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Die Entwicklung des Selbstkonzeptes der Mädchen in Bezug auf den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht

Título: Die Entwicklung des Selbstkonzeptes der Mädchen in Bezug auf den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht

Apuntes (de lección) , 2006 , 14 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Liane Finck (Autor)

Didáctica - Matemática
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Die Lebensbedingungen von Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft unterlagen in den letzten Jahrzehnten tief greifenden Veränderungen, nicht nur in gesellschaftlicher Hinsicht, sondern auch aus politischer und bildungspolitischer Sicht. So war z. B. das Recht auf Bildung jahrtausendelang nur Männern vorbehalten. Erst durch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht um 1800 wurde Frauen zumindest das Recht auf „Grundbildung“ gewährt (vgl. Richter 1996). Allerdings konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht von gleichberechtigten Bildungschancen von Frauen und Männern gesprochen werden, denn die Bildung von Mädchen und Jungen wurde strikt nach Geschlechtern getrennt und die Lehrpläne unterschieden sich. So war es den Mädchen vorbehalten, beispielsweise am Hauswirtschaftsunterricht teilzunehmen, wohingegen die Jungen den Werkunterricht besuchten. Gründe dafür lagen zum Teil in der gesellschaftlichen Stellung der Frauen, deren Lebensbereiche hauptsächlich auf die Familie beschränkt waren. Diese Geschlechterrollentypisierung wurde in Deutschland erst in den sechziger Jahren mit der Einführung der Koedukation beseitigt und schlug sich zu Beginn der siebziger Jahre auch endgültig in den Lehrplänen nieder (vgl. Srocke, B. 1989; Richter, S. 1996). Mit der Einführung der Koedukation wurde also eine gewichtige Grundlage für die Chancengleichheit in der Bildungslaufbahn von Jungen und Mädchen geschaffen. Deshalb ist es umso verwunderlicher, dass es trotz dieser Chancengleichheit dennoch Geschlechterdifferenzen z. B. im mathematischen und naturwissen-schaftlichen Bereich gibt (vgl. Meuche 1997; Conrads 1992; Richter 1996). So werden in unserer Gesellschaft Naturwissenschaften und Technik nach wie vor als männliche Domänen angesehen. Zusätzlich sind Mädchen und Frauen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern in den Leistungskursen der Sekundarstufe II im Vergleich zu Männern unterrepräsentiert und legen sich auch bei der Studien- und Berufswahl eher auf „frauentypische“ Berufe fest, „die zum Teil erheblich schlechtere soziale Chancen bieten, als solche im naturwissenschaftlichtechnischen Bereich“ (Conrads, H. 1992, S. 9).

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ERGEBNISSE DER PISA-STUDIE

3. DIE ENTWICKLUNG DES SELBSTKONZEPTES

3.1 EINFLÜSSE DURCH DIE ELTERN

3.2 SCHULISCHE EINFLÜSSE AUF DAS SELBSTKONZEPT

3.2.1 Einflüsse der LehrerInnen bezüglich des Mathematikunterrichts

3.2.2 Einflüsse auf das Selbstkonzept durch Mathematikbücher

4. ZUSAMMENFASSENDE ÜBERLEGUNGEN

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die unterdurchschnittliche Repräsentanz von Mädchen und Frauen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Einfluss das Selbstkonzept von Mädchen sowie soziokulturelle Faktoren wie das Elternhaus und die Gestaltung des Mathematikunterrichts auf diese Geschlechterdifferenzen haben.

  • Entwicklung des Selbstkonzepts bei Mädchen
  • Einfluss des familiären Sozialisationsprozesses
  • Rolle des Lehrerverhaltens im Mathematikunterricht
  • Geschlechterdarstellungen in aktuellen Schulbüchern
  • Ansätze für eine gleichberechtigte Gestaltung der Lernbedingungen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Einflüsse der LehrerInnen bezüglich des Mathematikunterrichts

Auch die LehrerInnen bewerten die Mathematikbegabung bei Mädchen geringer als bei Jungen (Richter 1996; Horstkemper 1991; Beermann 1992).

Diese Einschätzung beginnt bereits mit dem Eintritt der Kinder in die Grundschule. Die Jungen erhalten durch die Geschlechterrollenklischees eine positivere Bewertung als Mädchen (Pygmalioneffekt). Demnach können Mädchen gute Leistungen im Mathematikunterricht erbringen, müssen jedoch einer Vielzahl von LehrerInnenn ihr Können kontinuierlich unter Beweis stellen, um Vorurteilen entgegenzuwirken. Zusätzlich wurde beobachtet, dass Mädchen und Jungen von den LehrerInnen unterschiedliche Aufmerksamkeit erhalten. Jungen werden sowohl öfter aufgerufen, unabhängig davon, ob sie sich gemeldet haben, als auch öfter gelobt. Darüber hinaus besteht zwischen ihnen und dem Lehrer/ der Lehrerin ein erhöhterer Blickkontakt als zu den Mädchen. Weiterhin ging die Mehrzahl aller positiven Ermutigungen eher an Jungen, während Mädchen sich mit nicht ermutigenden bis entmutigenden Kommentaren auseinandersetzen mussten. Zudem verbringen die Lehrenden die meiste Zeit in Arbeitsphasen mit Jungen (Richter, S. 1996, S. 169). Zu diesen Ergebnissen kamen besonders Untersuchungen aus den angelsächsischen Ländern, die seit den sechziger Jahren und verstärkt in den 70er und 80er Jahren durchgeführt wurden ( z. B. Dweck/ Goetz 1978; Frasch und Wagner 1982; in Deutschland gab es kaum Studien; in den nachfolgenden Jahren wurde es immer schwieriger Studien durchzuführen, da die Lehrer für die Gender-Problematik sensibilsiert und zu Interviews nicht bereit waren).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel der Bildungschancen von Frauen und benennt die anhaltende Unterrepräsentanz von Mädchen in MINT-Fächern als Problemstellung der Arbeit.

2. ERGEBNISSE DER PISA-STUDIE: Hier werden die Ergebnisse der PISA-Studien 2000 und 2003 präsentiert, die geschlechtsspezifische Unterschiede in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzen sowie motivationale Differenzen aufzeigen.

3. DIE ENTWICKLUNG DES SELBSTKONZEPTES: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Selbstkonzeptes und analysiert, wie soziale Einflüsse durch Eltern, Schule und Lehrmaterialien die Identitätsbildung und Leistungsbereitschaft von Mädchen prägen.

3.1 EINFLÜSSE DURCH DIE ELTERN: Hier wird untersucht, wie traditionelle Familienbilder und die Erwartungshaltungen der Eltern im Sozialisationsprozess zur Verfestigung geschlechtsspezifischer Rollenmuster beitragen.

3.2 SCHULISCHE EINFLÜSSE AUF DAS SELBSTKONZEPT: Dieses Kapitel beleuchtet die geschlechtsspezifische Hierarchie an Schulen und wie das Verhalten von Lehrkräften sowie die Gestaltung von Schulbüchern das Selbstvertrauen von Mädchen beeinflussen.

3.2.1 Einflüsse der LehrerInnen bezüglich des Mathematikunterrichts: Dieser Abschnitt analysiert die ungleiche Aufmerksamkeitsverteilung und Bewertungspraxis durch Lehrkräfte, die Mädchen im Mathematikunterricht benachteiligen können.

3.2.2 Einflüsse auf das Selbstkonzept durch Mathematikbücher: Hier wird anhand von Schulbuchanalysen aufgezeigt, wie veraltete Rollenklischees und sprachliche Exklusion in Unterrichtsmaterialien die Identifikation von Mädchen mit Mathematik erschweren.

4. ZUSAMMENFASSENDE ÜBERLEGUNGEN: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine Veränderung der Unterrichtsformen hin zu einer geschlechtergerechteren Gestaltung der Lernumgebung.

Schlüsselwörter

Selbstkonzept, Mathematikunterricht, Mädchen, Geschlechterdifferenzen, Sozialisation, PISA-Studie, Lehrverhalten, Schulbücher, Rollenklischees, MINT-Fächer, Leistungsangst, Chancengleichheit, Attributionsstil, Identitätsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Geschlechterunterschiede in MINT-Fächern und analysiert, warum Mädchen trotz oft vergleichbarer Begabung ein geringeres Selbstkonzept in Bezug auf Mathematik aufweisen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die psychologische Entwicklung des Selbstkonzepts, der Einfluss des elterlichen Umfelds auf die Sozialisation sowie die schulische und mediale Vermittlung geschlechtsspezifischer Rollenbilder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen für das geringere Selbstvertrauen von Mädchen im mathematischen Bereich zu identifizieren, um Ansatzpunkte für eine geschlechtergerechte Unterrichtsgestaltung zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung bestehender Studien sowie einer eigenen stichprobenartigen Analyse von drei Mathematik-Schulbüchern mittels eines Kriterienkatalogs.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden sowohl die psychologischen Dimensionen des Selbstbildes als auch die konkrete Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülern sowie die Darstellung von Frauen in Schulbüchern detailliert beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Selbstkonzept, Sozialisation, Geschlechterrollenklischees, MINT-Fächer und geschlechtergerechte Unterrichtsgestaltung.

Welchen Einfluss hat das Lehrerverhalten konkret auf Mädchen im Mathematikunterricht?

Laut den zitierten Studien erhalten Mädchen oft weniger positive Rückmeldungen und weniger Aufmerksamkeit als Jungen, was zu einem negativeren Selbstbild und einer geringeren Beteiligung führen kann.

Wie werden Mädchen in den untersuchten Schulbüchern dargestellt?

Die Untersuchung zeigt, dass Frauen in Schulbüchern häufig in klassischen Rollenmustern (Hausarbeit, Passivität) dargestellt werden, während männliche Personen in aktiven oder rationalen Rollen dominieren.

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Detalles

Título
Die Entwicklung des Selbstkonzeptes der Mädchen in Bezug auf den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht
Universidad
Free University of Berlin  (Arbeitsbereich Grundschulpädaggik)
Calificación
1,7
Autor
Liane Finck (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
14
No. de catálogo
V54292
ISBN (Ebook)
9783638495356
ISBN (Libro)
9783656784449
Idioma
Alemán
Etiqueta
Entwicklung Selbstkonzeptes Mädchen Bezug Unterricht
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Liane Finck (Autor), 2006, Die Entwicklung des Selbstkonzeptes der Mädchen in Bezug auf den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54292
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