Die Arbeit widmet sich der Thematik der psychischen Störung Schizophrenie. Wieso werden Psychiatrie-Patienten in den Medien als generell gewalttätige Verbrecher dargestellt und wieso sind Witze über psychisch Kranke akzeptabel? Wie kann es sein, dass für einen Patienten der Aufenthalt im Krankenhaus beziehungsweise die Tatsache der eigenen psychischen Störung genauso schlimm und zerstörerisch ist, wie das Stigma, das er von der Gesellschaft aufgedrückt bekommt? Ziel der Arbeit ist es aufzuklären, die Voreingenommenen zu nehmen und Verständnis und Mitgefühl für die Betroffenen zu wecken.
Die Psychiatrie ist im Gegensatz zur Psychologie die gesamte Lehre von seelischen Krankheiten und umfasst weit mehr als psychologisches Verfahren. Hier wird das Verhalten, was der Arzt beobachtet, und das Erleben, was der Patient berichtet, die Bewusstseinslage, die Wahrnehmung, das Denken, Antrieb, Intelligenz, Wahnerleben, Sinnestäuschungen und andere psychotische Symptome beschrieben. Auch fehlende Symptome sind wichtig um eine Diagnose abzuschließen.
Eine schwerwiegende psychische Störung ist die Schizophrenie. Die Vorurteile und Vorstellungen der Öffentlichkeit haben oft wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Für viele Betroffene ist diese Krankheit eine lebenslange Strafe, da viele von ihnen ihr gesamtes Leben im Krankenhaus verbringen, mit wenig Hoffnung jemals wieder ein normales Leben führen zu können. Jedoch hat man heute die Erkenntnis, dass es sich bei einer psychischen Störung wie Schizophrenie um eine behandelbare Krankheit handelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Grundlagen der Wahrnehmung
1.1.1. Definition
1.1.2. Wahrnehmungsprozess
1.1.3. Formen der Wahrnehmung
1.2. Veränderung und Störung der Wahrnehmung
1.2.1. Bedeutung und Ursachen der Wahrnehmungstäuschung
1.2.2. Wahrnehmungsstörung
1.2.2.1. Daten und Zahlen
Schizophrenie
1.3. Definition
1.4. Symptomatik
1.5. Unterformen der Schizophrenie
1.6. Ursachen und Anlässe
1.6.1. Sozialpsychiatrische und psychologische Konzepte
1.6.2. Biologisch-psychiatrische Aspekte
1.7. Zahlen und Daten
1.8. Konsequenz für Betroffene
1.9. Behandlungsmöglichkeiten
2. Kritische Diskussion
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Krankheitsbild der Schizophrenie mit dem Ziel, das Verständnis für die Betroffenen zu fördern und Vorurteile abzubauen, indem die neurologischen sowie psychologischen Grundlagen und die sozialen Auswirkungen beleuchtet werden.
- Grundlagen der menschlichen Wahrnehmung und deren Störungen
- Symptomatik und klinische Einordnung der Schizophrenie
- Biologische, psychologische und soziale Ursachenmodelle
- Aktuelle statistische Daten zur Verbreitung
- Multimodale Behandlungsmöglichkeiten und die Rolle der Angehörigen
Auszug aus dem Buch
1.3. Definition
Schizophrenie ist eine Erkrankung der Gesamtpersönlichkeit und tritt im zentralen Bereich des Ichs auf und weist eine veränderte Erlebnisstruktur auf. Schizophrenie ist eine in ihren Erscheinungsformen vielfältige psychische Störung. Sie kann leicht oder schwer sein, akut oder schleichend verlaufen, kurze Zeit andauern oder ein Leben lang bleiben und sie kann Junge und Alte und Frauen und Männer treffen.
Schizophrenie (Spaltungsirresein) ist der von E. Bleuler 1911 eingeführte Name als Ersatz für die „Dementia praecox“. Er wollte die Ausdrücke „Verblödung“ und „Demenz“ nicht mehr in der Krankenbezeichnung haben, da sie nicht ganz passten. Laut Bleuler sind die elementarsten Störungen die Zersplitterung und Aufspaltung des Denkens, Fühlens und Wollens und des subjektiven Gefühls der Persönlichkeit. Das gesunde bleibt jedoch dem Schizophrenen erhalten, es wird nicht aufgelöst, sondern versteckt. Das Resultat der Krankheit ist die Zerfahrenheit des Denkens und des Gefühlslebens und die Unmöglichkeit sich als einheitliche Person zu empfinden (Depersonalisation). Schizophrene haben eine Behandlung nötig und bedürfen Fürsorge und Pflege.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die psychologischen Grundlagen der Wahrnehmung und Abgrenzung zur psychiatrischen Symptombeschreibung bei psychischen Störungen.
1.1. Grundlagen der Wahrnehmung: Erläuterung der Perzeption als Verarbeitungsprozess von Reizen sowie der neurologischen Weiterleitung an das Gehirn.
1.2. Veränderung und Störung der Wahrnehmung: Differenzierung zwischen Wahrnehmungstäuschungen und Wahrnehmungsstörungen, inklusive einer statistischen Betrachtung.
Schizophrenie: Grundlegende Einführung in das Krankheitsbild und dessen historische Einordnung.
1.3. Definition: Definition der Schizophrenie als Erkrankung der Gesamtpersönlichkeit, die durch eine Zersplitterung des Denkens und Fühlens charakterisiert ist.
1.4. Symptomatik: Unterscheidung der Schizophrenie-Symptome in Grundsymptome und akzessorische Symptome, ergänzt um die Einteilung in positive und negative Symptomatik.
1.5. Unterformen der Schizophrenie: Darstellung der vier klassischen Hauptgestaltungen nach Bleuler sowie eine Einordnung zur ICD-10 Klassifikation.
1.6. Ursachen und Anlässe: Analyse der Ursachen durch verschiedene Modelle wie den Labeling-Ansatz und biologisch-psychiatrische Ansätze.
1.7. Zahlen und Daten: Präsentation aktueller Fallzahlen zur stationären Behandlung von schizophrenen Patienten basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes.
1.8. Konsequenz für Betroffene: Untersuchung der sozialen Auswirkungen der Krankheit und der Stigmatisierung, die den Genesungsprozess erschweren können.
1.9. Behandlungsmöglichkeiten: Beschreibung des komplexen Therapieansatzes, bestehend aus Pharmakotherapie, Psychotherapie und soziotherapeutischen Maßnahmen.
2. Kritische Diskussion: Reflexion über die Notwendigkeit individueller Therapieansätze und die Bedeutung der sozialen Unterstützung für Betroffene.
3. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse mit einem Appell für mehr gesellschaftliche Aufklärung und Entstigmatisierung.
Schlüsselwörter
Schizophrenie, Wahrnehmung, Psychose, Halluzinationen, Symptomatik, Neuroleptika, Stigmatisierung, Sozialpsychiatrie, Diagnose, Behandlung, Psychologie, Psychiatrie, Wahrnehmungsstörung, Krankheitsbewältigung, Betroffene
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Schizophrenie als psychische Erkrankung, analysiert deren Entstehung und Symptomatik und beleuchtet die medizinischen und sozialen Auswirkungen auf die Betroffenen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Grundlagen der Wahrnehmung, die klinische Symptomlehre der Schizophrenie, aktuelle Behandlungsansätze sowie die kritische Reflexion gesellschaftlicher Vorurteile.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Licht in das Krankheitsbild zu bringen, um bei voreingenommenen Personen Verständnis für die Situation Schizophreniekranker zu wecken.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf psychologische Fachliteratur, psychiatrische Klassifikationen wie ICD-10 sowie auf statistische Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis).
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von den neurologischen Grundlagen der Wahrnehmung über die Definition und Unterformen der Schizophrenie bis hin zu den Möglichkeiten der medikamentösen und psychotherapeutischen Intervention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Begriffe wie Schizophrenie, Psychose, Stigmatisierung, Halluzinationen und soziotherapeutische Maßnahmen stehen zentral für den Inhalt der Arbeit.
Warum unterscheidet die Arbeit zwischen Wahrnehmungstäuschungen und Wahrnehmungsstörungen?
Die Differenzierung erfolgt, da Wahrnehmungstäuschungen meist allgemein menschliche Fehlwahrnehmungen sind, während Halluzinationen individuelle, nicht geteilte Erfahrungen darstellen, die oft mit pathologischen Zuständen assoziiert sind.
Welche Rolle spielt die Angehörigenarbeit?
Die Arbeit betont, dass Angehörige eine wichtige Stütze sind; der Einbezug in die Behandlung und die Aufklärung über die Krankheit fördern die Stabilität und Genesungschancen des Patienten massiv.
Warum wird die Schizophrenie-Diagnose im Kontext von Stigmatisierung diskutiert?
Da Vorurteile und die soziale Ausgrenzung oft ebenso zerstörerisch wirken wie die Krankheit selbst, wird gefordert, psychisch Kranke in der Gesellschaft ähnlich wie körperlich Kranke zu behandeln.
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- Riccarda Jung (Author), 2016, Was bedeutet Schizophrenie für die Betroffenen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541136