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Skandale in medienhistorischer Perspektive. Chancen, Probleme und Skandaldynamik anhand der Starfighter-Affäre

Title: Skandale in medienhistorischer Perspektive. Chancen, Probleme und Skandaldynamik anhand der Starfighter-Affäre

Seminar Paper , 2016 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marcel Wolf (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Summary Excerpt Details

Ob in Form des durch die klassischen Medien aufgedeckten Skandals, des durch vorrangig soziale Medien hervorgebrachten entfesselten Skandals oder im Speziellen in Form des Shitstorms. Skandale sind überall. Das zeigten zuletzt etwa der Skandal um die Manipulation von Abgaswerten des Autoherstellers VW oder die Plagiatsaufdeckung in der Doktorarbeit des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg.

Obgleich der Omnipräsenz und der scheinbaren Zunahme von Skandalen in den letzten Jahren, handelt es sich hierbei um kein neues Phänomen. Tatsächlich findet sich der Begriff Skandal bereits in der Antike wieder. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Skandal, insbesondere aus Sicht des Journalismus, zu einem wirkungsvollen Korrekturinstrument, aber auch zu einem Mittel der Aufmerksamkeitserregung.

Das Ziel der vorliegende Arbeit liegt zum einen darin, die Entwicklung des Skandalbegriffs darzustellen. Zum anderen sollen Chancen und Probleme von vergangenen Skandalen aus historischer, aber insbesondere aus medienhistorischer Perspektive beleuchtet werden.

Was verraten uns zurückliegende Skandale etwa über gesellschaftliche Normen, was verraten sie uns über die Funktionsweise der Medien zu einer bestimmten Zeit? Vor allem stellt sich aus einem medienhistorischen Blickwinkel die Frage der Skandaldynamik und ob diese vor 40 oder 50 Jahren eine andere war als heute. Beispielhaft soll hier im zweiten Teil der Arbeit
Bezug auf die sog. Starfighter-Affäre genommen werden, die vornehmlich den Jahren 1965 und 1966 zugeordnet werden kann. Ein starker Fokus liegt hier auch auf der Darstellung der medialen Berichterstattung in den 50er und 60er Jahren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist ein Skandal?

2.1 Definition und Merkmale des klassischen Skandals

2.2 Skandaldynamik: Am Beispiel Wulff und Guttenberg

3. Historische Skandale

3.1 Entwicklung des Skandalbegriffs

3.2 Entwicklung des Skandalaufkommens

3.3 Chancen historischer Skandalforschung

3.4 Medienhistorische Perspektive

3.5 Probleme historischer Skandalforschung

4. Die Rolle des Journalismus bei Skandalen

4.1 Journalismus in der Bundesrepublik der 60er Jahre

5. Starfighter-Affäre

5.1 Ablauf

5.2 Medienberichterstattung

5.3 Skandaldynamik im Fall Starfighter

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Dynamik von Skandalen in medienhistorischer Perspektive, um zu analysieren, wie sich gesellschaftliche Normen und mediale Berichterstattung über die Zeit verändert haben. Das zentrale Ziel ist es, anhand der historischen Starfighter-Affäre der 1960er Jahre aufzuzeigen, wie sich die Skandaldynamik von einer sachlich-nüchternen Dokumentation hin zu einer skandalisierenden Inszenierung gewandelt hat.

  • Grundlagen und Definition des klassischen Skandalbegriffs
  • Vergleichende Analyse der Skandaldynamik anhand moderner Beispiele (Wulff/Guttenberg)
  • Die Entwicklung des Journalismus und dessen Rolle bei der Skandalisierung
  • Detaillierte Untersuchung der Starfighter-Affäre
  • Wandel von Medienberichterstattung und öffentlichem Empörungspotenzial

Auszug aus dem Buch

3.1 Entwicklung des Skandalbegriffs

Der Historiker Frank Bösch stellt treffend fest, dass „Skandale so alt wie die öffentliche Kommunikation selbst“ sind (Bösch 2014: 5). Tatsächlich findet sich der Skandalbegriff bereits in der Zeit der Antike wieder. Hier verwies das sog. Skandalon auf Stellholz in einer Tierfalle, an dem die Lockspeise befestigt wurde (vgl. Bösch 2009: 8). In der Bibel fand der Begriff dann schon Verwendung im übertragenen Sinne und stand in etwa für die Verführung. Bis in die Zeit der Aufklärung bezeichnete der Begriff vor allem schwere religiöse Normbrüche (vgl. Bösch 2014: 6). Im Großbritannien des 17. Jahrhunderts löste sich der Begriff aber zunehmend von seinem religiösen Bezug und verwies auf „Missstände und Gerüchte“ (Bösch 2009: 8), welche die Reputation einer Person beeinträchtigten. In Deutschland wurde das Wort Skandal erst ab dem 18. Jahrhundert ohne einen religiösen Bezug verwendet und hatte negative Konnotationen wie Schande oder öffentlicher Ehrverlust (vgl. Bösch 2009: 8).

Im Sprachgebrauch des ausgehenden 19. Jahrhunderts glich sich der Begriff und seine semantische Verwendung in Deutschland und Großbritannien an. In beiden Ländern verstand man unter einem Skandal nun schwere Missstände, die zudem als Sensationen empfunden und sogar als solche angepriesen wurden (vgl Bösch 2009: 8). Insgesamt hatte der Begriff eine äußerst negative Konnotation. So wurde er etwa als pest of society bezeichnet, der „durch Übertreibungen Männern die Reputation raube und sie ins Verderben stürze“ (Bösch 2009: 8).

Generell bezog sich der Skandalbegriff um 1900 somit auf zweierlei: Zum einen auf das anstoßerregende Ereignis selbst, aber auch auf den Vorgang der Erregung, das heißt, die Reaktion des Publikums (vgl. Bösch 2009: 8). Frank Bösch merkt in diesem Kontext aber an, dass bereits zur damaligen Zeit keine trennscharfe Verwendung des Begriffs stattfand. „Insbesondere wurde er, wie auch heute üblich, oft synonym mit dem Begriff „Affäre“ benutzt“ (Bösch 2009: 8).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Skandals als gesellschaftliches Korrekturinstrument ein und formuliert das Ziel, die medienhistorische Dynamik der Starfighter-Affäre zu beleuchten.

2. Was ist ein Skandal?: Dieses Kapitel definiert den klassischen Skandal als einen mehrphasigen Prozess der Normverletzung und anschließenden öffentlichen Skandalisierung durch Medien.

3. Historische Skandale: Hier wird der historische Wandel des Skandalbegriffs und dessen zunehmendes Aufkommen durch Medialisierung und Politisierung der Gesellschaft analysiert.

4. Die Rolle des Journalismus bei Skandalen: Es wird die Professionalisierung des Journalismus in der Bundesrepublik der 60er Jahre und dessen gewandelte Rolle bei der Skandalinszenierung untersucht.

5. Starfighter-Affäre: Das Hauptkapitel beschreibt den Ablauf, die mediale Aufarbeitung und die spezifische Skandaldynamik der Starfighter-Beschaffung in den 1960er Jahren.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse zum medienhistorischen Wandel der Skandaldynamik und der Rolle der Massenmedien ab.

Schlüsselwörter

Skandal, Medien, Starfighter-Affäre, Skandaldynamik, Journalismus, Normverletzung, Öffentlichkeit, Medienhistorie, Berichterstattung, Politisierung, Skandalforschung, Franz Josef Strauß, Bundesrepublik, 60er Jahre, öffentliche Empörung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die medienhistorische Entwicklung und Dynamik von Skandalen, wobei der Fokus auf dem Wandel der öffentlichen Empörung und der medialen Berichterstattung in der Bundesrepublik liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Definition des Skandalbegriffs, die Rolle des Journalismus im 20. Jahrhundert und die historische Entwicklung des Skandalaufkommens durch technologischen und gesellschaftlichen Wandel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erforschung, wie sich Skandale historisch verändert haben und wie die Skandaldynamik der Starfighter-Affäre im Vergleich zu heutigen Skandalen zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen medienhistorischen und diskursanalytischen Ansatz, um den Ablauf von Skandalen und deren mediale Inszenierung in verschiedenen zeitlichen Kontexten zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen des Skandalbegriffs sowie auf eine detaillierte medienhistorische Fallstudie zur Starfighter-Affäre der 1960er Jahre.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschungsarbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Skandaldynamik, mediale Inszenierung, Normverletzung, medienhistorische Perspektive und politische Kommunikation geprägt.

Wie unterscheidet sich die Skandaldynamik der Starfighter-Affäre von heutigen Beispielen?

Während heute Skandale durch soziale Medien eine enorme Geschwindigkeit und Reichweite erzielen, war die Starfighter-Affäre eher durch eine sachlich-nüchterne mediale Berichterstattung geprägt, die erst sukzessive zu einer Skandalisierung führte.

Welche Rolle spielte der Spiegel in der Starfighter-Affäre?

Das Magazin Der Spiegel nahm eine aktive Rolle ein, indem es durch drastische Formulierungen und bildliche Inszenierungen das Skandalisierungspotenzial der Abstürze maßgeblich steigerte.

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Details

Title
Skandale in medienhistorischer Perspektive. Chancen, Probleme und Skandaldynamik anhand der Starfighter-Affäre
College
University of Trier
Course
Skandale und Kontroversen in den Medien
Grade
1,3
Author
Marcel Wolf (Author)
Publication Year
2016
Pages
30
Catalog Number
V541433
ISBN (eBook)
9783346160997
ISBN (Book)
9783346161000
Language
German
Tags
skandaltheorie skandale und kontroversen starfighter historische skandale starfighter affäre skandalbegriff definition journalismus in der bundesrepublik der 60er Jahre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Wolf (Author), 2016, Skandale in medienhistorischer Perspektive. Chancen, Probleme und Skandaldynamik anhand der Starfighter-Affäre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541433
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