Fiktionale Hypertexte auf Instagram am Beispiel von @eva.stories


Hausarbeit, 2019

18 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der linguistische Hypertext und seine Merkmale

3 Der Untersuchungsgegenstand – Ein Bestandteil der Social Media PlattformInstagram

4 Die hypertextlinguistische Analyse des Instagramprofils@eva.stories (Kochavi & Kochavi, 2019)
4.1 DieMultimodalitätvon@eva.stories(Kochavi & Kochavi, 2019)
4.2 DieInteraktivitätvon@eva.stories(Kochavi & Kochavi, 2019)
4.3 DieNicht-Linearitätvon@eva.stories(Kochavi & Kochavi, 2019)

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Tab. 1:Die Textualität des Hypertextes

Abb. 1:Fotokopie des übersetzteninformierenden Bereichsauf der Startseite von @eva.stories(Kochavi & Kochavi, 2019),,

Abb. 2:Fotokopie desStoryhighlightbereichsauf der Startseite von@eva.stories (Kochavi & Kochavi, 2019)

Abb. 3:Fotokopie desBeitragsbereichsauf der Startseite von@eva.stories (Kochavi & Kochavi, 2019)

Abb. 4:Fotokopie der Bildunterschrift zu den ersten elf Beiträgen (Kochavi & Kochavi, 2019) .

Abb. 5:Bildschirmfoto des Videos der erstenStoryimStoryhighlight February 13(Kochavi & Kochavi, 2019).

Abb. 6:Bildschirmfoto des Videos der elftenStoryimStoryhighlight March 2 (Kochavi & Kochavi, 2019)..

Abb. 7:Bildschirmfoto des Videos der erstenStoryimStoryhighlight March 16 (Kochavi & Kochavi, 2019)...

1 Einleitung

Lebt die Netzliteratur noch? Mit dieser Frage beschäftigen sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts, anlässlich der „Etablierung [der] Kunstform unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle einer massenmedial hergestellten Öffentlichkeit“ (Hartling, 2009, S. 319) eine Vielzahl von Autoren (vgl. Petersen & Saltzwedel, 2002; Alphonso, 2004). Die klassische Netzliteratur als Form moderner Print- Literatur, die sich nach Hartling (2009, S. 41) in die vier Genres „Hypertext, Hyperfiction, multimediale Literatur und computergenerierte Literatur“ gliedern lässt, sei ein „Strohfeuer in den Medien“ (Alphonso, 2004, S. 18), dass sich seit 2000 nicht mehr entwickele (Petersen & Saltzwedel, 2002). Dem gegenüber steht jedoch die Einschätzung, dass es nicht zu einer Ablösung, sondern viel mehr zu einer Anpassung der Kunstform kommt. Anders formuliert also, dass die Zeit der „Experimente“ (Hartling, 2009, S. 44) vorbei und die netzliterarische Produktion erwachsen geworden sei (Hartling, 2009).

Eine genaue Untersuchung dieses angepassten Produktes, bzw. der „erwachsenen Netzliteratur“ (ebd., S. 318) bildet den Inhalt dieser Arbeit. Hier wird das Instagramprofil@eva.stories(Kochavi & Kochavi, 2019) bzw. die darauf publizierte ErzählungTHE GIRL WITH THE INSTAGRAM(Kochavi & Wiesenthal, 2019), hinsichtlich seiner hypertextlinguistischen Merkmale analysiert. Auf Basis dieser Untersuchung können exemplarische Antworten auf die Frage, welche hypertextuellen Strukturierungsformen heutige, fiktionale Hypertexte als Form „erwachsener Netzliteratur“ (Hartling, 2009, S. 318) aufweisen, resultieren.

Dahingehende Ergebnisse werden in einem abschließenden Fazit zusammengefasst (Kap. 5), doch müssen dafür zunächst linguistische Merkmale des Hypertextes als Untersuchungsdimensionen (Kap. 2), sowie der Untersuchungsgegenstand (Kap. 3) vorgestellt werden, um diese aus einer zielführenden Analyse (Kap. 4) ableiten zu können.

2 Der linguistische Hypertext und seine Merkmale

„Die Hypertextidee [entsteht] aus der Motivation heraus, Menschen durch Technik beim Problemlösen und bei der Informationsverarbeitung zu unterstützen“ (Storrer, 2008, S. 316) und findet zunächst Anwendung inVannevar BushsSystem der Memex (Bush, 1945). Dieses System soll es ermöglichen, die Suche nach Informationen durch die Verknüpfung von Informationsquellen, auf Basis bereits durchgeführter Anwendungspfade, zu vereinfachen (Bush, 1945) und wird in den 1970er Jahren durchTed Nelsonauf Prozesse der Textproduktion übertragen, sodass der Begriff desHypertextesentsteht (Storrer, 2008; Huber, 2002).

Erst jedoch durch die Überführung dessen in ein computergeneriertes System, die sich zunächst inDouglas C. Engelbarts AUGMENTund später imWorld Wide Webrealisiert, wird dieser zu dem Medium, was wir heute kennen (ebd.). „Webseiten [können] aufgerufen, Links aktiviert und Suchwörter eingegeben werden“ (Storrer, 2008, S. 3). Außerdem wird die Kommunikation zwischen Nutzern und eine dauerhafte Bearbeitung möglich (Storrer, 2008).

Doch wie grenzt sich die neuentstandene Textform von bisherigen Texten ab? Antworten auf diese Frage lassen sich der folgenden Tabelle entnehmen, die dem Hypertext, orientiert an Angelika Storrer (2008), den Textbegriff Barbara Sandigs (2006) gegenüberstellt:

Tab. 1: Die Textualität des Hypertextes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Tabelle macht deutlich, dass sich der Hypertext in allen Vergleichskategorien vom Text abgrenzt, bzw. über ihn hinausgeht (Zebrowska, 2013).

Der Hypertext, dessen Bestandteile aus Text, Bild, Audio-, Videodatei oder einer Kombination dieser medialen Objekte bestehen (Storrer, 2008; Zebrowska, 2013), kann somit als „multimodal“ (Storrer, 2008, S. 7) bezeichnet werden und es wird deutlich, dass seine Erscheinung nur über elektronische Medien möglich und somit seine Verwaltung mittels des Computers notwendig wird (Storrer, 2008).

Auf Grundlage dessen, ergibt sich, warum der Hypertext als kommunikativ bzw. interaktiv beschrieben werden kann (ebd.). Die technischen Voraussetzungen elektronischer Medien machen es möglich mit anderen Nutzern in „computervermittelte Kommunikation“ (ebd., S. 7f) zu treten und die Aktivierung von Dateien trägt zur Interaktionen mit dem Computersystem selbst bei (Storrer, 2008). Dahingehend ist außerdem auf das wohl wichtigste Element des Hypertextes zu verweisen – den Hyperlink (Eibl, 2004). Dieser trägt als ausführbarer Verweis zur Verknüpfung mit anderen Hypertextbestandteilen bei (vgl. Huber, 2002; Schupp, 1992) und bildet somit die Grundlage für alle weiteren Merkmale des Hypertextes.

Die computerbasierte Textform, die immer wieder angepasst, also dynamisch bearbeitet werden kann (Storrer, 2008), ist somit individuell animierbar, d.h. sie wird von jedem Leser auf Basis seiner Intention anders rezipiert und dabei auf Grund seiner Thematik ausgewählt (ebd.). Der Rezipient liest den Text dabei in einer nicht-linearen, d.h. mehrfach- oder unsequenzierten Abfolge (Storrer, 2000), die teilweise zu Texten führt, die nur als Schlagwörter beschrieben werden können und deren Sinn nicht nur aus einzelnen Textbestandteilen (lokal), sondern auch aus der Gesamtheit aller Bestandteile des Textes (global) hervorgeht (Storrer, 2008).

Dies führt zu besonderen Methoden der Textproduktion (Storrer, 2008) und hat außerdem Konsequenzen für seine Rezeption (vgl. Eibl, 2004; Pohl, 2003). Dem Leser bzw. Nutzer von Hypertexten kommt eine besondere Freiheit, Aktivität und Verantwortung zu (Eibl, 2004), er stöbert bzw.browstteilweise nur flüchtig durch die fragmenthaften Textbestandteile (vgl. Eibl, 2004; Pohl, 2003) und gerät auf der Suche nach Überblick häufig in ein „detektivistisches Raten“ (Bachleitner, 2010, S. 9ff).

Inwiefern dies auf den vorliegenden Untersuchungsgegenstand zutrifft, kann aus seiner hypertextlinguistischen Analyse hervorgehen. Dabei müssen die resultierenden, hypertextlinguistischen Merkmale nach Angelika Storrer (2008), d.h. dieMultimodalität, Computerverwaltung, Dynamik, computervermittelte Kommunikation, InteraktivitätundNicht-Linearitätgenauer untersucht werden, doch ist zunächst die Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes dafür relevant.

3 Der Untersuchungsgegenstand – Ein Bestandteil der Social Media Plattform Instagram

@eva.stories(Kochavi & Kochavi, 2019) bildet als Nutzerprofil der Social Media PlattformInstagramden Publikationsort der ErzählungTHE GIRL WITH THE INSTAGRAM(Kochavi & Wiesenthal, 2019). Diese thematisiert das Leben der dreizehnjährigenEva, die, basierend auf einer wahren Geschichte, durch Nationalsozialisten aus einer ungarischen Kleinstadt in das Konzentrationslager Ausschwitz deportiert wird (FAZ, 2019). Um deutlicher zu machen, inwiefern der fiktionale Hypertext auf der Social Media Plattform in Erscheinung tritt, ist zunächst ein wesentliches Verständnis für die FunktionenInstagramsnotwendig:

„Instagram ist eine Applikation, welche für mobile Endgeräte 2010 entwickelt wurde und zum Veröffentlichen und Teilen von Bildern und Videos dient. Nutzer können mithilfe dieser App ihre Fotos und Videos in wenigen Schritten bearbeiten und innerhalb einer weltweiten Community teilen. Nach der Veröffentlichung können diese Beiträge durch andere User eingesehen, kommentiert und gewertet werden […]“ (Graf, 2016, S. 6).

Als Kern der darauf veröffentlichten „Online-Identität“ (Kobilke, 2017, S. 9) gilt dabei das Nutzerprofil der Plattformuser, welches in drei Bereiche gegliedert werden kann.

Derinformierende Bereichleitet das Nutzerprofil zunächst ein. Er beginnt mit dem Nutzernamen unter dem sich ein Profilbild und ein Nutzerpseudonym, sowie eine kurze Profilbeschreibung befinden (Graf, 2016). Bei Letzterem besteht die Möglichkeit durch URL-Links auf externe Webseiten zu verweisen (ebd.). Neben diesen Angaben ist außerdem noch die Anzahl der Beiträge, Abonnenten des Profils und abonnierten, anderen Nutzer hier vermerkt und Schaltflächen lassen das Neuabonnieren bzw. Rückgängigmachen des Abonnierens und die Kontaktaufnahmen über eine Nachricht im privaten (Video-)Chat zu (ebd.).

Für das zu untersuchende Profil@eva.stories(Kochavi & Kochavi, 2019) lässt sich die Ausgestaltung dieser Inhalte am einfachsten durch eine Fotokopie des entsprechenden Profilbereiches verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Fotokopie des übersetzteninformierenden Bereichsauf der Startseite von@eva.stories(Kochavi & Kochavi, 2019)

Es handelt sich hierbei um eine übersetzte Version des Profils. Die Profilbeschreibung macht darin die Thematik der Erinnerung an den Holocaust deutlich und verweist, neben dem URL-Link einer Webseite mit einem Trailer, außerdem auf den darauffolgendenStoryhighlightbereich(Abb. 1).

ImStoryhiglightbereichkönnenStoryskombiniert, betitelt und für einen längeren Zeitraum als der üblichen Veröffentlichungsdauer von 24 Stunden zur Verfügung gestellt werden (Kobilke, 2017).

Storyssind in einer Art Diashow aneinandergereihte Fotos, Videos, Liveaufnahmen oderBoomerangs*, die mit verschiedenen Filtern,Emojis,GIFs, Schriftzügen, Zeichnungen und Musik bearbeitet werden können und deren Betrachtung, sofern sie nicht durch das Tippen auf den Bildschirm angehalten wird, 6 Sekunden lang möglich ist (ebd.). Der Zuschauer kann sich dabei selbst durch dieStorynavigieren, indem er durch einen Klick auf die entsprechende Seite des Bildschirms zum nächsten oder vorherigenStorybeitragspulen kann (ebd.). Außerdem kann er durch eine Schaltfläche in derStoryvereinfacht mit anderen Nutzern über den Inhalt dieser in Kommunikation treten (ebd.).

Weitere Linkverknüpfungen ergeben sich bei der Gestaltung der einzelnenStorys. Umfragen und Fragen können in diese integriert und durch die Zuschauer beantwortet werden (ebd.). Außerdem können andere Nutzer mit Hilfe einer Markierung durch das Zeichen@(at), Schlagwörter mit einem# (Hashtag)und auch Orte verlinkt werden (ebd.; Graf, 2016).

*Boomerang = sich schnell wiederholendes Kurzvideo

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Fiktionale Hypertexte auf Instagram am Beispiel von @eva.stories
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V541389
ISBN (eBook)
9783346170712
ISBN (Buch)
9783346170729
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hypertexte Linguistik instagram
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Fiktionale Hypertexte auf Instagram am Beispiel von @eva.stories, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541389

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