Chancen und Risiken der Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort


Hausarbeit, 2020

21 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Definition flexible Arbeitszeit
2.2 Definition flexibler Arbeitsort

3 Entwicklung zu flexibler Arbeitszeit und Arbeitsort

4 Arbeitszeitmodelle
4.1 Gleitzeit
4.2 Versetzte Arbeitszeit
4.3 Jahresarbeitszeit
4.4 Schichtarbeit
4.5 Funktionszeit
4.6 Vertrauensarbeitszeit
4.7 Sabbatical
4.8 Homeoffice

5 Chancen und Risiken durch flexible Arbeitszeit und Arbeitsort
5.1 Work-Life-Balance
5.2 Arbeitsentgrenzung
5.3 Zeitsouveränität
5.4 Öknomische Perspektive
5.5 Gesundheit und Fehlzeiten
5.6 Ausbeutung von Arbeitnehmern

6 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Acht-Stunde-Arbeitstag, adé? Mittags frei machen, die freie Zeit mit der Familie oder Freunden verbringen und abends dann die restliche Arbeit im Homeoffice erledigen. Das klassische Arbeitsmodell, wo Montag bis Freitag von acht bis fünf Uhr gearbeitet wird, hat sich in vielen Arbeitsbereichen bereits zum Auslaufmodell entwickelt (vgl. Raehlmann 2004, S. 77).

Das starke Wirtschaftswachstum, die Bildungsexpansion sowie der demografische Wandel wie beispielsweise die Erwerbstätigkeiten der Frauen beeinflussen bei vielen der Bevölkerung den Wunsch nach einer kultivierenden Work-Life-Balance (vgl. Baua 2013, S. 9 ff.).

Laut Sven Astheimer ist das Modell der flexiblen Arbeitszeitgestaltung zudem ein Modell der Vertrauensarbeitszeit, da „Stechuhr und Präsenzpflicht [...] ausgedient [haben]. Viele Unternehmen setzen auf Vertrauensarbeitszeit. Befürworter loben die neue Souveränität der Arbeitnehmer, Kritiker warnen [hingegen] vor gnadenloser Ausbeutung“. (Flexibilisierung der Arbeitszeit 2017)

Aufgrund der Digitalisierung haben immer mehr Menschen die Möglichkeit ihre Arbeit außerhalb der Firma und abends sowie am Wochenende zu erledigen. Heutzutage streben Unternehmen und Arbeitnehmer nach einer flexiblen Verteilung der Arbeitszeit sowie des Arbeitsortes. Diese verfolgen ganz unterschiedliche Ziele. Deshalb stellt sich die Frage, inwieweit durch flexible Arbeitszeiten sowie Arbeitsorte Chancen ermöglicht werden. Zudem können diese Freiheiten auch einige Nachteile entfalten. In dieser Arbeit soll dies untersucht werden.

In der vorliegenden Arbeit wird in Kapitel zwei zuerst die beiden Begriffen flexible Arbeitszeit und flexibler Arbeitsort definiert und von den Begriffen Arbeitszeit und Arbeitsort abgegrenzt. Anschließend erfolgt in Kapitel 3 die historische Entwicklung bzgl. der flexiblen Arbeitszeit, damit deren Bedeutung sowie die Hintergründe definiert werden können. Darauffolgend werden in Kapitel 3 einige ausgewählte flexible Arbeitszeitmodelle vorgestellt. Ebenfalls werden die Vor- und Nachteile dieser aus Arbeitgeber- sowie Arbeitnehmersicht aufgeführt. Hierdurch soll eine Grundlage für das Verständnis dieser Modelle geschaffen werden. Anschließend kommt es zur Untersuchung der Chancen und Risiken von flexiblen Arbeitszeiten. Es wird hierbei auf unterschiedlichen Forschungsperspektiven der Soziologie (Work-Life-Balance, Arbeitsentgrenzung, Zeitsouveränität), der Betriebswirtschaftslehre (ökonomische Perspektive), der Arbeits- und Organisationspsychologie (Gesundheit) sowie dem arbeitsrechtlichen Aspekt (Ausbeutung von Arbeitsnehmern) umfassend eingegangen. Um die Arbeit abzuschließen, werden in Kapitel 5 die Ergebnisse der Argumentation aus dem vorangegangenen Kapitel zusammengefasst. Die Arbeit schließt mit einem persönlichen Fazit ab. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, dem Leser die Grundkenntnisse über die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort näher zu bringen sowie die Chancen und Risiken aufzuzeigen, und inwiefern es vorteilhaft ist die Flexibilisierung zu implementieren.

2 Definitionen

2.1 Definition flexible Arbeitszeit

Im Sinne des Arbeitszeitgesetzes wird die Arbeitszeit definiert als „die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen“ (§ 2 Absatz 1 Satz 1 ArbZG). Drückt man es anders aus, handelt es sich bei der Arbeitszeit um „die tariflich vereinbarte Regelarbeitszeit“ (Linne 2002, S. 9). Die Arbeitszeit wird nach Lage (Nacht- / Tagarbeit), Dauer (Teilzeit / Vollzeit) und Verteilung (Gleitzeit / starre Modelle) unterschieden (vgl. Seifert 2005, S. 43). In Deutschland beträgt die normale Arbeitszeit fünf Tage pro Woche und maximal 40 Stunden.

Alle übrigen Formen der Arbeitszeit gelten in Abgrenzung zu der normalen Arbeitszeit als flexibel. Man spricht von einer flexiblen Arbeitszeit, wann immer wenigstens einer der Faktoren, Verteilung, zeitliche Lage oder Dauer, auf längere Sicht seitens des Arbeitnehmers abgewandelt werden kann (vgl. Linne 2002, S. 9).

2.2 Definition flexibler Arbeitsort

Der Begriff Arbeitsort beschreibt im Allgemeinen den Ort, an welchem Arbeitnehmer überwiegen ihren Tätigkeiten nachgehen. In der Regel handelt es sich bei dem Arbeitsort um den Einsatzort, welcher sich gewöhnlich in dem jeweiligen Unternehmen befindet (vgl. Arbeitsort 2020).

In Abgrenzung zu dem üblichen Arbeitsort stellt der flexible Arbeitsort mobiles Arbeiten dar. Das bedeutet, dass Arbeitnehmern von überall aus arbeiten können und nicht in ihrem Unternehmen erscheinen müssen. Dieses mobile Arbeiten bezeichnet man als Telearbeit oder auch Homeoffice genannt. Je nach Bedarf kann seitens des Arbeitgebers festgelegt werden, an welchen Tagen die Beschäftigten außerhalb des Betriebes arbeiten dürfen. Aufgrund der modernen Informations- sowie Kommunikationstechnologie ist es möglich, dass das Arbeiten an den verschiedensten Arbeitsorten durchgeführt werden kann (vgl. Flexibles Arbeiten 2020).

3 Entwicklung zu flexibler Arbeitszeit und Arbeitsort

In der wissenssoziologischen Studie „Über die Zeit“ aus dem Jahre 1984 wurde nachgewiesen, dass die verschiedenen Kulturen auch ganz verschieden mit der Zeit umgehen. Hier wurde auf einen sozialen Charakter von Zeit verwiesen. Zeit wird hierbei anhand eines Lernprozesses binnen des sozialen Umfeldes erlernt und ist kein Phänomen der Natur. Somit müssen sich Menschen an die vorgegebenen Zeitstrukturen ihres sozialen Umfeldes angleichen. Hierdurch entwickelt sich aufgrund der Fremdbestimmung ein Selbstzwang, welcher aus der Verinnerlichung von gesellschaftlichen Symbolen und Werten besteht (vgl. Elias 1988, S. 12 – 21).

In der Vormoderne wurde der Umgang mit Zeit in Bezug auf objektiven Zuständen wie z. B. Jahreszeiten oder Wetter angeordnet. Die Entwicklung des Handelskapitalismus erforderte ab dem 13. Jahrhundert eine standardisierte Zeitabstimmung und somit können Uhren und Kalender als einer der zentralen Symbole dieser Entwicklung verstanden werden. Ebenso eröffneten diese die Wandlung zum Industriekapitalismus (vgl. Jürgens 2007, S. 168 f.). Für das heutige Zeitverständnis ist die Bedeutung der Symbole von ausschlaggebender Bedeutung.

Einerseits sind es nur Werkzeuge, welche vom Menschen hervorgerufen wurden, mit dem Ziel der Verbesserung der Struktur des Arbeitsablaufes sowie diesen effizient zu entwickeln. Andererseits haben sich daraus im Laufe der Zeit eine Art der Kontrolle entwickelt. Diese Form der Kontrolle wurde von einem Fremd- zu einem Selbstzwang.

Ab dem 18. Jahrhundert galt es, Zeit optimal zu nutzen, da auch das Streben nach Gewinn im Industriekapitalismus zunahm. Im Taylorismus sowie im Fordismus wurde die Ökonomisierung z. B. anhand von Ablauf- sowie Zeitstudien und durch Fließbandarbeit angekurbelt. Ab da an traten auch kontinuierliche Kontrollen bzw. Überwachungen der Arbeitnehmer, der Arbeitszeit sowie der Arbeitseffizienz immer mehr in den Vordergrund. Verspätungen, zu langsames Arbeiten oder auch fehlerhaftes Arbeiten wurden dementsprechend seitens des Arbeitgebers sanktioniert. Hierdurch erhöhte sich die Angst der Arbeitnehmer, ihren Arbeitsplatz und in Folge dessen ebenso ihre Existenzgrundlage zu verlieren, was eine zusätzliche Verinnerlichung der festgelegten Zeitstrukturen veranlasste (vgl. Jürgens 2007, S. 168 ff.).

Während des Industriekapitalismus hat ebenso die Vorstellung bzgl. einer getrennten Arbeits- und Privatzeit an Bedeutung gewonnen. Zurückzuführen ist dies auf die Trennung von Wohn- und Arbeitsstätte. Die Lebenswelt wurde Raehlmann zufolge unterteilt in eine öffentliche berufliche und in eine private familiäre Gegebenheit. Diese Gegebenheiten mussten zeitlich akklimatisiert und abgestimmt werden (vgl. Raehlmann 2004, S. 36). Nach Weber basiert die Industrialisierung und den daraus entstandenen gesellschaftlichen Auswirkungen auf keiner Arbeitsethik, d. h. besser gesagt auf einer Rationalisierung der grundlegenden Lebensführung.

Diesbezüglich setzt sich Weber in seinem Werk „Die protestantische Ethik und der Geist im Kapitalismus“ mit dem Statement von Benjamin Franklin bzgl. seiner oft zitierten Äußerung „time is money“ auseinander: Bedenke, dass die Zeit Geld ist; wer täglich zehn Schillinge durch seine Arbeit erwerben könnte und den halben Tag spazieren geht, (...) er hat nebendem noch fünf Schillinge ausgegeben oder vielmehr weggeworfen. (…) Wer täglich einen Teil seiner Zeit zum Werte eines Groschen verschwendet (und das mögen nur ein paar Minuten sein), verliert, einen Tag in den andern gerechnet, das Vorrecht 100 £ jährlich zu gebrauchen.“ (Weber 1920 zitiert nach Hartz 2004) Weber zufolge prägte diese Arbeitsethik den modernen Kapitalismus. In der Tat fungiert die Überlegung einer Berufspflicht auch heutzutage.

Die Arbeitsbedingungen mussten sich zunächst gravierend verschlechtern, damit die Regelungen der Arbeitszeit mithilfe von politischen Regelungen sowie Gesetzen Erfolg haben konnten. Diese Entwicklung führte zu der Entstehung des Normalarbeitstages, welcher sich größtenteils durch eine 5-Tage-Woche sowie einen 8-Stunden-Arbeitstag auszeichnet. Der festgelegte Jahresurlaub beträgt aktuell mindestens 20 Tage. Die hohe Stabilität dieses Zeitgerüstes bewilligt eine verbindliche Koordination der Arbeits- sowie Privatzeit (vgl. Maurer 1992, S. 142 ff.)

Die Anforderungen an die Arbeitszeitmodelle, welche abweichen von der Norm, erhöhten sich aufgrund der Zunahme des tertiären Wirtschaftssektors. Anhand des demografischen Wandels wie z. B. die vermehrte Erwerbstätigkeit von Frauen sowie der Expansion an Bildung bestärkten diese Forderungen (vgl. Jürgens 2010, S. 492). Seit den 80er Jahren nimmt die variable Arbeitszeitverteilung bzgl. der Gleitzeit und die Arbeitsortverlegung beispielsweise durch Homeoffice verstärkt zu. Auf diese Weise entfalteten sich unterschiedliche Modelle der Arbeitszeit, bezogen auf Verteilung dieser, auf die Dauer und auf die Lage (vgl. Seifert 2005, S. 43).

Gemäß Promberg ist die Relation zwischen den Bedürfnissen an Flexibilität von Unternehmen und der Autonomieanforderungen von Arbeitnehmern für die Entstehung zur Flexibilisierung der Arbeitszeit belangvoll (vgl. Promberg 2005, S. 34). Auch künftig ist eine zusätzliche Arbeitsflexibilisierung anzunehmen, da sich die Ansprüche bzgl. der volkswirtschaftlichen Strukturen verändern. Aufgrund dieser, wird die Globalisierung und somit auch der Wettbewerbsdruck für die Unternehmen ausnahmslos in einen Sparkurs getrieben. Unternehmen versuchen immer mehr Mitarbeiter bzw. Arbeitsplätze einzusparen und versuchen diese anhand präziser Arbeitszeitmodelle zu kompensieren. Des Weiteren begünstigen Individualisierungs- und Pluralisierungsprozesse und die Digitalisierung in der Gesellschaft sowohl den demografische Wandel und gleichwohl den Trend von flexiblen Arbeitszeitmodellen (vgl. Bellmann 2014, S. 22 ff.).

4 Arbeitszeitmodelle

Unternehmen verwenden verschiedene Arbeitszeitmodelle, um die betriebliche Steuerung der Arbeitnehmer bzgl. ihrer Arbeitszeit zu erreichen. Die Arbeitszeit meist nicht anhand des Arbeitsvertrages festgelegt, aber auf betrieblicher Ebene (vgl. Hoff 2015, S. 1). Grund hierfür ist, dass die Arbeitszeit dadurch flexibel gestaltet werden kann und dadurch beispielsweise besser an die Kundenansprüche angepasst werden kann. Der Betriebsrat kann bei einer Regelung auf betrieblicher Ebene bei der Verhandlung von Betriebsvereinbarungen durch sein Mitbestimmungsrecht mitentscheiden. Der Arbeitgeber sowie die Arbeitnehmer können hinsichtlich der Arbeitszeitverteilung bestimmen. Der Einsatz von flexiblen Arbeitszeitmodellen geschieht aus verschiedenen Zielmotivationen, wie z. B.:

- Mitarbeiterorientierung
- Anpassung nach individuellen Kundenbedürfnisse
- Wirtschaftlichkeit des Arbeitseinsatzes

Die Absicht besteht somit darin, dass in einer bestimmten festgelegten Zeit, die erreichte Arbeitsleistung die erwartete Qualität erbringt. Des Weiteren sollen die Ressourcen, welche zur Verfügung stehen, optimal eingesetzt werden sowie die Wünsche seitens der Arbeitnehmer sich mit der Arbeitszeit ermöglichen lassen (vgl. Hoff 2015, S. 2). Damit ein flexibles Arbeitszeitmodell erfolgreich umgesetzt werden kann, ist es zwingend notwendig, dass der Arbeitgeber über genügend Personal verfügt, da „[...] Ar­beitszeitflexibilität [...] zwar die Produktivität des Arbeitseinsatzes steigern, fehlende Arbeitskapazität aber nicht ersetzen [kann]“. (Hoff 2015, S. 2)

Gegenwärtig existieren etliche Arbeitszeitmodelle, welche eine flexible Arbeitszeitgestaltung ermöglichen. In den folgenden Unterkapiteln sollen die gängigsten Modelle näher erklärt werden.

4.1 Gleitzeit

Dieses Modell der flexiblen Arbeitszeit wurde 1970 eingeführt und ist eines der meist verwendeten Modell in Deutschland. Hier wurde ein fester Arbeitszeitrahmen bzw. feste Kernarbeitszeiten als Grundlage bestimmt. Dadurch wird es dem Arbeitnehmer ermöglicht, außerhalb der Kernarbeitszeit seinen Arbeitsbeginn und sein Arbeitsende individuell festzulegen. Der Beginn sowie das Ende können mithilfe von einem elektronischen Zeiterfassungsprogramm festgehalten werden (vgl. Hoff 2015, S. 5).

Es folgt eine kurze Aufstellung der Vor- und Nachteile dieses Modells (vgl. Gleitzeit 2016):

Aus Sicht des Arbeitgebers:

Vorteile: - geringer organisatorischer Aufwand

- Reduzierung von Fehlzeiten (z. B. Arzttermine) aufgrund höherer Flexibilität
- Steigerung der Arbeitsmotivation

Nachteile: - Miteinbindung des Betriebsrates bei Ausgestaltung

- erhöhter Abstimmungsaufwand
- nicht für alle Abteilungen geeignet und kann somit zu Unzufriedenheit führen

Aus Sicht des Arbeitnehmers:

Vorteile: - bessere Work-Life-Balance (auch bei Behördengängen, Arzttermine)

- Berücksichtigung persönlicher Vorlieben bzgl. des Tagesrhythmus
- höherer Einfluss auf Gestaltung der Arbeitszeit

Nachteile: - eigenverantwortliche Beachtung bzgl. der Einhaltung von vereinbarten Ar- beitszeit

- ständige Erreichbarkeit der Kollegen nicht möglich
- nicht für alle Arbeitsplätze geeignet

4.2 Versetzte Arbeitszeit

Versetzte Arbeitszeitmodelle eignen sich, wenn eine acht Stunden Schicht zu wenig ist und zwei Schichten zu lange sind. In einem Unternehmen werden innerhalb der Betriebszeit Arbeitszeitblöcke festgelegt, welche sich teilweise überlappen bzgl. des Arbeitsbeginns und des Arbeitsendes.

Hierdurch können die Betriebszeiten eines Unternehmens z. B. nach den Kundenansprüchen ausgeweitet werden, sowie im Tagesverlauf die Gestaltung eines variierenden Personalbedarfs erfolgen. Gut geeignet ist dieses Modell für den Logistikbereich und den Handel. Des Weiteren ist es auch weit in vielen Dienstleistungsunternehmen verbreitet.

Im Folgenden werden die Vor- sowie Nachteile definiert (vgl. Versetzte Arbeitszeit 2016):

Aus Sicht des Arbeitgebers:

Vorteile: - Anpassung Arbeitszeiten an Personalbedarf

- Verlängerung der Betriebszeiten (Öffnungszeiten, Maschinenlaufzeiten)
- in der Regel keine Schichtzuschläge

Nachteile: - erfordert exakte Personal-Bedarfsanalyse

- Abfangen kurzfristiger Schwankungen durch Korrektur des Arbeitplans
- Forderung vermehrter Abstimmungsprozesse

Aus Sicht des Arbeitnehmers:

Vorteile: - mehr Möglichkeiten für Teilzeit

- Schichttausch untereinander möglich (bei gleicher Qualifikation)
- variable Arbeitszeiten in gewissem Umfang

Nachteile: - spontane Flexibilität nicht möglich, da Arbeitsbeginn / -ende verbindlich sind

- oft nachteiliges Empfinden aufgrund geteilter Schichten
- nicht kooperierte Arbeitseinteilung führt oft zur Einteilung unattraktiver Zeiten

4.3 Jahresarbeitszeit

Dieses Modell funktioniert nach dem Grundsatz: Ist viel Arbeit vorhanden, dann wird mehr gearbeitet. Steht wenig Arbeit an, dann gibt es mehr Freizeit.

Die Jahresarbeitszeit wird hauptsächlich von Unternehmen genutzt, welche starke saisonale Schwankungen besitzen, wie z. B. Unternehmen der Konsumgüterbranche oder Gartenbaubetriebe.

Die Unternehmen vereinbaren mit den Arbeitnehmern eine jährliche Arbeitszeit, welche in Stunden festgelegt wird. Normalerweise wird die Arbeitszeit nach einer täglichen bzw. wöchentlichen Arbeitszeit definiert. Man errechnet die Jahresarbeitszeit aus der Anzahl der Arbeitstage pro Jahr und der täglichen Arbeitszeit, welche vereinbart ist.

[...]

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Details

Titel
Chancen und Risiken der Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V542548
ISBN (eBook)
9783346201263
ISBN (Buch)
9783346201270
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeitsort, arbeitszeit, chancen, flexibilisierung, risiken
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Chancen und Risiken der Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542548

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