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Der Europäische Emissionsrechtehandel. Maßnahmen zur Wiederbelebung eines gescheiterten Klimaschutzinstruments

Title: Der Europäische Emissionsrechtehandel. Maßnahmen zur Wiederbelebung eines gescheiterten Klimaschutzinstruments

Textbook , 2021 , 60 Pages

Autor:in: David Immerz (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Das wohl brisanteste Thema im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist der Ausstoß von Treibhausgasen. Um die Erwärmung der Erde und die daraus resultierenden Folgen für Mensch und Umwelt aufzuhalten, muss die Menschheit den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduzieren – einerseits durch technische Lösungen, andererseits durch Veränderung des eigenen Verhaltens.

Der Europäische Emissionshandel, der im Januar 2005 in Kraft trat, sollte ein Instrument für die Senkung der Treibhausgasemissionen sein. David Immerz beschreibt die Funktionsweise des Emissionshandelssystems und erläutert, weshalb es in der EU nur mäßig funktionierte. Er befasst sich insbesondere mit den neuen Maßnahmen, die die EU-Politik ab dem Jahr 2021 einsetzen wird, und zeigt auf, inwiefern der Emissionshandel mit diesen Reformen an Effektivität gewinnen kann.

Aus dem Inhalt:
- Klimawandel;
- Umweltschutz;
- Kyoto-Protokoll;
- Emissionsobergrenze;
- Zertifikate;
- Dekarbonisierung

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Persönliche Motivation

1.2 Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Die Bedeutung von Kohlendioxid

3 Allgemeine Funktionsweise eines Emissionshandels

4 Beschreibung des Europäischen Emissionshandels im Speziellen

4.1 Umsetzung des EU ETS

4.2 Teilnehmer am Emissionshandel

4.3 Einbindung der Luftverkehrs in den Emissionshandel

4.4 Phasen des Emissionshandels

4.5 Zertifikatstypen und preisliche Entwicklung

5 Gründe für das Scheitern des Emissionshandels

5.1 Zusätzliche JI/CDM-Zertifikate

5.2 Wirtschaftskrise

5.3 Weitere (nationale) Klimaschutzmaßnahmen

5.4 Zu hoch gewählte Obergrenze

5.5 Überausstattung mit Zertifikaten

5.6 Zu geringer Zertifikate-Preis

6 Wiederbelebung des Emissionshandelssystems

6.1 Die Marktstabilitätsreserve

6.2 2015/1814: Änderung der Richtlinie 2003/87/EG

6.3 Die Reform des Europäischen Emissionshandels

7 Auswirkungen der Reform auf die vierte Handelsperiode

7.1 Überschussentwicklung und Kohlendioxidpreise

7.2 Zusammenwirken von Emissionshandel und nationalen Klimaschutzmaßnahmen

8 Weitere Möglichkeiten zur Stärkung und Ergänzung des Emissionshandels

8.1 Klimapfand

8.2 Einführung einer unabhängigen Emissionsbank

8.3 Erweiterung des Emissionshandels auf weitere Sektoren

8.4 CO2-Bepreisung über eine Energiesteuerreform

9 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Funktionsweise des Europäischen Emissionshandels (EU ETS) zu beleuchten und deskriptiv zu ergründen, warum dieser trotz seiner ökologischen Konzeption in der Realität als Instrument bisher hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Dabei wird untersucht, ob die eingeleiteten Reformen, insbesondere die Marktstabilitätsreserve, das System erfolgreich revitalisieren können.

  • Funktionsweise und historische Entwicklung des Emissionshandels in Europa.
  • Analyse der Ursachen für das bisherige Scheitern des Systems, wie Überausstattung und Wirtschaftskrisen.
  • Evaluierung der politischen Wiederbelebungsmaßnahmen und deren Auswirkungen ab 2021.
  • Diskussion weiterführender Instrumente zur Stärkung der Dekarbonisierung.

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Phase I (2005 – 2007)

Die erste Phase des Zertifikatehandels hatte eine Dauer von drei Jahren und kann in erster Linie als Initial- oder auch Testphase bezeichnet werden. Basierend auf der Richtlinie 2003/87/EG (Emissionshandelsrichtlinie) wurde zunächst von der EU noch keine, für einen Emissionshandel jedoch essentiell notwendige, Emissionsobergrenze (Cap) vorgeben, sondern den Mitgliedsstaaten in dieser Hinsicht eine gewisse Freiheit gewährt. Diese wurden jedoch verpflichtet die nationalen Emissionen der in Kapitel 4.2 genannten Sektoren und Industrien in einem Allokationsplan festzulegen. Die EU Kommission behielt sich hierbei allerdings das Recht vor, den Allokationsplan eines Staates bei Verletzung gewisser Kriterien abzulehnen (Sturm 2018:99).

Die Europäische Kommission gibt im Anhang III ihrer Richtlinie 2003/87/EG konkrete Kriterien für die nationalen Zuteilungspläne der einzelnen Mitgliedsstaaten. Aufgeführt wird beispielsweise, dass die Gesamtmenge der zuzuteilenden Emissionsberechtigungen den wahrscheinlichen Bedarf für die strikte Anwendung der Kriterien nicht überschreiten darf. Des weiteren muss in jedem Fall das (technische) Potenzial zur Verringerungen von Emissionen berücksichtigt werden und in Einklang mit der Menge an Zertifikaten stehen. Es wird betont, dass alle Unternehmen und Sektoren gleich gerecht behandelt werden müssen und es keine Bevorzugung geben darf. Außerdem müssen klare Angaben darüber gemacht werden, wie sich neue Marktteilnehmer am Emissionshandel in ihrem jeweiligen Mitgliedsstaat beteiligen können (Europäische Kommission 2003:L(275)/44).

2003/87/EG Artikel 10 gab zudem vor, dass in der ersten Phase mindestens 95 Prozent der Zertifikate kostenlos zugeteilt werden müssen. Als Zuteilungsmethode wurde eine spezielle Variante des sogenannten Grandfatherings gewählt, bei der die Zertifikate, basierend auf den historischen Emissionen der Unternehmen, jährlich an diese vergeben wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Relevanz des Klimaschutzes, die persönliche Motivation des Autors und die Zielsetzung der Arbeit.

2 Die Bedeutung von Kohlendioxid: Erläuterung der physikalischen Grundlagen des Treibhauseffekts durch CO2 und die Notwendigkeit zur Reduktion.

3 Allgemeine Funktionsweise eines Emissionshandels: Theoretische Darstellung, wie ein Markt für Umweltgüter funktioniert und Anreize zur Emissionsvermeidung schafft.

4 Beschreibung des Europäischen Emissionshandels im Speziellen: Detaillierte Analyse der Ausgestaltung, Teilnehmer und Handelsphasen des EU ETS.

5 Gründe für das Scheitern des Emissionshandels: Analyse der Probleme wie Überausstattung, Wirtschaftskrisen und parallel laufende Maßnahmen.

6 Wiederbelebung des Emissionshandelssystems: Erörterung der politischen Reformen, insbesondere der Marktstabilitätsreserve.

7 Auswirkungen der Reform auf die vierte Handelsperiode: Szenarien zur Entwicklung der Zertifikatepreise und Überschüsse nach den Reformmaßnahmen.

8 Weitere Möglichkeiten zur Stärkung und Ergänzung des Emissionshandels: Vorstellung innovativer Instrumente wie Klimapfand oder Emissionsbank.

9 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Systems und Ausblick auf die zukünftige Klimapolitik.

Schlüsselwörter

Emissionshandel, EU ETS, Klimaschutz, CO2-Zertifikate, Marktstabilitätsreserve, Dekarbonisierung, Treibhausgase, Grenzvermeidungskosten, Klimapolitik, Energieeffizienz, Zertifikatspreis, Emissionsobergrenze, Kyoto-Protokoll, Nachhaltigkeit, Umweltökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Bewertung des Europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS) als zentrales Instrument der europäischen Klimapolitik, insbesondere vor dem Hintergrund seiner bisherigen Schwächen und der eingeleiteten Reformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Funktionsweise des Zertifikatshandels, die Ursachen für das bisherige Scheitern des Systems sowie die politischen Maßnahmen zur Wiederbelebung ab der vierten Handelsperiode.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es aufzuzeigen, dass die durchgeführten Reformen dem bisher ineffektiven Klimaschutzinstrument neue Kraft verleihen, damit es seine ökologische Wirkung voll entfalten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Auswertung von EU-Richtlinien sowie Klimaberichten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Funktionsbeschreibung des EU ETS, die kritische Analyse der Fehler wie Überausstattung, sowie die Darstellung der Reformschritte zur Marktstabilisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Emissionshandel, EU ETS, Marktstabilitätsreserve, Dekarbonisierung, Zertifikatspreise und Klimaschutz.

Warum wird im Buch von einem „gescheiterten“ System gesprochen?

Der Begriff bezieht sich auf die vergangenen Handelsperioden, in denen systematische Überausstattungen mit Zertifikaten und eine zu hohe Obergrenze dazu führten, dass kaum eine Knappheit auf dem Markt entstand und der ökologische Nutzen hinter den Erwartungen zurückblieb.

Was bewirkt die Marktstabilitätsreserve?

Die Reserve dient dazu, strukturelle Überschüsse an Zertifikaten abzubauen, um den Zertifikatspreis in Phasen schwankender Nachfrage zu stabilisieren und die Wirksamkeit des Systems langfristig zu garantieren.

Was ist ein „Klimapfand“?

Ein Klimapfand ist ein vorgeschlagenes Instrument, bei dem eine Abgabe auf die Nutzung emissionsintensiver Grundstoffe erhoben wird, um Anreize für eine effizientere Nutzung und klimafreundliche Alternativen zu schaffen.

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Details

Title
Der Europäische Emissionsrechtehandel. Maßnahmen zur Wiederbelebung eines gescheiterten Klimaschutzinstruments
Author
David Immerz (Author)
Publication Year
2021
Pages
60
Catalog Number
V541935
ISBN (eBook)
9783960959298
ISBN (Book)
9783960959304
Language
German
Tags
Klimawandel Umweltschutz Kyoto-Protokoll Emissionsobergrenze Zertifikate Dekarbonisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Immerz (Author), 2021, Der Europäische Emissionsrechtehandel. Maßnahmen zur Wiederbelebung eines gescheiterten Klimaschutzinstruments, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541935
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