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Gestaltungsmöglichkeiten sozialer Anreize von deutschen Unternehmen in China zur Motivation chinesischer Mitarbeiter

Title: Gestaltungsmöglichkeiten sozialer Anreize von deutschen Unternehmen in China zur Motivation chinesischer Mitarbeiter

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 36 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Daniela Schießer (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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„Gutes Regieren besteht darin, sparsam mit seinen Mitteln umzugehen“ (Hofstede, 1997: S. 244) - ein Zitat von Konfuzius, das, obwohl er es vor über 2500 Jahren aussprach, noch immer von aktueller Bedeutung ist. Immerhin besteht eine Regierungstätigkeit, egal in welchem Bereich, nicht darin, alles top-down zu kontrollieren und seine Untergebenen in allen Bereichen zu kontrollieren, sondern darin, so viel wie nötig und so wenig wie möglich zu regulieren, um die den Mitarbeitern inhärente eigene Kreativität nicht zu ersticken. Für westliche Köpfe ist ein Führungsstil, der kontrolliert und restringiert, ein Unding, der mit dem heutigen Menschenbild des mündigen Mitarbeiters nicht kompatibel ist. Mit der zunehmenden Internationalisierung der Wirtschaft jedoch und der Entstehung internationaler Joint-Ventures außerhalb des angestammten Kulturkreises tritt die Kulturabhängigkeit des Führungsverhaltens und die Frage nach der universellen Anwendbarkeit des geschilderten autonomen Führungsstils immer mehr in den Vordergrund - ist es tatsächlich für jede Kultur mit ihrer jeweils individuellen Historie und ihren Werten wünschenswert, autonom zu sein und die eigene Kreativität einsetzen zu dürfen?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Motivation – Anreizsystem – Leistung

2.1 Begriffe

2.2 Vom Motiv zur organisationalen Leistung

2.3 Soziale Anreize: Hintergrund, Konkretisierung, Legitimation

3. Interkulturelle Besonderheiten

3.1 Kulturdimensionen nach Hofstede und Lokalisation Chinas

3.1.1 Machtdistanz

3.1.2 Unsicherheitsvermeidung

3.1.3 Maskulinität vs. Feminität

3.1.4 Individualismus vs. Kollektivismus

3.2 Die konfuzianische Dynamik nach Hofstede und Bond

4. Konkretisierung von spezifischen Tools hinsichtlich chinesischer Wertvorstellungen

4.1 Materielle Orientierung und starkes Sicherheitsbedürfnis

4.2 Hierarchieorientierung und geringe Innovationsorientierung

4.3 Kollektivismus und Tendenz zum Individualismus

4.4 Starke extrinsische Motivation

4.5 Bildungsorientierung und Zukunftsorientierung

5. Transfer konkreter Anreizmöglichkeiten auf unterschiedliche Menschenbilder

5.1 Der Pragmatiker / materialistische Mensch

5.2 Der Participator

5.3 Der Einzelgänger / am individuellen Gewinn orientierte

5.4 Der soziale Mensch

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie deutsche Unternehmen in China durch spezifisch angepasste soziale Anreizsysteme die Motivation chinesischer Mitarbeiter fördern können, wobei der Fokus auf der kulturellen Passung zwischen westlichen Führungskonzepten und chinesischen Wertvorstellungen liegt.

  • Analyse der chinesischen Kultur anhand von Hofstedes Kulturdimensionen.
  • Konkretisierung von Anreiz-Tools unter Berücksichtigung chinesischer Werte wie Kollektivismus und Machtdistanz.
  • Differenzierung der Motivationsansätze nach verschiedenen Menschentypen (Pragmatiker, Participator, Einzelgänger, sozialer Mensch).
  • Kritische Bewertung von Führungsstilen und Maßnahmen wie Personalentwicklung und betrieblichen Sozialleistungen in einem interkulturellen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3.1.4 Individualismus vs. Kollektivismus

Die in meinen Augen für China am bezeichnendste Dimension ist Individualismus versus Kollektivismus. „Individualismus kennzeichnet eine Gesellschaft, in denen Bindungen zwischen Individuen locker sind: man erwartet von jedem, dass er für sich selbst und seine unmittelbare Familie sorgt. Sein Gegenstück, der Kollektivismus, beschreibt Gesellschaften, in denen der Mensch von Geburt an in starke, geschlossene Wir-Gruppen integriert ist, die ihn ein Leben lang schützen und dafür bedingungslose Loyalität verlangen“ (Hofstede, 1997: S. 66, Hervorhebungen im Original). Es ist wenig überraschend, dass Chinas Individualismus Index nur 25 beträgt, während Deutschland im Vergleich dazu auf der Skala bei 67 anzusiedeln ist - China ist also ein sehr kollektivistisches Land, woraus deduziert werden kann, dass der Menschentypus des social man in China überdurchschnittlich oft vorhanden ist und somit viel Wert auf „working with people who cooperate well“ (Wert: 1,80; Wolff, 2004: S. 15) und „friendly atmosphere“ (Wert: 1,94; ibid.) gelegt wird.

Wie ich allerdings bereits erwähnt habe, unterscheidet der Chinese zwischen in- und out-group – bei zweiterer kann die chinesische Etikette durchaus auch zu Gunsten von Konfrontation und einer klaren Linie zurücktreten. An dieser Stelle ist ein weiterer spezifisch chinesischer Begriff einzuführen, welcher die besondere chinesische Art der geschäftlichen Netzwerkpflege bezeichnet, Guanxi: Dieser umschreibt die intensive Pflege des geschäftlichen Beziehungssystems. Der Umgang mit dieser Form der Geschäftsauffassung ist nicht immer einfach: Einerseits ist ein vertrauensvoller und enger Umgang miteinander erwünscht, andererseits erwartet der chinesische Mitarbeiter von einem Freund (der ja ein „Pater familiae“ auch durchaus sein kann) naturgemäß größere Rücksichtnahme und Konzession – es entsteht also ein Spannungsfeld zwischen notwendigem Vertrauen und damit verlorengehender Objektivität (vgl. Manager Magazin S. 7, Dokument auf CD). In der Beziehung Führungskraft – Mitarbeiter sollte diese durch ein genügend großes Maß an Autorität erhalten bleiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderung, westliche Führungsstile in der internationalen Wirtschaft auf andere Kulturen zu übertragen, und stellt die Forschungsfrage nach der chinesischen Perspektive.

2. Motivation – Anreizsystem – Leistung: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Motiv und Anreizsystem und veranschaulicht den Prozess von der Motivaktivierung bis hin zur organisationalen Leistung.

3. Interkulturelle Besonderheiten: Hier werden Hofstedes Kulturdimensionen (Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, etc.) sowie die konfuzianische Dynamik detailliert auf China angewendet, um kulturelle Unterschiede zu fassen.

4. Konkretisierung von spezifischen Tools hinsichtlich chinesischer Wertvorstellungen: Dieses Kapitel leitet konkrete Handlungsempfehlungen für das Management ab, wie z.B. Materielle Anreize, Hierarchieorientierung oder Gruppenanreize, angepasst an chinesische Werte.

5. Transfer konkreter Anreizmöglichkeiten auf unterschiedliche Menschenbilder: Der Autor kategorisiert Mitarbeiter in vier Menschentypen (Pragmatiker, Participator, Einzelgänger, sozialer Mensch) und definiert spezifische Motivationsstrategien für jeden dieser Typen.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass eine kulturelle Annäherung durch Empathie und Wissen möglich ist, jedoch eine vollständige Integration in eine fremde Kultur weder möglich noch zwingend erstrebenswert erscheint.

Schlüsselwörter

Motivation, Anreizsystem, China, Interkulturelle Kompetenz, Hofstede, Kollektivismus, Machtdistanz, Führung, Social Man, Guanxi, Mitarbeiterbindung, Personalentwicklung, Sozialleistungen, Wertvorstellungen, Arbeitspsychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Herausforderung für deutsche Unternehmen, chinesische Mitarbeiter durch soziale Anreizsysteme effektiv zu motivieren, indem kulturelle Besonderheiten berücksichtigt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Schwerpunkte liegen auf interkulturellem Management, Motivationstheorie, der Analyse chinesischer Kulturdimensionen und der praktischen Anwendung von Anreiz-Tools.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Motivationsfaktoren chinesischer Mitarbeiter zu schaffen und konkrete, kulturell angepasste Führungsinstrumente für deutsche Unternehmen in China zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer und organisationspsychologischer Literatur sowie der Anwendung bekannter Kulturmodelle (z.B. Hofstede) auf den chinesischen Kontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische chinesische Wertvorstellungen, leitet daraus konkrete Anreizmöglichkeiten ab und differenziert diese nach verschiedenen Menschentypen wie Pragmatikern oder Einzelgängern.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Motivation, Anreizsysteme, Kollektivismus, Machtdistanz, Guanxi sowie die spezifischen Menschentypen wie der "Social Man".

Wie unterscheidet der Autor zwischen den Menschentypen?

Der Autor unterscheidet auf Basis unterschiedlicher Bedürfnisse und Motivstrukturen zwischen dem Pragmatiker, dem Participator, dem Einzelgänger und dem sozialen Menschen, um gezieltere Anreize zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt die "konfuzianische Dynamik" in den Empfehlungen?

Sie wird genutzt, um die langfristige Orientierung chinesischer Mitarbeiter zu erklären und entsprechende, auf Dauerhaftigkeit und Beständigkeit ausgelegte Motivationsmaßnahmen zu rechtfertigen.

Warum ist das Konzept "Guanxi" für das Management relevant?

Guanxi beschreibt die essenzielle Netzwerkpflege in China. Das Management muss verstehen, dass der Aufbau enger, vertrauensvoller Beziehungen für chinesische Mitarbeiter von zentraler Bedeutung für die Motivation ist.

Wie bewertet der Autor die Übertragbarkeit westlicher Führungsstile?

Der Autor sieht die universelle Anwendbarkeit westlicher, autonomer Führungsstile kritisch und plädiert für eine situative Anpassung, die chinesische Hierarchie- und Kollektivwerte einbezieht.

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Details

Title
Gestaltungsmöglichkeiten sozialer Anreize von deutschen Unternehmen in China zur Motivation chinesischer Mitarbeiter
College
LMU Munich
Grade
1,5
Author
Daniela Schießer (Author)
Publication Year
2005
Pages
36
Catalog Number
V54263
ISBN (eBook)
9783638495127
ISBN (Book)
9783656713081
Language
German
Tags
Gestaltungsmöglichkeiten Anreize Unternehmen China Motivation Mitarbeiter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Schießer (Author), 2005, Gestaltungsmöglichkeiten sozialer Anreize von deutschen Unternehmen in China zur Motivation chinesischer Mitarbeiter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54263
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