Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage der Unternehmensnachfolge. Zum einen gilt es familiäre beziehungsweise persönliche die Familie betreffende Angelegenheiten, früh genug zu besprechen und so gut als möglich abzuklären, und zum anderen hängen an einer Unternehmensnachfolge sehr viele betriebswirtschaftliche Entscheidungen, die den nachhaltigen Erfolg oder sogar das Weiterbestehen eines solchen Unternehmens beeinflussen, ja sogar bestimmen können. Zentrale Punkte für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge sind somit sowohl auf der menschlichen als auch auf der wirtschaftlichen Seite zu evaluieren und dementsprechend umzusetzen.
Die Unternehmensnachfolge stellt vor allem in Österreich einen entscheidenden Einschnitt in ein Wirtschaftsunternehmen dar. Mehr als 99% aller österreichischen Unternehmen zählen zur Gruppe der Klein- und Mitteständischen Unternehmen, kurz KMU genannt. KMU’s werden sehr häufig familiär geführt und deshalb kommt es in diesen Betrieben fast unweigerlich, sofern ein geeigneter Nachfolger vorhanden ist, zu einer Unternehmensübergabe bzw. – Nachfolge in klassischen Sinn.
Neusten Schätzungen zufolge stehen in Österreich im Verlaufe der Dekade 2011 bis 2020 über 57.000 kleine und mittlere Unternehmen zur Übergabe an.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2. BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHES NACHFOLGEPROBLEMATIK
2.1. Nachfolge als emotionales und betriebswirtschaftliches Problem
2.1.1. Frühzeitig an die Nachfolge/Verkauf denken
2.1.2. Loslassen
2.1.3. Unternehmenswert
2.1.4. Die Kaufpreiszahlung
2.1.5. Wie findet man richtigen Nachfolger
2.1.6. Rechtsformfrage beim Veräußerer / Übergeber
2.1.7. Haftungsfragen bei Betriebsübergang
2.1.8. Sicherstellung des Kaufpreises (Finanzierungszusage)
2.1.9. Zulassung und Vorbereitung einer due-Diligence (Prüfung durch den Käufer)
2.1.10. Kaufvertrag
2.2. Nachfolge / Unternehmensverkauf als rechtliches Problem
2.2.1. Schenkung / Vererbung
2.2.2. Verkauf
3. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die komplexen Herausforderungen einer Unternehmensnachfolge, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Österreich, mit dem Ziel, die betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte dieses Prozesses aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie eine rechtzeitige, strukturierte Planung und eine professionelle Vorbereitung entscheidend zum Erhalt und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens beitragen können.
- Emotionale und psychologische Barrieren beim Übergabeprozess (Loslassen)
- Methoden der Unternehmensbewertung und Kaufpreisgestaltung
- Haftungsfragen und rechtliche Rahmenbedingungen bei der Betriebsübergabe
- Strukturierung der Unternehmensübertragung (Schenkung, Vererbung, Verkauf)
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Frühzeitig an die Nachfolge/Verkauf denken
Sich von seinem Lebenswerk zu lösen und einem anderen seinen Platz zu überlassen nach mit Mühen aufgebauten eigenen Unternehmen ist sicher nicht leicht. Es ist aber Schlimmer aber der Gedanke, dass der Fortbestand des Unternehmens bedroht sein könnte, für das man so hart gearbeitet hat. Aus diesem Grund spielt das Thema auch bei Ratingverfahren eine wichtige Rolle.
Das bedeutet: Banken machen die Kreditvergabe und die Kreditkonditionen auch davon abhängig, inwieweit der Unternehmer Vorsorge für seine Nachfolge getroffen hat.
Das Thema Nachfolge gilt aber nicht nur für Unternehmer, die älter geworden sind. Auch junge Unternehmer können erkranken, einen Unfall haben oder Schlimmeres. Wer führt dann die Geschäfte weiter? Nicht nur, dass Banken erwarten, dass für solche Notfälle vorgesorgt wird, es sollte im Interesse jedes Unternehmers sein, einen qualifizierten Nachfolger für den Notfall parat zu haben, der über Geschäfte und Interna informiert und eingeweiht ist.
Kalkulieren sollte mindestens fünf Jahre für den gesamten Prozess der Unternehmensübergabe. So sollte das dem Unternehmen auf die Übergabe vorbereitet ist und darauf geachtet, dass das Unternehmen für potenzielle Nachfolger attraktiv ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung der Unternehmensnachfolge für österreichische KMU ein und benennt die zentralen Problemfelder, wie mangelnde Planung und emotionale Hürden.
2. BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHES NACHFOLGEPROBLEMATIK: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen, von der Unternehmensbewertung bis hin zu Haftungsfragen und vertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten.
3. ZUSAMMENFASSUNG: Hier werden die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst und Erfolgsfaktoren für einen gelungenen Generationswechsel reflektiert.
Schlüsselwörter
Unternehmensnachfolge, KMU, Betriebsübergabe, Unternehmensbewertung, Kaufpreiszahlung, due-Diligence, Haftungsfragen, Schenkung, Vererbung, Unternehmensverkauf, Familienbetrieb, Generationswechsel, Unternehmenskauf, Rechtsform, Betriebsnachfolge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die vielfältigen Herausforderungen und notwendigen Vorbereitungsschritte bei der Übergabe eines Unternehmens in Österreich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf betriebswirtschaftlichen Prozessen der Nachfolge, rechtlichen Rahmenbedingungen der Übertragung und der emotionalen Komponente beim Loslassen des Lebenswerkes.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine vorausschauende und professionelle Planung die Risiken einer Unternehmensübergabe minimiert und der Fortbestand des Unternehmens gesichert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Aufarbeitung der Problemfelder und relevante Fachliteratur, um die Möglichkeiten und notwendigen Schritte für eine erfolgreiche Nachfolge praxisnah zu erläutern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in betriebswirtschaftliche Aspekte (wie Unternehmenswert, Kaufpreis, Nachfolgersuche) und rechtliche Fragestellungen (wie Haftung, Erbrecht, Schenkungs- und Vererbungsmodalitäten).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unternehmensnachfolge, Generationswechsel, KMU, Unternehmensbewertung und Haftungsfragen definiert.
Welche Rolle spielt die emotionale Komponente beim „Loslassen“?
Der Autor betont, dass das Unvermögen, loszulassen, eine der häufigsten Ursachen für das Scheitern von Generationswechseln in Familienunternehmen ist und daher rechtzeitig psychologisch und strategisch geplant werden muss.
Warum ist das Thema Nachfolge für Banken relevant?
Banken beziehen die Nachfolgeplanung in ihre Ratingverfahren ein, da eine fehlende Vorsorge das Risiko für den Fortbestand des Unternehmens erhöht und somit die Kreditkonditionen verschlechtern kann.
Was unterscheidet den Asset-Deal vom Share-Deal?
Beim Asset-Deal werden einzelne Wirtschaftsgüter erworben, beim Share-Deal hingegen die Geschäftsanteile des Unternehmens, was unterschiedliche steuerliche und rechtliche Konsequenzen nach sich zieht.
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- Marijan Kalapuric (Author), 2017, Unternehmensnachfolge in kleinen und mittleren Unternehmen. Unternehmenswert, Bestimmung eines Nachfolgers und rechtliche Fragen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541293