Das gewählte, mittelständische Unternehmen ist ein langjähriges Traditionsunternehmen, welches seit 25 Jahren im Bereich der Stahlverarbeitung und Schweißtechnik tätig ist. Der Lohnfertiger stellt Bauteile für den schweren Stahlbau her, die in die Geschäftsfelder Stahlbrückenbau, Zement- und Mineralindustrie, Maschinenbau, Stahlwasserbau und Stahlturmbau einzuordnen sind. Als spezielle Zusatzdienstleistung wird das Projektmanagement angeboten, welches die Abwicklung von komplexen Großprojekten durch eine eigenständige Planungsabteilung gewährleistet. Diese und andere planende und leitenden Stellen, wie die Überwachung der Qualitätssicherung oder der Auftragssteuerung benötigen hochqualifiziertes Personal mit umfassendem Fachwissen im jeweiligen Bereich. Zum wachsenden Bedarf an Führungskräften wird die Anzahl an benötigten Fachkräften ebenfalls immer höher, da die technischen Fertigungsprozesse aufgrund der Größenordnung weitaus komplexer sind, als es kleinere Serienprodukte aus dem leichten Stahlbau und das Branchen-Know-how andere Techniken und Qualifizierungen benötigen. Zusätzlich zum Rekrutierungsbedarf an Fachkräften stellt auch die Besetzung von Ausbildungsplätzen eine Herausforderung dar. Das Unternehmen ist mit einer Mitarbeiteranzahl von über 400 Personen und seinem langjährigen Bestehen am Markt als ein mittelständisches Unternehmen einzuordnen. Die Bearbeitung der Fallstudie erfolgt im Hinblick des Personalmarketing als Bereich des klassischen Marketings und gliedert sich in einen strategischen Personalmarketingansatz und der operativen Umsetzung der, aus der strategischen Analyse stammenden Handlungsbedarfe. Das über allem stehende Ziel ist die Erhöhung der wahrgenommenen Arbeitgeberattraktivität für Fach- und Führungskräfte in der Region Magdeburg und Umgebung.
Ausgehend von dieser Zielfestlegung erfolgt eine Arbeitsmarktsegmentierung, die Auswahl der Zielgruppe sowie die Positionierung des Unternehmens in den Arbeitsmärkten (Simon et. al., 1995, S. 14).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung
2. Marktabgrenzung und Marktsegmentierung
3. Situationsanalyse und Zielgruppenauswahl
4. Ableitung und Ausformulierung von Marketingzielen
5. Auswahl der Marketingstrategie und der Marketinginstrumente
6. Operative Umsetzung der ausgewählten Marketing-Instrumente
Zielsetzung und Themen der Fallstudie
Die vorliegende Fallstudie hat zum Ziel, die Arbeitgeberattraktivität eines mittelständischen Unternehmens der Stahlverarbeitung durch einen strategischen Personalmarketingansatz signifikant zu steigern, um junge Fach- und Führungskräfte erfolgreich zu rekrutieren. Dabei wird analysiert, wie durch eine zielgruppenspezifische Segmentierung und den gezielten Einsatz von Marketinginstrumenten die Bekanntheit und das Image bei Akademikern verbessert werden kann.
- Analyse der Ist-Situation des Unternehmens mittels SWOT-Analyse
- Segmentierung des Arbeitsmarktes für junge Fach- und Führungskräfte
- Formulierung strategischer Marketingziele zur Steigerung der Markenbekanntheit
- Konzeption operativer Personalmarketing-Maßnahmen (Messen und digitale Kanäle)
Auszug aus dem Buch
3. Situationsanalyse und Zielgruppenauswahl
Die strategische Analysemethode der Wahl ist die SWOT-Analyse, da sie eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Unternehmens sowie der Umwelt zulässt. Damit gelingt es, in den darauffolgenden Kapiteln Personalmarketingziele und -strategien zu entwickeln und die Entwicklung zielgerichteter Maßnahme in die Wege zu leiten. Unter Anwendung einer SWOT-Analyse werden aktuelle Entwicklungen in Bezug auf das gewählte Unternehmen analysiert und bewertet. Im Sinne einer Stärken-Schwächen-Analyse wird das Unternehmen hinsichtlich der Vorteile und Defizite innerhalb personalmarketingspezifischer Gesichtspunkte beschrieben.
Hervorzuhebende Stärken, die sich positiv auf die Wahrnehmung der Arbeitgeberattraktivität von Fach- und Führungskräften auswirken sind zum einen eine flache Hierarchien, eine freundschaftliche Umgangsform im Team aber auch die Betonung auf Eigenverantwortung sind hier zu nennen. Aufgrund der vielfältigen Aufgabenprofile gibt es vor allem für Personen aus dem wirtschaftlich-technischen Hintergrund die Möglichkeit, angeeignetes Wissen in die Tat umzusetzen und sich in seinem Aufgabenbereich selbst zu verwirklichen.
Eine große Schwäche des Unternehmens hinsichtlich der Personalrekrutierung ist, dass moderne Kommunikationstechnologien kaum für die Präsentation von Arbeitgebermarke und Beschäftigungsmöglichkeiten genutzt werden. Gerade bei den jüngeren Fach- und Führungskräften ist die eher unbekannt – Sowohl als Aushängeschild der Wirtschaft als auch attraktiver Arbeitgeber.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problemstellung: Vorstellung des Unternehmens und Darlegung der Notwendigkeit für ein strategisches Personalmarketing zur Rekrutierung qualifizierter Fach- und Führungskräfte.
2. Marktabgrenzung und Marktsegmentierung: Beschreibung der Notwendigkeit einer differenzierten Segmentierung des Arbeitsmarktes, um homogene Gruppen für gezielte Beschaffungsmaßnahmen zu bilden.
3. Situationsanalyse und Zielgruppenauswahl: Durchführung einer SWOT-Analyse zur Identifikation interner Stärken und Schwächen sowie Einordnung in den gesellschaftlichen Kontext des demografischen Wandels.
4. Ableitung und Ausformulierung von Marketingzielen: Definition konkreter Ziele wie der Steigerung der Markenbekanntheit (Brand Awareness) und der Verbesserung der Arbeitgeberattraktivität bei der jungen Zielgruppe.
5. Auswahl der Marketingstrategie und der Marketinginstrumente: Erarbeitung von S-O- und W-O-Strategien zur Nutzung von Standortvorteilen und digitalen Kanälen für die Ansprache der Generation Y.
6. Operative Umsetzung der ausgewählten Marketing-Instrumente: Konkretisierung der Maßnahmen durch Messebeteiligungen sowie die strategische Optimierung der digitalen Karriereseite und Social-Media-Kanäle.
Schlüsselwörter
Personalmarketing, Arbeitgeberattraktivität, Fachkräftemangel, Generation Y, SWOT-Analyse, Rekrutierung, Employer Branding, Markenbekanntheit, Hochschulmarketing, Arbeitsmarktsegmentierung, Personalakquise, digitale Kommunikation, Fachkräfte, Führungskräfte, Marketinginstrumente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Fallstudie grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Implementierung einer Personalmarketing-Strategie für ein mittelständisches Unternehmen der Stahlindustrie, um junge Fach- und Führungskräfte besser zu erreichen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Bereiche Personalmarketing, Marktsegmentierung, Employer Branding, strategische Unternehmenskommunikation und die Nutzung digitaler Rekrutierungskanäle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erhöhung der wahrgenommenen Arbeitgeberattraktivität des Unternehmens, um in einem wettbewerbsintensiven Umfeld („War for Talents“) als Arbeitgeber für Absolventen attraktiv zu sein.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Fallstudie nutzt schwerpunktmäßig die SWOT-Analyse, um eine ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens im Hinblick auf seine Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken durchzuführen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Situationsanalyse, die Ableitung von Marketingzielen sowie die Auswahl und operative Ausgestaltung spezifischer Personalmarketing-Instrumente.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Personalmarketing, Generation Y, Employer Branding, Arbeitsmarktsegmentierung und die strategische Ausrichtung auf akademische Nachwuchskräfte.
Wie unterscheidet sich die Zielgruppenansprache für die Generation Y?
Die Zielgruppe zeichnet sich durch hohe Technologieaffinität aus, weshalb die Arbeit den Fokus auf digitale Präsenz, moderne Kommunikationskanäle und die Kommunikation von Werten wie Work-Life-Balance legt.
Welche Rolle spielen Messen bei der Rekrutierung?
Messen dienen als Instrument zur persönlichen Repräsentation des Unternehmens, um durch direkten Kontakt und authentische Auftritte von Führungskräften eine Bindung zu potenziellen Bewerbern aufzubauen.
- Arbeit zitieren
- Lisa Mertens (Autor:in), 2019, KMU Personalmarketing zur Rekrutierung junger Fach- und Führungskräfte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542708