose kann nur durchgeführt werden, wenn im Kontext der Schätzung ein entsprechender numerischer Wert verfügbar ist (Tversky, Kahneman, 1974, S. 1128).

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Der verfügbare Wert als Anker wird für die Suche nach einer adäquaten Antwort im Urteilsbildungsprozess integriert.

Unabhängig davon, ob der verfügbare Wert durch das jeweilige Problem definiert, von der Person frei gewählt oder zufällig vorgegeben wird, erfolgt eine Anpassung in Richtung des Ankers.

Er wird als wahrscheinlicher Wert angenommen und dient zur Orientierung.

Das ursprüngliche Schätzurteil wird an den Anker angepasst und entweder nach oben oder nach unten verschoben.

Die Erkenntnis wird ausgenutzt von einem gewissen Anker aus eine Schätzung machen zu können.

Eine Anpassung findest solange statt, bis das Ergebnis dem Betroffenen als plausibel erscheint (endgültiges Urteil).

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Abb. 4: Ablauf einer nummerischen Schätzung

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Gerrig, Zimbardo, 2008, S. 316; Strack, 1993, S. 261 f.; Jungermann, Pfister, Fischer, 2017, S. 138.

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Die Beeinflussung erfolgt auch, wenn die Information einen geringen oder gar keinen Stellenwert hat.

Die mögliche Urteilsverzerrung basiert darauf, dass dieser Anker bei der Urteilsbildung übergewichtet wird, was sich darin äußert, dass das endgültige Urteil zu nahe am Anker bleibt.

Diese Anpassung ist unzureichend, da eine zu starke Anpassung in Richtung des Ankers erfolgt.

Beobachtet werden kann dieser Ankereffekt daran, dass die Vorgabe verschiedener Werte zu substantiell unterschiedlichen Schätzungen führt.

Ankereffekt wirkt selbst dann, wenn der verfügbare Wert aus Sicht der Urteiler erkennbar irrelevant für die zu schätzende Größe ist.

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Abb. 5: Bildung des Ankereffekts

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Strack, 1993, S. 261 zitiert nach Raab, Unger, Unger, 2016, S.

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(1) Ablauf und Ursachen der Urteilsverzerrung

Die Verankerungs- und Anpassungsheuristik (Ankereffekt) beschreibt:

- nach Englich und Bernhardt (2012, S. 16) ein Phänomen, dass ein verfügbarer (nummerischer) Wert der im selben Kontext genannt wurde, das ursprüngliche Schätzurteil beeinflusst (Englich, Bernhardt, 2012, S. 16).
- nach Tversky und Kahneman (1974, S. 1128) eine Assimilation von nummerischen

Schätzungen unter Unsicherheit in Richtung eines vorher festgelegten Werts (Tversky, Kahneman 1974, zitiert nach Kahneman, 2012, S. 156).

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Wohl wissend, dass der Anker falsch sein könnte, wird dennoch nach oben oder unter adjustiert.

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Die Anpassung endet in der Regel verfrüht, weil Menschen innehalten, wenn sie sich nicht mehr sicher sind, ob sie sich weiterbewegen sollten.

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Abb. 6: Ungenügende Anpassung (System 2)

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an

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(1) Ablauf und Ursachen der Urteilsverzerrung

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Der Anker funktioniert als Prime, indem er automatisch assoziierte Konzepte im Gedächtnis selektiv aktiviert und die Indikation für die Korrektheit des Schätzwertes in Richtung des Ankers erhöht.

Der Anker aktiviert verschieden Vorstellungskopmplexe im Gedächtnis und ruft tendenziell Informationen hervor, die mit ihm kompatibel sind (selektive Verfügbarkeit).

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Da diese Aktivierung ein automatischer Vorgang von System 1 ist, lösen alle möglichen Wahrnehmungen ein Priming aus, auch wenn sie für die Urteilsbildung irrelevant sind.

Unter Unkenntnis der wahren Ausprägung der zu schätzenden Größe wird eine intuitive Schätzung, die sich am Ankerwert orientiert, die Aktivierung möglicher Antworten hervorrufen.

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Abb. 7: Priming Effekt (System 1)

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Jacowitz, Kahneman, 1995, S. 1162; Kahneman, 2012, S. 154 f.;

Jungermann, Pfister, Fischer, 2017, S. 139; Strack, Mussweiler, 1997, S. 439.

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Durch eine unbewusste Suggestion werden zu ihr passende Assoziationen aktiviert, welche im Anschluss die Urteilsfindung beeinflussen.

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M a nifestationen assoziativer Kohärenz

System 1 versucht eine Welt zu konstruieren, in der der Anker wahr ist.

Dieser These zufolge wird bei der Nennung des Ankerwertes ein gewisser Zahlenbereich im Gedächtnis aktiviert, welcher dann maßgeblich für die urteilende Person ist.

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Abb. 8: Priming Effekt als automatische

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Hiernach würde sogar lediglich die Nennung einer Zahl ausreichen und auf diese Weise das Urteil zu verzerren.

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Abb. 9: Verzerrung durch irrelevanten Zahlen

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an

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(1) Ablauf und Ursachen der Urteilsverzerrung

Standard Priming

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Da dieser Zustand erst allmählich abklingt, besitzt dieses Konzept zum Zeitpunkt einer nachfolgenden Urteilssituation genügend Residualaktivation, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, in der nachfolgenden Urteilssituation verwendet zu werden.

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Abb. 10: Standard Priming

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Higgins, 1996, S. 148 zitiert nach Willmann, 2004, S. 34 f.

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Der Aktivationsprozess, auf dem ein möglicher Primingeffekt basiert, geht nicht von der Präsentation des entsprechenden Reizes aus, sondern von der Urteilssituation.

Die Assoziation von Prime zu Target schwach ist, aber die Assoziation von Target zu Prime stark ist.

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Abb. 11: Backward Priming

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Anchoring nach Amos Tversky und Daniel Kahneman (1974). Numerisches Priming
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Geislingen
Note
1,3
Jahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V540842
ISBN (eBook)
9783346170194
Sprache
Deutsch
Schlagworte
amos, anchoring, daniel, kahneman, numerisches, priming, tversky
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Anchoring nach Amos Tversky und Daniel Kahneman (1974). Numerisches Priming, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540842

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