Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Hausarbeit mit dem Gesundheitsökonomischen Thema: Arzneimittelkostensenkung. Es werden die wichtigsten Maßnahmen und Werkzeuge beschrieben und analysiert die in letzten Jahren von der Gesundheitspolitik eingeführt waren um die Ausgaben in Gesundheitssektor zu senken und stabilisieren. Um die ganze Problematik zu verstehen werden erstmal allgemeine Informationen zur deutschen Gesundheitswesen erläutert und dann die einzelnen Regulierungsmaßnahmen erklärt und analysiert.
Die Ausgaben für Gesundheitsleistungen steigen, bedingt durch die älter werdende Bevölkerung und den medizinischen Fortschritt. Der Staat hat daher Maßnahmen zur Kostenkotrolle eingeführt, die über die GKV durchgesetzt werden. Die Gesundheitspolitik des Staates mit ihren Regulierungen und ein zunehmend komplexes Marktumfeld drücken also auf die Gewinnmargen der Pharmaunternehmen und nehmen auch die Patienten zunehmen finanziell in die Pflicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gesundheit – Definition
3. Demografischer Wandel
4. Gesundheitswesen in Sozialstaat Deutschland
5. Finanzierung im Gesundheitswesen Deutschlands
6. Reformen in Gesundheitswesen
7. Arzneimittel-Kostendämpfung
7.1. Arzneimittel – Definition
7.2. Arzneimittelversorgung
7.3. Medikationsebenen
7.4. Arzneimittelzulassung
7.5. Arzneimittel – Preisbildung
8. Wichtige Maßnahmen zur Arzneimittel Kostendämpfung
8.1. Festbeträge
8.2. Zuzahlungen
8.3. Arzneimittel – Rabattverträge
8.4. „Nutzenbewertung“ bei neuen Arzneimitteln
8.4.1. Patentschutz
8.4.2. AMNOG
9. Auswirkung von Regulierungsmaßnahmen auf die Patienten
10. Auswirkung von Regulierungsmaßnahmen auf die Pharmaindustrie
11. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitswesens mit einem spezifischen Fokus auf Maßnahmen zur Kostendämpfung bei Arzneimitteln. Ziel ist es, die Effektivität und Auswirkungen staatlicher Regulierungsmechanismen auf die Versorgungssicherheit, die Patientensituation und die forschende Pharmaindustrie zu analysieren.
- Analyse des demografischen Wandels und dessen Einfluss auf die Gesundheitsausgaben.
- Untersuchung von Steuerungsinstrumenten wie Festbeträgen, Zuzahlungen und Rabattverträgen.
- Evaluation des AMNOG-Verfahrens und der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel.
- Diskussion der Auswirkungen staatlicher Eingriffe auf die Innovationskraft der Pharmabranche.
- Kritische Betrachtung der Patientenbelastung durch regulatorische Maßnahmen.
Auszug aus dem Buch
7.2. Arzneimittelversorgung
Die Arzneimittelversorgung gehört zu den wichtigsten Bereichen des Gesundheitssektors. Zwar stellt Arzneimittel nach Krankenhausversorgung und ärztliche Leistung nur den drittgrößten Ausgabeposten dar, der Stellenwert der Medikamententherapie ist jedoch ungleich größer. Zum einem ist in den für die GKV ausgewiesenen Ausgaben lediglich die Erstattung für die zu Lasten der Krankenkassen verordneten Arzneimittel aus öffentlichen Apotheken enthalten. Hinzu kommen die Eigenanteile der Patienten, die selbstgekauften und die in Krankenhäusern verwendeten Arzneimittel. Zum anderen prägt die Arzneimitteltherapien das Verhältnis zwischen Arzt und Patient und auch den Umgang des Patienten mit seiner Krankheit in entscheidendem Maße. Laut Statistik wird bei jedem Arztbesuch im Durchschnitt ein Medikament Verordnet. Für den Arzt ist die Verordnung eines Medikaments eine schnelle, ökonomische und wenig aufwändige Therapieform. Der Patient fühlt sich sofort kompetent beraten, verlässt sich dabei vollkommen auf den medizinischen Sachverstand des Arztes und Apotheker und riskiert keine Komplikationen oder sogar Schäden durch eigene Therapie-entscheidungen.
Dazu gilt Arzneimittel allgemein als wirkungsvolle Therapiemöglichkeit, empfunden als weniger belastend im Vergleich zum z.B. chirurgischen Eingriff oder einschneidendem Veränderung der Lebensführung. Außerdem ist Arzneimittel Einnahme meistens einfach in Handhabung und beeinträchtigt den Alltag nicht wesentlich.
Hinsichtlich des Arzneimittelkonsums besteht in Deutschland eine Tendenz zur Überversorgung. So gehört Deutschland laut OECD zu den Ländern mit den höchsten Ausgaben für Arzneimitteln. 2015 waren es kaufkraftbereinigt 766 US-$ pro Einwohner. Zum Vergleich lag der OECD-Durchschnitt bei 553 US-$, in Dänemark waren es 282 US-$. Diese hohen Ausgaben resultieren auch daraus, dass in BRD überdurchschnittlich viele Medikamente pro Kopf eingenommen werden. Dies führt allerding auch oft dazu dass viele Medikamente nachhinein aus Unsicherheit oder Angst vor Nebenwirkungen nicht eingenommen werden, oder weil deren Vielzahl die Compliance der vor allem älteren Patienten einfach überfordert. Diese Medikamente werden dann nur in Hausapotheke gehortet oder sogar unsachgemäß entsorgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik steigender Gesundheitsausgaben durch demografischen Wandel und medizinischen Fortschritt ein und erläutert das Ziel der Arbeit, Kostendämpfungsmaßnahmen im Arzneimittelsektor zu analysieren.
2. Gesundheit – Definition: Das Kapitel beleuchtet das Gesundheitsverständnis basierend auf der WHO-Definition und betont die Subjektivität sowie die Abhängigkeit von biologischen, psychischen und sozialen Faktoren.
3. Demografischer Wandel: Hier wird der Zusammenhang zwischen steigender Lebenserwartung, der Zunahme chronischer Erkrankungen und der daraus resultierenden finanziellen Belastung für das Gesundheitssystem dargestellt.
4. Gesundheitswesen in Sozialstaat Deutschland: Es wird die historische Entwicklung und die Rolle des Staates bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen beschrieben, wobei der Fokus auf dem Ziel der Wirtschaftlichkeit liegt.
5. Finanzierung im Gesundheitswesen Deutschlands: Dieses Kapitel erklärt die Finanzierungsstruktur über die GKV und private Krankenversicherungen und zeigt die Bemühungen zur Sicherung der Beitragsstabilität auf.
6. Reformen in Gesundheitswesen: Hier erfolgt ein systematischer Überblick über die wesentlichen gesundheitspolitischen Reformvorhaben der letzten 30 Jahre in Deutschland.
7. Arzneimittel-Kostendämpfung: Der Abschnitt definiert den Arzneimittelmarkt, die Versorgungsstrukturen, die Medikationsebenen, Zulassungsverfahren und die Preisbildung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten.
8. Wichtige Maßnahmen zur Arzneimittel Kostendämpfung: Dieses Kernkapitel analysiert detailliert die Instrumente Festbeträge, Zuzahlungen, Rabattverträge sowie das AMNOG-Verfahren und den Patentschutz.
9. Auswirkung von Regulierungsmaßnahmen auf die Patienten: Das Kapitel diskutiert die negativen Folgen der Kostendämpfung für Patienten, insbesondere bezüglich der Therapiefreiheit, Compliance und bürokratischer Belastungen.
10. Auswirkung von Regulierungsmaßnahmen auf die Pharmaindustrie: Es wird untersucht, wie staatliche Sparvorgaben die Innovationskraft und die Investitionsbereitschaft der forschenden Pharmaunternehmen beeinflussen.
11. Fazit: Das Fazit fasst die Wirksamkeit der Sparmaßnahmen für die GKV zusammen, kritisiert jedoch die einseitige Belastung der Patienten und mahnt eine Optimierung der Prozesse an.
Schlüsselwörter
Gesundheitswesen, GKV, Arzneimittel, Kostendämpfung, Festbeträge, Zuzahlungen, Rabattverträge, AMNOG, Nutzenbewertung, Patentschutz, Pharmaindustrie, Demografischer Wandel, Patienten-Compliance, Gesundheitsökonomie, Gesundheitsreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen Herausforderungen des deutschen Gesundheitswesens und analysiert spezifische staatliche Regulierungsmaßnahmen zur Senkung der Arzneimittelausgaben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Finanzierungsstrukturen des Gesundheitswesens, die verschiedenen Instrumente zur Kostendämpfung (wie Festbeträge und Rabattverträge) sowie deren Auswirkungen auf Patienten und Pharmahersteller.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es zu beschreiben und zu analysieren, wie effektiv die von der Gesundheitspolitik eingeführten Werkzeuge zur Ausgabensenkung sind und welche Konsequenzen diese für die Versorgungsqualität haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Auswertung statistischer Daten zu Gesundheitsausgaben, Reformvorhaben und regulatorischen Entwicklungen im Arzneimittelsektor.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Arzneimittelversorgung und Preisbildung sowie detailliert die Instrumente Festbeträge, Zuzahlungen, Rabattverträge und das AMNOG-Verfahren inklusive Nutzenbewertung erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gesundheitsökonomie, Kostendämpfung, AMNOG, Rabattverträge und Patienten-Compliance charakterisiert.
Wie bewertet die Autorin die Auswirkungen der Rabattverträge auf die Patientenversorgung?
Die Autorin kritisiert die Rabattverträge als patientenunfreundlich, da sie zu Irritationen in der Apotheke, vermehrtem Beratungsaufwand und potenziell negativen Auswirkungen auf die Patienten-Compliance führen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit in Bezug auf die Zukunft der Kostendämpfung?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die aktuellen Sparmaßnahmen zwar für die GKV wirksam sind, jedoch ein Optimierungsbedarf besteht, um die Patienteninteressen stärker zu berücksichtigen und die forschende Pharmaindustrie nicht durch übermäßige Restriktionen zu schwächen.
- Arbeit zitieren
- Marie Albrecht (Autor:in), 2018, Kostendämpfung von Arzneimitteln. Ökonomische Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542493