In den meisten High Tech Supply Chains ist ein Großteil des geführten Bestandes der Sicherheitsbestand, dieser Fakt ist die Folge der steigenden Nachfrageunsicherheit und der Produktvielfalt auf den Märkten. Problematisch ist dies für Unternehmen einerseits, da ein hoher Sicherheitsbestand mit hohen Lagerhaltungskosten einhergeht, andererseits hat die steigende Produktvielfalt einen kürzeren Produktlebenszyklus zur Folge. Ein Produkt könnte demnach sehr schnell und abrupt an Nachfrage verlieren und dies erhöht die Kosten für Unternehmen, im Falle eines hohen Sicherheitsbestandes.
Das Ziel einer jeden Suppy Chain ist es den Mehrwert zu maximieren. Der Mehrwert einer Supply Chain wird bestimmt, indem man die Kosten der Supply Chain von dem Kundenwert subtrahiert, es gilt Mehrwert der Supply Chain = Kundenwert - Kosten der Supply Chain. Daraus folgend muss immer die Produktverfügbarkeit, die für den Kundenwert steht, in einem positiven Verhältnis zur Änderung des Sicherheitsbestandes und der Kostensituation stehen. Für potenzielle
Kunden wird es stetig einfacher die Produktverfügbarkeit zwischen einzelnen Händlern zu vergleichen, diese müssen lediglich im Internet auf der entsprechenden Seite nachsehen, ob das Produkt verfügbar ist. Dies setzt die Unternehmen unter Druck und zwingt diese dazu die Produktverfügbarkeit zu verbessern um nicht zu viele Margen zu verlieren.
Eine höhere Produktverfügbarkeit wird mit einem höheren Sicherheitsbestand erreicht, dieser jedoch bewirkt das Steigen der Lagerhaltungskosten. Die Lösung dieses Zielkonflikts, bzw. die Bereitstellung eines optimalen Kompromisses ist ein sehr wichtiger Part des Bestandsmanagements und gleichzeitig das Ziel dieser Ausarbeitung. Ist es möglich Sicherheitsbestände zu senken, ohne dass die Produktverfügbarkeit darunter leidet? Genau dieser Frage wird im Folgenden nachgegangen. Ziel ist es, ein praktikables Modell und eine entsprechende Umsetzung zu entwerfen und Unternehmen eine Hilfestellung und eine mögliche Lösung des Zielkonflikts zu bieten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Problems
1.2 Literaturübersicht
2 Vorstellung Grundlagen
2.1 Sicherheitsbestand in der Supply Chain
2.2 Lagerhaltungspolitiken
2.3 Lieferunsicherheit
2.4 Bündelung der Nachfrage
3 Analyse der Auswirkungen anhand eines fiktiven Beispielszenarios
3.1 Modellbeschreibung
3.2 Vorstellung Beispielunternehmen
3.3 Berechnung Sicherheitsbestand
3.4 Auswirkung von Nachfrageunsicherheit
3.5 Auswirkung von Lieferunsicherheit
3.6 Auswirkung von Bündelung
3.7 Fazit des Anwendungsszenarios
4 Einflussvergleich der unterschiedlichen Faktoren
5 Zusammenfassung
6 Modellkritik
7 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zielkonflikt zwischen der Maximierung der Produktverfügbarkeit und der gleichzeitigen Senkung der Lagerhaltungskosten innerhalb von Supply Chains. Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines praktikablen Modells zur Bestimmung optimaler Sicherheitsbestände unter Berücksichtigung verschiedener Unsicherheitsfaktoren.
- Methoden des Bestandsmanagements und verschiedene Lagerhaltungspolitiken
- Einflussfaktoren wie Nachfrageunsicherheit und Lieferunsicherheit auf den Sicherheitsbestand
- Analyse von Bestandsbündelungsstrategien zur Kostenreduktion
- Quantitative Bewertung anhand eines fiktiven Unternehmensszenarios
- Einfluss der Korrelation von Nachfragen auf den gebündelten Sicherheitsbestand
Auszug aus dem Buch
1.1 Relevanz des Problems
In den meisten High Tech Supply Chains ist ein Großteil des geführten Bestandes der Sicherheitsbestand, dieser Fakt ist die Folge der steigenden Nachfrageunsicherheit und der Produktvielfalt auf den Märkten (vgl. Chopra & Meindl 2014, S. 394). Problematisch ist dies für Unternehmen einerseits, da ein hoher Sicherheitsbestand mit hohen Lagerhaltungskosten einhergeht, andererseits hat die steigende Produktvielfalt einen kürzeren Produktlebenszyklus zur Folge. Ein Produkt könnte demnach sehr schnell und abrupt an Nachfrage verlieren und dies erhöht die Kosten für Unternehmen, im Falle eines hohen Sicherheitsbestandes.
Das Ziel einer jeden Suppy Chain ist es den Mehrwert zu maximieren. Der Mehrwert einer Supply Chain wird bestimmt, indem man die Kosten der Supply Chain von dem Kundenwert subtrahiert, es gilt Mehrwert der Supply Chain = Kundenwert - Kosten der Supply Chain (vgl. Chopra & Meindl 2014, S. 25). Daraus folgend muss immer die Produktverfügbarkeit, die für den Kundenwert steht, in einem positiven Verhältnis zur Änderung des Sicherheitsbestandes und der Kostensituation stehen. Für potenzielle Kunden wird es stetig einfacher die Produktverfügbarkeit zwischen einzelnen Händlern zu vergleichen, diese müssen lediglich im Internet auf der entsprechenden Seite nachsehen, ob das Produkt verfügbar ist. Dies setzt die Unternehmen unter Druck und zwingt diese dazu die Produktverfügbarkeit zu verbessern um nicht zu viele Margen zu verlieren (vgl. Chopra & Meindl 2014, S. 393).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problemstellung des Zielkonflikts zwischen Produktverfügbarkeit und Lagerhaltungskosten sowie Darstellung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Vorstellung Grundlagen: Vorstellung der theoretischen Basis für Sicherheitsbestände, Lagerhaltungspolitiken, Lieferunsicherheit und Bündelungsstrategien.
3 Analyse der Auswirkungen anhand eines fiktiven Beispielszenarios: Anwendung der theoretischen Modelle auf das fiktive Unternehmen EasyTV GmbH zur Quantifizierung der Einflüsse verschiedener Parameter.
4 Einflussvergleich der unterschiedlichen Faktoren: Synthese und Vergleich der zuvor analysierten Einflussfaktoren auf den Sicherheitsbestand.
5 Zusammenfassung: Rekapitulation der erarbeiteten Ergebnisse und der gewonnenen Erkenntnisse zur Lösung des Zielkonflikts.
6 Modellkritik: Kritische Würdigung des angewandten Modells hinsichtlich seiner Anwendbarkeit und theoretischen Voraussetzungen.
7 Ausblick: Aufzeigen von Potenzialen für weiterführende Forschung und Optimierungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Bestandsmanagement, Sicherheitsbestand, Supply Chain Management, Lagerhaltungskosten, Produktverfügbarkeit, Nachfrageunsicherheit, Lieferunsicherheit, Bestandsbündelung, Cycle Service Level, Produkterfüllungsrate, Fill Rate, Kostenoptimierung, Logistik, Modellierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Bestandsmanagement in Supply Chains, insbesondere mit dem Zielkonflikt, eine hohe Produktverfügbarkeit bei gleichzeitig minimierten Lagerhaltungskosten zu erreichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Berechnung von Sicherheitsbeständen, der Vergleich verschiedener Lagerhaltungspolitiken (kontinuierlich vs. periodisch) sowie die Auswirkungen von Unsicherheiten und Bündelungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Entwicklung eines praktikablen Modells, das Unternehmen dabei unterstützt, Sicherheitsbestände zu optimieren, ohne die Produktverfügbarkeit für den Kunden zu gefährden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden mathematische Formeln und Kennzahlen der Lagerhaltung (wie CSL und FR) genutzt, die anhand eines fiktiven Szenarios (EasyTV GmbH) analysiert und interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die detaillierte Modellierung anhand eines Beispielszenarios sowie eine umfangreiche Analyse der Einflüsse von Nachfrage-, Liefer- und Bündelungsvariablen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Bestandsmanagement, Sicherheitsbestand, Supply Chain Management, Nachfrageunsicherheit, Lieferunsicherheit und Bestandsbündelung.
Welche Rolle spielt die Bestandsbündelung bei der Kostenreduktion?
Die Bündelung kann Bestände an einem zentralen Ort zusammenführen, was oft zu einer signifikanten Reduktion der gesamten Sicherheitsbestände führt, sofern die Nachfragen nicht perfekt korreliert sind.
Warum wird die kontinuierliche Lagerüberwachung bevorzugt?
Die Analyse am Beispiel der EasyTV GmbH zeigt, dass bei der kontinuierlichen Lagerüberwachung im Vergleich zur periodischen Überwachung geringere Sicherheitsbestände bei gleicher Verfügbarkeit erforderlich sind.
Welchen Einfluss hat die Korrelation der Nachfrage auf das Bündelungsergebnis?
Mit steigender positiver Korrelation zwischen den regionalen Nachfragen nimmt der Vorteil der Bündelung ab, da sich die Sicherheitsbestände bei hoher Korrelation wieder den Werten dezentraler Lagerhaltung annähern.
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- Yannick Witczak (Author), 2018, Bestandsmanagement im Supply Chain Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542581