Die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens


Hausarbeit, 2017

15 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen von Rechtsformen
2.1 Definition und Abgrenzung von Rechtsformen
2.2 Formen und Möglichkeiten von Rechtsformen

3 Praktische Umsetzung im Unternehmen
3.1 Unternehmensvorstellung der Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen
3.2 Aktuelle Rechtsform der Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen
3.3 Alternative Rechtsform der Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Gründung eines Unternehmens beruht auf Führungsentscheidungen, die vergleichbar mit dem Fundament eines Hauses sind. Erste Entscheidungen in der Unternehmensgründung legen den Grundstein für darauffolgende Aufgaben im Unter­nehmensablauf wie z.B. der Führung, Etablierung und der Erweiterung eines Unter­nehmens am Markt. Zu diesen Führungsentscheidungen zählt unter anderem die Wahl der Rechtsform, welche die „[...] rechtlichen Basen behandelt, die das Rechtsystem für das Unternehmen zur Verfügung stellt [...]“.1

Die vorliegende Arbeit beschreibt im ersten Teil die theoretischen Grundlagen der Rechtsformwahl sowie die die drei häufigsten in Deutschland auftretenden Rechts­formen anhand einzelner Auswahlkriterien.

Im zweiten Teil dieser Arbeit wird die aktuelle Rechtsform des Unternehmen, indem die Autorin dieser wissenschaftlichen Arbeit tätig ist, näher erläutert und somit eine Ver­bindung zwischen theoretischen Fachwissen und der angewandten Praxis geschaffen.

Im darauffolgenden Kapitel erfolgt eine Beurteilung einer gesetzlich, möglichen, alter­nativen Rechtsform, für das Unternehmen indem die Autorin tätig ist.

Das Ziel der Arbeit liegt darin, theoretisch-wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema der Rechtsformwahl auf die praktisch-alltägliche Umsetzung innerhalb des Unter­nehmens zu transferieren. In dieser wissenschaftlichen Arbeit werden Rechtsformen dargestellt und anhand der Defintionen einen möglchen Wechsel der Rechtsform des Unternehmens veranschaulicht und begründet, warum dies bisher noch nicht erfolgt ist und aufgezeigt worin die Vor- und die Nachteile der aktuellen Rechtsform liegen.

2 Theoretische Grundlagen von Rechtsformen

Im nachfolgenden Kapitel wird zuerst der Begriff der Rechtsform definiert und abge­grenzt. Anschließend werden von der Autorin dieser Arbeit drei ausgewählte Rechts­formen anhand der zuvor genannten Kriterien näher erläutert.

2.1 Definition und Abgrenzung von Rechtsformen

Gegenstand der Wahl der Rechtsform ist die Regelung der Rechtsbeziehungen zwischen dem Innen- und Außenverhältnis. Zum Innenverhältnis des Betriebs zählen zum einen die Gesellschafter; die das Kapital einbringen, die Manager; die das Unter­nehmen im Sinne der Eigentümer leiten sowie die Arbeitnehmer; welche das Gut bzw. die Leistung erstellen. Ziel des Betriebes ist es Werte wie Rohstoffe, Kapital, Infor­mationen usw. zu erlangen. Hierbei entsteht ein Außenverhältnis, welches auch als Austauschbeziehung bezeichnet werden kann. Zur Regelung der Rechtsbeziehungen zwischen Innen- und Außenverhältniss hat der Staat betimmte Betriebsformen vor­gesehen, um Rechte und Pflichten wie die Haftung, Bilanzführung und Struktur der Unternehmung, in einem rechtlichen Rahmen vorzugeben. Die Rechtsform ist somit die rechtliche Organsiationsform eines Unternehmens. Bereits durch die Firmierung eines Unternhemens können wichtige Eigenschaften abgeleitet werden.2

Die Rechtsformen unterscheiden sich grundsätzlich in privatwirtschaftliche Unter­nehmen und öffentliche Betriebe. Die öffentlich-rechtliche Form kann nur als Unter­nehmensform gewählt werden, wenn das Unternehmen zum Eigentum der öffentlichen Hand zählt. Die öffentlich-rechtliche Form ist nicht zwingend für diese Unternehmen vorgeschrieben. Das hat zur Folge, dass die Unternehmen in öffentlicher Hand zwischen öffentlich-rechtlicher Form und privatrechtlicher Form wählen können, allen anderen ist die privatrechtliche Form vorgeschrieben. Die Autorin dieser Arbeit beschränkt sich auf die Erläuterung der Rechtsformen der privaten Betriebe aufgrund des begrenzten Umfangs dieser wissenschaftlichen Arbeit. Privaten Betrieben ist die Rechtform der Einzelunternehmung, der Kapitalgesellschaft sowie der Personengesell­schaft vorbehalten.3

Die Rechtsformen der privaten Betriebe werden anhand unterschiedlicher Auswahl­kriterien unterschieden. Die Leitungs- und Kontrollbefugnis liegt bei eigentümer­geführten Unternehmen bei einem oder wenigen Kapitalgebern. Großunternehmen werden überwiegend von angestellten Managern geführt. Die Eigentümer haben hierbei nur eingeschränkte Kontrollrechte. Ein weiteres Kriterium zur Rechtsformwahl bezieht sich auf die Haftung der Eigenkapitalgeber. Dies kann u. a. für Kapitalgeber die Haftung nur mit seinem Betreibsvermögen oder eine ergänzende Haftung und somit unbeschränkt mit seinem Privatvermögen bedeuten. Jedes Unternehmen verfügt über typische Finanzierungsmöglichkeiten, welche sich nach der Rechtsform unterscheiden. Dies bedeuten, dass nur ein einzelner Eigenkapitalgeber zur Eigenfinanzierung oder etwa hunderttausend Eigenkapitalgeber zur Finanzierung des Betriebs bereitstehen können. Weiterhin beeinflusst die Rechtsformwahl aufgrund der Eigenfinanzierung die Finanzierungsmöglichkeiten. Ein weiteres Merkmal zur Wahl der Rechtsform ist die Gewinn- und Verlustbeteiligung, die nach Zahl der Beteiligten, nach Kapitalanteilen oder nach einer anderen zuvor definierten Schlüsselgröße bestimmt wird. Bei den Merkmalen Publizität und Prüfung handelt es sich um das Kriterium zur Veröffentli­chung des Jahresabschlusses. Hierbei ist es einigen Rechtformen vorbehalten den Jahresabschluss nur innerhalb der Unternehmung zu besprechen. Bei weiteren ist die Prüfung des Jahresabschlusses durch externe Prüfer sowie evtl. die Veröffentlichung im Bundesanzeiger gesetzlich vorgeschrieben. Weiterhin ist die Mitbestimmung der Arbeitnehmer je nach Wahl der Rechtsform von den Eigenkapitalgebern von wichtiger Bedeutung. Diese drei Kriterien sind für die Auswahl der Rechtsform von so großer Bedeutung, da nicht alle Rechtsformen der Publizitäts-, Prüfungs- und Mit­bestimmungsvorschriften unterliegen. Als letztes Kriterium bei der Wahl zur Rechts­form wird die Steuerbelastung als Merkmal hinzugezogen. Aufgrund der Steuer­belastung der Personengesellschaften auf der einen Seite sowie der Steuerbelastung der Kapitalgesellschaften durch das deutsche Steuerrecht auf der anderen Seite kann es aufgrund der Steuerwahl bei gleichem Gewinn zu unerschiedlichen Steuersätzen führen.4

Die wesentlichen Kriterien bei der Wahl einer geeigneten Rechtsform werden im prak­tisch angewandten Teil dieser wissenschaftlichen Arbeit isoliert dargestellt, obgleich zwischen ihnen zahlreiche Verbindungen und Zielkonflikte bestehen. Sind aus der Sicht des oder der Unternehmensgründer oder des einzelnen Gründers einige Kriterien wichtiger als andere, so kann eine Gewichtung der Kriterien vorgenomrnen werden.

2.2 Formen und Möglichkeiten von Rechtsformen

Im nachfolgenden Kapitel werden die Formen und Möglichkeiten einer Rechtsformwahl mit Hilfe der im vorherigen Punkt 2.1 genannten Auswahlkriterien näher erläutert. Hierbei wird sich die Autorin dieser Arbeit auf die laut des statistischen Bundesamtes in der Bunderepublik Deutschland am häufigsten vorkommenden Formen der Rechtform beschränken. Die Rechtsformen wurden hierbei zusammengefasst.

Nach einer Auswertung zum Zeitpunkt am 31.10.2016 des statistischen Bundesamtes sind in der Bundesrepublik Deutschland 2.164.214 Einzelunternehmen, 689.153 Kapitalgesellschaften wie z. B. die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Aktiengesellschaft (AG) sowie 388.557 Personengesellschaften, zu denen die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG) zählen wirtschaftlich aktiv.5

Die Einzelunternehmung wird laut Rechtsordnung von einem einzelnen Kaufmann ohne einen weiteren Gesellschafter betrieben. Dieser wird entweder als Einzelkauf­mann, Einzelunternehmer oder Inhaber bezeichnet und ist alleinig zur Geschäfts­führung des Handelsgewerbes berechtigt. Durch erteilte Vollmachten wie bspw. die Prokura und die Handlungsvollmacht können große Teile der Geschäftsführungs­befugnis an Mitarbeiter delegiert werden. Zur Gründung einer Einzelunternehmung ist kein Mindeskapital notwendig. Der Gewinn entstanden aus dem Unternehmen geht alleinig dem Einzelkaufmann zu. Er kann frei wählen, ob der Gewinn zur Verwendung im Unternehmen verbleiben soll (thesauriert) oder ob dieser Gewinn ausgeschüttet werden und somit in sein Privatvermögen fließen soll. Weiterhin ist der Einzelkaufmann berechtigt Einlagen aus seinem Privatvermögen in das Betriebsvermögen zu transfe­rieren sowie Entnahmen vom Betriebsvermögen in das private Vermögen zu tätigen. Die Haftung der Einzelunternehmung beschränkt sich zusätzlich zum Betriebs­vermögen auf das Privatvermögen des Einzelkaufmanns. Er haftet unbeschränkt.6

Im Gegensatz zur Personengesellschaft steht bei der Kapitalgesellschaft nicht die Mitunternehmerschaft des Einzelkaufmanns, sondern die Kapitalbeteiligung mehrerer Kapitalgeber im Mittelpunkt. Aufgrund das Kapitalgesellschaften nicht durch den Zusammenschluss von Personen sondern durch Kapitalbildung enstehen, werden sie in der Rechtssprechung nicht als natürlich Personen angesehen, sondern als juristi­sche Personen des Privatrechts. Die Kapitalgesellschaft selbst tritt selbstständig im Rechts- und Wirtschaftsverkehr auf.7

Im Folgende werden die laut des statitischen Bundesamtes beiden häufigsten Formen der Kapitalgesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland näher erläutert. Diese sind die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) sowie die Aktiengesellschaft (AG).

Bei der GmbH handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft mit einem Stammkapital (Finanzierung) als gesetzliches Garantiekapital in Höhe von 25.000 €. Die GmbH kann aus einem oder mehreren Gesellschaftern bestehen, welche über ein in Geschäfts­anteilen zerlegtes Stammkapital verfügen. Besonders für kleine und mittelständige Unternehmen ist die GmbH aufgrund der auf das Stammkapital beschränkten Haftung der Eigenkapitalgeber geeignet. Die GmbH kann u. a. ausschließlich aus Komplemen­tären und somit Gesellschaftern, die ausschließlich mit ihrem Gesellschaftsvermögen haften bestehen. Leitungsbefugt ist zumeist ein von den Gesellschaftern bestellter Geschäftsführer. Dies kann entweder durch den Gesellschaftervertrag oder durch einen nach der Gründung erfolgten Beschluss der Gesellschafter erfolgen. Kontroll­befugt sind u. a. die Gesellschafter der GmbH sowie ein bestellter Aufsichtsrat.8

Die Aktiengesellschaft entsteht zum größten Teil in der Bunderepublik Deutschland aufgrund eines Rechtsformwechsels von einer GmbH in eine AG. Die Gründung ist erheblich aufwendiger als bei einer GmbH oder einer Personengesellschaft. Das auf­zubringende Grundkapital in Höhe von 50.000 €, welches vor der Eintragung ins Handelsregister (HR) auf ein Konto der Gesellschaft eingezahlt werden muss, ist laut Satzung festgelegt. Zu den Aufgaben der Gründer zählen u. a. die Festellung der Satzung sowie die Übernahme der Aktien. Die Aktionäre (Eigenkapitalgeber) der AG haften ausschließlich mit Ihren Geschäftsanteilen an der Unternehmung. Leitungs­befugt ist der von den Aktionären in einer Hauptverfasslumg bestimmte Vorstand der Unternehmung. Diesem wird als Kontrollorgan der Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft zur Seite gestellt. Die Gewinnbeteiligung eines einzelnen Aktionärs wird in Höhe einer Dividente gemessen. Die Verlustbeteiligung in Höhe des Geldwertes der Aktie.9

[...]


1 Klein-Blenkers, Friedrich (2009), S. 5.

2 Vgl. Brösel, Gerrit / Döring, Ulrich / Wöhe, Günter (2016), S. 205 f.

3 Vgl. Pechtl, Hans / Schmalen, Helmut (2009), S. 51 f.

4 Vgl. Brösel, Gerrit / Döring, Ulrich / Wöhe, Günter (2016), S. 207 f.

5 Vgl. https://www.destatis.de, Unternehmensregister, abgerufen am 10.06.2017.

6 Vgl. Pechtl, Hans / Schmalen, Helmut (2009), S. 37 f.

7 Vgl. Töpfer, Armin (2007), S. 233.

8 Vgl. Schäfer, Carsten (2015), S. 150 ff.

9 Vgl. Schäfer, Carsten (2015), S. 264 ff.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens
Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
1,8
Autor
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V541454
ISBN (eBook)
9783346153159
ISBN (Buch)
9783346153166
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rechtsform, unternehmens, wahl
Arbeit zitieren
Jasmine Schuler (Autor), 2017, Die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541454

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