Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Cultural Studies - Empiric Cultural Studies

Von Räumen und Menschen - Eine Vorstellung der Forschungsmethode 'Mental Maps'

Title: Von Räumen und Menschen - Eine Vorstellung der Forschungsmethode 'Mental Maps'

Presentation (Elaboration) , 2006 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Juliane Krueger (Author)

Cultural Studies - Empiric Cultural Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Raum ist abhängig von den „systemspezifisch variierenden Modi seiner Konstruktion“
(Krämer-Badoni/Kuhm 2003, S. 7).

Das menschliche Gehirn ist derart disponiert, dass es in allem nach Ordnung und Struktur sucht - auch dort wo diese fehlt. Die den Menschen umgebene Wirklichkeit wird ausgehend von der individuellen Wahrnehmung zur subjektiven Wirklichkeit indem, basierend auf den gemachten Erfahrungen im Raum, kognitive Raumstrukturen ausgeprägt werden, welche als Grundlage aller weiteren Handlungen dienen. Raum ist das Produkt der auf dieser Struktur aufbauenden Handlungen und demnach aufgeladen mit Vorstellungen, Erfahrungen und Erinnerungen. Er stellt eine Erfahrbarmachung von Sinnbildern dar (Vgl.: Wöhler 2003, S. 243).

Die vorliegende Arbeit widmet sich der menschlichen Wahrnehmung des Raumes und den auf dieser Wahrnehmung fußenden Handlungen, welche den Raum konstituieren. Hierbei steht die raumprägende Bedeutung der „Welt in unseren Köpfen“ (Downs/Stea 1982) im Zentrum der Ausführungen.

Die Betrachtung löst sich dabei von der Vorstellung von Raum als ein für alle Betrachter gleichartig gestaltetes Gebilde und ersetzt es durch ein Verständis von Raum als Fluidum, das durch menschliche Vorstellungen geprägt wird und gleichzeitig prägend auf dieselbigen wirkt. Raum wird als Produkt und Medium der hybriden Überlagerung verschiedener Raumvorstellungen skizziert. Dabei wird die Bedeutung der Wahrnehmung für die Raumgestaltung und -aneignung und somit die allgegenwärtig vorherrschende subjektive Komponente der Wirklichkeit mittels des aus dem angloamerikanischen Raum stammenden Konzeptes der Mental Maps aufgezeigt. Die Darstellung schließt indem die Bedeutung von Mental Maps im städteplanerischen und baulichen Kontext am Beispiel der Hamburger Hafen City betrachtet wird.

Die vorliegenden Ausführungen sprechen sich insgesamt für eine größere Wertschätzung und ein stärkeres Augenmerk auf die Untersuchungsmethode der Mental Maps innerhalb der Stadtplanung und Stadtgeographie aus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einordnung in den Theorierahmen der Sozialgeographie

3 Gelebte Wirklichkeit und die „Welt in unseren Köpfen“

3.1 Das Konzept der Mental Maps

3.2 Wahrnehmung

4 Mental Maps und der (touristische) Stadtraum

5 Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der menschlichen Wahrnehmung für die Konstituierung von Räumen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch das Konzept der Mental Maps subjektive Raumbilder als Grundlage für Alltagshandlungen und Stadtplanung sichtbar gemacht werden können, wobei am Beispiel der Hamburger HafenCity aufgezeigt wird, inwiefern virtuelle Planungsvorgaben mit individuellen Wahrnehmungen kollidieren.

  • Grundlagen der handlungszentrierten Sozialgeographie
  • Das Konzept und die Entstehung von Mental Maps
  • Wahrnehmungsprozesse und Konstruktion von Wirklichkeit
  • Die Rolle von Mental Maps in der touristischen Stadtplanung
  • Fallbeispiel: Wahrnehmung und Aneignung der Hamburger HafenCity

Auszug aus dem Buch

3.1 DAS KONZEPT DER MENTAL MAPS

Mental Maps wurden als Forschungsmethode der Sozial- und Humangeographie in den 1950er-60er Jahren im angloamerikanischen Raum insbesondere von Kevin Lynch entwickelt (Vgl.:Jebbink/Keil 2003, S. 32; Wildner 1995, S. 16) und in den 80er Jahren von Downs und Stea vertieft. Ganz im Sinne der verhaltenstheoretischen Sozialgeographie ist die Interpretation von Mental Maps im Überschneidungsbereich von Geographie und Psychologie anzusiedeln, da sowohl räumliche Gegebenheiten als auch kognitiv-neuronale Vorgänge eine Rolle spielen.

Mental Maps stellen "a person’s organized representation of some part of the spatial environment" (Downs/Stea 1977, S. 5 zit. nach Ott) dar. Sie sind somit individuelle kognitive Repräsentationsbilder eines bestimmten Raumes.

Als räumliche Modelle entstehen Mental Maps als interne Repräsentation des Bewusstseins indem Rauminformationen in Bezug zueinander gesetzt werden und dem Vergleich mit Wahrnehmungserfahrungen unterzogen werden (Vgl.:Krämer-Badoni/Kuhm 2003, S. 8). Der Erzeugungsprozess dieser Maps, der im Kindesalter beginnt und sich mit zunehmenden Alter weiter ausdifferenziert (Vgl.:Jebbink/Keil 2003, S. 33), wird nach Roger M. Downs und David Stea als „cognitive mapping“ – “a process composed of a series of psychological transformations by which an individual acquires, codes, stores, recalls and decodes information about the relative locations and attributes of phenomena in his everyday spatial environment" (Downs/Stea 1973, S. 9 zit. nach Ott, siehe hierzu auch Jameson 1986) bezeichnet. Das durch den Prozess des Umweltlernens erzeugte kognitive Produkt ist das Ergebnis „von Erfahrungen, sensomotorischen Interaktionen mit der Umwelt und von Lernen“ (Downs/Stea 1982, S. 64).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Verständnis von Raum als konstruiertes Gebilde ein und stellt die Methode der Mental Maps als zentrales Untersuchungsinstrument der Arbeit vor.

2 Einordnung in den Theorierahmen der Sozialgeographie: Dieses Kapitel verortet die Arbeit in der handlungszentrierten Sozialgeographie und verdeutlicht, wie alltägliche menschliche Aktivitäten und Wahrnehmungen den Raum konstituieren.

3 Gelebte Wirklichkeit und die „Welt in unseren Köpfen“: Es werden die theoretischen Grundlagen des kognitiven Kartierens sowie der menschliche Wahrnehmungsprozess als subjektive Konstruktionsleistung analysiert.

4 Mental Maps und der (touristische) Stadtraum: Das Kapitel überträgt die Theorie auf den touristischen Kontext und untersucht anhand der Hamburger HafenCity, wie geplante Räume durch die Bevölkerung wahrgenommen und angeeignet werden.

5 Ausblick: Der Ausblick fasst die Relevanz der Untersuchungsmethode für eine zukunftsorientierte Stadtplanung zusammen und plädiert für eine stärkere Berücksichtigung subjektiver Raumaneignung.

Schlüsselwörter

Mental Maps, Sozialgeographie, Raumwahrnehmung, kognitives Kartieren, Stadtplanung, HafenCity, Konstruktivismus, Umweltlernen, Raumkonstitution, subjektive Wirklichkeit, touristische Räume, Stadtentwicklung, Wahrnehmungspsychologie, Identität, Raumaneignung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchungsmethode der "Mental Maps" und deren Bedeutung für das Verständnis, wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen, strukturieren und in ihrem Handeln konstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die handlungszentrierte Sozialgeographie, die Wahrnehmungspsychologie, kognitive Raummodelle sowie die Anwendung dieser Konzepte in der Stadtplanung und im Tourismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mental Maps als Instrument zur Erforschung individueller und kollektiver Raumbilder dienen können, um eine bessere Grundlage für die Gestaltung lebenswerter Räume zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der Methode der Mental Maps (kognitives Kartieren) und einer Analyse empirischer Studien zur Wahrnehmung der Hamburger HafenCity.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung der Sozialgeographie, eine detaillierte Erläuterung der Mental-Maps-Konzepte und eine praktische Fallstudie zur Wahrnehmung von Stadtteilen durch deren Bewohner.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mental Maps, Raumwahrnehmung, kognitives Kartieren, Konstruktivismus, Stadtplanung und die HafenCity als spezifisches Fallbeispiel.

Welche Rolle spielt die Hamburger HafenCity in der Analyse?

Die HafenCity dient als Anwendungsbeispiel, um zu untersuchen, wie ein geplanter "virtueller" Raum vor seiner Fertigstellung in den Köpfen der Menschen wahrgenommen wird und ob offizielle Planungen mit der Alltagsperspektive übereinstimmen.

Warum ist das Ergebnis der Befragung zur HafenCity laut Autorin unbefriedigend?

Die Ergebnisse werden als unbefriedigend eingestuft, da die Stichprobe der Untersuchung zu klein und einseitig war, was weitere, differenziertere Forschungsarbeiten notwendig macht.

Wie beeinflusst die Stadtplanung die Mental Maps der Menschen?

Die Arbeit legt dar, dass Planer durch Informationsbroschüren und Modelle versuchen, ein bestimmtes Bild des Raumes zu vermitteln, was die natürliche Aneignung des Raumes durch die Bewohner einschränken oder sogar verhindern kann.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Von Räumen und Menschen - Eine Vorstellung der Forschungsmethode 'Mental Maps'
College
University of Lüneburg  (Institut für Freizeitforschung, Spiel- und Bewegungserziehung)
Course
Reisen als kulturelle Praxis-Touristifizierung von Räumen
Grade
2,0
Author
Juliane Krueger (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V54134
ISBN (eBook)
9783638494014
ISBN (Book)
9783638663045
Language
German
Tags
Räumen Menschen Eine Vorstellung Forschungsmethode Mental Maps Reisen Praxis-Touristifizierung Räumen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Krueger (Author), 2006, Von Räumen und Menschen - Eine Vorstellung der Forschungsmethode 'Mental Maps', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54134
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint