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Stätten der Erinnerung an die Deportation in Hamburg: Aspekte des kulturellen und des sozialen Gedächtnisses

Title: Stätten der Erinnerung an die Deportation in Hamburg: Aspekte des kulturellen und des sozialen Gedächtnisses

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 32 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Christian Beermann (Author)

Didactics - History
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Mit dem Fortschreiten der Zeit ist es eine besondere Herausforderung, Schülerinnen und Schülern die Zeit des Nationalsozialismus zu vermitteln. Dies ist nicht nur eine Aufgabe des Geschichtsunterrichts, sondern ebenfalls anderer Fächer des schulischen Kanons. Auch ist dies nicht nur die Aufgabe der Institution Schule, sondern der verschiedensten Institutionen und Organisationen. Von verschiedenen Seiten wird versucht zu erreichen, dass die Erinnerungen an den Nationalsozialismus und den Holocaust nicht verblassen. Deshalb sind solche Erinnerungsorte auch immer Lernorte.

Anhand verschiedener Stätten, die für die Deportationen während des Nationalsozialismus in der Stadt Hamburg eine wichtige Rolle gespielt haben, soll versucht werden aufzuzeigen, wie verschiedene Arten von Mahnmalen und Erinnerungsorten die Erinnerung an dieses Ereignis beeinflussen können.

Betrachtet man neuere Theorien in der Neurologie und in den Kulturwissenschaften, dann fällt auf, dass die Auseinandersetzung mit dem Bereich der Erinnerung immer weiter zunimmt. Es existieren vielfältige Forschungen über die medizinische Seite der Erinnerung. Hier sei nur beispielhaft auf dieWerke von Hans MARKOWITSCH und Harald WELZER verwiesen1, in denen versucht wird, neben der medizinischen Seite der Erinnerung zu betrachten, wie sich diese Erinnerung im historischen Kontext verhält. In dieser Arbeit soll versucht werden, unter Zuhilfenahme solcher Betrachtungen über die Erinnerung zu erörtern, welche Möglichkeiten es gibt, anhand solcher Orte mit Schülern Geschichte zu betrachten.

Vorher möchte ich aber zunächst allgemein auf die Geschichte der Deportation in Hamburg eingehen, es soll also ein Überblick über die geschichtlichen Ereignisse erfolgen. Anschließend soll untersucht werden, wie in Hamburg nach der Befreiung mit den Kriegsereignissen umgegangen wurde. Hieraus ergeben sich eventuell Erkenntnisse zur Enstehungsgeschichte der Mahnmale und Erinnerungsorte, oder sie lassen sich zumindest in einen erinnerungsgeschichtlichen Kontext einbetten.

Auch wenn reichsweite Ereignisse nicht vollständig auszublenden sind, habe ich versucht, hauptsächlich auf Ereignisse in Hamburg einzugehen.
In einem nächsten Schritt sollen beispielhaft verschiedenen Erinnerungsorte betrachtet werden. Zunächst ist dies das Mahnmal für die Deportierten auf der Hamburger Moorweide, dann das Stolperstein-Projekt von Gunther DEMNIG.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zu den Begrifflichkeiten der „Erinnerungskultur“

2 Stätten der Deportation in Hamburg

2.1 Geschichtliche Daten

2.2 Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

2.2.1 Die Nachkriegs- oder Wiederaufbaugeneration

2.2.2 Die Nachkriegsgeneration

2.2.3 Die Dritte Generation

2.3 Mahnmale

2.3.1 Das Mahnmal für die jüdischen Deportierten

2.3.2 Stolpersteine

2.3.3 Das jüdische Gemeinschaftshaus in der Hartungstrasse

2.3.4 Der hannoversche Bahnhof

2.4 Zusammenfassung: Orte der Erinnerung

2.5 Möglichkeiten der Erarbeitung mit Schülern

2.5.1 Individualisierung der Darstellung von Geschichte

2.5.2 Schülerorientierung und Schülerinteresse

3 Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand verschiedener Hamburger Stätten die Deportationen während des Nationalsozialismus und erforscht, wie unterschiedliche Formen von Mahnmalen und Erinnerungsorten das kollektive Gedächtnis sowie die historische Wahrnehmung beeinflussen und welche Möglichkeiten sich daraus für die pädagogische Arbeit mit Schülern ergeben.

  • Analyse von Erinnerungskultur und den Konzepten des kommunikativen sowie kulturellen Gedächtnisses
  • Untersuchung der Deportationsgeschichte und Erinnerungspolitik in Hamburg
  • Vergleichende Betrachtung institutionalisierter Mahnmale (Moorweide) und nicht-institutionalisierter Erinnerungsorte (Hannoverscher Bahnhof)
  • Reflektion über die didaktische Vermittlung von Holocaust-Thematiken durch Individualisierung und lokale Bezüge

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Das Mahnmal für die jüdischen Deportierten

Wie oben schon erläutert, bildet die Moorweide einen zentralen Ort für die Hamburger Deportationen. Das Logenhaus war die Sammelstelle für die größten und ersten Deportationszüge. Die Kulturbehörde entschied sich deshalb 1982 für diesen Ort, um hier ein Denkmal für die Deportationen zu errichten. Vorausgegangen waren mehrere Hinweise verschiedener Gruppen zu diesem Thema. Auf diesen Entschluss hin folgte die Einrichtung einer Arbeitsgruppe u.a. unter Beteilugung von Vertretern der jüdischen Gemeinde, die mit der genauen Umsetzung dieses Projektes betraut wurde. 1982 wurde dann entschieden Ulrich RÜCKRIEM mit der künstlerischen Umsetzung zu beauftragen, RÜCKRIEM war zu dieser Zeit Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Ulrich RÜCKRIEM galt damals als ein „Experte der Minimal Art“.

Die Errichtung dieses Mahnmals wurde aus Mitteln des Projektes Kunst im öffentlichen Raum finanziert. Die Einweihung des Denkmals fand am 21. Januar 1983 durch den Kultursenator Wolfgang TARNOWSKY statt. An der Einweihungsveranstaltung nahmen nur sehr wenige Personen teil, einer der wenigen jüdischen Vertreter, die an dieser Veranstaltung teilnahmen, Arie GORAL, beschreibt dies folgendermaßen: „Es geschah unter nahezu totaler Abstinenz der Öffentlichkeit und der Vertreter städtisch, politisch, kultisch und kulturell repräsentativer Institutionen. Soviel mir bekannt ist, wurde durch eine Kommunikationspanne eine rechtzeitige Information versäumt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Vermittlung der Zeit des Nationalsozialismus und führt in die theoretischen Konzepte der Erinnerungskultur ein.

2 Stätten der Deportation in Hamburg: Dieses Kapitel liefert den historischen Überblick über die Deportationen in Hamburg und untersucht den Umgang mit dieser Vergangenheit anhand von Mahnmalen sowie Erinnerungsorten.

3 Schlussbetrachtungen: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Orte für das kollektive Gedächtnis und reflektiert die Balance zwischen lokaler Erinnerung und großen geschichtlichen Zusammenhängen.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Holocaust, Deportation, Erinnerungskultur, kulturelles Gedächtnis, kommunikatives Gedächtnis, Mahnmale, Stolpersteine, Geschichtsdidaktik, Hamburg, Gedenkstätten, Identität, Erinnerungsarbeit, Antisemitismus, NS-Herrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Geschichte der Deportationen jüdischer Bürger in Hamburg während der NS-Zeit und deren Aufarbeitung durch verschiedene Formen von Erinnerungsstätten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung von Erinnerungskultur, die konkrete Geschichte der Hamburger Deportationen und die didaktische Umsetzung dieser komplexen Themen im Schulunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie verschiedene Arten von Erinnerungsorten die kollektive Erinnerung beeinflussen und welche Ansätze sich daraus für die historische Bildung ergeben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus historischer Quellenanalyse, theoretischer Aufarbeitung aktueller Gedächtnisforschung (u.a. nach Assmann und Welzer) und didaktischer Reflektion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben historischen Eckdaten der Deportation verschiedene Erinnerungsorte wie das Mahnmal an der Moorweide, das Stolperstein-Projekt, das ehemalige jüdische Gemeinschaftshaus und der Hannoversche Bahnhof analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Erinnerungskultur, Deportation, kulturelles Gedächtnis, Mahnmale, NS-Verfolgung und Geschichtsdidaktik.

Warum wird die Rolle von Kunst bei Erinnerungsorten hinterfragt?

Die Arbeit hinterfragt dies, weil eine rein abstrakte oder „spröde“ künstlerische Form (wie bei Rückriem) den Zugang zur historischen Aussage für den Betrachter erschweren und somit die Vermittlungsleistung schwächen kann.

Wie unterscheidet sich der Ansatz der Stolpersteine von klassischen Denkmälern?

Die Stolpersteine setzen auf eine starke Individualisierung und die Einbindung in den Alltag der Menschen vor Ort, während das Mahnmal an der Moorweide eine eher kollektive, abstrakte Form der Erinnerung darstellt.

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Details

Title
Stätten der Erinnerung an die Deportation in Hamburg: Aspekte des kulturellen und des sozialen Gedächtnisses
College
University of Hamburg  (Fachbereich Erziehungswissenschaften)
Course
Hauptseminar Geschichtsdidaktik: Das Gedächtnis der Stadt
Grade
1-
Author
Christian Beermann (Author)
Publication Year
2005
Pages
32
Catalog Number
V54112
ISBN (eBook)
9783638493840
ISBN (Book)
9783640375554
Language
German
Tags
Stätten Erinnerung Deportation Hamburg Aspekte Gedächtnis Hauptseminar Geschichtsdidaktik Gedächtnis Stadt Stolpersteine
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Beermann (Author), 2005, Stätten der Erinnerung an die Deportation in Hamburg: Aspekte des kulturellen und des sozialen Gedächtnisses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54112
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