Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Was ist geblieben vom "Volksheim" Schweden?

Title: Was ist geblieben vom "Volksheim" Schweden?

Diploma Thesis , 2005 , 56 Pages , Grade: 1,85

Autor:in: Wiebke Teichert (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Innerhalb meines Studiums lernte ich viele Details des deutschen Sozialstaates kennen und in diese Zeit fiel auch die Einführung der Hartz-Module und die damit verbundenen Kürzungen der Leistungen. Zum Teil wurde in den Seminaren auch über die Geschehnisse im europäischen Ausland und den USA gesprochen, doch dann ging es meist um Einzelheiten. Auch in der öffentlichen Diskussion, wird Deutschland mit anderen Staaten verglichen, werden die skandinavischen Staaten immer wieder als positives Vorbild genannt. Zur Zeit aktuell wenn es um Familienpolitik geht, Stichwort Elterngeld usw.. Im allgemeinen sei die Absicherung der Bürger in Skandinavien viel besser und gerechter.

Im Herbst 2004 belegte ich einen Schwedisch- Sprachkurs und auch an dieser Gruppe sind die Hartz-Reformen nicht unbemerkt vorbeigezogen, immer wieder kamen in den Pausen Gespräche über die bevorstehenden Veränderungen auf. Zu unserer Verwunderung empfand der Schwedischlehrer, der erst vor kurzem nach Deutschland gekommen war, die Diskussion um dieses Thema als viel zu emotional. Er meinte eine solche Veränderung sei nötig um das Land wieder nach vorne zu bringen und im übrigen sei das Hartz-IV Paket gar nicht so streng, in Deutschland ginge es Arbeitslosen noch vergleichsweise gut. Er erzählte von den großen Kürzungen und Umstrukturierungen des schwedischen Wohlfahrtsstaates. Das weckte mein Interesse an dem Thema und ich begann im Internet und in Bibliotheken zu recherchieren. Ich wollte erfahren wie der Sozialstaat in Schweden entstand und welche Veränderungen es tatsächlich gab. Welche Probleme hatten die Regierung zu den angesprochenen Veränderungen im Sozialstaat „gezwungen“. Und zu guter letzt stellte ich mir immer wieder die Frage, inwiefern Schwedens Situation auf Deutschland übertragbar ist und ob wir aus Schwedens Erfahrungen lernen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. DER BEGRIFF WOHLFAHRT IN SCHWEDEN

2. SCHWEDEN GESELLSCHAFT UND STAAT

3. SCHWEDENS WEG IN DIE INDUSTRIALISIERUNG

3.1. SCHWEDEN AB DER INDUSTRIALISIERUNG

3.2. GEWERKSCHAFTEN IN SCHWEDEN

3.3. ERSTE SCHRITTE IN RICHTUNG WOHLFAHRTSSTAAT

4. AB 1932, SCHWEDEN UNTER SOZIALDEMOKRATISCHER REGIERUNG

4.1. DAS HAUPTABKOMMEN VON SALTSJÖBADEN

5. SCHWEDEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG

5.1. DAS REHN-MEIDNER-MODELL

5.2. SCHWEDENS WIRTSCHAFTSKRISE

5.3. DIE LINDBECK-KOMISSION

6. EINZELNE MERKMALE DES WOHLFAHRTSSTAAT

6.1. RENTENVERSICHERUNG

6.2. ARBEITSLOSENVERSICHERUNG

6.3. KRANKENVERSICHERUNG UND GESUNDHEITSWESEN

6.4. LEISTUNGEN FÜR KINDER UND FAMILIEN UND DAS BILDUNGSWESEN

6.5. SOZIALHILFE

6.6. STEUERN

7. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die historische Entwicklung und die strukturellen Veränderungen des schwedischen Wohlfahrtsstaates zu analysieren, um zu prüfen, inwieweit das „schwedische Modell“ in seiner krisenerprobten Form Erkenntnisse für die deutsche Sozialpolitik liefern kann.

  • Historische Entstehung und Besonderheiten des schwedischen Sozialstaates
  • Die Rolle der sozialdemokratischen Regierung und des „Volksheimes“
  • Wirtschaftspolitische Strategien wie das Rehn-Meidner-Modell
  • Analyse der Wirtschaftskrise der 90er Jahre und der Lindbeck-Kommission
  • Übertragbarkeit schwedischer Reformerfahrungen auf den deutschen Kontext

Auszug aus dem Buch

3. Schwedens Weg in die Industrialisierung

Schon im 18. Jahrhundert setzte in Schweden ein starkes Bevölkerungswachstum ein, das auch das folgende Jahrhundert prägen sollte. Infolge der späten Industrialisierung entstand in Schweden ein erheblicher Bevölkerungsdruck, der durch eine Auswanderungswelle zum Teil gelindert wurde. Der größte Teil der Auswanderer war in benachteiligten Agrarregionen wie Småland, Bohuslän oder Värmland beheimatet und suchten ihre neue Zukunft, beispielsweise in den US-Bundesstaaten Minnesota und Wisconsin. Ein Grund für die Auswanderungswelle kann in der Umstellung von der Gemeinwirtschaft auf Einzelhöfe zu suchen sein, die mit einer Auflösung der Dorfgemeinschaften einher ging. Einige Landbewohner versuchten erst ihr Glück in den schwedischen Städten, bevor sie den Schritt in den fernen Westen wagten. Viele Schweden gingen auch direkt an Bord der Schiffe mit Ziel Amerika. Ermutigt wurde eine große Zahl durch das 1862 erlassene „United States Homestead Act“, einem Gesetz, das Einwanderern fast kostenlos Land zur Verfügung stellte, wenn sie nach Amerika kämen.

Durch harte Arbeit und Sparsamkeit und dank der Chancen in der Neuen Welt brachten es viele Schweden in Amerika zu Reichtum. Sie schickten großartige Berichte und Geld in die alte Heimat. Dies mobilisierte Daheimgebliebene sich ebenfalls auf den Weg zu machen. Es entstand buchstäblich ein Auswanderungsgewerbe: Reedereien beschäftigen Agenten zur Anwerbung neuer Siedler, um so ihre Schiffe mit Passagieren zu füllen. Es wurde ein System vorfinanzierter Tickets entwickelt, das den Nachzug von Verwandten ermöglichen sollte, leider ging nicht immer alles mit rechten Dingen zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Autorin erläutert ihre Motivation, den schwedischen Sozialstaat als Gegenmodell zu den deutschen Hartz-Reformen zu untersuchen, und definiert den positiv konnotierten Begriff „Wohlfahrt“ in Schweden.

2. SCHWEDEN GESELLSCHAFT UND STAAT: Dieses Kapitel behandelt die historischen und ethnokulturellen Rahmenbedingungen Schwedens, die zur Entstehung eines zentralistischen Staates und einer spezifischen Tradition der staatlichen Verantwortung beitrugen.

3. SCHWEDENS WEG IN DIE INDUSTRIALISIERUNG: Es wird die späte, aber schnelle Industrialisierung beleuchtet, die durch Auswanderungswellen geprägt war und den Grundstein für die Organisation der Arbeiterbewegung legte.

4. AB 1932, SCHWEDEN UNTER SOZIALDEMOKRATISCHER REGIERUNG: Die Ära Hansson und die Einführung der Volksheim-Ideologie werden als Ausgangspunkt für soziale Sicherheit und Interessenharmonisierung durch das Hauptabkommen von Saltsjöbaden beschrieben.

5. SCHWEDEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG: Dieses Kapitel analysiert den Übergang zum Rehn-Meidner-Modell, die wirtschaftliche Krise der 90er Jahre sowie die Empfehlungen der Lindbeck-Kommission zur Neuausrichtung.

6. EINZELNE MERKMALE DES WOHLFAHRTSSTAAT: Detaillierte Betrachtung der Sozialversicherungssysteme, von der Renten- und Arbeitslosenversicherung bis hin zu Gesundheitswesen, Familienleistungen und dem Steuersystem.

7. FAZIT: Eine kritische Reflexion darüber, dass trotz notwendiger Reformen und Modifikationen der Grundgedanke des schwedischen Volksheimes auch nach Krisenzeiten weiterhin Bestand hat.

Schlüsselwörter

Schweden, Wohlfahrtsstaat, Volksheim, Sozialdemokratie, Rehn-Meidner-Modell, Lindbeck-Kommission, Industrialisierung, Sozialversicherung, Rentenversicherung, Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaftskrise, Gesellschaftsvertrag, Genter-System, Vollbeschäftigung, Steuersystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die historische Entwicklung und Ausgestaltung des schwedischen Wohlfahrtsstaates unter Berücksichtigung politischer und ökonomischer Veränderungen im 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Entstehung des schwedischen Modells, die Rolle der Sozialdemokratie, wirtschaftliche Anpassungsprozesse nach Krisen sowie die Struktur der Sozialversicherungssysteme.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu ergründen, wie der schwedische Sozialstaat entstand, welche Transformationsprozesse er durchlief und ob sich daraus Erkenntnisse für die deutsche Situation ableiten lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung historischer Fakten und wirtschafts- sowie sozialpolitischer Entwicklungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse Schwedens, die Entwicklung des Modells unter sozialdemokratischer Führung, den Umgang mit Wirtschaftskrisen sowie eine detaillierte Einzelbetrachtung der verschiedenen Sozialleistungsbereiche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Schweden, Volksheim, Rehn-Meidner-Modell, Wohlfahrtsstaat, Arbeitsmarktpolitik und Lindbeck-Kommission.

Was war das Ziel der Lindbeck-Kommission?

Die Kommission sollte die Dimensionen der schwedischen Wirtschaftskrise der 90er Jahre erforschen, Ursachen wie Stabilitäts- und Effektivitätsprobleme identifizieren und Reformempfehlungen für die Regierung erarbeiten.

Was genau bedeutet die Metapher „Volksheim“ (folkshemmet)?

Es ist eine von Per Albin Hansson geprägte Vision einer Gesellschaft, die wie ein Heim funktioniert, in dem Gleichberechtigung, Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft herrschen und soziale Schranken zwischen Klassen abgebaut werden.

Wie unterscheidet sich die schwedische Arbeitslosenversicherung?

Sie basiert historisch auf dem Genter-System, bei dem der Staat gewerkschaftlich verwaltete Hilfskassen bezuschusst, was zu einer engen Bindung zwischen Gewerkschaftszugehörigkeit und Versicherungsanspruch führt.

Excerpt out of 56 pages  - scroll top

Details

Title
Was ist geblieben vom "Volksheim" Schweden?
College
Protestant University of Applied Sciences Hamburg  (Evangelische Fachhochschule für Sozialpädagogik der Diakonenanstalt des Rauhen Hauses Hamburg)
Grade
1,85
Author
Wiebke Teichert (Author)
Publication Year
2005
Pages
56
Catalog Number
V54225
ISBN (eBook)
9783638494779
ISBN (Book)
9783638708999
Language
German
Tags
Volksheim Schweden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wiebke Teichert (Author), 2005, Was ist geblieben vom "Volksheim" Schweden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54225
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  56  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint