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Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?

Ästhetik und Ausdruck in der Jugendkultur

Titel: Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?

Hausarbeit , 2014 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lisa Mertens (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Homosexualität ist gerade in der heutigen Zeit ein brisanter und immer mehr in die Öffentlichkeit tretender Themenkomplex, der sehr oft von Vorurteilen, Stereotypen und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist. Als erstes soll erläutert werden, was man unter Homosexualität versteht. Im Bezug dazu wird auf das subjektive Bewusstwerden der gleichgeschlechtlichen Neigungen eingegangen, wie sie sich im Leben junger Menschen entwickeln und was für einen Stellenwert das Erkennen und Anerkennen der eigenen Sexualität im Leben dieses jungen Menschen einnimmt. Diesen Begriff, besser bekannt als Coming Out möchte ich als zweiten Punkt dieser Arbeit definieren und darüber im Verlauf der Hausarbeit eingehender informieren.

Es wird auf unterschiedliche Theorien zur Entstehung von Homosexualität eingegangen und mögliche Ursachen vorgestellt. Oft liegen die Ursachen von homosexuellen Empfindungen bereits in der frühesten Kindheit, wo die Vorstellungen von Liebe, Sexualität und das Einnehmen der späteren Rolle als Mann oder Frau nachhaltig beeinflusst und geformt werden. Da Homosexualität durch signifikante Rollenabweichung gekennzeichnet ist, kollidieren diese Persönlichkeiten immer wieder mit vorherrschenden gesellschaftlichen Erwartungen.

Da sich das subjektive Bewusstwerden homosexueller Neigungen oft in der Pubertät ereignet und sich mit fortlaufenden Heranwachsen manifestiert, haben betroffene Jugendliche gleiche Empfindungen, Hoffnungen, Wünsche aber auch Ängste und Probleme bezüglich der Akzeptanz ihrer Eltern, Freunde und ihrem sozialen Umfeld. Im letzten Punkt soll diskutiert werden, ob homosexuelle Jugendliche daher eine eigenständige Jugendkultur darstellen oder eine Minderheit, die mehr Teil von unterschiedlichen Jugendkulturen ist und sich darin arrangiert. Persönlicher Anlass für dieses Thema ist, da ich mit vielen Lesben und Schwulen zu tun habe die Neugier zu dieser Thematik und weil ich darauf aufmerksam machen will, unter welcher Belastung homosexuelle Jugendlichen in dieser heteronormativen Gesellschaft stehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Homosexualität?

3. Was ist das Coming Out?

4. Entwicklung von Homosexualität

4.1 Theorien für die Entstehung von Homosexualität

4.1.1 Einfluss des Elternhauses

4.1.2 Erster Kontakt mit homosexuellen Gefühlen in der Kindheit

4.1.3 Eigene Auffassung und Erleben von Homosexualität

5. Gesellschaft, Jugendkulturen und Coming Out

6. Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung homosexueller Identität im Kindes- und Jugendalter vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Heteronormativität. Dabei wird analysiert, wie Rollenbilder und Erziehungsprozesse die Selbstwahrnehmung beeinflussen und ob homosexuelle Jugendliche eine eigenständige Jugendkultur bilden oder als Minderheit in verschiedene Kulturen integriert sind.

  • Definition und Begriffsbestimmung von Homosexualität
  • Phasen und Bedeutung des Coming-Out-Prozesses
  • Wissenschaftliche Theorien zur Entstehung homosexueller Neigungen
  • Einfluss des familiären und sozialen Umfelds auf die Identitätsbildung
  • Diskussion über die kulturelle Einordnung homosexueller Jugendlicher

Auszug aus dem Buch

4.1 Theorien für die Entstehung von Homosexualität

Konkrete Ursachen für die Entstehung von Homosexualität sind trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse über Genetik und das menschliche Gehirn noch nicht benennbar. Sigmund Freud war derjenige, der im 20. Jahrhundert mit der wissenschaftlichen Untersuchung der Homosexualität ihren Ruf als schwerwiegende psychische Störung streitig machte. Dieser entdeckte Homosexualität als eine natürliche Art der menschlichen Sexualität und erkannte, dass sie auch in heterosexuellen Menschen angelegt sei. Die Ursache, die er der Homosexualität zuschrieb entstünde durch frühkindliche Prägung.

Nach der Freud’schen Abhandlung „Über einige neurotische Mechanismen bei Eifersucht, Paranoia und Homosexualität“ aus dem Jahre 1922 beschreibt er, dass Homosexualität ein Ergebnis intensiver Mutterfixierung sei. Dies sorge nach dem Vorgang der Pubertät dafür, dass der junge Mann „sich selbst mit der Mutter identifiziert und nach Liebesobjekten ausschaut, in denen er sich selbst wiederfinden kann, die er dann lieben möchte, wie die Mutter ihn geliebt hat“. Durch diese Fixierung würde ihm der „Übergang zu einem anderen Weibobjekt erschwert“ werden. Die Mutter gelte somit als unersetzbar und unantastbar von anderen Frauen. Demnach wende er sich zum eigenen Geschlecht hin, da die „Neigung zur narzistischen Objektwahl“, also die Wertschätzung und Verehrung des eigenen Geschlechtes leichter erscheint „als die Wendung zum anderen Geschlecht“.

Das andere Geschlecht würde als gering geschätzt, abgelehnt oder verabscheut. Einen weiteren Grund für die Ausprägung von homosexuellen Neigungen bestünde auch in der „Rücksicht auf den Vater oder der Angst vor ihm“, da der junge Mann sich in Konkurrenz zu seinem Vater, oder Menschen, die seine Rolle einnehmen sieht. Auch zu Geschwistern, so fiel Freud in Beobachtungen auf, würden diese „starken eifersüchtigen Regungen aus dem Mutterkomplex“ zu erhöhter Rivalität und Aggression gegenüber zumeist älteren Brüdern führen. Durch die Erziehung, so meint Freud, würde es zu einer Verdrängung feindseliger Emotionen komme und so eine Art „Gefühlsumwandlung“ stattfände, bei der der „frühere Rivale“ zum „ersten homosexuellen Liebesobjekt wurde“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Brisanz der Thematik ein und umreißt die Forschungsfrage zur Entwicklung homosexueller Identität und ihrer kulturellen Einbettung.

2. Was ist Homosexualität?: Das Kapitel beleuchtet verschiedene wissenschaftliche und religiöse Definitionen des Begriffs sowie die historische Entwicklung der Erklärungsansätze.

3. Was ist das Coming Out?: Hier wird der Coming-Out-Prozess als zweiphasiger Vorgang – unterteilt in ein inneres und ein äußeres Stadium – detailliert erläutert.

4. Entwicklung von Homosexualität: Dieses Kapitel untersucht die psychosozialen Faktoren sowie verschiedene Theorien, von Freuds psychoanalytischem Ansatz bis hin zu modernen genetischen und hormonellen Hypothesen.

4.1 Theorien für die Entstehung von Homosexualität: Ein Überblick über wissenschaftliche und psychologische Erklärungsmodelle zur Entstehung homosexueller Orientierung.

4.1.1 Einfluss des Elternhauses: Dieser Abschnitt beschreibt, wie elterliche Erziehung und frühe familiäre Bindungen das Rollenverhalten und die Identitätsfindung beeinflussen.

4.1.2 Erster Kontakt mit homosexuellen Gefühlen in der Kindheit: Untersuchung der frühkindlichen Identifikationsprozesse und der ersten bewussten oder unbewussten Anziehung zu Gleichaltrigen.

4.1.3 Eigene Auffassung und Erleben von Homosexualität: Analyse der pubertären Phase als lebensbestimmender Abschnitt der Selbstakzeptanz und des inneren Coming-Out-Prozesses.

5. Gesellschaft, Jugendkulturen und Coming Out: Das Kapitel diskutiert den Einfluss heteronormativer Gesellschaftsstrukturen auf das Leben und die psychische Gesundheit homosexueller Jugendlicher.

6. Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?: Kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob Homosexualität per se eine Jugendkultur begründet oder eher eine Identitätskategorie innerhalb bestehender Szenen darstellt.

7. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und Forderung nach einem flexibleren Rollenverständnis in einer weniger heteronormativen Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Coming Out, Identitätsentwicklung, Jugendkultur, Heteronormativität, Soziale Arbeit, Pubertät, Rollenbilder, Sozialisation, Psychische Gesundheit, Psychoanalyse, Sexualität, Diskriminierung, Prägung, Gender.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung homosexueller Identität bei Jugendlichen und die Herausforderungen, mit denen sie in einer heteronormativ geprägten Gesellschaft konfrontiert sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Homosexualität, den Prozess des Coming-Outs, die psychosoziale Entwicklung in der Kindheit und Jugend sowie die Frage nach der Zugehörigkeit zu Jugendkulturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, ob homosexuelle Jugendliche eine eigenständige Jugendkultur bilden oder als Minderheit innerhalb verschiedener gesellschaftlicher Gruppen agieren, und welche Belastungen dabei entstehen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, unter Einbeziehung psychoanalytischer Theorien (z.B. nach Freud) sowie soziologischer Perspektiven auf Jugendkulturen und gesellschaftliche Normen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Theorien zur Entstehung von Homosexualität, die Bedeutung des Elternhauses, der Prozess der sexuellen Selbstfindung in der Pubertät und die gesellschaftlichen Auswirkungen der Heteronormativität diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Homosexualität, Identitätsentwicklung, Coming Out, Jugendkultur, Heteronormativität, Rollenbilder und soziale Integration.

Warum spielt die Mutterfixierung nach Freud eine zentrale Rolle für die Theoriebildung?

Freud nutzte das Konzept der Mutterfixierung, um die Entstehung homosexueller Neigungen bei Männern als eine Art der Identifikation mit dem Liebesobjekt zu erklären, was die historische Entwicklung des Verständnisses von Homosexualität maßgeblich beeinflusste.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Suizidrate homosexueller Jugendlicher?

Die Autorin stellt fest, dass die Suizidrate bei homosexuellen Jugendlichen deutlich höher ist, was sie direkt auf den psychischen Druck und die Ablehnungserfahrungen zurückführt, die aus einer starren, heteronormativen Rollenerwartung resultieren.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?
Untertitel
Ästhetik und Ausdruck in der Jugendkultur
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,3
Autor
Lisa Mertens (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V542672
ISBN (eBook)
9783346158598
ISBN (Buch)
9783346158604
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendkultur Homosexualität Coming Out LGBT Homophobie Akzeptanz Toleranz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Mertens (Autor:in), 2014, Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542672
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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