Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. (Unterrichtsentwurf 10. Klasse, Realschule)


Seminararbeit, 2018

14 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1. Lehr- und Lernvoraussetzungen
1.1 Situation der Klasse

2. Sachanalyse
2.1 Begriffserklärungen
2.2 Die Neue Rechte

3. Didaktische Analyse
3.1 Einordnung in den Bildungsplan
3.2 Gegenwarts- und Zukunftsbezug
3.3 Lernziele der Unterrichtseinheit
3.3.1 Grobziel
3.3.2 Feinlernziele

4. Methodische Analyse
4.1 Verlaufsplan
4.2 Strukturskizze

5. Fazit

6. Anhang
6.1 Arbeitsblatt I
6.2 Arbeitsblatt II

7. Quellenverzeichnis
7.1 Literaturliste
7.2 Internetquellen

1. Lehr- und Lernvoraussetzungen

1.1 Situation der Klasse

Die dargestellte Unterrichtseinheit zum Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlich- keit wird in einer zehnten Klasse der Realschule durchgeführt. Die Klasse besteht insgesamt aus 20 Schülerinnen und Schülern. Darunter befinden sich 13 Mädchen und 7 Jungen. Die Lernenden bilden eine heterogene Gruppe, da viele einen Migrationshintergrund aufwei- sen. Es gibt viele leistungsstarke und wenige leistungsschwache Schülerinnen und Schüler. Daraus resultierend werden die Gruppenkonstellationen bei Gruppenarbeiten von der Lehrperson bestimmt, so dass leistungsstärkere und leistungsschwächere Lernende zusam- mengeführt werden und Hilfestellungen geleistet werden können. Insgesamt herrscht ein angenehmes Unterrichtsklima, da die Schülerinnen und Schüler ein angemessenes Sozial- verhalten aufweisen und sich gegenseitig unterstützen. Die meisten beteiligen sich aktiv am Unterrichtsgeschehen. Einige Mädchen sind hingegen zurückhaltend und beteiligen sich mündlich selten bis gar nicht. Diese werden vom Lehrenden noch stärker miteinbezo- gen und direkt angesprochen. Viele Schülerinnen und Schüler haben Verständnisschwierig- keiten mit komplexen Texten. Hierbei achtet die Lehrperson auf Vereinfachungen der Texte, auf die Wiedergabe des Gelesenen und die Erklärung von Fachbegriffen.

2. Sachanalyse

2.1 Begriffserklärungen

Als extremistisch werden Personen bezeichnet, die sich gegen einen freiheitlich demokra- tischen Staat aussprechen und demnach verfassungsfeindlich sind (vgl. Jaschke 2001, S.25). Der Begriff der Fremdenfeindlichkeit wird in der heutigen Zeit für den Begriff Ausländer- feindlichkeit verwendet. Jaschke definiert Fremdenfeindlichkeit folgendermaßen: „Die Fremdenfeindlichkeit bezieht sich heute auf die latent ablehnende, aber auch öffentlich demonstrierte aggressive Abwehr des Fremden und eine Politik der Abschottung von Le- bensräumen.“ (vgl. Jaschke 2001, S.62).

Eine einheitliche Definition von Rechtsextremismus ist nicht vorhanden. Laut zahlreicher Definitionen ist ein Rechtsextremist ein Mensch, der politisch radikal und extrem einge- stellt ist und die Ideologie der Rechten verfolgt. Sein Ziel ist es, einen autoritären Staat zu

schaffen. Darüber hinaus verfügt er über eine rassistische und nationalistische Weltan- schauung. Seine Interessen und Werte sind dem Nationalismus unterordnet. Die Volksge- meinschaft wird von den Rechtsextremisten als eine natürliche Ordnung betrachtet. Men- schen, die für sie nicht zu ihrer Volksgemeinschaft gehören, werden ausgegrenzt und als Störfaktor dargestellt (vgl. Bölting 1997, S.41).

2.2 Die Neue Rechte

Seit Mitte der 1990er Jahre wird von den neuen Rechten gehäuft in den Medien berichtet. Die Vertreter dieser Bewegung verknüpfen den Konservatismus mit dem Rechtsextremis- mus (vgl. Brauner-Orthen 2001, S.11). Sie lehnen den Faschismus zu Zeiten Hitlers formal ab, aber machen von seinen Theorien Gebrauch. Darüber hinaus wenden sich diese an ak- tuelle politische Problematiken, wie z.B. die hohe Anzahl von Flüchtlingen. Diese Themen kommentieren sie anschließend auf ihre eigene Art und Weise. Ihr Ziel ist es, besonders bei Jugendlichen eine besonders hohe Reichweite zu erlangen (vgl. Bölting 1997, S.41).

3. Didaktische Analyse

3.1 Einordnung in den Bildungsplan

Im Rahmen des Unterrichtsentwurfes werden in Anlehnung an den baden-württembergi- schen Bildungsplan für das Fach Gemeinschaftskunde in der Sekundarstufe I folgende Kom- petenzen angestrebt:

Analysekompetenz: Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Ursachen, Propagandamit- tel und Ziele rechtsextremer Gruppen.

Urteilskompetenz: Die Schülerinnen und Schüler erlangen die Erkenntnisse, inwiefern sich Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit negativ auf die Gesellschaft auswirken.

Handlungskompetenz: Es kommt zu einer kritischen Auseinandersetzung und Hinterfra- gung rechtsextremer Ideologien.

Außerdem lässt sich die Unterrichtseinheit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Bildungsplan 2016 von Baden-Württemberg im Fach Gemeinschaftskunde unter folgen- dem Kompetenzfeld einordnen:

3.2.1.4 Politik und Zeitgeschehen, Teilkompetenz (5)

Die Schülerinnen und Schüler können sich entwicklungsangemessen mit dem aktuellen Zeitgeschehen auseinandersetzen.

Da Rechtsextremismus ein aktuelles Thema ist, über das des Öfteren in den Medien berich- tet wird, setzen sich die Schülerinnen und Schüler somit entwicklungsangemessen mit dem aktuellen Zeitgeschehen auseinander. Ihnen wird deutlich, was Rechtsextremismus bedeu- tet und welche negativen Auswirkungen diese politische Strömung hat. Anschließend wer- den ihnen die Propagandamittel bewusst, so dass sie sich zu selbstbestimmten Individuen entwickeln können, die Prozesse kritisch hinterfragen und die sich nicht in negativer Hin- sicht negativ beeinflussen lassen.

Des Weiteren werden die Leitperspektiven mit den Begriffen Toleranz, Antidiskriminierung, Respekt, Achtung und Wertschätzung konkretisiert. Die Schülerinnen und Schüler sollen zu tolerante und antidiskriminierenden Individuen erzogen werden. Gegenüber ihren Mit- menschen sollte Respekt, Achtung und Wertschätzung gezeigt werden, damit ein friedli- ches Miteinander möglich ist. Es ist äußerst wichtig, dass ihnen durch die Unterrichtseinheit bewusst wird, inwiefern es Strömungen gibt, welche demokratischen Werten nicht nach- gehen, somit kein tolerantes Verhalten gegenüber anderen Minderheiten aufzeigen und diese eine Gefahr für demokratisch gelenkte Staaten darstellen.

Laut baden-württembergischem Schulgesetz hat die Schule den Auftrag, die freiheitlich-de- mokratische Grundordnung und die damit verbundenen Werte im Rahmen des Erziehungs- und Bildungsauftrages der Schule zu vermitteln. Durch die Unterrichtseinheit setzen sich die Schülerinnen und Schüler kritisch mit nicht-demokratischen Ideologien auseinander und entwickeln ein besseres Bewusstsein für die Wichtigkeit der demokratischen Werte (vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg 2016).

3.2 Gegenwarts- und Zukunftsbezug

In der vorliegenden Arbeit wird ein Unterrichtsentwurf für zwei Doppelstunden dargestellt. Das Ziel der Einheit ist es, dass sich die Schülerinnen und Schüler Allgemeinwissen bezüglich verschiedener rechtsextremer Gruppierungen aneignen. Dazu gehören die Ursachen, die Mittel zur Propaganda und die negativen Auswirkungen und Folgen von Fremdenfeindlich- keit für unsere Gesellschaft. Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen rechten Gruppierungen soll vermittelt werden, dass Rechtsextremismus in Form verschiedener Ausprägungen auftreten kann. In der jetzigen Zeit sind die politisch rechten Menschen nämlich nicht mehr nur in Springerstiefeln, Lederjacke und Glatze unterwegs. Besonders durch die neuen rechten Bewegungen sind auch viele intellektuelle Menschen rechts ori- entiert. Diese wirken unscheinbar und sind innerhalb der „normalen“ Bevölkerung nicht ohne Weiteres erkennbar. Dazu zählen auch viele Jugendliche und junge Frauen. Die Mittel zur Propaganda wurden ebenfalls modernisiert und reichen bis in die Social Media. Es gibt eine differenzierte rechtsextreme Ideologie- und Kulturwelt. Davon betroffen sind auch die Mode, die Musik, die Filme und die Literatur. Diese Mittel erreichen besonders die Jugend- liche. Insbesondere im Hier und Jetzt lebt in Deutschland eine heterogene Bevölkerung mit einer Vielfalt verschiedener Nationalitäten, Kulturen, Religionen und Individuen. Besonders in den letzten Jahren ist eine hohe Anzahl an Flüchtlingen nach Deutschland gelangt.

Laut Statistik wurde im Jahre 2016 alle 22 Minuten eine rechtsorientierte Straf- oder Ge- walttat begangen. Den Medien wurde vermehrt von rechtsextremen Attentaten und ande- ren fremdenfeindlichen Handlungen berichtet. Dadurch wird das friedliche Miteinander al- ler Menschen beeinträchtigt (vgl. Staud 2018). Somit ist es von großer Bedeutung, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema im Politikunterricht auseinandersetzen.

3.3 Lernziele der Unterrichtseinheit

3.3.1 Grobziel

Die Schülerinnen und Schüler erschließen die Ideologien, Ursachen und Propagandamittel der Rechtsextremen und setzen sich mit deren Gefährdung in der Bevölkerung auseinan- der.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. (Unterrichtsentwurf 10. Klasse, Realschule)
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Veranstaltung
Grundfragen der politischen Bildung
Note
2,3
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V541511
ISBN (eBook)
9783346183965
ISBN (Buch)
9783346183972
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fremdenfeindlichkeit, klasse, realschule, rechtsextremismus, unterrichtsentwurf
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. (Unterrichtsentwurf 10. Klasse, Realschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541511

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