Das Gedicht „Ganymed“ wurde sowohl von Friedrich Hölderlin als auch von Johann Wolfgang von Goethe geschrieben. Diese Dichter sind der Klassik und dem Sturm und Drang zuzuordnen. Was unterscheidet ihre Gedichte? Worin besteht ihr Motiv? Worin unterscheiden sie sich?
Diese Ausarbeitung analysiert ausführlich beide Gedichte und vergleicht diese. Es wird auf die Wer-Seite der Gedichte, in der unter anderem die Kommunikationssituation untersucht wird, analysiert. Ebenso wird auf die Wie-Seite eingegangen. Diese beleuchtet die Stilmittel und die Wirkung der Gedichte. Die ausführlich analysierte Was-Seite beschreibt und deutet die Gedichte. Es wird gezeigt, dass die Gedichte trotz ihrer gleichnamigen Titel, doch unterschiedliche Interpretationen zulassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Gedichte „Ganymed“ von Hölderlin und von Goethe
2. Der Gedichtvergleich
2.1 Der Vergleich der Wer-Seite der Gedichte
2.2 Der Vergleich der Wie- Seite des Gedichts
2.3 Der Vergleich der Was-Seite der Gedichte
2.4 Zwei ähnliche Motive, zwei unterschiedliche Interpretationen
2.5. Übersichtstabelle der beiden Ganymed-Gedichte Hölderlins und Goethes
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in einer vergleichenden Analyse der beiden Gedichte mit dem Titel „Ganymed“ von Friedrich Hölderlin und Johann Wolfgang von Goethe, um die Unterschiede in ihrer Motivik, Interpretation und stilistischen Gestaltung herauszuarbeiten.
- Analyse der Wer-Seite (Kommunikationssituation) beider Gedichte.
- Untersuchung der Wie-Seite (Stilmittel, Metrik und Sprachgestaltung).
- Vergleich der Was-Seite (inhaltliche Deutung der primären und sekundären Bildebene).
- Gegenüberstellung der epochenspezifischen Einordnung in den Sturm und Drang sowie die Klassik.
- Erstellung einer übersichtlichen Vergleichstabelle zur strukturierten Zusammenfassung der Analyseergebnisse.
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Vergleich der Wer-Seite der Gedichte
Das Gedicht Friedrich Hölderlins zeichnet sich in den ersten Strophen durch eine klare und direkte Kommunikationssituation aus. Dabei richtet sich diese Kommunikation ungewöhnlicher Weise in den ersten Strophen nicht an den Leser. Die Sprechinstanz richtet sich an einen fiktiven Mann, einen Bergsohn, innerhalb des Gedichtes. Bei dieser Form der Kommunikation handelt es sich um eine sogenannte Ansprache-Direktheit. Diese direkte Ansprache der Sprechinstanz zeichnet sich durch gesteigerte Subjektivität, Individualität und Emotionalität aus. Die Subjektivität wird durch die Sprechinstanz in Form von negativer Emotionalität impliziert. Schon im ersten Vers wird dies deutlich, da suggeriert wird, der Bergsohn liegt „in Unmut“ (V.1) am Ufer. Das Gedicht richtet sich in Form von Fragen dieser negativen, suggestiven Art mit einem direkten „du“ an den Bergsohn.
Goethes Version des Gedichts „Ganymed“ besitzt in seiner ersten Strophe ebenso eine direkte Kommunikationssituation. Hier wird allerdings keine Person, sondern der Frühling von der Sprechinstanz angesprochen. Die Ansprache ist jedoch nicht derart negativ wie in Hölderlins Version, denn die Sprechinstanz spricht in Goethes Gedicht in Form einer straken, positiven Emotionalität gegenüber diesem Frühling: „Wie im Morgenglanze / du rings mich anglühst / Frühling, Geliebter!“ (V.1f.). Auch in diesem Gedicht wird die Expressionalität durch Adjektive ausgedrückt. Diese sind beispielsweise: „tausendfacher“ (V.4), „ewigen“ (V.6), „unendliche“ (V.8). Im weiteren Verlauf des Gedichts schwenkt diese direkte Kommunikationssituation, ebenso wie auch im Gedicht von Hölderlin, in eine beschreibende Kommunikationssituation der Umgebung über.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Gedichte „Ganymed“ von Hölderlin und von Goethe: Dieses Kapitel stellt die beiden Texte unter Angabe der historischen Kontexte und Entstehungsdaten vor.
2. Der Gedichtvergleich: Der Hauptteil der Arbeit bietet eine detaillierte Analyse der Wer-, Wie- und Was-Ebenen der beiden Gedichte und diskutiert deren unterschiedliche Interpretationsansätze im Kontext der jeweiligen Literaturepoche.
Schlüsselwörter
Ganymed, Friedrich Hölderlin, Johann Wolfgang von Goethe, Gedichtvergleich, Wer-Seite, Wie-Seite, Was-Seite, Sturm und Drang, Klassik, Motivik, Lyrikanalyse, Enjambement, Metapher, Personifizierung, Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem systematischen Vergleich der zwei gleichnamigen Gedichte „Ganymed“ von Friedrich Hölderlin und J. W. Goethe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit untersucht die kommunikativen Situationen, die stilistischen Mittel sowie die inhaltliche Interpretation beider Gedichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Motiv des Frühlings und der göttlichen Anrufung in den beiden Werken aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die das Modell der Wer-, Wie- und Was-Seite zur strukturierten Untersuchung lyrischer Texte nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Kommunikationssituation, der stilistischen Gestaltung sowie die Deutung der bildlichen Ebenen beider Gedichte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Die zentralen Begriffe umfassen die Epochen Sturm und Drang sowie Klassik, die Struktur lyrischer Kommunikation und die spezifische Motivik von Hölderlin und Goethe.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Frühlings in den beiden Gedichten?
Bei Hölderlin ist der Frühling ein durch göttliche Zeichen erwecktes Ereignis, während er bei Goethe ein direkt geliebtes, personifiziertes Gegenüber der Sprechinstanz darstellt.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Interpretation?
Während Hölderlins Gedicht stark von einer vorwurfsvollen oder distanzierten Haltung geprägt ist, zeigt Goethes Werk eine harmonische Einheit von Mensch, Natur und Gott durch eine liebende Hingabe.
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- Chris K. (Autor), 2020, "Ganymed" - ein Gedichtvergleich. Die Versionen von Friedrich Hölderlin und J. W. Goethe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542771