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Der Streit zwischen Kaiser und Papst auf dem Reichstag in Besançon 1157

Title: Der Streit zwischen Kaiser und Papst auf dem Reichstag in Besançon 1157

Term Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Frauenlob (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Den Ereignissen des Hoftags in Besançon schenkten deutsche Historiker bereits in der älteren Geschichtsforschung ihr besonderes Interesse. Hier kommt der Konflikt zwischen Papst und Kaiser, der sich bereits in den Jahren vor 1157, u. a. in Sutri 1155, herauskristallisiert hat, offen zum Ausbruch. Dieses angespannte Verhältnis entstand durch die unterschiedliche Auffassung beider von der Legitimation weltlicher und geistlicher Macht. Dabei ist umstritten, wie das Verhalten der Handlungsträger auf dem Reichstag 1157 in Burgund zu bewerten ist. In der älteren deutschen Forschung nahm man zunächst an, Papst Hadrian IV. habe mit seinem den Streit auf dem Reichstag auslösenden Brief an den Kaiser die Freilassung des Bischofs Eskils von Lund erreichen wollen. Dem entgegen stellt H. Schrörs die Beanstandung der Gefangennahme Eskils von Lund nur als vordergründigen Zweck des Briefes dar. E. Otto folgt diesem, indem er in dem Brief ebenfalls einen Vorwand des Papstes zu erkennen glaubt. Er geht davon aus, der Papst habe in dem Brief den Kaiser zurechtweisen und zu einem Zusammenwirken mit der Kirche ermahnen wollen. Spätere Historiker, v. a. W. Heinemeyer, vertiefen diese Thesen.
Die folgende Arbeit wird die Handlungsweise der politischen Akteure auf dem Hoftag von Besançon darstellen. Es soll besonders der Frage nachgegangen werden, inwieweit der Streit vom Papst provoziert wurde, um seinen Machtanspruch geltend zu machen. Dabei wird untersucht werden, ob der Dolmetscher Rainald von Dassel durch seine bewusst scharfe Übersetzung den Streit auslöste und welche Rolle das Verhalten der Legaten dabei spielte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Die Quellen und ihre Besonderheiten

2.2 Ursachen des Streites

2.2.1 Die päpstliche Gesandtschaft

2.2.2 Der Brief des Papstes

2.2.3 Die Bedeutung des Wortes beneficium

2.2.4 Sutri als Interpretationsansatz für beneficium

2.3 Die Reaktionen auf den Brief

2.4 Das Einlenken des Papstes

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die politischen Dynamiken und Handlungsweisen während des Hoftags in Besançon 1157, insbesondere den eskalierenden Streit zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und Papst Hadrian IV. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit der Konflikt päpstlich provoziert war, um Machtansprüche zu festigen, und welche Rolle die Übersetzung durch Rainald von Dassel sowie das Verhalten der päpstlichen Legaten dabei spielten.

  • Analyse der Konfliktursachen zwischen Kaiser und Papst
  • Untersuchung der päpstlichen Gesandtschaft und der Korrespondenz
  • Bedeutung lehnsrechtlicher Interpretationen (beneficium)
  • Die Rolle der kaiserlichen Kanzlei und der diplomatischen Übersetzung
  • Reaktionen des deutschen Episkopats und das Einlenken der Kurie

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Die Bedeutung des Wortes beneficium

Das Verlesen und Übersetzen des Briefes hatte der Kanzler Rainald übernommen. Er interpretierte das Wort lehnsrechtlich. In der Forschung gehen die Meinungen jedoch auseinander, ob es von Haus aus so verstanden worden ist, oder ob es sich bei der Übersetzung um einen „raffinierten Schachzug Rainalds handelte(,) [welcher damit zu einem] (…) diplomatischen Gegenschlag ansetzte“28. In der Mitte des 12.Jahrhunderts existierten innerhalb der römischen Kurie Personenkreise, welche das Kaisertum als päpstliches Lehen ansahen. Ihre Vorstellung wurde unter anderem durch das Wandgemälde im Lateranpalast zum Ausdruck gebracht.

Der Betrachter musste daher dem Bild entnehmen, „dass die deutschen Könige das Kaisertum und das italische Königtum kraft päpstlicher Schenkung besessen hatten“30. Das Bild und die Überschrift waren 1155, als Friedrich bei Rom weilte, bereits vorhanden. Berichte über ein solches Gemälde liegen nicht nur in Rahewins Gesta Frederici, sondern auch in der Kölner Königschronik und in dem Antwortschreiben der deutschen Bischöfe an Hadrian vor31. Nach Rahewin erfuhr der Kaiser, als er sich 1155 in der Nähe Roms aufhielt, von dem Gemälde. Da es ihm missfallen hatte, erhielt er vom Papst das Versprechen, dass das Gemälde mit der Schrift entfernt werden würde32. Es liegt daher nahe, dass die Fürsten dem Papst unterstellen, er habe beneficium als Lehen gebrauchen wollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des historiografischen Interesses am Konflikt zwischen Papst und Kaiser sowie Formulierung der zentralen Forschungsfragen zur Provokation des Streits.

2. Hauptteil: Analyse der Quellenlage, der päpstlichen Gesandtschaft, der Briefinhalte und der entscheidenden Rolle der Interpretation des Wortes beneficium durch Rainald von Dassel.

3. Zusammenfassung: Fazit zur Isolation der päpstlichen Initiative und zur Bedeutung des Streits für die Bestätigung der Unabhängigkeit des staufischen Kaisertums.

Schlüsselwörter

Friedrich Barbarossa, Hadrian IV., Reichstag zu Besançon, beneficium, Rainald von Dassel, päpstliche Gesandtschaft, Investitur, Kaisertum, Papsttum, Lehensrecht, Mittelalter, Diplomatik, Rahewin, Staufer, Machtanspruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Konflikt zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und Papst Hadrian IV. auf dem Reichstag in Besançon 1157, der durch eine als provokativ empfundene päpstliche Korrespondenz ausgelöst wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die diplomatischen Beziehungen zwischen dem staufischen Kaiser und der römischen Kurie, die Bedeutung von Symbolik und Sprache in der mittelalterlichen Politik sowie die Abgrenzung weltlicher und geistlicher Macht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, ob der Streit vom Papst gezielt provoziert wurde und welchen Einfluss die Übersetzung durch Rainald von Dassel auf die Eskalation hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf zeitgenössischen Quellen wie der Chronik des Rahewin, päpstlichen Briefen und kaiserlichen Rundschreiben basiert und diese im Kontext der modernen Forschung diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der päpstlichen Gesandtschaft, der Analyse des Briefinhalts Hadrians, der lehnsrechtlichen Debatte um das Wort "beneficium" sowie den Reaktionen des Kaisers und der deutschen Bischöfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Barbarossa, Besançon 1157, beneficium, Lehnsrecht, päpstliche Legaten und die Autonomie des staufischen Kaisertums.

Welche Rolle spielte das Gemälde im Lateranpalast für die Eskalation?

Das Gemälde suggerierte, die Kaiserkrone sei ein Lehen des Papstes, was bei den Fürsten und dem Kaiser den Verdacht nährte, die päpstliche Kurie strebe eine rechtliche Überordnung über das Kaisertum an.

Wie endete der Streit zwischen Kaiser und Papst?

Der Streit endete durch ein Einlenken des Papstes im Jahr 1158, der das umstrittene Wort "beneficium" im Sinne einer "Wohltat" (bonum factum) umdeutete und die Rolle des Kaisertums als gottunmittelbar akzeptierte.

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Details

Title
Der Streit zwischen Kaiser und Papst auf dem Reichstag in Besançon 1157
College
University of Leipzig  (Institut für Geschichte des Mittelalters)
Course
Proseminar: Die Hoftage Friedrich Barbarossas
Grade
1,3
Author
Katharina Frauenlob (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V54107
ISBN (eBook)
9783638493796
ISBN (Book)
9783656793335
Language
German
Tags
Streit Kaiser Papst Reichstag Besançon Proseminar Hoftage Friedrich Barbarossas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Frauenlob (Author), 2005, Der Streit zwischen Kaiser und Papst auf dem Reichstag in Besançon 1157, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54107
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