,Controlling lässt sich mit Fug und Recht zu den schillerndsten und umstrittensten, zugleich aber auch in der Praxis bedeutsamsten betriebswirtschaftlichen Teildisziplinen zählen."1
Es handelt sich beim Controlling um eine Praxiserprobte, heute bereits zum Unternehmensalltag gehörende und vielfältig entwickelte betriebliche Steuerungsfunktion. Die Einrichtung der Controllingfunktion ist eine Folge des wachsenden Anpassungs- und Koordinationsproblems in vielen Unternehmungen. In Zeiten großer Dynamik und Komplexität der Unternehmungsumwelt und Differenziertheit der Unternehmungen ist es notwendig geworden, durch zielbewusstes Vorausdenken, konsequentes Handeln und systematische Überwachung der Unternehmung und seines Umfeldes, Chancen und Risiken nicht nur rückblickend zu sehen und zu verstehen, sondern vor allem zukünftige Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und deren Folgen abzuschätzen. Bei dieser Notwendigkeit soll das Controlling bzw. der Controller helfen.23
Die in der vorliegenden Arbeit behandelte Problemstellung, bezieht sich auf die Komplexität der in der Literatur umschriebenen Funktionen, Organisations- und Arbeitsweisen des Controllings. Die große Bedeutung des Controllings in der Praxis verdeutlicht die Notwendigkeit seine Begrifflichkeit adäquat abzugrenzen. Diese Problemstellung stellt sich aufgrund der oben angesprochenen Komplexität als nicht trivial dar.
Herauszuheben ist, dass insbesondere die Frage beantwortet werden soll, was das Controlling im Unternehmensalltag leisten soll, welche Funktionen der einzelne Controller hat, mit welchen Instrumenten er diese zu lösen versucht und wie der Controller organisiert ist. Die zugrundeliegende Theorie mit praktischen Beispielen so zu verbinden, dass die Bedeutung des Controllings in der Unternehmung deutlich wird, ist somit Ziel dieser Arbeit.
1 Weber, Jürgen: Einführung in das Controlling, 8. Auflage, Stuttgart 1999, S. V.
2 Vgl. Ziegenbein, Klaus: Controlling, 6. Auflage, Ludwigshafen 1998, S. 7 .
3 Vgl. Horváth, Peter: Controlling, 7. Auflage, München 1998, S. 3 ff.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Begriffsabgrenzung
1.2.1. Der Begriff Controlling
1.2.2. Der Begriff Controller
1.3. Gang der Untersuchung
2. Die Funktion und Arbeitsweise des Controllings
2.1. Planung
2.1.1. Der Begriff der Planung
2.1.2. Die Aufgaben des Controllers
2.1.3. Instrumente der Planung
2.1.4. Praxisbeispiele
2.2. Kontrolle
2.2.1. Der Begriff der Kontrolle
2.2.2. Die Aufgaben des Controllers
2.2.3. Instrumente der Kontrolle
2.2.4. Praxisbeispiele
2.3. Informationsversorgung
2.3.1. Der Begriff der Informationsversorgung
2.3.2. Die Aufgaben des Controllers
2.3.3. Instrumente der Informationsversorgung
2.3.4. Praxisbeispiele
2.4. Koordination
2.4.1. Der Begriff der Koordination
2.4.2. Die Aufgaben des Controllers
2.4.3. Instrumente der Koordination
3. Die Organisation des Controlling
3.1. Zentralisation und Dezentralisation der Controllingaufgaben
3.2. Hierarchische Eingliederung des Controllings
3.3. Controlling als Stabs -, Linien- oder Matrixorganisation
3.4. Binnenstruktur der Controlling-Abteilung
3.5. Praxisbeispiele
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Funktionen, Organisationsstrukturen und Arbeitsweisen des Controllings in der modernen Unternehmenspraxis. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Konzepte mit praktischen Fallbeispielen zu verknüpfen, um die zentrale Bedeutung des Controllings für eine effiziente und rationale Unternehmensführung zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Aufgaben auf verschiedene Hierarchieebenen und Organisationsformen verteilt werden können.
- Analyse der vier betriebswirtschaftlichen Teilfunktionen des Controllings: Planung, Kontrolle, Informationsversorgung und Koordination.
- Untersuchung der spezifischen Aufgaben und Rollen des Controllers innerhalb dieser Funktionen.
- Erarbeitung der verschiedenen Möglichkeiten der organisatorischen Eingliederung des Controllings in die Unternehmenshierarchie.
- Darstellung praxisbezogener Konzepte wie der Maßnahmenmanagement-Tools oder matrixorientierter Organisationsstrukturen.
Auszug aus dem Buch
Die Aufgaben des Controllers
Kernaufgabe des Controllers ist die Gestaltung und Fortentwicklung der Gesamtarchitektur des Planungssystems im Unternehmen. Er hat dabei alle planenden Stellen – also das Controlling selbst oder andere Instanzen – methodisch und instrumentell zu unterstützen, d.h. ihnen Werkzeuge und Verfahren für die Planung zur Verfügung zu stellen. Dies kann etwa die Erstellung von Planungshandbüchern, das Vorbereitung/die Durchführung von Schulungsmaßnahmen oder die Implementierung von Planungstools sein. Betont sei, dass der Controller die konkrete Planung insbesondere nicht selber durchführen muss, sondern diese lediglich den entsprechenden Stellen ermöglichen soll.
Die sich aus den bisherigen Darstellungen ergebende Komplexität der Planung, erfordert eine systematische und übersichtliche Vorgehensweise. Um diese zu gewährleisten, muss der Controller zunächst regelmäßig einen Planungskalender erstellen, welcher die Zeiträume bestimmter Arbeiten festlegt. So erfolgt bspw. die strategische Planung oftmals in der ersten Jahreshälfte, die operative hingegen erst in der zweiten, um weitere, für die Planung fundamentale Daten zu erhalten.
Der Controller kann die Planung nun in zwei verschiedene Richtungen – unterschieden nach der Herkunft der Planungsträger aus den verschiedenen Hierarchieebenen – organisieren: Die Planung von oben (= retrograd oder top down) geht von ganzheitlichen Zielformulierungen aus, welche von nur wenigen Planungsträgern vorgegeben werden, was eine ganzheitliche Betrachtung und geringen Koordinationsbedarf mit sich bringt. Die Ziele stehen bei dieser Planungsrichtung klar im Vordergrund. Nachteilig ist, dass nur leicht planbare Dinge geplant werden können, in unteren Ebenen Widerstand bei der Plandurchführung nicht unwahrscheinlich ist und die Zielvorgaben mit den den Teilbereichen zugeteilten Ressourcen u.U. nicht erreichbar sind. Die Planung von unten (= progressiv oder bottom up) fasst die Teilpläne einzelner Bereiche zu einem integrierten Rahmenplan zusammen. Bei dieser Planungsrichtung steht die Durchführbarkeit, nicht so sehr die Ziele im Vordergrund.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und definiert das Ziel der Arbeit, die theoretischen Grundlagen des Controllings mit praktischen Beispielen zu verknüpfen.
2. Die Funktion und Arbeitsweise des Controllings: Dieses Kapitel erläutert detailliert die vier zentralen Teilfunktionen des Controllings – Planung, Kontrolle, Informationsversorgung und Koordination – sowie die entsprechenden Instrumente und Aufgaben des Controllers.
3. Die Organisation des Controlling: Hier wird die institutionelle Einbindung des Controllings in das Unternehmen sowie die Binnenstruktur von Controlling-Abteilungen und spezifische Organisationskonzepte untersucht.
4. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel bietet eine kritische Zusammenfassung der theoretischen und praktischen Erkenntnisse der Arbeit und unterstreicht die weiterhin wachsende Bedeutung des Controllings.
Schlüsselwörter
Controlling, Controller, Planung, Kontrolle, Informationsversorgung, Koordination, Unternehmensorganisation, strategische Planung, operative Planung, Management, Unternehmensführung, Matrixorganisation, Kennzahlen, Entscheidungsfindung, Rationalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den komplexen Funktionen, der Arbeitsweise und der organisatorischen Einbindung des Controllings sowie der Rolle des Controllers innerhalb moderner Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die vier Controlling-Kernfunktionen (Planung, Kontrolle, Informationsversorgung, Koordination) sowie die institutionelle Organisation und hierarchische Eingliederung des Controllings.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die theoretischen Aspekte des Controllings mit praktischen Anwendungsbeispielen zu verknüpfen, um die praktische Bedeutung und die Aufgabenbereiche des Controllers transparent und verständlich darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und ordnet die heterogenen Definitionsansätze systematisch ein, ergänzt durch anschauliche Fallbeispiele aus der betrieblichen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die Teilbereiche Planung, Kontrolle, Informationsversorgung und Koordination sowie die methodischen Instrumente und die Organisationsformen (Stab, Linie, Matrix) erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Controlling, Controller, Planung, Kontrolle, Informationsversorgung, Koordination und Organisationsstruktur geprägt.
Welche Rolle spielt die IT-Unterstützung im Controlling laut Dokument?
Das Dokument betont, dass der Controller stark auf elektronische Datenverarbeitung angewiesen ist, um die immensen Datenmengen effizient zu beschaffen, zu aggregieren und auszuwerten.
Wie unterscheiden sich das amerikanische und das deutsche Controlling-Konzept?
Der Hauptunterschied liegt darin, dass das amerikanische Konzept das gesamte Rechnungswesen (intern und extern) einschließt, während das deutsche Konzept sich auf das interne Rechnungswesen konzentriert.
- Quote paper
- A. Seeth (Author), S. Kliwer (Author), T. Riedner (Author), C. Kraul (Author), 2002, Die Funktion und Arbeitsweise des Controllers und der Controller-Organisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5421