Gegenstand der vorliegenden Theorie-Praxis-Transfer Hausarbeit ist die Stakeholderanalyse am Beispiel der Organisation des Gesundheitswesens in Form eines Praxisberichtes. Im konkreten Fall handelt es sich um die Analyse von Stakeholdern eines forschenden Pharmazeutischen Unternehmens mit Sitz in Deutschland aus der Sicht einer Pharmareferentin in Außendienst, die seit knapp vier Jahren für das Unternehmen tätig ist. Sie betreut und berät ausgewählte Fachärzte mit dem Ziel der optimalen Patiententherapie zu finden. Somit ist sie aktiv an der Durchführung des Stakeholdermanagement beteiligt. Es werden in der Arbeit nur diejenige Stakeholder analysiert die Entscheidungen und Aktivitäten aufweisen welche relevant für die Arbeit in Marketing und Vertrieb sind bzw. die die Vermarktung entscheidend beeinflussen können und somit den Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens mitgestallten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stakeholder - Gruppe
3. Stakeholder Ansatz
4. Das Stakeholdermanagement
4.1. Stakeholder identifizieren nach Freeman
4.2. Stakeholder identifizieren nach Mitchell et.al.
4.3. Stakeholderanalyse nach Freeman
5. Das Unternehmen Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
6. Die Gesundheitspolitik Deutschlands- die Umfeldanalyse
7. Stakeholderanalyse des Pharmaunternehmens nach Freeman
7.1. Analysierte Stakeholdergruppen und dessen Einfluss auf den Erfolg des Pharmaunternehmens.
7.1.1. Gesundheitspolitische Akteure
7.1.2. Regulierungsrelevante Akteure
7.1.3. Kostenträger
7.1.4. Leistungserbringer
7.1.5. Wissenschaft
7.1.6. Medien
7.1.7. Leistungsempfänger
7.2. Beispiel der Stakeholder-Entscheidungsrelevanz an „AMNOG – Nutzungsbewertung“
7.3. Ableitung von Stakeholderanalyse auf Stakeholdermanagement/-Strategie
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Durchführung einer Stakeholderanalyse für ein forschendes Pharmaunternehmen in Deutschland aus der Perspektive des Vertriebs, um relevante Einflussfaktoren für den Marktzugang und die Vermarktung von Arzneimitteln zu identifizieren. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Stakeholder das Unternehmen beeinflussen und welche Strategien für ein erfolgreiches Stakeholdermanagement in einem zunehmend regulierten Marktumfeld notwendig sind.
- Grundlagen des Stakeholder-Ansatzes und des Stakeholdermanagements
- Einfluss der Gesundheitspolitik in Deutschland auf Pharmaunternehmen
- Analyse relevanter Stakeholdergruppen im Kontext von Market Access und Vertrieb
- Strategische Ableitung von Handlungsoptionen basierend auf Kooperations- und Bedrohungspotentialen
Auszug aus dem Buch
4.2. Stakeholder identifizieren nach Mitchell et.al.
Eine weitere Abgrenzungsmethodik, die gleichzeitig eine Priorisierung der Stakeholdergruppen erlaubt, konstruieren Mitchell et. al. Diese Methode unterteilt zunächst die Stakeholder auf aktuelle und potentielle. Danach werden diese Stakeholder mit Hilfe von drei Kriterien zur bestimmten Gruppen wie folgt zugewiesen:
Die Eigenschaft „Macht“ die zumeist als bedeutendste Eigenschaft gilt und den Einfluss, den eine Stakeholdergruppe auf das Unternehmen und dessen Erfolg ausüben kann verkörpert, entspricht somit der bereits erwähnte instrumentellen Perspektive nach Theorie von Schuppisser.
Die zweite Eigenschaft ist „Dringlichkeit“ des Interesses, die ebenso wie die dritte Eigenschaft „Legitimität“ des Interesses, der normativen Perspektive zuzuordnen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, eine praxisnahe Stakeholderanalyse aus Sicht einer Pharmareferentin zu erstellen, um die relevanten Akteure für Marketing und Vertrieb besser zu verstehen.
2. Stakeholder - Gruppe: Dieses Kapitel definiert Stakeholder als Anspruchsgruppen, die das Unternehmen beeinflussen können, und hebt die Bedeutung von Austauschbeziehungen für das strategische Management hervor.
3. Stakeholder Ansatz: Hier werden die historischen Ursprünge und theoretischen Grundlagen nach R. Edward Freeman dargestellt, einschließlich der Definition von Stakeholdern als Netzwerke.
4. Das Stakeholdermanagement: Es wird der Prozess des Stakeholdermanagements beschrieben und verschiedene Modelle der Stakeholder-Identifizierung, wie die von Freeman und Mitchell et.al., eingeführt.
5. Das Unternehmen Sanofi-Aventis Deutschland GmbH: Dieses Kapitel stellt kurz das forschende Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis und dessen wirtschaftliche Bedeutung vor.
6. Die Gesundheitspolitik Deutschlands- die Umfeldanalyse: Es erfolgt eine Analyse der regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland, die den Wettbewerb und die Markteinführung neuer Arzneimittel beeinflussen.
7. Stakeholderanalyse des Pharmaunternehmens nach Freeman: Dies bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem spezifische Akteure wie Politik, Kostenträger und Ärzte analysiert sowie die Anwendung auf Strategien wie Market Access diskutiert werden.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines transparenten und wirkungsvollen Stakeholdermanagements, besonders im Kontext der AMNOG-Regulierungen.
Schlüsselwörter
Stakeholderanalyse, Stakeholdermanagement, Pharmaunternehmen, Market Access, Gesundheitspolitik, AMNOG, Vertrieb, Anspruchsgruppen, Strategie, Kooperationspotential, Bedrohungspotential, Arzneimittel, Nutzenbewertung, Wettbewerb, Patienten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Durchführung einer Stakeholderanalyse für ein forschendes Pharmaunternehmen in Deutschland, um die komplexen Beziehungen zu externen Akteuren zu strukturieren und für den vertrieblichen Erfolg nutzbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Stakeholdermanagements, die Analyse des gesundheitspolitischen Umfelds in Deutschland sowie die Identifikation und Bewertung von Stakeholdern aus Sicht des Vertriebs.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die für Market Access und Vertrieb relevanten Stakeholder zu identifizieren, ihr Einfluss- und Kooperationspotential zu bewerten und daraus gezielte Managementstrategien abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die theoretischen Ansätze von R. Edward Freeman sowie Mitchell et.al., um Stakeholder nach Macht, Legitimität und Dringlichkeit zu klassifizieren und ihre Bedeutung für das Unternehmen zu bestimmen.
Welche Akteure werden im Hauptteil explizit behandelt?
Behandelt werden unter anderem gesundheitspolitische Akteure (z.B. BMG, BfArM), Regulierungsinstanzen (z.B. IQWiG, G-BA), Kostenträger, Leistungserbringer (Ärzte, Apotheken), Medien und die Patienten als Leistungsempfänger.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Stakeholderanalyse, Market Access, AMNOG, pharmazeutisches Management und strategische Unternehmensführung charakterisieren.
Welche Rolle spielt das AMNOG-Verfahren in der Analyse?
Das AMNOG-Verfahren dient als praktisches Fallbeispiel, um aufzuzeigen, wie institutionelle Akteure durch die frühe Nutzenbewertung maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg eines neuen Arzneimittels entscheiden.
Wie schätzt die Autorin das Verhältnis zwischen Pharmaunternehmen und den Regulierungsbehörden ein?
Die Autorin sieht in der hohen Entscheidungsmacht von Institutionen wie dem G-BA und dem IQWiG ein großes Bedrohungspotential, weshalb sie eine frühzeitige, kooperative und transparente Kommunikation seitens der Pharmaindustrie als notwendig erachtet.
- Arbeit zitieren
- Marie Albrecht (Autor:in), 2018, Stakeholderanalyse am Beispiel der Organisation des Gesundheitswesens in Form eines Praxisberichtes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542500