Der Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Gesundheitsverhalten bei erwachsenen Personen

Der aktuelle Forschungsstand


Hausarbeit, 2019

17 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

III. ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS

IV . ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1 Leitfrage
1.2 Methodisches Vorgehen
1.3 Big Five

2. Aktueller Forschungsstand

3. Diskussion
3.1 kritische Reflektion und Beantwortung der Fragestellung
3.2 Implikation für Forschung und Praxis

4. Praxistransfer

5. Fazit

V . LITERATURVERZEICHNIS

III. ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS

ABBILDUNG 1: HEALTH BEHAVIOR MODELL

TABELLE 1: MÖGLICHE RESSOURCEN

TABELLE 2: ÜBERSICHT

IV. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Gesundheit bildet nicht nur die Basis für eine leistungsstarke Gesellschaft, sondern trägt zudem entscheidend zum persönlichen Lebensglück jedes Einzelnen bei. Unzählige Menschen entwickeln ein immer größeres Bewusstsein für ihre persönli- che Gesundheit. Fitness und Gesundheit werden den Menschen immer wichtiger. (Deutschlands Fitnessmarkt in Bestform | Deloitte Deutschland | Pressemitteilung 2019). Die bekannteste Definition des Begriffs Gesundheit ist unbestritten die von der WHO aus dem Jahr 1948: „Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.". Wohlbefinden ist subjektiv und wird aus der Perspek- tive eines Individuums betrachtet. Für jede Person ist Gesundheit etwas anderes. So auch die Persönlichkeit - alle Menschen sind verschieden und reagieren in der gleichen Situation unterschiedlich. Persönlichkeitszüge spiegeln Kombinationen von untereinander verknüpften Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen wider (Tem- pel 2016). Auch die Ressourcen sind nicht bei jeder Person identisch (siehe Tabelle). Bestimmte Formen des Erlebens und der Emotionsregulation stehen lange im Ver- dacht Risikofaktoren für die körperliche und psychische Gesundheit zu sein. Dazu zählen vor allem Neurotizismus, das Unterdrücken von Emotionen und die Feindse- ligkeit (Weber und Rammsayer 2005). Doch ist diese Annahme berechtigt?

Nicht jeder Mensch geht mit Belastungen und Gesundheitsvorsorgemaßnahmen gleich um. Doch warum ist das so?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Mögliche Ressourcen

Quelle: Eigene Darstellung

Mögliche Ressourcen

(nicht bei jeder Person identisch)

- Glaube
- Soziale Unterstützung

Entspannung

- Einkommen
- Netzwerke/ (berufliche) Kontakte
- Selbstvertrauen, Optimismus, realis- tischer Ehrgeiz
- Ausreichende Immunpotentiale

1.1 Leitfrage

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Gesundheitsverhalten bei erwachsenen Personen gibt und wenn ja, wie der aktuelle Forschungsstand zu dieser Thematik ist. Des Weiteren wird ein Augenmerk auf die Persönlichkeit gelegt – ist diese sta- tisch oder veränderbar, sodass der Mensch seine Gesundheit beeinflussen kann?

1.2 Methodisches Vorgehen

Die Grundlage dieser Seminararbeit ist eine Literaturübersicht. Im ersten Kapitel wird in das Thema eingeleitet und die Leitfrage wird vorgestellt. Daraufhin folgt im nächs- ten Kapitel eine strukturierte Zusammenfassung der durchgeführten Literaturrecher- che. Durch zahlreiche Recherche in Bibliotheken, im Internet und in Datenbanken wie EBSCO Discovery Services oder Google Scholar konnte geeignetes Quellenma- terial und Fachliteratur zum Thema Persönlichkeit und Gesundheit bei Erwachsenen identifiziert und im Verlauf dieser Arbeit argumentationsfähig eingebaut werden. Da- bei wurden sowohl deutsche als auch englische Schlagwörter verwendet. Kriterien, nach denen die Quellen eingeschlossen wurden, waren neben der Relevanz unter anderem auch das Datum der Veröffentlichung. Zur besseren Übersicht wird an die- ser Stelle eine Tabelle mit den wichtigsten Stichpunkten präsentiert.

Im späteren Kapitel werden die Ergebnisse der Studien kritisch reflektiert. Mögliche Lücken und Implikationen für Forschung und Praxis werden aufgezeigt. Zum Schluss folgt ein Praxistransfer zu dem Thema, in dem die Thematik auf die Praxis bezogen wird.

Das Thema wurde aus persönlichem Interesse gewählt.

1.3 Big Five

Zum besseren Verständnis wird hier das Big-Five-Modell, welches auch Fünf-Fakto- ren-Modell (FFM) genannt wird, erläutert. Es ist ein Ansatz zur umfassenden Be- schreibung der menschlichen Persönlichkeit und besteht aus den Big Five. Diese sind fünf sehr stabile, unabhängige Faktoren - Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus; das Resultat jahrzehntelanger Per- sönlichkeitsforschung (Wirtz 2017).

Das Big-Five-Modell wird von Psychologen und Hirnforschern genutzt, um den Cha- rakter eines Menschen so gut es geht zu beschreiben (Engeln, 2017). Es ist die heu- tige Grundlage der modernen Persönlichkeitsforschung.

- Verträglichkeit

(Menschen mit einer hohen Verträglichkeit sind herzlich, kooperativ und mit- fühlend. Zudem sind sie als freundlich, hilfsbereit und sympathisch bekannt. Für Teamarbeit ist dieser Faktor bestens geeignet.)

- Gewissenhaftigkeit

(Personen, die diesen Faktor in hohem Maße besitzen, sind zuverlässig, pla- nen vorausschauend und arbeiten strukturierend. Zusätzlich streben sie häu- fig gute Leistungen an und neigen zur Disziplin.)

- Neurotizismus

(Personen mit einem hohen Neurotizismus sind emotional labil, ängstlich und oft traurig. Sie machen sich häufig Sorgen, sind schnell gekränkt und bemit- leiden sich gerne selbst.)

- Offenheit für Erfahrung

(Typische Eigenschaften dieses Faktors sind Neugierde, Fantasie und Erfin- dertum. Menschen mit einer hohen Offenheit haben ein breites Interessen- spektrum, sind aufgeschlossen für neue Erfahrungen und probieren gerne et- was Neues aus. Zudem suchen sie eher Aufregung und Abwechslung.)

- Extraversion

(Extrovertierte Personen suchen den Kontakt mit anderen Menschen und nei- gen zur Geselligkeit. Extraversion umfasst Eigenschaften wie gesprächig und energiegeladen. Spaß und Optimismus wird von diesen Personen geliebt.)

2. Aktueller Forschungsstand

Die „Twin Study on Personality and Well-being“ (dt. Zwillingsstudie zu Persönlichkeit und Wohlbefinden) von Spinath und Wolf aus dem Jahr 2006 erfasste detailliert mit- tels Fragebogenverfahren die Thematik der Persönlichkeit, der Gesundheit und des Gesundheitsverhaltens. Dabei wurden 302 erwachsene ein- und zweieiige Zwillings- paare, die im Durchschnitt 37 Jahre alt waren und zusammen aufwuchsen, einbezo- gen. Die groß angelegte Zwillingsstudie prüfte die Annahmen aus zwei theoretischen Modellen, dem Health Behavior Modell und dem Constitutional Predisposition Mod- ell. Beide Modelle versuchen Mechanismen zu erklären, die dem Zusammenhang von Persönlichkeit und Gesundheit zugrunde liegen.

Die Studie brachte folgende Befunde mit sich:

- Extraversion, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit wirken sich günstig auf die Gesundheit aus
- „Gewissenhafte Studienteilnehmer bewegten sich viel und ernährten sich gesund“
- Neurotizismus und habituelle Gesundheit korrelieren negativ miteinander
- Neurotizismus ist mit einer erhöhten Morbidität verbunden
- Offenheit und Verträglichkeit korrelieren positiv mit sportlicher Aktivität

Im Endergebnis stellte sich heraus, dass ein Zusammenhang zwischen Persönlich- keit und Gesundheit besteht und, dass mithilfe des Health Behavior Modells das Ge- sundheitsverhalten in gewissem Ausmaß den Zusammenhang zwischen Persönlich- keit und Gesundheit vermittelt (Maas & Spinath 2012).

Abbildung 1: Das Health Behavior Modell geht davon aus, dass bestimmte Persönlichkeitszüge mit bestimmten Verhaltens-weisen zusammenhängen, welche die Gesundheit beeinflussen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Die Studie „Interdisciplinary Study on Adult Development (ILSE)“ (dt. Interdisziplinä- ren Längsschnittstudie des Erwachsenenalters) von 2010 beschäftigte sich mit der Frage, ob sich die Persönlichkeit im mittleren Erwachsenenalter verändert. Gleich- zeitig wurden die Stabilität, Mittelwertsveränderungen und individuelle Veränderun- gen von Persönlichkeitseigenschaften bei 323 Erwachsenen, im Alter von 42 bis 46 Jahren zu Beginn der Studie, untersucht. Insgesamt dauerte die Studie 12 Jahre und beinhaltete drei Messzeitpunkte. Auf dieser Basis wurde herausgefunden, dass Neu- rotizismus und Extraversion von Veränderung auf der individuellen Ebene gekenn- zeichnet sind (Lehmann et al. 2010).

Überdauernde Persönlichkeitszüge können die Lungenfunktion beeinflussen; dies fand eine amerikanische Studie, die 2017 veröffentlicht wurde, heraus. Die Lungen- funktion kann man mutmaßlich auf die gesamte Gesundheit projizieren, denn die Lunge ist ein unentbehrliches Organ im menschlichen Körper – ohne die beiden Lun- genflügel kann der Mensch nicht atmen und nicht leben. Die repräsentative Lang- zeitstudie wurde in zwei Messzeiträume unterteilt. Insgesamt nahmen in der ersten Hälfte 12670 Personen und in der zweiten Hälfte 9362 Personen teil. Atemnot und PeakFlow wurden untersucht. Als Ergebnis kam heraus, dass Persönlichkeitszüge - insbesondere Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit - konsistente Prädikatoren von Lungenfunktion und -erkrankung bei Erwachsenen sind (Terracciano et al. 2017).

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Details

Titel
Der Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Gesundheitsverhalten bei erwachsenen Personen
Untertitel
Der aktuelle Forschungsstand
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Note
2,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V541413
ISBN (eBook)
9783346190482
ISBN (Buch)
9783346190499
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundheitsverhalten, merkmale, persönlichkeitsmerkmalen, personen, zusammenhang
Arbeit zitieren
Alina Selinski (Autor), 2019, Der Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Gesundheitsverhalten bei erwachsenen Personen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541413

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