Diese Arbeit gibt einen Überblick zum Fugenelement in der Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache, insbesondere zu den nicht-indigenen Fugenelementen in der Fremdwortbildung - ohne dabei einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen. Denn diese Darstellung soll lediglich den Einstieg in die Beschäftigung mit der Problematik „Fugenelemente“ erleichtern, vor allem eben der „fremden Fugenelemente“, da es zu diesem Bereich noch recht wenig wissenschaftliche Untersuchungen gibt. Viele Sachverhalte konnten in der aktuellen Forschung noch nicht eindeutige geklärt werden. Nicht nur speziell im Bereich der fremden Fugenelemente, sondern selbst bei der allgemeinen Begriffsbestimmung und Klassifizierung von Fugenelementen herrscht Uneinigkeit. Beispielsweise stuft die gegenwärtige, allgemeine Begriffsbestimmung die Fuge meist als ein spezifisches Phänomen der Komposition ein. Allerdings werden in dieser Arbeit etliche Beispiele und Anstöße gegeben, welche die Existenz einer Derivationsfuge belegen. Ebenso zeigt diese Arbeit, dass die Untersuchungen zu Herkunft, Möglichkeiten des Vorkommens und Häufigkeit des Auftretens, sowohl in synchroner als auch in diachroner Sichtweise noch längst nicht ausreichend sind. Folglich bilden diese Differenzen einen entscheidenden Diskussionspunkt in dieser Arbeit.
Am Anfang der Betrachtungen steht jedoch eine allgemeine Einführung in die Thematik des „Fugenelementes“ im Deutschen. Was ist eine Fuge? Wie ist sie beschaffen? Welche Besonderheiten weist sie auf? Welche Funktionen haben Fugen? Darauf folgen Ausführungen zu grundsätzlichen Kennzeichen von fremden Fugen und zu deren Abgrenzungsmöglichkeiten gegenüber den heimischen Fugenelementen, um die Diskussion zu den nicht-indigenen Fugenelementen in den entsprechenden Kontext einbetten zu können. Daran schließt eine ausführliche Untersuchung einzelner fremdsprachlicher Fugenelemente, wobei unter anderem auf Herkunft, Möglichkeiten des Vorkommens im Deutschen und Häufigkeit des Auftretens eingegangen wird. Die einzelnen Fugenelemente werden anhand zahlreicher Beispiele eines selbst zusammengestellten Korpus veranschaulicht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Zu Fugenelementen allgemein
1. Begriffsklärung – Was sind Fugen?
1.1. verschiedene Benennungen
1.2. Definition
1.3. Funktionen von Fugenelementen
1.4. Sonderfall: Derivationsfuge
2. Entwicklung von Fugenelementen
2.1. diachrone Sprachbetrachtung
2.2. synchrone Sprachbetrachtung
2.2.1. paradigmische Fugenelemente
2.2.2. unparadigmische Fugenelemente
2.3. Besonderheit „Nullfuge“
Zu fremden Fugenelementen konkret
3. Überblick zu nicht-indigenen (fremden) Fugenelementen
3.1. Einordnung in den bisher geschilderten Kontext
3.2. Restriktionen beim Vorkommen fremder Fugenelemente
3.3. Besonderheiten beim Auslaut fremdsprachlicher Erstglieder
4. Beschreibung fremder Fugenelemente
4.1. o-Fuge
4.1.1. Vorkommen und Herkunft
4.1.2. Problemfall I
4.1.3. Problemfall II
4.2. i-Fuge
4.2.1. fremde i-Fuge
4.2.2. heimische i-Fuge
4.3. Streitfälle
4.3.1. Fremdelement al
4.3.2. Fremdelement an
4.3.3. Fremdelement at
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Fugenelementen in der Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache, mit einem besonderen Fokus auf nicht-indigene (fremde) Elemente. Das primäre Ziel ist es, einen strukturierten Überblick zu vermitteln und die Problematik bei der Abgrenzung und Einordnung dieser Elemente – insbesondere in der Fremdwortbildung – zu beleuchten.
- Grundlagen und Funktionen von Fugenelementen im Deutschen
- Entwicklung und Systematisierung von Fugen (paradigmisch vs. unparadigmisch)
- Analyse fremder Fugenelemente (o-Fuge, i-Fuge, al, an, at)
- Restriktionen und Besonderheiten bei fremdsprachlichen Erstgliedern
- Diskussion zur Derivationsfuge als Forschungsstreitfall
Auszug aus dem Buch
Funktion der Ausspracheerleichterung
Fugenelemente sind nach ihrer phonologischen Form unbetonte Laute und Lautverbindungen, deshalb werden sie häufig gesetzt, wenn mehrere betonte Morpheme aufeinandertreffen, um dadurch eine bessere Aussprache zu ermöglichen, vor allem bei drei- und mehrgliedrigen Wortbildungsprodukten. Oder sie werden als „Gleitlaut“ eingefügt, wenn zwei Konsonanten mit der gleichen oder ähnlichen Artikulationsstelle aneinandergrenzen. Beispiele dafür sind: Rind-er-hackfleisch, Identität-s-bescheinigung, ander-t-halb oder namen-t-lich.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über Fugenelemente in der deutschen Gegenwartssprache und fokussiert dabei besonders auf nicht-indigene Elemente.
Zu Fugenelementen allgemein: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Abgrenzung, die Funktionen von Fugenelementen sowie deren diachrone und synchrone Entwicklung.
Zu fremden Fugenelementen konkret: Der zweite Teil widmet sich den spezifischen fremden Fugenelementen, analysiert deren Vorkommen und diskutiert methodische Schwierigkeiten bei der Segmentierung.
Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Hinweis auf offenen Forschungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Derivationsfuge und der notwendigen Standardisierung von Begriffen.
Schlüsselwörter
Fugenelemente, Fremdwortbildung, Wortbildung, Komposition, Derivation, Nullfuge, paradigmische Fugen, unparadigmische Fugen, o-Fuge, i-Fuge, Konfixe, Sprachbetrachtung, Derivationsfuge, morphologische Segmentierung, Fremdelemente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine wissenschaftliche Untersuchung zu Fugenelementen in der deutschen Gegenwartssprache, wobei der Schwerpunkt auf der Verwendung nicht-indigener Elemente liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition und Funktion von Fugen, ihre historische Entwicklung, die Systematik bei ihrer Verwendung und eine detaillierte Analyse spezifischer fremder Fugenelemente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand abzubilden, zur Orientierung im komplexen Feld der Fugenelemente beizutragen und Anstöße für weitere Untersuchungen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine synchrone sprachwissenschaftliche Herangehensweise, ergänzt durch diachrone Aspekte zur Herkunftsbestimmung, und wertet ein selbst zusammengestelltes Korpus aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen allgemeinen Teil über Fugen sowie einen speziellen Teil, der die fremden Fugenelemente (z. B. o-Fuge, i-Fuge, al, an, at) und deren Vorkommen in Komposita und Derivaten untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fugenelemente, Komposition, Derivation, Fremdwortbildung, Konfixe und der aktuelle Forschungsstand zur Derivationsfuge.
Warum wird die "Nullfuge" in der Arbeit diskutiert?
Die Nullfuge ist in der Forschung umstritten; die Arbeit plädiert für die Beibehaltung des Begriffs, da sie den Regelfall der Wortbildung darstellt, bei dem keine Markierung erfolgt.
Was unterscheidet fremde von heimischen Fugenelementen?
Fremde Fugenelemente sind in der Regel unparadigmisch, da sie nicht mit den Flexionsparadigmen des Deutschen korrespondieren, und treten primär in der Fremdwortbildung auf.
Wie bewertet die Autorin das Fremdelement "al"?
Die Autorin versteht "al" als Sonderfall, da die Abgrenzung zwischen Fugenelement und Suffix aufgrund der Herkunft aus fremdwörtlichen Adjektivendungen schwierig ist.
- Quote paper
- Nicole Nette (Author), 2005, Fugenelemente - insbesondere in der Fremdwortbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54132