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Pensionsrückstellungen. Fluch oder Segen?

Titel: Pensionsrückstellungen. Fluch oder Segen?

Bachelorarbeit , 2019 , 50 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Niklas Kaiser (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Kalküls zur Bestimmung der Vorteilhaftigkeit einer Pensionsrückstellung im Vergleich zur Gewährung zusätzlichen Bruttogehalts anstelle der bAV aus Arbeitnehmer- und Anteilseignerperspektive.

„Denn eins ist sicher: Die Rente“ – mit diesem Versprechen zog die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) um ihren Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Dr. Norbert Blüm, in den Bundestagswahlkampf des Jahres 1986. Dieser Satz wurde fortan so oft wiederholt, dass er sich in die Köpfe der deutschen Arbeitnehmerschaft einbrannte, politischer Anspruch wurde und mittlerweile als geflügeltes Wort gilt. (...)

Ob nun geschicktes Wahlkampfmanöver oder gefestigte Grundüberzeugung: In jedem Fall zeigt die Aussage Blüms, dass die Diskussion um die Verlässlichkeit und Zukunftssicherheit der Rente seit Jahrzehnten andauert und scheinbar mit jedem Jahr, in dem sich die demo-graphischen Aussichten weiter eintrüben und sich die Niedrigzinsphase zum Dauerzustand verstetigt, an Dramatik gewinnt. Der Bundesminister a. D. (außer Dienst) jedenfalls stellte 2014 unumwunden fest, dass er sich in seiner Annahme geirrt habe. (...)

Die gesetzliche Rente allein wird nach allgemeiner Auffassung nicht in der Lage sein, den Arbeitnehmern von heute einen angemessenen Lebensstandard in der Rentenphase zu ermöglichen. (...)

Neben der gesetzlichen Rente sieht das „Drei-Säulen-Modell“ der Alterssicherung die private und betriebliche Vorsorge der Beschäftigten selbst bzw. durch deren Arbeitgeber vor.

Vor allem die betriebliche Vorsorgeform, der in der Frage der Alterssicherung eine große Bedeutung durch die Politik beigemessen wird, steht unter massivem Druck. Unternehmen, die ihren Beschäftigten betriebliche Altersvorsorge (bAV) anbieten, sehen sich dabei einerseits der Gefahr unkalkulierbarer Belastungen durch immer weiter steigende Rentenverpflichtungen infolge der demographischen Entwicklung gegenüber, andererseits ist vor allem das aktuelle Zinsniveau ursächlich für die Zurückhaltung der Unternehmen bei der Implementierung einer bAV.

Zunächst werden dabei im Rahmen der vollumfänglichen Beurteilung der Pensionsrückstellungen als Umsetzungsform der betrieblichen Altersvorsorge die nationalen und internationalen rechtlichen Grundlagen zu Ansatz und Bewertung beleuchtet. Dabei soll anhand eines Beispiels die Bewertungspraxis nach nationalen und internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen verdeutlicht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Herausforderungen für die betriebliche Altersvorsorge: Alternde Belegschaften und Zinstief

2 Nationale und internationale Rechtsgrundlagen

2.1 Ansatzvorschriften

2.1.1 Abgrenzung von Ausgestaltungsformen und Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge

2.1.2 Deutsches Handelsrecht

2.1.3 Internationale Rechnungslegung

2.1.4 Nationales Steuerrecht

2.2 Bewertungsvorschriften im Fallbeispiel

2.2.1 Steuerliches Teilwertverfahren

2.2.2 Modifiziertes Teilwertverfahren

2.2.3 „Projected-Unit-Credit-Methode“

3 Vorteilhaftigkeit einer Pensionsrückstellung im Vergleich

3.1 Entwicklung eines Vergleichsmaßstabs

3.2 Modelltheoretische Grundlagen

3.2.1 Wertbeiträge aus Anteilseigner- und Arbeitnehmerperspektive

3.2.2 Bewertungsparameter der Direktzusage

3.2.3 Steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Rahmen

3.2.3.1 Behandlung beim Arbeitnehmer

3.2.3.2 Behandlung beim zusagenden Unternehmen

3.3 Durchführung der Vorteilhaftigkeitsanalyse

3.3.1 Der Wert alternativen Barlohnes

3.3.2 Der Wert der Versorgungszusage

4 Fiskalisches Dilemma: Sicherung des Steueraufkommens oder Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Vorteilhaftigkeit von Pensionsrückstellungen als Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) unter Berücksichtigung aktueller steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Rahmenbedingungen. Das primäre Ziel besteht in der Entwicklung eines Kalküls, das die Werthaltigkeit dieser Vorsorgeform sowohl aus der Perspektive der Anteilseigner als auch aus der Sicht der Arbeitnehmer im Vergleich zur alternativen Barlohnzahlung quantifiziert.

  • Quantitative Bewertung der bAV-Direktzusage
  • Analyse der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen
  • Gegenüberstellung von Arbeitnehmer- und Anteilseignersicht
  • Untersuchung der Barlohnsubstitution als Entscheidungsgrundlage

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Deutsches Handelsrecht

Unmittelbare Versorgungszusagen stellen nach § 249 Abs. 1 S. 1 HGB (Handelsgesetzbuch) ungewisse Verbindlichkeiten dar, da es sich um eine Verpflichtung gegenüber Dritten zur Zahlung einer Rente handelt und der Verpflichtungsumfang v. a. im Hinblick auf die Leistungsdauer ungewiss ist. Somit besteht für sie eine handelsrechtliche Passivierungspflicht.

Diese wird dahingehend eingeschränkt, dass sogenannte Altzusagen, die vor dem 01. Januar 1987 erteilt worden sind, nach Art. 28 Abs. 1 S. 1 EGHGB nicht passivierungspflichtig sind.

Gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB sind weiterhin „Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen […] dienen, […] mit diesen Schulden zu verrechnen […].“

Somit ist eine Saldierung der Bilanzansätze von Pensionsrückstellungen und zur Erfüllung der Verpflichtungen reserviertem Planvermögen vorzunehmen. Ergibt sich aus dieser Aufrechnung ein aktivischer Unterschiedsbetrag, so ist dieser gemäß § 246 Abs. 2 S. 3 HGB unter einem gesonderten Posten zu aktivieren.

Die Verrechnung mit gebildetem Planvermögen zur Erfüllung der Versorgungsverpflichtungen stellt eine Durchbrechung des handelsrechtlichen Vollständigkeits- und Verrechnungsverbotes der §§ 246 Abs. 1 S. 1 und 246 Abs. 2 S. 1 HGB dar und steht entsprechend in der Kritik.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Herausforderungen für die betriebliche Altersvorsorge: Alternde Belegschaften und Zinstief: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und die aktuelle Problematik des deutschen Rentensystems, insbesondere den Druck auf die betriebliche Altersvorsorge durch demografischen Wandel und das Niedrigzinsumfeld.

2 Nationale und internationale Rechtsgrundlagen: Hier werden die bilanziellen Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Pensionsrückstellungen nach HGB, IFRS und Steuerrecht gegenübergestellt und anhand eines Musterbeispiels (Herr Krückstock) illustriert.

3 Vorteilhaftigkeit einer Pensionsrückstellung im Vergleich: Dieses Kapitel entwickelt ein ökonomisches Kalkül zur Bestimmung der Vorteilhaftigkeit einer Direktzusage durch den Vergleich mit einer Barlohnzahlung, wobei steuerliche sowie sozialversicherungsrechtliche Effekte für beide Vertragsparteien berücksichtigt werden.

4 Fiskalisches Dilemma: Sicherung des Steueraufkommens oder Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge?: Das abschließende Kapitel diskutiert die durch das Niedrigzinsumfeld entstehende Problematik der abnehmenden Attraktivität von Pensionsrückstellungen und plädiert für eine Reform der steuerlichen Bewertungspraxis.

Schlüsselwörter

Pensionsrückstellungen, betriebliche Altersvorsorge, bAV, Direktzusage, Barlohnsubstitution, Teilwertverfahren, Projected-Unit-Credit-Methode, Steuerbelastung, Sozialversicherung, Handelsrecht, internationale Rechnungslegung, Niedrigzinsphase, Anteilseigner, Arbeitnehmer, Rechnungszins.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die finanzielle Vorteilhaftigkeit von Pensionsrückstellungen als Instrument der betrieblichen Altersvorsorge im Vergleich zur alternativen Auszahlung von Barlohn.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der bilanziellen Behandlung von Pensionsverpflichtungen, der steuerlichen Bewertung, der Einbeziehung von Sozialabgaben und der ökonomischen Analyse aus Arbeitnehmer- und Anteilseignersicht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist die Entwicklung eines quantitativen Kalküls, um zu bestimmen, ob eine Versorgungszusage für Unternehmen und Beschäftigte attraktiver ist als eine direkte Lohnzahlung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine modelltheoretische Analyse, ergänzt durch ein praxisnahes Fallbeispiel, das unter Anwendung mathematischer Formeln für Barwerte und Belastungssätze die Vorteilhaftigkeit verschiedener Vergütungsoptionen bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt zunächst die Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und Bewertungsvorschriften, gefolgt von einer detaillierten mathematischen Herleitung des Vorteilhaftigkeitskalküls unter Berücksichtigung von Steuern und Sozialabgaben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Pensionsrückstellungen, Direktzusage, Barlohnsubstitution, Rechnungszins, Teilwertverfahren sowie die Auswirkungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen auf die Nettowerte der Vergütung.

Wie wird das Fallbeispiel des Herrn Krückstock modelliert?

Der fiktive Arbeitnehmer dient als Basis für ein Modell, in dem bei einem gegebenen Grundgehalt die langfristigen Auswirkungen einer Pensionszusage mit 25% Betriebsrente im Vergleich zu einer jährlichen Barlohnzahlung berechnet werden.

Welche Rolle spielt der Faktor τ im Kalkül des Autors?

Der Faktor τ beschreibt die faktische Einschränkung der steuerlichen Abzugsfähigkeit handelsrechtlich ermittelter Zuführungen und dient als Instrument, um die Divergenz zwischen Handels- und Steuerbilanz im Modell abzubilden.

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Details

Titel
Pensionsrückstellungen. Fluch oder Segen?
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,0
Autor
Niklas Kaiser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
50
Katalognummer
V542442
ISBN (eBook)
9783346158550
ISBN (Buch)
9783346158567
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pensionsrückstellung (mod.) Teilwertverfahren Projected-Unit-Credit-Methode Kapitalwertvergleich Barlohnoption Vorteilhaftigkeit bAV versus mehr Gehalt betriebliche Altersversorgung Direktzusage Kapitalwert Kapitalwertkalkül
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niklas Kaiser (Autor:in), 2019, Pensionsrückstellungen. Fluch oder Segen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542442
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Leseprobe aus  50  Seiten
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