Diese Arbeit untersucht die mathematische Begabung einzelner Kinder genauer. Dabei eignet sich das Beobachten von mathematikspezifische Begabungsmerkmalen, begabungsstützenden Persönlichkeitseigenschaften und Problembearbeitungsstilen. Diese werden entsprechend herausgearbeitet und anhand der Schüler- und Schülerinnenlösungen und den Unterrichtsgesprächen analysiert. Da sich die Kinder innerhalb einer Gruppenarbeit ganz unterschiedlich im Gegensatz zu einer eins zu eins Betreuung verhalten, erhält jede/r Student und Studentin die Möglichkeit eines Einzelinterviews. Auch hier folgt eine Untersuchung der mathematischen Begabung, die videoanalytisch festgehalten und ausgewertet wird. Zur Entwicklung der eigenen Lehrerpersönlichkeit reflektiert der/ die Student oder Studentin das eigene Auftreten und Handeln aus der Interviewsituation.
Ebenfalls im Sinn der Lehrerausbildung gilt es zuletzt eine eigene Aufgabe zur Förderung mathematisch leistungsstarker Kinder zu konzipieren. Diese wird zunächst theoretisch vorgestellt. Anschließend wird eine Kinderlösung beschrieben und zuletzt ein Vorschlag zur Verbesserung der Aufgabe erarbeitet. Das Fazit beendet die Arbeit und fasst zusammen, was der / die Student oder Studentin aus dem Projekt in Bezug auf seine Lehrerpersönlichkeit an Erkenntnissen mitnimmt. Insgesamt sieht das Projekt vor allem vor, angehende Lehrer und Lehrerinnen dafür zu sensibilisieren in zukünftigen Unterrichtssituation mathematisch begabte Kinder angemessen zu fördern und eine entsprechende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Zuletzt ermöglicht es ihnen – durch die Auseinandersetzung mit den theoretischen Hintergründen mathematischer Hochbegabung – Indikatoren zu deuten und relevante Maßnahmen zur Begabtenförderung einzuleiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Reflexion der ersten Sitzung
3. Begabungsmerkmale und begabungsstützende Persönlichkeitseigenschaften
3.1. Beobachtung eines Begabungsmerkmals
3.2. Beobachtung einer begabungsstützenden Persönlichkeitseigenschaft
4. Beobachtung eines Problembearbeitungsstils
5. Theoriegeleitete Analyse einer Einzelinterviewsitzung
5.1. Lehrerpersönlichkeit
5.2. Beobachtung eines Begabungsmerkmals
5.3. Beobachtung einer begabungsstützenden Persönlichkeitseigenschaft
5.4. Beobachtung eines Problembearbeitungsstils
6. Theoriegeleitete Konzeption einer kleinen Förderaufgabe
6.1. Begründung der Auswahl
6.2. Musterlösung
6.3. Reflexion der Durchführung (inklusive kommentierter Kinderlösung)
6.4. Überarbeitungsvorschlag und Zwischenfazit zur Auswahl und Durchführung der Förderaufgabe
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht mathematisch begabte Kinder im Kontext des MIKADU-Projekts an der Bergischen Universität Wuppertal, mit dem primären Ziel, angehende Lehrkräfte für die Bedürfnisse mathematisch begabter Kinder zu sensibilisieren und Möglichkeiten zur gezielten Förderung im Unterricht aufzuzeigen.
- Beobachtung und Analyse mathematikspezifischer Begabungsmerkmale
- Untersuchung begabungsstützender Persönlichkeitseigenschaften
- Kategorisierung von Problembearbeitungsstilen
- Entwicklung und Reflexion von theoretisch fundierten Förderaufgaben
Auszug aus dem Buch
3. Begabungsmerkmale und begabungsstützende Persönlichkeitseigenschaften
Mathematische Begabung ist ein komplexer Begriff und stellt keine Beschreibung für einen normierten Ist-Zustand dar. Vielmehr ist die Begabung von mehreren Faktoren abhängig und kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Erschwerend kommt hinzu, dass Wörter wie „Intelligenz“, „Talent“ und „Fähigkeit“ synonym verwendet werden und so den Begriff der Begabung als nicht eindeutig definiert erscheinen lassen (vgl. (Käpnick, 1998, S. 45)). An dieser Stelle setzt Käpnick an und fordert eine eindeutige Beschreibung des mathematischen Begabungsmerkmals. So „[…] verstehe er „mathematische Begabung“ dementsprechend als eine vorhandene hohe Leistungspotenz für mathematisches Tätigsein.“ (Käpnick, 1998, S. 46). Ebenfalls warnt er davor Begabung ausschließlich auf eine genetische bzw. angeborene Fähigkeit zu reduzieren. Dies birgt die Gefahr, im Kindes- und Jugendalter zu wenig auf „Interessen und Gewohnheiten“ mathematisch begabter Kinder einzugehen und keine Förderung dieses Potentials zu veranlassen (Käpnick, 1998, S. 47). Als realistische und mittlerweile empirisch belegte Ansicht gilt nach Käpnick das „Zweifaktorenmodell“ - ein „komplexer Prozeß von Wechselwirkungen zwischen genetischen Anlagen und Einflüssen aus der gesellschaftlichen Umwelt“ (Käpnick, 1998, S. 49).
Die Dringlichkeit und Notwendigkeit der Förderung mathematisch begabter aber auch interessierter Kinder durch Institutionen, wie Schule und Universitäten, aber auch des Elternhauses und der Familie im Allgemeinen wird hier sehr deutlich. Darüber hinaus fällt auf, wie komplex die Thematik zu sein scheint und wie wenig normativ sie bis dahin festgehalten wurde. Um an dieser Stelle Abhilfe zu schaffen definiert Käpnick Begrifflichkeiten und Modelle, die eine Einordnung mathematischer Begabungen zulassen und genauer auf die Persönlichkeit von Kindern in Bezug auf mathematisches Potential eingehen. Das bedeutet nicht eine Abstufung von wenig- bis hochbegabt - ebenfalls findet man keine Bewertungen unterschiedlicher Persönlichkeitsmerkmale. Besonders hebt Käpnick die individuelle Stärke unterschiedlicher Begabungsmerkmale und persönlicher Fähigkeiten hervor, die in unterschiedlichen Situationen vorteilhaft oder eben nachteilig sein können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Problematik der mangelnden Förderung mathematisch begabter Kinder im Regelunterricht und führt das MIKADU-Projekt als unterstützendes Angebot der Bergischen Universität Wuppertal ein.
2. Reflexion der ersten Sitzung: Dieses Kapitel reflektiert die erste MIKADU-Sitzung, wobei der Fokus auf den Beobachtungen des Autors bezüglich des Schülerverhaltens und der Eigenerwartungen liegt.
3. Begabungsmerkmale und begabungsstützende Persönlichkeitseigenschaften: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung und Definition von Begabungsmerkmalen sowie deren begabungsstützenden Persönlichkeitseigenschaften auf Basis wissenschaftlicher Literatur.
3.1. Beobachtung eines Begabungsmerkmals: Dieses Unterkapitel widmet sich der praktischen Beobachtung und Identifikation von Begabungsmerkmalen bei einem Kind aus dem Projekt.
3.2. Beobachtung einer begabungsstützenden Persönlichkeitseigenschaft: Hier wird der Fokus auf die Identifikation von Persönlichkeitsmerkmalen gelegt, welche die mathematische Begabung stützen.
4. Beobachtung eines Problembearbeitungsstils: In diesem Kapitel werden verschiedene Vorgehensweisen von Kindern beim Lösen von mathematischen Problemen kategorisiert und analysiert.
5. Theoriegeleitete Analyse einer Einzelinterviewsitzung: Dieses Kapitel beinhaltet eine detaillierte Analyse eines Einzelinterviews unter Berücksichtigung von Begabung und Lehrerpersönlichkeit.
5.1. Lehrerpersönlichkeit: Die Lehrerpersönlichkeit wird hier im Kontext von Feedbackkultur und professionellem Handeln während des Interviews untersucht.
5.2. Beobachtung eines Begabungsmerkmals: Eine erneute praktische Anwendung der Beobachtung mathematischer Begabungsmerkmale in der Interviewsituation.
5.3. Beobachtung einer begabungsstützenden Persönlichkeitseigenschaft: Analyse der begabungsstützenden Eigenschaften im speziellen Setting des Einzelinterviews.
5.4. Beobachtung eines Problembearbeitungsstils: Untersuchung und Einordnung des Problemlösestils des interviewten Kindes basierend auf theoretischen Modellen.
6. Theoriegeleitete Konzeption einer kleinen Förderaufgabe: Dieses Kapitel erläutert die Konzeption einer eigenen Förderaufgabe (Kakuro) für das "Mathematik Buffet".
6.1. Begründung der Auswahl: Die didaktische Begründung für die Wahl des Kakuro-Rätsels als Förderaufgabe wird hier dargelegt.
6.2. Musterlösung: Darstellung der Lösungsmöglichkeiten und der Strategien zum Lösen des Kakuro-Rätsels.
6.3. Reflexion der Durchführung (inklusive kommentierter Kinderlösung): Ein reflektierender Bericht über den praktischen Einsatz der Förderaufgabe mit konkreten Kinderbeispielen.
6.4. Überarbeitungsvorschlag und Zwischenfazit zur Auswahl und Durchführung der Förderaufgabe: Zusammenfassendes Fazit zur Eignung des Materials und Vorschläge zur Optimierung der Förderaufgabe.
7. Fazit: Das Fazit fasst die wertvollen Erkenntnisse der Seminararbeit zusammen und unterstreicht die Bedeutung der Sensibilisierung für mathematisch begabte Kinder im Lehrberuf.
Schlüsselwörter
Mathematische Begabung, MIKADU, Begabungsmerkmale, Persönlichkeitseigenschaften, Problembearbeitungsstil, Förderaufgabe, Kakuro, Lehrerpersönlichkeit, Feedbackkultur, Strukturierung, mathematische Kompetenz, Begabtenförderung, Einzelinterview, Selbstregulation, Lernprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Beobachtung und Förderung mathematisch begabter Kinder im Rahmen des MIKADU-Projekts sowie der Reflexion der eigenen Lehrerrolle.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind mathematische Begabungsmerkmale, begabungsstützende Persönlichkeitseigenschaften, verschiedene Problembearbeitungsstile und die Konzeption von Förderaufgaben.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, angehende Lehrkräfte für mathematisch begabte Kinder zu sensibilisieren und Werkzeuge für die Begabtenförderung im Schulalltag zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden qualitative Beobachtungsmethoden von Einzelinterviews und Unterrichtssituationen sowie die theoretische Analyse von Kinderlösungen angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Verhalten mathematisch begabter Kinder, kategorisiert Problemlösungsansätze und reflektiert die Durchführung einer selbst entwickelten Förderaufgabe.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Begabungsmerkmale, Problembearbeitungsstile, Differenzierung und die Förderung mathematischer Potenziale.
Warum wurde das Kakuro-Rätsel als Förderaufgabe gewählt?
Das Kakuro-Rätsel wurde gewählt, da es motivierend ist, eine hohe mathematische Substanz besitzt und individuelle Differenzierung beim Problemlösen ermöglicht.
Welche Rolle spielt die Lehrerpersönlichkeit bei der Analyse?
Die Lehrerpersönlichkeit wird kritisch im Hinblick auf das Feedbackverhalten und die Fähigkeit zur Begleitung von Lernprozessen in der Interviewsituation untersucht.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Voss (Autor:in), 2020, Förderung mathematisch interessierter und (hoch-)begabter Kinder. Sensibilisierung angehender Lehrer/innen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541632