Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?

Ästhetik und Ausdruck in der Jugendkultur


Hausarbeit, 2014

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsangabe:

1. Einleitung

2. Was ist Homosexualität?

3. Was ist das Coming Out?

4. Entwicklung von Homosexualität
4.1 Theorien für die Entstehung von Homosexualität
4.1.1 Einfluss des Elternhauses
4.1.2 Erster Kontakt mit homosexuellen Gefühlen in der Kindheit
4.1.3 Eigene Auffassung und Erleben von Homosexualität

5 Gesellschaft, Jugendkulturen und Coming Out

6 Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Homosexualität ist gerade in der heutigen Zeit ein brisanter und immer mehr in die Öffentlichkeit tretender Themenkomplex, der sehr oft von Vorurteilen, Stereotypen und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist. Als erstes soll erläutert werden, was man unter Homosexualität versteht. Im Bezug dazu wird auf das subjektive Bewusstwerden der gleichgeschlechtlichen Neigungen eingegangen, wie sie sich im Leben junger Menschen entwickeln und was für einen Stellenwert das Erkennen und Anerkennen der eigenen Sexualität im Leben dieses jungen Menschen einnimmt. Diesen Begriff, besser bekannt als Coming Out möchte ich als zweiten Punkt dieser Arbeit definieren und darüber im Verlauf der Hausarbeit eingehender informieren. Es wird auf unterschiedliche Theorien zur Entstehung von Homosexualität eingegangen und mögliche Ursachen vorgestellt. Oft liegen die Ursachen von homosexuellen Empfindungen bereits in der frühesten Kindheit, wo die Vorstellungen von Liebe, Sexualität und das Einnehmen der späteren Rolle als Mann oder Frau nachhaltig beeinflusst und geformt werden. Da Homosexualität durch signifikante Rollenabweichung gekennzeichnet ist, kollidieren diese Persönlichkeiten immer wieder mit vorherrschenden gesellschaftlichen Erwartungen. Da sich das subjektive Bewusstwerden homosexueller Neigungen oft in der Pubertät ereignet und sich mit fortlaufenden Heranwachsen manifestiert, haben betroffene Jugendliche gleiche Empfindungen, Hoffnungen, Wünsche aber auch Ängste und Probleme bezüglich der Akzeptanz ihrer Eltern, Freunde und ihrem sozialen Umfeld. Im letzten Punkt soll diskutiert werden, ob homosexuelle Jugendliche daher eine eigenständige Jugendkultur darstellen oder eine Minderheit, die mehr Teil von unterschiedlichen Jugendkulturen ist und sich darin arrangiert.

Persönlicher Anlass für dieses Thema ist, da ich mit vielen Lesben und Schwulen zu tun habe die Neugier zu dieser Thematik und weil ich darauf aufmerksam machen will, unter welcher Belastung homosexuelle Jugendlichen in dieser heteronormativen Gesellschaft stehen.

2. Was ist Homosexualität?

Der Begriff Homosexualität setzt sich aus dem griechischen Wort homo (gleich) und sexus (Geschlecht) zusammen und wird auch als Homophilie, Gleichgeschlechtlichkeit oder Inversion bezeichnet. Das Online-Lexikon woxikon.de definiert sie als „Liebe und sexuelle Beziehung zu einer Person des gleichen Geschlechts“ und zählt neben der „Neigungshomosexualität“ auch noch die Bisexualität, also die sexuelle Neigung zu beiden Geschlechtern als Art davon auf. Es werden sowohl auf emotionaler als auch auf sexueller Ebene kurz- oder langfristige Beziehungen eingegangen und diese werden als durchaus erfüllend erlebt. Die Definitionen, Erklärungsansätze und Auffassungen von Homosexualität sind abhängig von den, sie untersuchenden Wissenschaften und variieren in den unterschiedlichen Glaubens- und Kulturkreisen. Vom Standpunkt der katholischen Kirche, welchen man aus dem „Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Seelsorge für homosexuelle Personen“ vom 1. Oktober 1986 entnehmen kann, entspräche Homosexualität nicht dem „göttlichen Plan der Liebe und der Leben schenkenden Vereinigung“ zweier Menschen, die sich homosexuell verhalten, da dies nur als moralisch gelte, wenn dies zwischen Mann und Frau geschehe, die durch den heiligen Bund der Ehe verbunden sind. Homosexualität gilt also als unmoralisch und nicht von Gott gewollt - Es sei nicht natürlich. Die evangelische Kirche hingegen beurteilt Homosexualität nicht als gotteslästernd, da auch in gleichgeschlechtlichen Beziehungen die „Selbsthingabe (...) und das Wesen christlicher Liebe “ inne wohne. Im Gegensatz zu religiösen Einschätzungen zu diesem Thema gibt es bis heute noch keine eindeutige wissenschaftliche Erklärung, wie Homosexualität entsteht. Das Online-Wörterbuch thefreedictionary.com spricht bei seiner Definition von einer „Veranlagung, sich zum eigenen Geschlecht hingezogen zu fühlen“. Diese Veranlagung deutet auf die genetische Veranlagung von homosexuellen Neigungen hin, also etwas angeborenes, welches bereits von dem Psychoanalytiker Sigmund Freud als „organischer Faktor der Homosexualität“ bezeichnet und untersucht wurde. Neben seiner Theorie, die noch einmal aufgegriffen wird gibt es mehrere Theorien, wie sich Homosexualität entwickelt, ob es tatsächlich eine genetische Veranlagung ist, ob die Ausprägung von psychologischen Gegebenheiten bestimmt ist, ob sie ein Produkt aus gegebenen sozialen Faktoren ist oder eine Kombination aus den möglichen Ursachen darstellt.

3. Was ist das Coming Out?

Grundsätzlich bedeutet das Coming Out das sich Bewusstwerden und das Akzeptieren der eigenen homosexuellen Neigungen sowie der Abweichung von gesellschaftlichen Normvorstellungen der Geschlechterrollen und dem selbstbewussten Umgang damit in seinem sozialen Umfeld. Es sei noch anzumerken, dass dieses Offenbaren aus freiwilliger Überzeugung geschieht und nicht wie beim Begriff des „Outens“, dass das Individuum dazu gezwungen wird sich öffentlich zu seiner Homosexualität zu bekennen. Laut der Website onmeda.de kann das Coming Out damit beginnen, dass die Person anfangs häufig versuchen würde, „die Homosexualität vor anderen, aber auch vor sich selbst zu verleugnen, bevor sie ihre sexuelle Orientierung sich und anderen eingestehen“. Somit kann Verdrängung und Ablehnung der erste Schritt zum Veräußerlichen der eigenen Sexualität sein.

In der Broschüre „Heterosexuell? Homosexuell? Sexuelle Orientierung und Coming-out“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahre 2013 wird das Coming-out als ein Vorgang beschrieben, der sich aus zwei Phasen zusammensetzt: Dem inneren und dem äußeren Coming-out. Das innere Coming Out sei demnach der Zeitabschnitt, in dem „jemand die eigenen Gefühle und Wünsche realistisch wahrnimmt und vor sich selbst anerkennt“ (32f.). Dass man sich damit von der Heteronormativität, also dem gesellschaftlichen Ideal der Heterosexualität und den dazugehörigen, beständigen soziale Normen abhebt. Darauffolgend wäre das äußere Coming-out der Vorgang, bei dem „das Schwul- oder Lesbischsein zunächst vertrauten Personen und später auch in einem weiteren Kreis von Menschen bekannt wird“ (32f.).Verlauf und Dauer der Selbstannahme bis hin zum selbstbewussten Eintreten in sein soziales Umfeld ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und ist laut der BZgA abhängig von entweder „erschwerenden oder unterstützenden Reaktionen der Umgebung“ (32f.), sprich in erster Linie den Eltern oder den Freunden. Wie diese und weitere gesellschaftliche Faktoren auf die sexuelle Orientierungsphase, die mit Eintritt der Pubertät beginnt einwirken wird im weiteren Verlauf der Arbeit noch ausführlicher behandelt und mithilfe des Aspektes der Jugendkultur konkretisiert.

4. Entwicklung von Homosexualität

Das Aufwachsen eines jeden Menschen ist geprägt durch die Interaktion mit Individuen. Bereits in der sehr frühen Kindheit interagiert er mit Personen. Er wird in der Interaktion selbstständiger und Beziehungen werden immer feinfühliger und ausgeprägter. Die dazu nötigen Werte und Normen und Grundlagen der emotionalen Intelligenz werden im Rahmen der Erziehung primär von den Eltern vermittelt. Ziel der Erziehung ist es, Grundlagen für menschlichen Interaktionen zu schaffen, die den Prozess der Sozialisation, also das soziale Eingliedern in die Gesellschaft begünstigen und befördern. Da das innere Coming Out durch das Bewusstwerden des Abweichen von der Konformität geprägt ist, ist es interessant zu fragen, in welchem Lebensabschnitt oder aus welchem Aspekt heraus sich Homosexualität entwickelt und welche emotionalen Veränderungen Lesben und Schwule bereits dann erfahren, wenn sie selbst noch nicht einmal wissen, wie ihre sexuelle Identität ist und wann sie das erste Mal an die Grenzen gesellschaftlicher Normvorstellung stoßen.

4.1 Theorien für die Entstehung von Homosexualität

Konkrete Ursachen für die Entstehung von Homosexualität sind trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse über Genetik und das menschliche Gehirn noch nicht benennbar. Sigmund Freud war derjenige, der im 20. Jahrhundert mit der wissenschaftlichen Untersuchung der Homosexualität ihren Ruf als schwerwiegende psychische Störung streitig machte. Dieser entdeckte Homosexualität als eine natürliche Art der menschlichen Sexualität und erkannte, dass sie auch in heterosexuellen Menschen angelegt sei. Die Ursache, die er der Homosexualität zuschrieb entstünde durch frühkindliche Prägung. Nach der Freud'schen Abhandlung „Über einige neurotische Mechanismen bei Eifersucht, Paranoia und Homosexualität“ aus dem Jahre 1922 beschreibt er, dass Homosexualität ein Ergebnis intensiver Mutterfixierung sei. Dies sorge nach dem Vorgang der Pubertät dafür, dass der junge Mann „sich selbst mit der Mutter identifiziert und nach Liebesobjekten ausschaut, in denen er sich selbst wiederfinden kann, die er dann lieben möchte, wie die Mutter ihn geliebt hat“. Durch diese Fixierung würde ihm der „Übergang zu einem anderen Weibobjekt erschwert“ werden. Die Mutter gelte somit als unersetzbar und unantastbar von anderen Frauen. Demnach wende er sich zum eigenen Geschlecht hin, da die „Neigung zur narzistischen Objektwahl“, also die Wertschätzung und Verehrung des eigenen Geschlechtes leichter erscheint „als die Wendung zum anderen Geschlecht“.

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?
Untertitel
Ästhetik und Ausdruck in der Jugendkultur
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V542672
ISBN (eBook)
9783346158598
ISBN (Buch)
9783346158604
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendkultur, Homosexualität, Coming Out, LGBT, Homophobie, Akzeptanz, Toleranz
Arbeit zitieren
Lisa Mertens (Autor), 2014, Stellen homosexuelle Jugendliche eine eigene Jugendkultur dar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542672

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