Unterrichtsvorbereitung im Fach Deutsch: Die beschreibende Funktion von Adjektiven – Personenbeschreibung (2. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2006
18 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Lerngruppenbeschreibung
1.1 Lernvoraussetzungen

2. Sachanalyse
2.1 Das Adjektiv
2.2 Die Personenbeschreibung

3. Didaktische Überlegungen

4. Verlaufsskizze

5. Methodische Überlegungen

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang
- Wer ist das?
- Wer ist das? - Differenzierung
- Tafelbild - Lückentext

1. Lerngruppenbeschreibung

In der Klasse sind Kinder aus acht verschiedenen Ländern, wovon 10 Mädchen und 13 Jungen sind. Die meisten Kinder wachsen zweisprachig auf, was sich in einigen Fällen in den deutsch-sprachigen Fähigkeiten widerspiegelt. Die Kinder können meine Arbeitsanweisungen verstehen. Es zeigt sich jedoch, dass einige Kinder der Klasse visuelle Unterstützungen benötigen, um die Anweisungen zu verstehen und sich häufig an anderen Kindern orientieren. So weit es mir möglich ist, kümmere ich mich um Kay und Silsila besonders und biete ihnen häufiger meine Unterstützung an. Das Sozialverhalten der Kinder untereinander hat sich sehr verbessert. Die Kinder nehmen zunehmend Rücksicht aufeinander und halten sich größtenteils an die vereinbarten Regeln. Die Kinder arbeiten gern in Gruppen zusammen und helfen schwächeren Kindern. Dennoch kommt es häufig zu Konflikten im Unterricht und auch in den Pausen. Daher nehme ich mir auch während des Unterrichts Zeit, diese Konflikte gemeinsam mit den betroffenen Kindern zu klären, und verweise immer wieder auf unsere gemeinsam vereinbarten Klassenregeln: langsam, leise, friedlich, freundlich.

Jasmin ist erst vor einigen Wochen zu uns in die Klasse gekommen. Die Kinder haben sie herzlich aufgenommen und erklären ihr gerne, die Materialien für den Wochenplan und für die Freie Arbeitszeit. Jasmin hat sich Jasmins besonders angenommen und erklärt ihr Aufgabenstellungen, die ihr unklar sind. Jasmin spricht aus Unsicherheit noch überwiegend English. Um ihr den Einstieg in die neue Lernumgebung angenehm zu gestalten und ihr die Umstellung zu erleichtern, übersetze ich ihr noch viele Arbeitsanweisungen ins Englische. Sie sollte jedoch möglichst viel mit der neuen Sprache konfrontiert werden und daher erhält sie alle Erklärungen zunächst auf Deutsch. Jasmin weiß, dass die Kinder nur deutsch mit ihr sprechen können und versucht daher immer mehr, sich mit Hilfe der deutschen Sprache auszudrücken. Jasmin kann Texte laut vorlesen, jedoch liest sie die Texte nicht Sinn entnehmend, da ihr viele Wörter unbekannt sind. Ebenso schreibt sie als Einzige noch Druckschrift. Sie kann Wörter, die man ihr vorspricht oder die sie kennt, lautgetreu aufschreiben, jedoch hat sie noch keinen großen, aktiven deutschen Wortschatz, sodass sie sich im selbstständigen Verfassen von Sätzen sehr schwer tut. Jasmin besucht daher parallel zum Deutschunterricht einen Förderkurs und erhält in dieser Stunde ggf. ein differenziertes Arbeitsblatt. Sollte sie dennoch Schwierigkeiten mit der Aufgabenstellung haben, wird Jasmin mit ihr zusammenarbeiten.

1.1 Lernvoraussetzungen

Die Kinder haben bereits die Wortarten Nomen und Verben kennen gelernt.

Adjektive sind besonders hilfreich, um Gefühle, Erlebnisse und Gedanken treffend zu formulieren und helfen den Kindern beim kreativen Sprachgebrauch. Die Kinder nutzen einige wenige Adjektive bereits unbewusst (toll, super, doof, blöd, gerne) im mündlichen, wie auch im schriftlichen Sprachgebrauch. Um unter anderem den Gebrauch der Adjektive zu erhöhen und den Wortschatz der Kinder zu erweitern, wird nun die Wortart der Adjektive eingeführt. Einigen Kindern ist der Begriff Wiewort bereits bekannt, ohne dass sie sich darunter etwas Konkretes vorstellen können.

Die Kinder haben in gewissen Lernspielen geübt, ihre Mitschüler genau zu betrachten und veränderte Details wahrzunehmen. Im Kunstunterricht haben die Kinder bereits Selbstportraits, aber auch diverse Gegenstände abgezeichnet und somit geübt, das Äußere bewusst wahrzunehmen, sodass das Verfassen einer Beschreibung eines anderen Kindes keine große Hürde im Bereich der Objektbezogenheit darstellen sollte.

2. Sachanalyse

2.1 Das Adjektiv

Das Adjektiv hat einen hohen Stellenwert unter den übrigen Wortarten.

Es ist die drittgrößte Wortart und umfasst ungefähr ein "sechstel des gesamten deutschen Wortschatzes"[1], wobei sich die Zahl durch neue Wortbildungen stetig erhöht. Das Wort Adjektiv kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie das Beigefügte. " Adjektive bezeichnen Eigenschaften von Lebewesen (der bissige Hund), Dingen (das große Haus), Sachverhalten (ein herrlicher Sommer), Vorgängen (es donnert laut) und Eigenschaften von Eigenschaften (das rot geblümte Kleid)[2]." Das heißt, Adjektive beschreiben, wie etwas ist. Daher auch die Bezeichnung „Wiewort“, wie Adjektive in der Schulgrammatik häufig bezeichnet werden[3] ". Häufig beinhaltet dies auch eine Wertung „das ist ein wunderbares Gemälde". Mit Adjektiven kann man auch Tätigkeiten, Erlebnisse, Gefühle und Zustände näher beschreiben. "Adjektive gehören zu den deklinierbaren Wortklassen, sind steigerungs- und vergleichsfähig und können substantiviert werden."[4]

Wolfgang Menzel definiert alle Wörter als Adjektive, "die in der Position zwischen Artikel und Nomen stehen können und dort flektiert werden und steigerbar sind."[5] Er weist daraufhin, dass diese Wortart – wie für alle anderen – gleichsam einen "Kernbereich"[6] und eine "Peripherie"[7] gibt: Das heißt es gibt "Wörter die zweifelsfrei zu den Adjektiven gehören, und solche, die sich an ihren Randbereichen bewegen. So kann sich z.B. ein Wort zum Adjektiv hin entwickeln, seinen Entwicklungsprozess aber noch nicht abgeschlossen haben ein klasse(s) Auto."[8] Ein Wort kann aber auch aus einer fremden Sprache stammen und sich "gegen bestimmte Einordnungen ins deutsche System - noch – sperren. So sagen wir schon: ein faires Spiel, aber noch nicht alle: ein fitter Körper."[9] Es ist folglich nicht immer ganz einfach und klar, welche Wörter zu den Adjektiven zählen. Daher weist Menzel daraufhin, dass die in seiner Definition (s.o.) genannten Ermittlungsproben (Position, Flektion) sich in der Sprachwissenschaft durchgesetzt haben und auch für die Schulgrammatik "vorzüglich" geeignet sind.[10] In der Position zwischen Artikel und Nomen nehmen Adjektive Numerus, Genus und Kasus des Nomens an.[11] "Der Flektierbarkeit (zwei Formen: heißer, heiße) entziehen sich nur wenige, meist aus den fremden Sprachen übernommene (lila, orange…) und die Kardinalzahlwörter (zwei, drei, usf.)."[12]

Adjektive werden in verschiedenen Gruppen unterschieden:

- "Sensorische Adjektive bezeichnen Eigenschaften, die mit den Sinnen erfassbar sind:
Farbe- weiß, schwarz; Form- eckig, rund; Ton- leise, laut.
- Qualifizierende Adjektive definieren Eigenschaften: Zeit- spät, Ästhetik- schön, hässlich.
- Relationale Adjektive nennen Eigenschaften, die eine Zugehörigkeit bezeichnen:

Geographie- amerikanisch, afrikanisch; Religion- griechisch, katholisch; Staat/ Volk/ Sprache- polnisch, deutsch. Die letzte Gruppe der klassifizierenden Adjektive beschreibt Eigenschaften, die eine Klasse oder einen Typus bezeichnen: Epoche- romantisch; Beruf- ärztlich."[13]

"Innerhalb eines Satzes können Adjektive in unterschiedlicher Weise verwendet werden:

1. als Attribut zu einem Nomen: seine rote Nase glüht
2. als selbstständiges Adverbial beim Hilfsverb (prädikativ): seine Nase ist rot
3. als selbstständiges Adverbial beim Verb (adverbial): seine Nase glüht rot"
4. als nachgestelltes Attribut (vor allem in lyrischen Texten): Röslein, Röslein rot
5. als Attribut zu einem Adverb oder Adjektiv: seine rot glühende Nase[14]

Adjektive in attributiver Stellung können stets erfragt werden mit der Frage: was für ein? – ein schönes Bild. Eine Ausnahme bilden jedoch die Zahladjektive, die mit der Frage wie viele? oder der wievielte? erfragt werden können. In prädikativer Stellung werden Adjektive meistens mit der Frage wie? - sie ist schön erfragt.[15]

Nicht jedes Adjektiv kann in jeder Position stehen. Solche, die in ihrer Verwendung auf bestimmte Positionen eingeschränkt sind, nennt man defektive Adjektive.[16]

Außerdem können Adjektive wie Nomen verwendet werden, man spricht dann von substantivierten Adjektiven: Sie musste Hartes durchmachen.[17]

Adjektive lassen sich steigern (komparieren)und folgende Steigerungsformen werden unterschieden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Vergleichen steht nach der Grundstufe ein wie: du bist so schön wie ein Gemälde und nach dem Superlativ steht das Wort als: ich bin größer als du. Einige Adjektive werden unregelmäßig kompariert: gut, besser, beste. Adjektive die bereits eine Höchststufe ausdrücken, werden nicht kompariert: einzig –[18]

Adjektive können in unterschiedlicher Funktion verwendet werden:

- Semantische Funktion (beschreibend, vergleichend)
- Syntaktische Funktion (sinnergänzend)
- Stilistische Funktion (Ausschmückung)[19]

Die Adjektive haben somit eine differenzierende, präzisierende und individualisierende Form und sind aus dem Sprachgebrauch nicht wegzudenken.[20]

Durch Präfigierungen (un – selbstständig, in – akzeptabel, ur –alt …), Ableitungen (hügel - ig, ess – bar …), Kompositionen (felsen –fest), oder den Zuwachs aus anderen Sprachen entstehen immer wieder neue Adjektive.[21] Diese Wortbildungen tragen ernorm zur Sprachökonomie, sowie zur "Reduzierung zugrunde liegender syntaktischer Konstruktionen (Wortgruppe oder Nebensatz auf ein Wort, Wegfall von Präpositionen und Artikel…) und erlauben eine starke syntaktische Verdichtung ohne Informationslust."[22]

2.2 Die Personenbeschreibung

"Eine Beschreibung ist eine vorwiegend informierende, sachbetonte und wirklichkeitsnahe Darstellungsform. Die Beschreibung dient dazu, einen Gegenstand, Zustand, Zusammenhang, Sachverhalt, eine Person oder Vorgang mit sprachlichen Mitteln so darzustellen, dass der Adressat eine genaue Vorstellung davon gewinnt."[23]

[...]


[1] Mustun, M (2004), S. 30

[2] Menzel, W. (2000), S. 56

[3] ebd., S. 56

[4] Braun, G. (1997), S. 1

[5] Meier, E. (1994). S. 4.12

[6] Menzel, W- (1991), S. 17

[7] ebd., S17

[8] Menzel, W- (1991), S. 17

[9] ebd., S17

[10] Vgl. ebd., S17

[11] Vgl. ebd. S. 17

[12] ebd., S.19

[13] Pisarska, A (2000), S. 14

[14] Menzel, W. (1991), S. 20

[15] Vgl. ebd., S.19

[16] Duden, S. 210

[17] Duden, S. 211

[18] Vgl Duden, S. 221

[19] Vgl. Menzel, W. (1991), S. 16

[20] Meier, E. (1994). S. 4.12

[21] ebd., S.20

[22] ebd., S.20

[23] http://www.new-teaching.de/paetec_11364.cfm?nojam=3

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsvorbereitung im Fach Deutsch: Die beschreibende Funktion von Adjektiven – Personenbeschreibung (2. Klasse)
Hochschule
Studienseminar Frankfurt für Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen  (Studienseminar GHRF)
Veranstaltung
Unterrichtsbesuch im Fach Deutsch
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V54285
ISBN (eBook)
9783638495295
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Lernziel der Stunde: Die Kinder sollen sich der beschreibenden Funktion von Adjektiven bewusst werden, indem sie Kinder aus der Klasse mit Hilfe von Adjektiven näher beschreiben.
Schlagworte
Unterrichtsvorbereitung, Fach, Deutsch, Funktion, Adjektiven, Personenbeschreibung, Klasse), Unterrichtsbesuch
Arbeit zitieren
Tanja Vorderstemann (Autor), 2006, Unterrichtsvorbereitung im Fach Deutsch: Die beschreibende Funktion von Adjektiven – Personenbeschreibung (2. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54285

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