Der Roman "Emil und die Detektive" im Unterricht der 5. Klasse am Gymnasium


Unterrichtsentwurf, 2020

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Formalia

2. Ziele

3. Situation der Lerngruppe

4. Sachanalyse

5. Didaktische Analyse

6. Methodische Überlegungen und Entscheidungen

7. V erlaufsplan

8. Teilziele der Stunde

9. Reflexion

10. Quellen - und Literaturverzeichnis

1. Formalia

Klasse: 5c

Schülerzahl: 30 (13 M / 17 J)

Datum: 02.05.2018

Zeit: 12:15 – 13:00 Uhr (45 min)

Thema der Unterrichtseinheit

Emil und die Detektive

Thema der Unterrichtsstunde

Berlin in den 20-er Jahren – Der Schauplatz des Romans

2. Ziele

Ziel der Unterrichtsstunde:

Die Schülerinnen und Schüler lernen den Schauplatz des Romans kennen, indem sie die Parallelen zwischen den Textstellen aus dem Roman und den historischen Fotografien erkennen.

Teillernziele:

TZ1: Die SuS werden für den Schauplatz des Romans sensibilisiert, indem sie sich in die vorgegebenen historischen Fotografien aus den 20-er Jahren hineinversetzen.

TZ2: Die SuS sollen die Schauplatzbeschreibung des Autors und die Merkmale auf den Fotografien herausarbeiten und stichpunktartig festhalten, damit sie diese miteinander in Verbindung bringen können, indem sie einen Vergleich vornehmen und Stellung dazu nehmen.

TZ3: Die SuS sollen erkennen, dass die Schauplatzbeschreibung des Autors realistisch und zeitgetreu ist.

TZ4: Die SuS erkennen die Unterschiede zwischen Neustadt und Berlin und können den Gefühlswandel der literarischen Figur nachvollziehen.

3. Situation der Lerngruppe

Die vorliegende Unterrichtsplanung wurde für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c des Gymnasiums G. entworfen. Ich durfte die Klasse im Rahmen meines Fachpraktikums im Fach Deutsch begleiten. Die Klasse 5c besteht aus insgesamt 30 SuS und setzt sich zusammen aus 13 Mädchen und 17 Jungen. In der Klasse befinden sich keine Inklusionskinder aber drei SuS mit Lese-Rechtschreib-Schwäche. Jedoch gibt es keinen sonderpädagogischen Bedarf. Da die Klasse den Roman ‚Emil und die Detektive‘ vor Beginn der Unterrichtseinheit lesen mussten, war ihnen der Inhalt bekannt.

Aufgrund der begrenzten Zeit im Fachpraktikum, war es leider nicht möglich die Klasse tiefergehend kennenzulernen und das Verhalten der einzelnen SuS genauer zu analysieren.

4. Sachanalyse

Die Unterrichtsstunde basiert auf dem im Jahre 1929 erschienenen Kinderroman Emil und die Detektive von Erich Kästner. Der Roman zählt zu den Klassikern der deutschen Kinder- und Jugendliteratur und ist Erich Kästners bekanntestes Kinderbuch.

Der Roman handelt von einer Detektivgeschichte, die der 12- jährige Protagonist Emil während seiner Reise von Neustadt nach Berlin zu seiner Oma durchlebt. In Neustadt lebt Emil zusammen mit seiner Mutter Frau Tischbein die Friseuse ist. Die Reise zu seiner Oma nach Berlin stellt für Emil eine Herausforderung dar, da er zum ersten Mal ohne seine Mutter verreist. Zudem steht Emil vor einer weiteren Herausforderung. Er bekommt von seiner Mutter die Aufgabe seiner Oma 140 Mark zu geben. Für Frau Tischbein ist es sehr wichtig, dass ihre Mutter das Geld in voller Summe bekommt, da sie alleinerziehend ist und lange für das Geld sparen musste, indem sie hart dafür gearbeitet hat. Aufgrund der Tatsache, dass Emil im Zug für einen kurzen Moment eingenickt ist, wurde ihm das Geld für seine Oma gestohlen. Der Grund der Verfolgungsjagd, die er vorerst alleine startet ist der Dieb, der Emils Geld gestohlen hat. Emil traut sich nicht die Polizei zu alarmieren, da er zuvor vom Wachmeister Jeschke erwischt wurde, als er einem Denkmal seiner Stadt eine rote Nase gemalt hat. Aus diesem Grund beschließt er den Dieb eigenständig zu stellen. Die Verfolgungsjagd, die er vorerst alleine antretet setzt er dann mit seiner Detektivbande fort. Die Detektivbande besteht aus Kindern mit verschiedenen Charaktereigenschaften und seltsamen Namen wie z.B. Dienstag, Traugott, Gustav mit Nach einer aufregenden Verfolgungsjagd, schafft es die Detektivbande den Dieb erfolgreich zu stellen und Emil bekommt sein Geld zurück. Außerdem erhält Emil unter großem Medienaufgebot tausend Mark als Belohnung, da durch ihn auch gleichzeitig ein Bankräuber gefasst werden konnte.

5. Didaktische Analyse

Das niedersächsische Kerncurriculum für Gymnasien, schreibt den Roman Emil und die Detektive von Erich Kästner in der empfohlenen Literaturliste unter dem Aspekt Klassische Jugendbücher für die Klassenstufen 5 und 6 vor. Das Kerncurriculum verdeutlicht, dass die Lehrkräfte bei der Auswahl eines Kinder- und Jugendbuchs den Hauptaugenmerk auf „pädagogisch ausgewiesen und erzähltechnisch anspruchsvoll gestaltete“ Kinder- und Jugendbücher legen sollten.1 Des weiteren sollten die Lehrkräfte eine Auswahl treffen, die die Empfehlungen und Anregungen von den Institutionen berücksichtigt, die sich zweifelslos mit der Förderung des Jugendbuchs und der Lesekultur von SuS auseinandersetzen sowie auch durch Rezensionen und Preisvergaben gewürdigt wurden und Materialien zur Bearbeitung anbieten, die sowohl den Lehrkräften als auch den SuS Orientierung und Bereicherung bieten.2 Hinsichtlich der Vorgaben des niedersächsischen Kerncurriculum ist der Roman von Erich Kästner eine gute Wahl.

Das niedersächsische Kerncurriculum schreibt mit Blick auf die zu erwerbenden Kompetenzen von SuS vor, dass neben „Sprechen und Zuhören“ und „Schreiben“ auch die Kompetenz „Lesen- mit Texten und Medien umgehen“ erworben werden sollte. Hierunter fallen die Punkte „Lesetechniken und Lesestrategien anwenden“ sowie auch „Sachtexte, literarische Texte und Medien verstehen und nutzen“.3 Ziel ist es, dass SuS einen Zugang zu literarischen Texten bekommen und das außer dem stumpfen runterlesen eines Buches kommunikative Kompetenzen erworben werden. Beispielsweise sollen SuS unterschiedliche monologische und dialogische Sprechhandlungen in spezifischen Kontexten planen sowie realisieren und reflektieren. Die SuS sollen am Ende von Schuljahr 6 in der Lage sein Sprache verantwortungsbewusst zu gebrauchen und zu erkennen, dass sie das unabdingbare Mittel zur Verständigung ist.4

Das Kerncurriculum greift in diesem Zusammenhang auf, dass auf Rollenspiele sowie szenische Spiele und „vorbereitende Übungen zur Körper- und Raumwahrnehmung, zur Einfühlung in den Kommunikationspartner und zur Kooperation mit anderen“ eine gesondertes Augenmerk gelegt werden muss.

Der Fokus der geplanten Stunde liegt auf dieser Forderung des niedersächsischen Kerncurriculum. Die SuS sollen sich mit dem Schauplatz des Romans E mil und die Detektive identifizieren, da bei der näheren Betrachtung des Schauplatzes für sie ein Zugang in die Gefühlswelt der Hauptfigur Emil geleistet werden kann. Der Roman bietet hinsichtlich der Hauptfigur eine Grundlage zur Identifizierung für die SuS, da sie sich ungefähr im gleichen Alter befinden und somit ein persönlicher Bezug vorhanden ist. Des weiteren könnten die SuS schon einmal eine ähnliche Situation wie Emil erlebt haben, wie z.B. das Fremdheitsgefühl, der Verlust eines Gegenstands oder auch das Gefühl eine große Verantwortung zugewiesen zu bekommen und fühlen sich in Teilen des Romans angesprochen. Durch den Vergleich des Schauplatzes einerseits aus der Beschreibung des Autors im Roman und andererseits den an die Wand projizierten historischen Fotografien aus dem Jahr 1920, soll die Kompetenz der Wahrnehmung von Raum von den SuS abgerufen werden. Gleichzeitig, soll das Verständnis von SuS für literarische Texte und Medien abgefragt werden, indem die sie aus dem Vergleich ein Fazit bzw. eine Erkenntnis gewinnen sollen.

6. Methodische Überlegungen und Entscheidungen

In der ersten Unterrichtsphase, dem Einstieg, legt die Lehrperson eine Folie auf den Overheadprojektor auf. Die aufgelegte Folie zeigt zwei Fotografien vom Schauplatz des Romans Emil und die Detektive; Berlin in den 20er-Jahren. Mit den Impulsen „Stellt euch vor, ihr befindet euch an diesem Ort ganz alleine“ Wie würdet ihr euch fühlen? / Wie wirkt dieser Ort auf euch? sollen die SuS eine Minute in sich hineinkehren und danach ihre Gedanken beschreiben. Durch die Nutzung eines Mediums, in diesem Fall dem Overheadprojektor, der im Rahmen der Schulgeschichte zu einem modernen Medium gehört, wird die Aufmerksamkeit von allen SuS nach vorne gerichtet, sodass die Lehrperson Blickkontakt zu den SuS hat.5 Die aufgelegte Folie mit den Fotografien weckt im besten Fall das Interesse der SuS.6

[...]


1 Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium Klasse 5 – 10, S. 37.

2 Vgl. ebd.

3 Vgl. ebd., S. 12.

4 Vgl. ebd., S. 14.

5 Vgl. Böhmann M., Schäfer-Munro R.: Kursbuch Schulpraktikum. Unterrichtspraxis und didaktisches Grundwissen, S. 94.

6 Vgl. Unterrichtspraxis und didaktisches Grundwissen, S. 94.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Der Roman "Emil und die Detektive" im Unterricht der 5. Klasse am Gymnasium
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V542699
ISBN (eBook)
9783346174611
ISBN (Buch)
9783346174628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
detektive, emil, gymnasium, klasse, roman, unterricht
Arbeit zitieren
Hüveyda Eken-Polat (Autor), 2020, Der Roman "Emil und die Detektive" im Unterricht der 5. Klasse am Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542699

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