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Das Fernsehen des Alexander Kluge

Title: Das Fernsehen des Alexander Kluge

Term Paper , 2005 , 36 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Bastian Buchtaleck (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Das Seminar behandelte die Frage der Rechtmäßigkeit des Bestandsschutzes für Bildungs- und Kulturprogramme in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogrammen. Dieser Bestandsschutz ist in einem Rundfunkstaatsvertrag geregelt. Mitte der 80er Jahre entstanden in Deutschland private Rundfunkprogramme und das 'duale System' nahm seinen Anfang. Schnell klärten sich die Fronten: öffentlich-rechtlich steht für Bildung, Information, Kultur und gehobene Unterhaltung. Die privaten Rundfunkprogramme stehen für den Verfall derselben, also das genaue Gegenteil. Ihr Maßstab – die Quote – verlangt nach immer extremeren, Grenzen verschiebenden Formaten, die schon lange nicht mehr mit dem öffentlich-rechtlichen Anspruch vereinbar sind. Fatalerweise ist im Laufe der Kommerzialisierung der westlichen Welt der Maßstab des eigenen oder selbst auferlegten Anspruchs weitgehend abgelöst worden, von dem rein monetären Interesse der Quote. Folglich steht die Kultur immer wieder in der Kritik; zwar wird sie gefordert, aber die erforderliche Quote bringt sie nicht. Umso erstaunlicher ist es, wenn dann gerade Alexander Kluge seine gewiss schwer verdaulichen Magazine auf privaten Sendern präsentieren kann.
Die Gründe, wie es dazu kommt und welche Auswirkungen das Aufkommen des Privatfernsehens hatte, wird im dritten Kapitel behandelt. Zuvor gibt es eine kurze biografischen Darstellung des Lebens Alexander Kluges und eine Betrachtung dessen, was er als Filmpolitiker alles erreichen konnte. Dabei wird auch beleuchtet, was Kluge unter Öffentlichkeit, Erfahrung und Authentizität versteht. Diese Vorarbeiten zielen darauf ab die von ihm redaktionell betreuten Magazine vorzustellen, samt ihrer Eigenheiten, die sie zu etwas Besonderem und für das Privatfernsehen eigentlich untauglich machen. Dies geschieht im vierten Kapitel und wird nicht nur deutlich machen, warum Kluges Sendungen nicht in das Profil der Privatsender passen, sondern auch, dass er sich deutlich von den Kultursendungen der öffentlich-rechtlichen Sender absetzt. Im Schlusskapitel mündet das Resumee in der Frage, ob sich die heutige Gesellschaft überhaupt noch Kulturfernsehen in der Prägung Alexander Kluges leisten sollte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Zur Person Alexander Kluges

2.1. Biografisches

2.2. Der Filmpolitiker Alexander Kluge

3. Kulturfernsehen in Deutschland

3.1. Phänomenologie des Fernsehens

3.2. Der Rundfunkstaatsvertrag

3.3. dctp

4. Alexander Kluges Sendungen

4.1. Die Kultursendung

4.2. Kluges eigene Sendungen,

4.2.1. Zehn vor Elf

4.2.2. Prime Time/ Spätausgabe

4.2.3. News & Stories

4.2.4. Mitternachtsmagazin

4.3. Alleinstellungsmerkmale der Sendungen Alexander Kluges

4.3.1 Der Ort der Aufzeichnung

4.3.2 Die thematische Orientierung

4.3.3 Das Interview als Kunstform

4.3.4 Der Einsatz von Schrift und weiteren Medien

4.3.5 Unabgeschlossenheit als Intention

4.4.Sonderfall: XXP

5. Die Bedeutung der Sendungen von Alexander Kluge im Hinblick auf den Rundfunkstaatsvertrag

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung der Kulturmagazine von Alexander Kluge innerhalb des dualen deutschen Fernsehsystems, insbesondere vor dem Hintergrund des Rundfunkstaatsvertrages, und analysiert, inwiefern seine Sendungen als bewusste Gegenmodelle zur kommerziellen Fernsehlogik fungieren.

  • Biografische und filmpolitische Einordnung von Alexander Kluge
  • Phänomenologische Analyse des Fernsehens im Vergleich zum Kino
  • Struktur und Form der von Kluge redaktionell betreuten dctp-Kulturmagazine
  • Besonderheiten wie Inszenierung, Interviewführung und Medieneinsatz
  • Diskussion des öffentlich-rechtlichen Kulturauftrags und der Rolle der Privatsender

Auszug aus dem Buch

4.3.3 Das Interview als Kunstform

„Das Fernsehen hat die Eigenart, alles in der Welt in eine einheitliche TV-Sprache zu bringen“. Jedoch hat alles seinen eigenen Ausdruck. Kluge ist bemüht in seinen Interviews diesem eigenen Ausdruck Raum – auch zeitlich – zu verschaffen. „Das ist in den Interviews mein Interesse“ Schon allein dadurch, dass er dem Interview Raum gibt, statt es in eine Fernseh-Form zu zwängen, unterscheiden sich Kluges von anderen Sendungen.

Doch Kluge macht noch mehr als einfach nur Platz zu schaffen für den individuellen Ausdruck. „Diese Form des Dazwischenschauens – den Begriff Inter-View wörtlich genommen – regt Erzählen und Erinnern an, das Suchen im Vergangenen, Verdrängten, Tabuisierten.“ Durch seine Art des Fragens, die anstrebt, dass das Gegenüber erzählt, entwickelt sich ein Gespräch. Dieses Gespräch eröffnet dann Einblicke in Bereiche, die normalerweise in Fernsehinterviews nicht geboten werden. Er schafft dies, weil er nicht nur als Fragensteller, sondern auch als Stichwortgeber fungiert. Dabei lässt er weder eine konzeptionelle Bindung erkennen, das heißt man hat nicht den Eindruck, er befragt den Interviewten auf ein Ziel hin. „Indem er auf festlegende oder argumentierende Fragen fast vollständig verzichtet, bleibt der Horizont der möglichen Antworten in seiner Weite und Offenheit unbestimmt. Es werden keine Ergebnisse vorweggenommen, weil nicht ergebnisorientiert und das heißt informationsorientiert gefragt wird.“

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik des Kulturfernsehens im dualen System und stellt die zentrale Frage nach der Rechtmäßigkeit des Bestandsschutzes für Bildungs- und Kulturprogramme.

2.Zur Person Alexander Kluges: Dieses Kapitel liefert eine biografische Darstellung Kluges und beleuchtet sein Wirken als Filmemacher und Filmpolitiker, insbesondere seine Rolle im Neuen Deutschen Film.

3. Kulturfernsehen in Deutschland: Hier werden die medienphänomenologischen Unterschiede zwischen Fernsehen und Kino erörtert sowie der rechtliche Rahmen des Rundfunkstaatsvertrags und die Rolle der dctp analysiert.

4. Alexander Kluges Sendungen: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Vorstellung und Analyse der verschiedenen Kulturmagazine sowie der spezifischen Alleinstellungsmerkmale von Kluges Arbeitsweise.

5. Die Bedeutung der Sendungen von Alexander Kluge im Hinblick auf den Rundfunkstaatsvertrag: Das Schlusskapitel diskutiert die gesellschaftliche Relevanz von Kluges Fernsehen und hinterfragt, ob das heutige System diesen Ansatz noch leisten sollte.

Schlüsselwörter

Alexander Kluge, Kulturfernsehen, dctp, Rundfunkstaatsvertrag, Gegenprodukte, Autorenkino, Öffentlichkeit, Authentizität, Privatfernsehen, Medienanalyse, Fernsehästhetik, Interviewform, Bildungsauftrag, Montagetechnik, TV-Kulturmagazine

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Kulturmagazine von Alexander Kluge und deren Stellung im deutschen dualen Fernsehsystem zwischen kommerziellem Quotendruck und öffentlich-rechtlichem Kulturauftrag.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Filmpolitik von Kluge, die Ästhetik seiner Fernsehproduktionen, der rechtliche Rahmen des Rundfunkstaatsvertrages und der Begriff der Öffentlichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Eigenheiten von Kluges Sendungen als "Gegenprodukte" zur gängigen Fernsehunterhaltung zu dekonstruieren und deren Erfolg bzw. Scheitern im medialen Umfeld zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur sowie auf die Auswertung der Sendekonzepte und Produktionsprinzipien, die Kluges dctp-Magazinen zugrunde liegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der spezifischen Magazine (z. B. "10 vor 11") und die Untersuchung von Alleinstellungsmerkmalen wie die Wahl der Aufzeichnungsorte, die Interviewtechnik und den besonderen Medieneinsatz.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Authentizität, Unabgeschlossenheit, Gegenentwurf, mediale Baumaterialien und kulturelle Grundversorgung.

Wie unterscheidet sich Kluges Interviewtechnik von der anderer Formate?

Im Gegensatz zu standardisierten TV-Interviews fungiert Kluge als Stichwortgeber und verzichtet auf ergebnisorientierte Fragen, um dem Befragten Raum für freies Erzählen und Erinnern zu geben.

Welche Rolle spielt die Schrift in Kluges Sendungen?

Die Schrift dient als eigenständiges Medium, das durch gezielte Platzierung und Unentzifferbarkeit die Bilder kritisch hinterfragt und den Zuschauer zur aktiven Auseinandersetzung mit der "Gemachtheit" des Mediums zwingt.

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Details

Title
Das Fernsehen des Alexander Kluge
College
University of Hildesheim  (Kulturpolitik)
Course
Fernsehförderung in Deutschland
Grade
Sehr gut
Author
Bastian Buchtaleck (Author)
Publication Year
2005
Pages
36
Catalog Number
V54103
ISBN (eBook)
9783638493758
ISBN (Book)
9783656804789
Language
German
Tags
Fernsehen Alexander Kluge Fernsehförderung Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bastian Buchtaleck (Author), 2005, Das Fernsehen des Alexander Kluge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54103
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