Der Unterrichtseinstieg gilt als wichtiger Bestandteil einer Unterrichtsstunde, welcher stets von der Lehrkraft vorbereitet und an die jeweiligen Schülerinnen und Schüler einer Klasse angepasst werden muss.
Ein gut durchdachter und geplanter Unterrichtseinstieg korreliert jedoch nicht, wie oft angenommen, zwingend mit insgesamt gut funktionierendem Unterricht. Die Motivation und der Lernprozess, die positiv von den Unterrichtseinstiegen beeinflusst werden können, bedingen eine ausführliche Reflexion der angewandten Einstiege. Nur so können Rückschlüsse auf die Auswirkung der verschiedenen Einstiege gezogen werden.
Die wichtigste Funktion, die von Unterrichtseinstiegen erfüllt werden soll, ist das Wecken von Neugier und Interesse der SuS, sodass ihre intrinsische Motivation gefördert wird und diese auch am Ende der Unterrichtsstunde noch nachgewiesen werden kann. Die Förderung der Motivation ist hierbei stets eine Aufgabe, die von den Lehrkräften erfüllt werden soll, da gerade die SuS im pubertären Alter Schwierigkeiten haben sich selbst für die Schule zu motivieren, da es sich dort in der Regel um eine künstliche und erzwungene Situation handelt. Doch welcher Einstieg schafft es wirklich, die SuS nachweisbar zu motivieren, sodass diese erfolgreich lernen können? Mit dieser Frage beschäftige ich mich in diesem Forschungsprojekt.
Um eine Beziehung zwischen den Ergebnissen meines Forschungsprojekts mit der entsprechenden Literatur herzustellen, werden vorab die theoretischen Grundlagen bezüglich des Unterrichtseinstiegs und der (Lern-) Motivation näher erläutert. Anschließend werden die Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtungen und der von mir durchgeführten Befragungen von 26 SuS einer 9. Klasse mit dem Titel „Selbstreflexion“ in Bezug auf drei verschiedene Unterrichtseinstiege dargestellt und diskutiert, um die Auswirkung des jeweiligen Einstiegs auf die Motivation zu verdeutlichen. Aus zeitlichen Gründen wurden nur die am häufigsten vorkommenden und von mir beobachteten Unterrichtseinstiege reflektiert. Dazu gehören sowohl die Hausaufgabenbesprechung als stoffliches Aufwärmen als auch das Bild und eine Audiosequenz als thematischer Einstieg.
Das Vereinen von Theorie und Praxis ermöglichen es mir ein Fazit über die Auswirkungen von bestimmten Unterrichtseinstiegen auf die Motivation ziehen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. MOTIVATION
2.1. BEGRIFFSKLÄRUNG
2.2. LERNMOTIVATION
2.3. MOTIVATION IN BEZUG AUF DEN LERNPROZESS
3. STUNDENEINSTIEGE
3.1. BEGRIFFSKLÄRUNG
3.2. FUNKTIONEN VON UNTERRICHTSEINSTIEGEN
3.3. FORMEN VON UNTERRICHTSEINSTIEGEN
4. HERLEITUNG DER FRAGESTELLUNG
5. EINLEITUNG IN DIE STUDIE
6. FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN
7. METHODE
7.1. DURCHFÜHRUNG
7.2. INSTRUMENTE
7.3. STICHPROBE
8. ERGEBNISSE
8.1. DESKRIPTIVE ERGEBNISSE DER BEOBACHTUNGEN
8.2. DESKRIPTIVE ERGEBNISSE DER SELBSTREFLEXIONSBÖGEN
9. DISKUSSION
10. FAZIT
11. LITERATURVERZEICHNIS
12. ANHANG
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Unterrichtseinstiege auf die intrinsische Motivation von Schülerinnen und Schülern einer 9. Jahrgangsstufe im Fach Englisch, um zu ermitteln, welche Einstiegsformen eine lernförderliche Atmosphäre am effektivsten unterstützen.
- Theoretische Grundlagen zur Lernmotivation und deren Relevanz für Lehr-Lernprozesse
- Analyse der Funktionen und verschiedenen Formen von Unterrichtseinstiegen
- Empirische Untersuchung mittels Unterrichtsbeobachtung und Selbstreflexionsbögen
- Vergleich von stofflichen Aufwärmübungen mit thematischen Einstiegen (z.B. Bilder, Audio)
- Diskussion des Einflusses der Einstiegsgestaltung auf Schüleraktivität und Konzentration
Auszug aus dem Buch
3.2. Funktionen von Unterrichtseinstiegen
Abgesehen von dem Lernprozess als Ziel des Einstieges soll dieser auch einen motivierenden Charakter innehalten. Hierbei sind seine erwünschten Hauptfunktionen, dass er die Neugierde und das Interesse der SuS weckt, Fragen hervorruft und Vorkenntnisse aktiviert und mit bereits Erlerntem verknüpft. Dies kann infolgedessen ein motiviertes Verhalten bei den SuS aufzeigen, welches beobachtbar ist. Motiviertes Verhalten im Unterricht äußert sich z.B. durch aufmerksames Zuhören oder aktive Mitarbeit durch Melden.
Meyer definiert den Unterrichtseinstieg als „Tor, durch das der Schüler in die neue Lern-Landschaft hinauswandert“ (1991: 12). Aufgrund dessen lässt sich schlussfolgern, dass die Hinführung der SuS zu einem neuen Thema für Meyer die Hauptfunktion von Unterrichtseinstiegen darstellt.
Ein gelungener Unterrichtseinstieg vermittelt im Bestfall eine klare Strukturiertheit des Unterrichts und kann die SuS dazu motivieren, dem Unterricht zu folgen und in der Erarbeitungs- und Sicherungsphase aktiv mitzuarbeiten. Dennoch bedeutet dies nicht, dass ein guter Unterrichtseinstieg das Gelingen einer ganzen Unterrichtsstunde garantiert oder dass ein misslungener Einstieg nicht trotzdem in eine gelungene Unterrichtsstunde münden kann (vgl. Thömmes 2005: 9).
Eine weitere wichtige Funktion, die der Unterrichtseinstieg erfüllen soll, ist die Schaffung von Disziplin bei den SuS. Diese sollen sich eigenständig auf das Thema der Stunde einstellen können und sich nicht durch externe Ablenkungen bzw. Störungen oder anderen Schwierigkeiten davon abbringen lassen (vgl. Meyer 1991: 133).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung des Unterrichtseinstiegs für die Lernmotivation und Vorstellung der Zielsetzung des Forschungsprojekts.
2. MOTIVATION: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Motivationsbegriff, insbesondere der Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation im schulischen Kontext.
3. STUNDENEINSTIEGE: Definition, Funktionen und verschiedene methodische Formen von Unterrichtseinstiegen werden theoretisch beleuchtet.
4. HERLEITUNG DER FRAGESTELLUNG: Begründung der Themenwahl aus der Perspektive des Praxissemesters und Verknüpfung von Theorie und Schulpraxis.
5. EINLEITUNG IN DIE STUDIE: Detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise des Forschungsprojekts, inklusive Beobachtungssituation und methodischem Design.
6. FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN: Formulierung der zentralen Forschungsfragen und der daraus abgeleiteten Hypothesen zur Überprüfung.
7. METHODE: Beschreibung der methodischen Durchführung, der eingesetzten Instrumente (Fragebögen) und der Zusammensetzung der untersuchten Stichprobe.
8. ERGEBNISSE: Präsentation der deskriptiven Daten aus den Unterrichtsbeobachtungen und der Auswertung der Selbstreflexionsbögen.
9. DISKUSSION: Synthese der Ergebnisse, Abgleich mit der Theorie und kritische Reflexion des Forschungsprozesses sowie der Einflussfaktoren.
10. FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Fragestellungen und Ausblick auf weiterführende Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Unterrichtseinstieg, Lernmotivation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Schülerpartizipation, Schulpraxis, Praxissemester, Unterrichtsbeobachtung, Selbstreflexion, Bildimpuls, Audiosequenz, Stoffliches Aufwärmen, Lernprozess, Unterrichtsstörung, Konzentration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Arten von Unterrichtseinstiegen auf die intrinsische Motivation von Schülern einer 9. Klasse im Englischunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Lernmotivation (intrinsisch/extrinsisch), didaktische Funktionen von Unterrichtseinstiegen und deren praktische Anwendung im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und inwiefern der gewählte Unterrichtseinstieg die Motivation der Schüler gezielt steigern und das Lernverhalten positiv beeinflussen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus systematischer Unterrichtsbeobachtung (über 15 Stunden) und einer quantitativen Auswertung von Selbstreflexionsbögen der Schüler.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erarbeitet, gefolgt von der Herleitung der Hypothesen, der Darstellung der Methodik und einer detaillierten Analyse der Beobachtungs- und Umfrageergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Unterrichtseinstieg, Lernmotivation, intrinsische Motivation, Schülerpartizipation, Unterrichtsbeobachtung und Selbstreflexion stehen im Zentrum der Untersuchung.
Welche Einstiegsformen wurden konkret miteinander verglichen?
Verglichen wurden die häufig vorkommende Hausaufgabenbesprechung als stoffliches Aufwärmen mit thematischen Einstiegsformen wie der Verwendung von Bildern (Bildimpuls) und Audiosequenzen.
Was ist ein zentrales Ergebnis bezüglich der verschiedenen Einstiege?
Visuell anregende Einstiege, wie etwa Bildimpulse, führen tendenziell zu einer höheren Motivation und stärkeren Beteiligung der Schüler im Vergleich zu rein stofflichen Aufwärmübungen.
- Quote paper
- Vanessa Nolte (Author), 2019, Die Auswirkung von verschiedenen Unterrichtseinstiegen auf die intrinsische Motivation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542920