Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Begriff "Text". Zuerst wird der Unterschied zwischen dem allgemeinen, alltäglichen Begriff und der wissenschaftlichen Darstellung des Textes offengelegt. Im Anschluss befasst sich die Arbeit mit der Geschichte der Textlinguistik, denn ohne Kenntnisse zu deren historischer Entwicklung ist es schwierig zu verstehen, warum der Begriff so rege diskutiert wird. Danach werden anhand mehrerer Beispiele Merkmale von Texten erläutert und Kritikpunkte angerissen, bevor Ansätze künftiger Forschung dargestellt werden. Die Textlinguistik erfreut sich heutzutage keiner so großen Beliebtheit wie andere sprachwissenschaftliche Bereiche, doch mit der rasanten Digitalisierung unseres Alltags ist es unerlässlich, über die neuesten Fragestellungen in der Textlinguistik und speziell im Bereich der Textanalyse zu sprechen.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1) Definition von „Text“
2) Entwicklung der Textlinguistik
3) Merkmale von Texten
4) Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem linguistischen Begriff des „Textes“ auseinander und untersucht, welche Kriterien und Merkmale notwendig sind, um eine Äußerung als Text zu definieren. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich der Textbegriff im Kontext der modernen Digitalisierung und unter Berücksichtigung sowohl sprachsystematischer als auch kommunikationsorientierter Ansätze bestimmen lässt.
- Definition des Textbegriffs im Alltag und in der Wissenschaft
- Historische Entwicklung der Textlinguistik
- Analyse der Textualitätskriterien nach De Beaugrande und Dressler
- Diskussion über Kohäsion, Kohärenz und situative Kontexte
- Herausforderungen durch digitale Medien und neue Kommunikationsformen
Auszug aus dem Buch
3. Merkmale von Texten
Es ist allgemein bekannt, dass nicht jede beliebige Aneinanderreihung von Sätzen als Text akzeptiert werden kann. Die alltagssprachliche Verwendung des Wortes „Text“ ist aber nicht ganz einheitlich (vgl. Kapitel 1). Bestimmte Regeln bestimmen die Vertextung. Vater (1992: 28f.) analysiert die Textualitätskriterien5 von De Beaugrande/ Dressler (1981), anhand derer sie zwischen Texten und Nicht-Texten unterscheiden: „Wenn irgendeines dieser Kriterien als nicht erfüllt betrachtet wird, so gilt der Text nicht als kommunikativ. Daher werden nicht-kommunikative Texte als Nicht-Texte behandelt“ (De Beaugrande/ Dressler 1981: 3, Zitat nach Vater 1992: 28). Weiterhin führen die Autoren sieben Kriterien und ihr Zusammenwirken auf.
1) KOHÄSION (lat. cohaesum, Partizip II von lat. cohaerere) = die Satzverknüpfung)
Nach Beaugrande / Dressler (1981: 3f) ist die Kohäsion „die Art, wie die Komponenten des Oberflächentextes, d.h. die Worte, wie wir sie tatsächlich hören oder sehen, miteinander verbunden sind. Die Oberflächenkomponente hängen durch grammatische Formen und Konventionen voneinander ab, so dass also Kohäsion auf grammatischen Abhängigkeiten beruht“ (Vater 1992: 29).
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwart von Kommunikation im Alltag und skizziert die Notwendigkeit der Textlinguistik zur Klärung, was einen Text als solchen auszeichnet.
1) Definition von „Text“: In diesem Kapitel werden alltägliche und wissenschaftliche Begriffsbestimmungen gegenübergestellt, um die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition aufzuzeigen.
2) Entwicklung der Textlinguistik: Der Abschnitt zeichnet den Weg von einer satzzentrierten Grammatik hin zur kommunikationsorientierten Textlinguistik nach.
3) Merkmale von Texten: Hier werden die zentralen Textualitätskriterien wie Kohäsion und Kohärenz anhand praktischer Beispiele eingehend untersucht und kritisch hinterfragt.
4) Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die Anwendbarkeit klassischer Kriterien in einer digital geprägten Welt und schlägt eine Differenzierung zwischen notwendigen Kriterien und Texteigenschaften vor.
Schlüsselwörter
Textlinguistik, Textualität, Kohäsion, Kohärenz, Kommunikation, Textbegriff, De Beaugrande, Dressler, Sprachwissenschaft, Digitalisierung, Grammatik, Pragmatik, Textanalyse, Kommunikationssituation, Textsorte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Bestimmung des Begriffs „Text“ und der Untersuchung von Merkmalen, die eine Sequenz von Sätzen zu einem kommunikativen Text machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die historischen Anfänge der Textlinguistik, die Definition von Textualität durch Kriterien wie Kohäsion und Kohärenz sowie die Relevanz dieser Merkmale für die moderne Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob die klassischen Textualitätskriterien (z. B. nach De Beaugrande/Dressler) ausreichen, um auch moderne, digitale oder komplexe Texte adäquat zu erfassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, bei der bestehende Ansätze der Textlinguistik kritisch betrachtet und anhand konkreter Textbeispiele auf ihre Gültigkeit überprüft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der sieben Textualitätskriterien, wobei insbesondere die Unterscheidung und das Zusammenspiel von Kohäsion und Kohärenz im Fokus stehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Textualität, Kohäsion, Kohärenz, Kommunikation, Textlinguistik und der Wandel der Sprachverwendung im digitalen Zeitalter.
Warum wird im Text zwischen „Text“ und „Nicht-Text“ unterschieden?
Die Unterscheidung dient dazu, die Grenzen der kommunikativen Einheiten zu definieren; eine bloße Aneinanderreihung von Sätzen erfüllt ohne Kohäsion und Sinnzusammenhang oft nicht die Kriterien einer echten Kommunikation.
Welchen Stellenwert nimmt die Digitalisierung in der Untersuchung ein?
Die Digitalisierung dient als moderner Kontext, der zeigt, dass klassische Definitionen von Abgeschlossenheit oder Linearität eines Textes in der heutigen Zeit, etwa bei Internetinhalten oder Chats, hinterfragt werden müssen.
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- Anonym (Autor:in), 2020, Merkmale von Texten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542381