Kinder aus alkoholbelasteten Familien. Chancengleichheit durch Resilienzförderung oder zum Scheitern verurteilt?


Bachelorarbeit, 2014

51 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Zielsetzung dieser Arbeit
1.2 Eine kleine Geschichte
1.3 Warum dieses Beispiel?

2. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

3. Begriffsdefinitionen
3.1 Alkoholismus
3.2 Was bedeutet Missbrauch
3.2.1 Was bedeutet Alkoholabhängigkeit
3.2.2 Missbrauch versus Alkoholabhängigkeit

4. Entstehung und mögliche Ursachen einer Alkoholabhängigkeit
4.1 Phasen einer Alkoholsucht
4.1.1 Voralkoholische Phase
4.1.2 Prodomol Anfangsphase
4.1.3 Kritische Phase
4.1.4 Chronische Phase
4.2 Zusammenfassung

5. Co-Abhängigkeit
5.1 Was bedeutet Co-Abhängigkeit
5.2 Phasen der Co-Abhängigkeit nach Schmieder und Kolitzus
5.2.1 Phase des Beschützens und Erklärens
5.2.2 Phase der Kontrolle
5.2.3 Phase der Anklage
5.3 Zusammenfassung
5.4 Die verschiedenen Rollenbilder innerhalb der Familie
5.4.1 Trümmerfrau
5.4.2 Held
5.4.3 Träumerle
5.4.4 Clown
5.4.5 Sündenbock
5.5 Zusammenfassung
5.6 Physische und psychosomatische Folgen einer Co-Abhängigkeit

6. Resilienzforschung
6.1 Die Anfänge der Resilienzforschung
6.2 Risiko und Schutzfaktoren als Grundlage der Resilienzforschung
6.3 Resilienzmodelle
6.3.1 Risikofaktorenkonzept
6.3.2 Die Bedeutung von Vulnerabilität
6.3.3 Schutzfaktorenkonzept
6.3.4 Risikofaktoren versus Schutzfaktoren
6.4 Zusammenfassung
6.5 Resilienzforschung und die Bedeutung von Langschnittstudien
6.5.1 Kauai – Langschnittstudie von Werner und Smith
6.5.2 Resilientes Verhalten fördern
6.6 Zusammenfassung

7. Prävention
7.1 Ansätze und Leitlinien der Suchtprävention
7.1.1 Leitlinien für die Prävention Kinder aus suchtbelasteten Familien
7.2 Daten und Fakten
7.3 Präventionsnetzwerke
7.4 Zusammenfassung

8. Modellprojekte und deren Bedeutung für die Präventionsarbeit
8.1 Modellprojekt „Soziale Frühwarnsysteme in NRW“
8.2 Modellprojekt „Positives Aufwachen in Aachen“ (PIA)
8.3 Modellprojekt „Feuervogel“

9. Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Vorwort zur Bachelorarbeit

Meiner Familie und meinen Freunden möchte ich für die Unterstützung und das Verständnis während meiner Bachelorarbeitszeit danken.

Mein besonderer Dank gilt dabei meinem Bruder Manuel Bohnen, der mich über den ganzen Zeitraum hinweg begleitet und unterstützt hat.

An der Katholischen Fachhochschule Aachen möchte ich mich bei Frau Prof. Dr. phil. Dipl. Soz. Arb. Ute Antonia Lammel und Herr Prof. Dr. phil. Habil. Johannes Jungbauer für die Betreuung meiner Thesis bedanken.

1. Einleitung

Die vorliegende Bachelor Thesis wurde auf Grundlage eigener Erfahrungen verfasst und stellt die abschließende Prüfungsleistung des Studiengangs Soziale Arbeit zur Erlangung des akademischen Grades „Bachelor of Arts“ an der Katholische Fachhochschule Aachen dar.

Dieses einleitende Kapitel soll dazu beitragen, dem Leser die zu Grunde liegende Problemstellung anhand einer realistischen und nachvollziehbaren Geschichte zu verdeutlichen. Die einzelnen Kapitel werden sich im Laufe der Arbeit immer wieder mit der Geschichte befassen um die Relevanz der Resilienzforschung darzustellen und die möglichen Gefahren und vorhandenen Schutzfaktoren einer solchen Erfahrung zu beleuchten.

1.1 Zielsetzung dieser Arbeit

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den aufkommenden Schwierigkeiten, die sich aus einer Alkoholsucht innerhalb eines Familiengefüges ergeben. Es werden die einzelnen Rollenbilder der Familienmitglieder beleuchtet, sowie die aufkommenden Veränderungen, die aufgrund der Problematik entstehen können. Hierbei rückt die Resilienzforschung in den Mittelpunkt der Betrachtung. Ziel dieser Arbeit ist es, die Relevanz der Resilienzforschung, sowie den Aufbau von Präventiven Maßnahmen durch die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Institutionen zu erläutern. Es stellt sich die Frage ob Kinder aus suchtbelasteten Familien stets eine negative Entwicklung durch die bestehende Problematik durchlaufen oder ob sie die gleichen Chancen für eine positive Entwicklung, wie Kinder aus nicht suchtbelasteten Familien haben. Die Resilienzforschung legt ihren Fokus auf die Risikofaktoren und die Schutzfaktoren dieser Kinder. Inwieweit sich die Faktoren wechselseitig bei der Entwicklung beeinflussen können. Die Arbeit wird sich mit den individuellen Ressourcen und möglichen Problematiken beschäftigen, die eine positive oder negative Entwicklung begünstigen können. Die präventive Arbeit in der frühen Kindheit und die Notwendigkeit der Früherkennung für eine positive Entwicklung wird ebenfalls ein Bestandteil dieser Arbeit sein.

1.2 Eine kleine Geschichte

Der Name wurde aus Datenschutzgründen geändert. Lara, 8 Jahre jung, wohnt zusammen mit ihrer Mutter und dessen Lebensgefährten in einem Vorort von Köln. Lara besucht die dritte Schulklasse der Grundschule. Besonders die Schulfächer Schreiben und Sachkunde machen ihr besonders Freude und in ihrer Freizeit malt und bastelt sie sehr gerne. Lara scheint ein Mädchen zu sein, die wie ihre Altersgenossen ein frohes kindgerechtes Leben führt und in geordneten Verhältnissen aufwächst. Es gibt jedoch zu ihren Altersgenossen einen großen Unterschied im alltäglichen Leben mit ihrer Familie. Die Mutter von Lara ist an einer Alkoholsucht erkrankt, die den Alltag in der Familie bestimmt.

Ein ganz normaler Tag von Lara gestaltet sich anders als bei ihren Altersgenossen. Ein Schultag beginnt für Lara indem sie von ihrem Wecker um 6 Uhr Früh geweckt wird. Lara steht alleine auf, begibt sich in das Badezimmer um sich für die Schule fertig zu machen. Anschließend kontrolliert sie ihre Schultasche, ob sie auch alle notwendigen Schulsachen für den Tag eingepackt hat und geht anschließend in die Küche. Es ist ruhig im Haus, da sie die einzige ist, die um diese Uhrzeit aufsteht. In der Küche bereitet sie sich ein Frühstück zu und setzt sich alleine an den Tisch um das gemachte Essen zu sich zu nehmen. Nachdem Frühstück macht Lara sich ihr Pausenbrot, räumt die Küche wieder auf und deckt den Frühstückstisch für ihre Mutter und den Lebensgefährten. Sie bereitet die Kaffeemaschine vor, so dass diese nur noch angemacht werden muss. Mittlerweile ist es 7.15 Uhr und Lara zieht sich die Jacke und Schuhe für die Schule an. Noch immer ist keiner wach, sie schaut nochmals in das Elternschlafzimmer, nimmt sich anschließend die Schultasche und macht sich auf den Weg zur Schule. Auf dem Schulweg trifft Lara eine Freundin von sich und es wird herumgealbert. Dabei ist zu erwähnen, dass Lara nicht viele Freunde hat. In der Schule angekommen hat sie ihr Lieblingsfach Schreiben, doch Lara hat ihre Hausaufgaben zum wiederholten Mal nicht gemacht. Sie weicht der Frage der Lehrerin nach dem Grund der nicht gemachten Hausaufgaben aus. Sie wird aufgefordert für den nächsten Tag die Hausaufgaben nachzuarbeiten und sie dann der Lehrerin zu zeigen. Ansonsten würde sich die Lehrerin mit der Mutter von Lara in Verbindung setzen. Anfangs ist Lara noch konzentriert aber schon nach kurzer Zeit schweifen ihre Gedanken ab. Sie denkt darüber nach ob ihre Mutter es wohl geschafft hat zur Arbeit zu gehen. Wie es ihrer Mutter wohl geht und was passieren wird, wenn sie heute nach der Schule nachhause kommt. Der Lehrerin fällt auf, dass Lara mit ihren Gedanken nicht beim Unterricht ist und fordert sie auf sich zu konzentrieren und mitzuarbeiten. Endlich Pause! Alle stürmen raus doch Lara hat nicht wirklich Lust auf die Pause. Ihre Freundin vom Schulweg ist mit Mädchen aus der Parallelklasse befreundet, die Lara aufgrund ihrer Verschlossenheit und der vernünftigen Art nicht mögen. Somit verbringt Lara die Pause alleine, sie verspeist ihr zuvor selbstgemachtes Schulbrot ohne sich mit jemandem zu unterhalten. Noch zwei Stunden Sachkunde. Lara verfolgt den Unterricht mit Eifer, da es sie von der Problematik zuhause ablenkt. Nach dem Unterricht trifft sie sich vor der Schule mit ihrer Freundin, die sich täglich den Schulweg teilen. Die Freundin fragt Lara, ob sie noch zum Spielen mit zu ihr nachhause kommen möchte aber Lara lehnt ab. Bei der Nachfrage ob die Freundin Lara nachhause begleiten könne, lügt sie ihre Freundin an, dass heute ein Onkel Geburtstag hat, wo sie gleich hinfährt. Die Wege der beiden trennen sich und Lara schaut, das sie auf dem schnellsten Weg nachhause kommt. Die Angst in ihr wächst, dass was passiert sein könnte, dass die Mutter betrunken ist und sich aggressiv gegenüber Lara verhalten könnte. Lara kommt Zuhause an und ist erleichtert, die Mutter ist morgens aufgestanden und zur Arbeit gegangen. Wie schon zum Frühstück bereitet Lara sich ihr Mittagessen selbst zu. Es gibt wie so häufig eine Minipizza. Sie setzt sich alleine an den Tisch und fängt an zu essen. Im Anschluss möchte Lara ihre Hausaufgaben machen. Sie fängt an, aber kann sich kaum konzentrieren. Immer wieder erwischt sie sich dabei, dass ihre Gedanken abschweifen. Lara weiß, dass die Mutter im ganzen Haus den Alkohol versteckt, da Lara ihn schon oft entsorgt hat. Sie hält es kaum noch aus, sie möchte die Verstecke absuchen, aber Lara muss heute ihre Hausaufgaben machen, da die Lehrerin ansonsten die Mutter zur Schule bestellt, was sie auf gar keinen Fall möchte. Sie reißt sich zusammen und bringt ihre Hausaufgaben zu Ende. Endlich fertig! Die Schulsachen werden liegen gelassen und Lara begibt sich auf die Suche, erst nach den bekannten Verstecken und im Anschluss an Orten, wo sie bisher noch nichts gefunden hat. Lara wird fündig und entsorgt den Alkohol in der Toilette. Nicht mehr lange und die Mutter hat Feierabend. Lara fällt ein, dass sie noch staubsaugen muss und die Waschmaschine ausräumen sollte. Sie beeilt sich um, rechtzeitig fertig zu werden. Lara macht sich mit den leeren Flaschen auf den Weg zur Arbeit, um die Mutter abzuholen. Unterwegs entsorgt Lara die Flaschen in einem Glascontainer. Sie muss unbedingt auf der Arbeit ankommen, bevor die Mutter Feierabend hat. Im Einkaufszentrum angekommen, stellt sie fest, dass sie rechtzeitig da ist. Sie geht zu ihrer Mutter, um ihr zu zeigen, dass sie da ist und gleich unten auf sie wartet. Die Mutter von Lara fährt immer mit einem Personalaufzug nach unten. Lara wartet und hofft, dass ihre Mutter nicht alleine im Aufzug ist, damit sie auf dem Weg nach unten nichts trinken kann. Der Aufzug geht auf und Lara ist erleichtert, dass sich ebenfalls Arbeitskollegen im Aufzug befinden. Sie gehen gemeinsam nach Hause. Es wird Abendbrot vorbereitet und alle sitzen zusammen und genießen das Essen. Lara befürchtet, dass die Mutter die nicht vorhandenen Flaschen entdecken könnte und bietet ihr eine Fußmassage an, um sie abzulenken. Nach einiger Zeit geht Lara in ihr Zimmer und bemerkt nach kurzer Zeit, dass die Mutter die Verstecke durchsucht. Eine Stimme tönt durch das Haus, ob Lara vielleicht an einigen dieser Orte gewesen sei und was weggenommen hat. Lara kennt die Situation mittlerweile genau und antwortet mit einem „nein“ und fragt ihre Mutter, was sie denn suchen würde. Die Mutter gibt keine Antwort auf die gestellte Frage. Nach wenigen Minuten kommt die Mutter in das Zimmer von Lara und behauptet, sie müsse Zigaretten holen. Lara weiß, dass noch welche da sind, kann aber nichts sagen, da rauskommen würde, dass sie alles durchsucht hat. Die Mutter geht aus dem Haus und kommt nach einer gefühlten Ewigkeit wieder. Lara ist von den unterschiedlichsten Gedanken geplagt und fragt sich: „In welchem Zustand kommt die Mama gleich Heim? Wann kommt die Mama nach Hause? Ist die Mama dann wieder aggressiv?“ Die Eingangstür geht auf und Lara läuft nach vorne. Sie riecht die Alkoholfahne und macht sich Vorwürfe, dass sie das nicht verhindern konnte. Die Mutter ist bemüht, sich normal zu verhalten und schickt Lara nach kurzer Zeit in ihr Zimmer, um zu schlafen. Lara fügt sich der Aufforderung ihrer Mutter und begibt sich in ihr Zimmer. Lara liegt traurig im Bett. Es quälen sie Schuldgefühle, dass die Mutter getrunken hat. Sie ist verzweifelt, da sie nicht mehr weiß, was sie noch tun kann, um die Mutter vom Trinken abzuhalten. Es kommen Ängste in ihr hoch und sie stellt sich die Fragen: wie wird sie wohl morgen früh die Mama vorfinden? Hat die Mama noch viel Alkohol gekauft? Wird heute Nacht noch irgendetwas passieren? Der Tag war lang und anstrengend, Lara schläft ein.

1.3 Warum dieses Beispiel?

Diese Arbeit behandelt das Thema „Kinder aus alkoholbelasteten Familien. Chancengleichheit durch Resilienzförderung oder zum Scheitern verurteilt“.

Dieser oder ähnliche Alltagsabläufe erlebten schätzungsweise 6 Millionen Menschen in Deutschland, die in Familien mit Suchtproblematiken aufwuchsen und heute Erwachsen sind. Aktuell leben rund 2,65 Millionen Kinder unter dem 18ten Lebensjahr in Familien mit mindestens einem alkoholabhängigen Elternteil. Zudem kommen ca. 40.000 – 60.000 Kinder mit einem drogenabhängigen Elternteil hinzu. Etwa jedes 6 Kind also 17,6% der in Deutschland lebenden Kinder leben mindestens mit einem suchtkranken Elternteil zusammen. http://www.nacoa.de/index.php/fakten Diese Zahlen wirken erschreckend und machen auf die Notwendigkeit von Netzwerkarbeit und der Förderung jener Kinder aufmerksam, die einem solchen Familiengefüge ausgesetzt sind. Die Kinder haben nicht die Möglichkeit sich den Geschehnissen innerhalb der Familie zu entziehen. Die Kinder versuchen mithilfe ihrer Ressourcen, die Familie zu schützen. Jedes Kind bringt individuelle Ressourcen mit, die es unterschiedlich einsetzen kann um die Familie zu unterstützen und die Problematik vor der Außenwelt fernzuhalten. Die ständige Verzweiflung, Angst und Anspannung sind tägliche Begleiter dieser Kinder und Ihr Alltag ist von Enttäuschungen, Streitereien, Aggressionen geprägt denen sie nicht entfliehen können. (Janet G. Woititz, 2000, S. 13f).

Die Problematik fängt bei der gesellschaftlichen Akzeptanz gegenüber dem Konsumgut Alkohol an. Alkohol ist ein anerkanntes Genussmittel, was zu den unterschiedlichsten Anlässen zu sich genommen wird und nicht von der Gesellschaft in Frage gestellt wird.

Das Genussmittel Alkohol ist ein täglicher Begleiter. Nach einem anstrengenden Arbeitstag wird sich ein Feierabend Bier gegönnt, um sich zu entspannen. Bei Feierlichkeiten privat oder öffentlich werden Alkoholische Getränke zum Empfang gereicht oder einfach zum netten Beisammen sein zu sich genommen. Die Medien unterstützen, durch Bilder mit lachenden, fröhlichen Menschen die miteinander ein Bier trinken, die Auffassung, dass der Konsum harmlos sei. Die Problematiken die durch einen erhöhten Konsum entstehen können, werden verschwiegen. Im Alltag ist es kaum möglich dem sogenannten Grundnahrungsmittel aus dem Weg zu gehen und schließlich gehört der Konsum zum guten Ton.} Daniel Lieber, 2006, S. 6ff}

Laut der Pressemitteilung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. konsumieren in Deutschland rund 9,5 Millionen Menschen Alkohol, die über dem empfohlenen Wert liegen. Von den 9,5 Millionen Menschen konsumieren 2,0 Millionen Menschen den Alkohol in einer missbräuchlichen Form. 1,3 Millionen Menschen befinden sich in einer Alkoholabhängigkeit. (DHS, Pressemitteilung, Berlin/Hamm, 2011).

Nicht nur die Süchtigen sind von der Problematik betroffen. Die PartnerInnen sowie die Kinder sind in diesem Kreislauf gefangen, es entsteht ein Kreislauf, ein sogenannter Zirkel um den Alkohol. Die Betroffenen unterziehen sich einer andauernden Veränderung.

2. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

Diese Arbeit gliedert sich in die Kapitel eins bis neun, wobei das erste Kapitel die Problemstellung, die Zielsetzung sowie den Aufbau dieser Arbeit beinhaltet.

Der Anfang dieser Arbeit setzt sich mit dem Theoretischen Hintergrund der Begriffe Alkoholismus, Missbrauch sowie Abhängigkeit auseinander. Diese Begriffe sollten klar voneinander abgegrenzt werden, da nicht jeder Missbrauch zu einer Abhängigkeit führt. Im Anschluss werden die Entstehung und möglichen Ursachen einer Alkoholabhängigkeit mit den unterschiedlichen Phasen näher erarbeitet. An dieser Stelle gilt es zu erwähnen, dass die Phasen bei jeder Person aufgrund der Risikofaktoren und mitgebrachten Schutzfaktoren variieren und sie nur eine mögliche Entwicklung beschreiben können. Der nächste Abschnitt befasst sich mit dem Begriff der Co -abhängigkeit. Welche Veränderungen sich aufgrund einer Suchterkrankung innerhalb des Familiengefüges ergeben. Die einzelnen Phasen erklären die Not in der sich alle Beteiligten befinden und die entstandenen Rollenbilder, die Veränderungen die jedes Familienmitglied durchmacht sowie den vorhandenen Schwierigkeiten und Problemen die sich aus der neuen Familienkonstellation ergeben. Anschließend wird die Notwendigkeit der Resilienzforschung mit seinen unterschiedlichen Aspekten beleuchtet. Es wird im Einzelnen auf die vorhandenen Risiken und Schutzfaktoren eingegangen. Wie diese entstehen oder sich herausbilden können und welche Rolle diese Faktoren bei der Förderung von Kindern aus suchtbelasteten Familien einnehmen. Weiter wird die Wichtigkeit von Langschnittstudien in der Resilienzforschung behandelt und welche Rolle diese bei der Entwicklung des heutigen Forschungsstandes spielen. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit dem Begriff Prävention und seiner Notwendigkeit in der Resilienzforschung. Vor allem die frühe Prävention für Kinder aus suchtbelasteten Familien und deren Möglichkeit der frühen Förderung wird näher erarbeitet. Das letzte Kapitel stellt einige Modellprojekte in Aachen und NRW vor, die sich auf die Frühprävention und deren Wichtigkeit beziehen. Der letzte Punkt ist eine Zusammenfassung der erarbeiten Ergebnisse. Die Arbeit beschäftigt sich vor allem mit dem Thema der Notwendigkeit von Resilienzförderung und der frühen Prävention. Welche Möglichkeiten oder Risiken für das Kind entstehen können und was das Kind dem entgegen setzen kann um eine positive Entwicklung zu durchlaufen. Im Laufe der Arbeit wird immer wieder Bezug auf die anfängliche Geschichte genommen um mögliche Risiken aber auch Hilfsangebote sowie Förder- oder Präventionsmaßnahmen anhand des Beispiels zu erarbeiten. Letztendlich geht die Arbeit auf die Chancengleichheit dieser Kinder ein. Welche Schutzfaktoren den Risikofaktoren entgegenstehen um eine positive oder negative Entwicklung durchzumachen. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Chancengleichheit dieser Kinder oder ob durch widrige Umstände in der Kindheit und Jugend der Weg bereits feststeht und es keine Möglichkeit der gesunden Entwicklung besteht.

3. Begriffsdefinitionen

Dieses Kapitel dient der Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen in Bezug auf Alkoholismus, Alkoholabhängigkeit und Missbrauch. Die Unterschiede jener Begriffe sind klar zu differenzieren wobei diese sich auch Aufbauend entwickeln können.

Um den Einstieg in die Thematik zu erleichtern, ist es notwendig, die Begriffe Missbrauch und Alkoholabhängigkeit voneinander abzugrenzen. In der Literatur ist der Begriff Alkoholismus häufig mit dem Begriff der Abhängigkeit gleichgesetzt. Es wird zwischen stoffgebundenen Süchten, wie Alkoholabhängigkeit oder Medikamentenabhängigkeit und Den stoffungebundenen Süchten, die beispielsweise die Kaufsucht oder Spielsucht beinhalten unterschieden. (Steffen Schulze, 2011, S. 3f)

Als Alkoholiker werden jene Menschen bezeichnet die durch den Konsum von Alkohol Folgeschäden erlitten haben oder Alkoholabhängig geworden sind. Es wurden wie zuvor erwähnt Grenzwerte für einen Risikoarmen Konsum festgelegt aber es gibt keine Werte für Alkoholismus. Es kann nicht anhand der Menge oder Häufigkeit festgestellt werden ab wann Alkoholismus vorliegt. Folgeschäden und die Abhängigkeit hängen eng mit den erwähnten Indikatoren zusammen. Jeder Mensch reagiert individuell auf die konsumierende Menge, da die körperlichen und seelischen mitgebrachten Eigenschaften variieren und sich begünstigend auf den Alkoholismus auswirken können. (Michael Soyka, 2009, S 13)

3.1 Alkoholismus

Der Alkohol ist ein anerkanntes Genussmittel, was zu gesellschaftlichen Anlässen, Feiern, Festen oder auch bei Treffen mit Freunden dazu gehört. Durch die Medien wird der Alkohol als Stimmungsaufheller, als ein Getränk gezeigt, was zu fröhlichen Anlässen zu sich genommen wird. Allerdings werden die Gefahren, die der Alkohol mit sich bringt oftmals nicht gesehen. In den Medien werden sie nicht erwähnt und somit glauben viele Menschen Alkohol ohne Folgen konsumieren zu können. Werbeaufwendungen für Alkoholische Getränke in Deutschland beliefen sich im Jahr 1995 für Bier auf 361Millionen Euro, für Wein auf 27 Millionen Euro. Im Jahr 2010 wurden rund 363 Millionen Euro für Bier und 18 Millionen Euro für Wein in Werbeaufnahmen investiert. http://www.dhs.de/datenfakten/alkohol.html Nicht jeder Gebrauch des Genussmittels führt automatisch zu einem Missbrauch oder einer Alkoholkrankheit. Es ist zum einen die Menge des Alkohols, die zu sich genommen wird, aber auch die Veranlagung jedes Individuums, wie der Körper auf ein Suchtmittel reagiert, sowie genetische und erworbene Risiken sollten beim Konsum berücksichtigt werden. Das deutsche wissenschaftliche Kuratorium der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen hat Grenzwerte für einen risikoarmen Konsum von Alkohol festgelegt. Bei Männern beträgt der Grenzwert 24g pro Tag, was 0.5l Bier entspricht. Bei Frauen liegt die Grenze bei der Hälfte, dementsprechend bei 12g Alkohol pro Tag. Hierbei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass eine Abstinenz von 2 Tagen in der Woche eingehalten werden sollte um möglichen Schädigungen vorzubeugen. (Steffen Schulze, 2011, S. 6)

Der schwedische Arzt Magnus Huss prägte im Jahr 1852 den Begriff Alkoholismus. In den Fokus rückte bei ihm die körperliche Schädigung durch den übermäßigen Konsum von Alkohol. zu dem Zeitpunkt war der Begriff nicht genau definiert. Wichtig ist es den Begriff Alkoholmissbrauch von dem Begriff Alkoholabhängigkeit zu trennen. (Michael Soyka, Heinrich Küfner, 2008, S. 1f)

Das folgende Kapitel befasst sich mit den genannten Begriffen und erklärt die bestehenden Unterschiede.

3.2 Was bedeutet Missbrauch

Missbrauch bezeichnet ein Verhalten, bezogen auf jegliche psychotrope Substanzen, was quantitativ von dem sogenannten Normverhalten abweicht. Der Konsum findet nicht nur bei Gesellschaftlich anerkannten Ereignissen statt. Der Arbeitsplatz leidet unter dem erhöhten Konsum. Der Missbrauch fängt an, den Alltag zu bestimmen und bringt den konsumierenden dazu, sich von seinem sozialen Umfeld zu entfernen. Das soziale Umfeld sowie die sozialen Kontakte können ebenfalls unter dem Missbrauch leiden und Folgeschäden in der Sozialisation der Person mit sich bringen. Hält der Missbrauch über einen längeren Zeitraum an, so entstehen meist gesundheitliche Schädigungen auf körperlicher und psychischer Ebene, die konkret und akut nachweisbar sein müssen um von einem Missbrauch festzustellen. Alkoholmissbrauch zieht nicht immer eine Alkoholabhängigkeit mit sich. Es kann sich zu einem gewohnheitsmäßigen unkontrolliertem Trinkverhalten entwickeln, wie beispielsweise am Wochenende mit Freunden gemeinsam zu konsumieren. (Michael Soyka, 2009, S. 14f)

Die Definition nach dem amerikanischen Diagnosehandbuch DSM IV beschreibt Merkmale, die auf einen Missbrauch hindeuten können, wenn mindestens eines dieser Kriterien innerhalb der letzten 12 Monate erfüllt wurde. Darunter fällt zum einen das vermehrte Fernbleiben vom Arbeitsplatz, der Schule oder sonstigen Verpflichtungen. Ein weiteres Merkmal könnte die eigene Gefährdung oder auch die Gefährdung anderer Personen durch alkoholbedingtes Verhalten in der Öffentlichkeit sein. (Soyka, 2009, S 15).

3.2.1 Was bedeutet Alkoholabhängigkeit

Die Alkoholabhängigkeit zeichnet sich durch die fortwährende Beschäftigung mit der Substanz Alkohol aus. Die Alkoholabhängige Person ist nicht mehr selbstbestimmt, der Alkohol bestimmt den Alltag. Dem Konsumenten sind die körperlichen und psychischen Gefahren, die der Konsum mit sich bringt, bewusst, allerdings wird der Konsum nicht eingeschränkt, vielmehr erhöht sich die Menge und die Toleranzentwicklung gegenüber der Substanz. Durch die genannte Toleranzentwicklung erfährt der Alkoholabhängige nicht mehr den gewünschten Rausch bei gleichbleibender Menge und somit erhöht sich der Konsum stetig. Trinkt der Betroffene über einen längeren Zeitraum keinen Alkohol treten bei ihm sogenannte Entzugserscheinungen auf, die sich in Form von Zittern, Schwitzen, Angst oder Unruhe ausdrücken. Diese beiden Symptome beschreiben die physische Abhängigkeit. Die psychische Abhängigkeit, der sogenannte Kontrollverlust kann nicht genau definiert werden. Ängste, Minderwertigkeitsgefühle oder auch Hemmungen können mögliche Indikatoren für das übermäßige Konsumieren von Alkohol sein, die durch die Einnahme des Alkohols durch die berauschende Wirkung gemindert werden. Eine Abhängigkeit kann sich über Jahre entwickeln. Anfangs ist es ein leichtes Bedürfnis, was sich nach und nach steigert, bis der Drang kaum noch zu kontrollieren ist. (Michael Soyka, 2009, S. 15f)

Die international Classification of Diseases (ICD 10) beschreibt 8 Kriterien, wovon 3 innerhalb des letzten Jahres zur Diagnosesicherung erfüllt sein sollten. Dies beinhaltet zum einen die Toleranzsteigerung, der Wunsch des Alkoholkonsums, die verminderte Kontrollfähigkeit aber auch die immer weiter schreitende soziale Isolation zugunsten des Alkoholkonsums. Die genannten Klassifikationen dienen zur Hilfe der Diagnostik und der Feststellung einer Alkoholabhängigkeit sowie eines Missbrauchs mit der Substanz. (Kai Noack, 2009, S. 6ff).

3.2.2 Missbrauch versus Alkoholabhängigkeit

Der Alkoholmissbrauch bezeichnet ein bedenkliches Trinkverhalten, was physische sowie körperliche Schädigungen durch das unkontrollierte Trinken mit sich bringt. Durch das Trinkverhalten entstehen soziale Veränderungen, die zur Isolation der Betroffenen Person führen können. Alkoholmissbrauch kann als eine gewohnheitsmäßige mit Kontrollverlust verbundene Angewohnheit bezeichnet werden. Allerdings ist zu betonen, dass durch den Missbrauch erhebliche Körperliche Schädigungen entstehen.

Die Alkoholabhängigkeit entwickelt sich meist über Jahre. Anfangs verspürt der Betroffene ein leichtes Bedürfnis Alkohol zu konsumieren, was sich im Laufe der Zeit zu einem starken Verlangen, ein Drang Alkohol zu konsumieren entwickelt. Der Betroffene zeigt zum einen physische Erscheinungen der Abhängigkeit in Form eines Entzuges. Dieser Entzug tritt auf wenn dem Körper kein Alkohol zugeführt wird. Die Toleranzentwicklung steigt stetig an um den gewünschten Rausch zu erhalten. Die psychische Erscheinung einer Abhängigkeit spiegelt sich im Kontrollverlust wieder. Der Betroffene ist nicht in der Lage mit dem trinken aufzuhören.

Es ist wichtig die beiden Begriffe zu unterscheiden, da mit einem Missbrauch nicht immer eine Abhängigkeit einhergeht. Durch den Missbrauch kann sich eine Alkoholabhängigkeit entwickeln, muss aber nicht. Die körperlichen Schädigungen entwickeln sich schon bei einem Missbrauch und verschlimmern sich im Laufe der Jahre. Bei einer Abhängigkeit zeigen sich ebenfalls die negativen Folgeschäden des Konsums hinzukommen die physischen und psychischen Erscheinungen, die den stetigen Konsum begünstigen.

4. Entstehung und mögliche Ursachen einer Alkoholabhängigkeit

Die Entstehung einer Alkoholabhängigkeit kann nicht an einem Kriterium festgemacht werden. Es ist ein Zusammenspiel multifaktorieller Kriterien wie beispielsweise das soziale Umfeld mit den Einflussfaktoren der Familie, Schule, Freunde usw., die physischen und psychischen Eigenschaften genauso wie die genetischen Faktoren spielen eine Rolle und letztlich der Alkohol als Substanz mit seinen chemischen Eigenschaften. (Klaus Paulitsch, Andreas Karwautz, 2008, S. 254)

Die Familie zählt zum Einflussreichsten Interaktionsort einer Person. Die dort vermittelten Normen und Werte sind maßgeblich für den späteren Umgang mit Alkohol. Familien bei denen eher ein freizügiger Umgang im täglichen Leben vermittelt wird und das Bier oder der Wein zum abendlichen beisammen sein dazu gehört, fördern den frühen Umgang der Kinder mit Alkohol. Sollte ein Alkoholabhängigkeitsproblem in der Familie bestehen oder für das Kind die Bezugsperson über einen längeren Zeitraum wegfallen, kann dies ebenfalls negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes mit sich ziehen.

Der Wegfall des Berufes durch Kündigung oder auch der Wohnungsverlust und finanzielle Unsicherheit sind eine mögliche Ursache für den Beginn und der weiteren Entwicklung für eine Alkoholabhängigkeit. Die Alkoholabhängigkeit beeinflusst das gesamte Leben und die dazu gehörenden Personen des Betroffenen. Es ist ein sich entwickelnder Kreislauf von Wissen über seine Sucht, die Besorgung und den Konsum der Substanz und den sich entwickelnden Verhaltensmuster des sozialen Umfeldes. (Jessica Schaake, 2003, S 8ff)

4.1 Phasen einer Alkoholsucht

Eine Alkoholsucht verläuft in verschiedenen Phasen und verschlimmert sich je nach Länge des Konsums, da die Mengen sich erhöhen und der Alltag vom Alkohol bestimmt wird.

Alle Phasen bringen gewisse Verhaltensweisen und Schädigungen mit sich, wobei es wichtig ist, festzuhalten, dass nicht bei jedem Betroffenen die gleichen Symptome auftreten. Die Reihenfolge der Symptome oder Schädigungen sind ebenfalls bei jedem Betroffenen unterschiedlich. Die Betroffenen fangen an sich selbst zu belügen und berufen sich auf die Symptome, die bei ihnen nicht vorhanden sind. Dieses Verhalten dient zur Verleugnung der Sucht, sich und anderen gegenüber. Durch das benannte Verhalten klammern sich die Betroffenen an den Glauben an keiner Alkoholsucht erkrankt zu sein.

In der Praxis ist die Diagnose einer Alkoholerkrankung meist erst spät erkennbar, da der Betroffene selbst und das direkte soziale Umfeld versuchen die Erkrankung vor der Außenwelt geheim zu halten. Jellinek teilte den Verlauf in vier Phasen, die im Folgenden beschrieben werden. (Burkhard Tomm – Bub,M.A., 1992, S. 16)

4.1.1 Voralkoholische Phase

Die erste Phase nach Jellinek ist die voralkoholische Phase. Diese Phase kennzeichnet sich durch Erleichterungstrinken nach einem harten Arbeitstag aus, die Alkoholtoleranz erhöht sich und das Trinken nimmt in seiner Häufigkeit zu. Wie schon zuvor beschrieben reicht die anfängliche Menge für den gewünschten Rausch nicht mehr aus und die Menge wird stetig erhöht. Anfangs wird in einer gesellschaftlich akzeptierten Häufigkeit getrunken. Bei öffentlichen oder Privaten Veranstaltungen. Die Veränderung ist darin begründet, dass das sogenannte Erleichterungstrinken keiner Anlässe mehr Bedarf, sondern den Alltagsstress oder private Schwierigkeiten erträglich machen. Der Alkohol wird zu einem Alltagsritual und dient als Stimmungsregulanz. Weder dem Betroffenen selbst noch dem sozialen Umfeld fällt der erhöhte Konsum auf. Diese Phase kann sich über Monate aber auch Jahre hinziehen. (Burkhard Tomm – Bub,M.A., 1992, S. 16)

4.1.2 Prodomol Anfangsphase

Im Anschluss beginnt die Prodromol oder auch Anfangsphase. Das Trinkverhalten ist in seiner Menge deutlich vom „Normkonsum“ abzugrenzen. Der Betroffene erleidet Gedächtnislücken, und der Konsum dient als zunehmendes Regulanzmittel. Dem Betroffenen wird bewusst, dass sein Trinkverhalten sich von dem der anderen abgrenzt und es wird versucht das Thema Alkohol zu vermeiden. Die ersten Gläser werden meist zügig getrunken und Schuldgefühle entwickeln sich bei dem Betroffenen. In dieser Phase besitzt derjenige noch die Kontrolle über seinen Konsum. Es herrscht ein andauerndes Denken an den Alkohol und den Konsum. Der Alkohol ist täglicher Begleiter des Betroffenen. (Burkhard Tomm – Bub,M.A., 1992, S. 16)

4.1.3 Kritische Phase

Die Kritische Phase zeichnet sich durch zunehmende Kontrollverluste aus. Das Umfeld bekommt erstmalig, das auffällige Trinkverhalten des Betroffenen durch sein hastiges Trinken oder auch dem vorab Konsum mit. Der Betroffene hat in dieser Phase, die Möglichkeit nichts mehr zu trinken und dem begleitenden Alkohol zu widerstehen oder bei Konsum den wiederholten Kontrollverlust zu riskieren. Das Trinken wird vermehrt verheimlicht und vor Gesellschaftlichen Anlässen wird im privaten Bereich schon Konsumiert damit zum einen die Wirkung des berauscht seins schneller erreicht wird und der Betroffene in der Gesellschaft ein normales Trinkverhalten demonstrieren kann. Der Betroffene ist mit Scham und Schuld belastet und ihm ist sein unkontrolliertes Trinkverhalten und den damit verbundenen, bedingt durch den Konsum veränderten Verhaltensweisen bewusst. Merkmale dieser Phase können zum einen unangemessene Selbstsicherheit, das Fallenlassen von Freunden, Abstinenzverhalten aber auch ein häufiger Wechsel der Arbeitsstelle sein. Für den Betroffen beginnt eine Flucht aus seiner gewohnten Umgebung, die Familie versucht sich abzugrenzen und der Betroffene legt seinen Fokus auf die Beschaffung und Lagerung, der kontinuirlichen Versorgung des Alkohols. (Burkhard Tomm – Bub,M.A., 1992, S. 16)

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Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Kinder aus alkoholbelasteten Familien. Chancengleichheit durch Resilienzförderung oder zum Scheitern verurteilt?
Hochschule
Katholische Hochschule NRW; ehem. Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Aachen
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
51
Katalognummer
V542009
ISBN (eBook)
9783346171696
ISBN (Buch)
9783346171702
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alkohol, Abhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Familie, Kinder, Ressourcen, Chancen, Chancengleichheit, Rollenverteilung, Ängste, Schuld, Missbrauch, Seelische Verwahrlosung, Verwahrlosung, Ungesehen, Übersehen, Alleine, Schicksal, Kinderherz, Kinderarmut, Zwang, Zwanglos, Grenzen, Unwissenheit, Gefahr, Gefährdung, Kindeswohl Gefährdung, Armut, Geschwister, Freunde, Leben, Alltag, Erwachsen, TheorienSoziale, Arbeit, Lebensweltorientiert, Hermeneutik, TraditionInstitutionell, Gesellschaft, gesellschaftliche Funktion, Partizipation, Verstehen, Verständigung, Kultur, menschlich, Wechselspiel, Pädagogik, Hilfe, Gestaltung, Ganzheitlich, Betrachtung, Ansicht, Zusammenarbeit, Zusammenspiel, Zeit, Umfeld, Erziehungswissenschaft, Kommunikation, Lebensverhältnis, Netzwerk, Kindeswohl, Entgiftung, Traumata, Drogen
Arbeit zitieren
Manuela Bertinelli (Autor), 2014, Kinder aus alkoholbelasteten Familien. Chancengleichheit durch Resilienzförderung oder zum Scheitern verurteilt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542009

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