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Die intertextuellen Bezüge zwischen Goethes Märchen und Novalis’ "Klingsohrs Märchen"

Titel: Die intertextuellen Bezüge zwischen Goethes Märchen und Novalis’ "Klingsohrs Märchen"

Bachelorarbeit , 2018 , 37 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Student Oliver Borner (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Novalis Roman Heinrich von Ofterdingen gehört zu den berühmtesten und wichtigsten Schriftstücken der romantischen Literaturepoche. Neben der Geschichte um den zentralen Protagonisten Heinrich wird im letzten Teil des Romans durch die Figur Klingsohr ein Märchen erzählt, welches einen Spiegel des ganzen Romans darstellt. Obwohl das Märchen keinen klaren Bezug zu anderen Schriftstücken zeigt, kann bei der Lektüre eine Verbindung, oder zumindest eine Anlehnung an Goethes Märchen aus den Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten erahnt werden.

In der folgenden Arbeit soll die mögliche Verbindung dieser zwei Märchen untersucht werden. Neben Gemeinsamkeiten werden ebenso Unterschiede auf formeller und inhaltlicher Ebene dargestellt und bewertet. Dabei stellt sich notgedrungen die Frage, welche Absicht Novalis mit dieser allfälligen Anlehnung verfolgte. Schliesslich erschien Klingsohrs Märchen, bzw. Heinrich von Ofterdingen fast zehn Jahre nach Goethes Märchen. Nach der Einleitung wird in einem ersten Teil der formale Aspekt der beiden Märchen dargestellt. Dazu soll zu Beginn die Gattung Märchen allgemein beschrieben und aufgezeigt werden, welche Formen zur Zeit der Entstehung der beiden Texte vorherrschend waren. Daraufhin wird geklärt, um welche Art von Märchen es sich bei den beiden Schriftstücken handelt und ob es bereits hier zu entscheidenden Übereinstimmungen kommt. Daran wird eine Analyse der Sprache und der verwendeten Stil- mittel in den Texten anschliessen. Interessant wird dabei die Tatsache sein, dass Klingsohrs Märchen Teil eines Romans ist, während Goethes Märchen nur lose in eine Rahmenhandlung integriert ist. Im zweiten Teil wird der Inhalt im Zentrum des Interesses stehen. Hier sollen in Bezug auf Personenkonstellation und Handlung gegenseitige Bezüge zwischen den Texten festgestellt und offengelegt werden. Zusätzlich beschäftigt sich dieser Teil mit der bereits gestellten Frage der potentiellen Absicht hinter einer eventuellen Anlehnung Novalis an Goethes Märchen. Alle erarbeiteten Erkenntnisse werden in einem dritten Teil zusammengefasst und bewertet.

Beide Texte sind gut erforscht und es gibt daher auch eine grosse Zahl an Sekundärliteratur, welche beide Texte auf verschiedene Aspekte hin untersuchen. Trotz dieser fortgeschrittenen Forschung wird eine Verbindung zwischen den beiden Texten immer nur angedeutet, eine grundlegende Erforschung dazu gibt es nicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1 Einleitung

2 Das Märchen als Gattungsbegriff

2.1 Das Volksmärchen

2.2 Das Kunstmärchen

3 Form und Sprache

3.1 Allegorische Aspekte

3.1.1 «Romantische» Bildersprache

3.1.2 Goethes Stilwandel

4 Inhaltliche Analyse

4.1 Eros und Fabel

4.1.1 Poesie als Weltmacht

4.2 Von der Schlange und der Lilie

4.2.1 Eine politische Utopie

5 Goethischer Klingsohr?

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die intertextuellen Bezüge und strukturellen sowie inhaltlichen Parallelen zwischen Novalis’ «Klingsohrs Märchen» und Goethes «Märchen» aus den «Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten», um den Einfluss Goethes auf Novalis und die jeweilige Intention der Autoren zu ergründen.

  • Vergleich der Gattungsmerkmale von Volks- und Kunstmärchen
  • Analyse der allegorischen Struktur und sprachlichen Gestaltung
  • Untersuchung der Figurenkonstellation und der zugrunde liegenden Utopien
  • Erarbeitung der historischen und philosophischen Kontexte beider Werke
  • Klärung des Einflusses von Goethes Werk auf das Schaffen von Novalis

Auszug aus dem Buch

3.1.1 «Romantische» Bildersprache

„Die spitzen Türme mit ihren glänzenden Knöpfen und die tiefen schwarzen Dächer schwankten. Die Burg stand still, denn sie war auf das Gebirge jenseits des Meeres gekommen. Von allen Seiten strömten seine Diener herzu, deren seltsame Gestalten und Trachten Ginnistan unendlich ergötzten, und den tapferen Eros nicht erschreckten. [...] Der ungestüme Geist der Flut folgte der sanften Ebbe. Die alten Orkane legten sich an die klopfende Brust der heissen leidenschaftlichen Erdbeben. Die zärtlichen Regenschauer sahen sich nach dem bunten Bogen um, der von der Sonne, die ihn mehr anzieht, entfernt, bleich dastand. Der rauhe Donner schalt über die Torheiten der Blitze, hinter den unzähligen Wolken hervor, die mit tausend Reizen dastanden und die feurigen Jünglinge lockten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der intertextuellen Verbindung zwischen Novalis’ «Klingsohrs Märchen» und Goethes «Märchen» ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung.

2 Das Märchen als Gattungsbegriff: Dieses Kapitel erörtert die Definitionsversuche des Märchens und differenziert zwischen Volks- und Kunstmärchen.

3 Form und Sprache: Hier werden die formalen und sprachlichen Aspekte sowie die allegorischen Strukturen der beiden Märchen beleuchtet.

4 Inhaltliche Analyse: Dieser Teil widmet sich der inhaltlichen Untersuchung beider Texte, insbesondere der Figurenkonstellation und den jeweiligen zentralen Motiven wie Eros, Fabel, der Schlange und der Lilie.

5 Goethischer Klingsohr?: In diesem Kapitel werden die erarbeiteten Parallelen synthetisiert, um das Ausmaß der Beeinflussung von Novalis durch Goethe zu bewerten.

6 Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse des Vergleichs hinsichtlich Struktur, Sprache und inhaltlicher Intentionen der Autoren.

Schlüsselwörter

Novalis, Goethe, Klingsohrs Märchen, Das Märchen, Kunstmärchen, Romantik, Intertextualität, Allegorie, Poesie, Französische Revolution, Utopie, Figurenkonstellation, Literaturwissenschaft, Gebrüder Grimm, Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den intertextuellen Bezügen zwischen den Kunstmärchen von Novalis und Goethe und untersucht, inwieweit eine Verbindung zwischen diesen beiden Werken besteht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Gattung des Kunstmärchens, die allegorische Bildersprache, die Analyse von Handlungsstrukturen sowie die Einbettung historischer und philosophischer Kontexte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Bachelorarbeit?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Form, Sprache und Inhalt aufzuzeigen und zu prüfen, ob Novalis bei der Verfassung seines Werkes bewusst an Goethe anknüpfte oder ob es sich um eine indirekte Beeinflussung handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, bei der sowohl formale als auch inhaltliche Kriterien zur Identifizierung von Parallelen herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse (Allegorien, Stil, Sprache) und eine inhaltliche Analyse, welche die Rollen von Figuren wie Eros, Fabel, der Schlange und der Lilie im Kontext ihrer jeweiligen Entstehungsgeschichte untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Novalis, Goethe, Kunstmärchen, Allegorie, Poesie, Utopie sowie historische Kontexte wie die Französische Revolution.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Poesie bei Novalis von der politischen Ausrichtung bei Goethe?

Bei Novalis ist die Poesie als Weltmacht und Mittel zum höheren Bewusstsein zentral, während Goethes Märchen als politische Utopie fungiert, die kritisch auf die Französische Revolution reagiert und nach staatlicher Ordnung strebt.

Warum wird der Riese bei Goethe als unfassbarstes Geschöpf bezeichnet?

Der Riese wird als unfassbar beschrieben, da sein Körper machtlos gegenüber den Gesetzen ist, sein Schatten jedoch eine zentrale Funktion bei der Überbrückung des Flusses einnimmt und somit eine große Macht ausstrahlt.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die intertextuellen Bezüge zwischen Goethes Märchen und Novalis’ "Klingsohrs Märchen"
Hochschule
Universität Zürich  (Deutsches Seminar)
Note
2,0
Autor
Student Oliver Borner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
37
Katalognummer
V541560
ISBN (eBook)
9783346161475
ISBN (Buch)
9783346161482
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Märchen Goethe Novalis Klingsohr Heinrich von Ofterdingen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Student Oliver Borner (Autor:in), 2018, Die intertextuellen Bezüge zwischen Goethes Märchen und Novalis’ "Klingsohrs Märchen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541560
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  37  Seiten
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