Der 'Orient' in Theorie und Praxis - Eine Darstellung von Thomas Edward Lawrence unter dem Aspekt des Kulturaustausches und des Orientalismus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

40 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung: Intention und Grundlagen der Arbeit

2. Konstruktion: Die Debatte um den Orientalismus und ihr Umfeld

3. Fallbeispiel: Lawrence von Arabien
3.1 Der Vermittler als Persönlichkeit in der Struktur der Geschichte
3.2 T.E. Lawrence als Vermittler in Arabien

4. Zusammenfassung

Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung: Intention und Grundlagen der Arbeit

Die Geschichtswissenschaft befindet sich in einem rückbesinnenden Umbruch: Das verstärkte Nachdenken über die „Kultur“ ist wieder aktuell geworden.[1] Mit einem 1989 erschienenen Sammelband hat die amerikanische Historikerin Lynn Hunt die Richtung der zukünftigen Forschung vorgegeben: „New Cultural History“.[2] Zahlreiche Innovationen erlebte die Geistes- und damit auch die Geschichtswissenschaft seit dem: Die Modelle und Entwürfe von Michel Foucault, Clifford Gertz’ Vorschlag zu einer „dichten Beschreibung“ von Kultur, die Überlegungen von Peter Berger und Thomas Luckmann zu einer „gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit“, sowie Georg G. Iggers und Hayden Whites Beiträge zum linguistic turn und zur Tropologie des historischen Diskurs.[3] Ebenso ging – wie im letzten Satz bereits angedeutet – die Geschichtswissenschaft in den letzten Jahren durch mehrere „turns“, sogenannte „Wenden“ im Denken und damit einschneidende Veränderung im Bild der Geisteswissenschaften: genannt wurde bereits der linguistic turn, darüber hinaus gab es den iconic turn, sowie den performative turn.[4] Zuletzt machte nun der cultural turn auf sich aufmerksam: Der erneute Zugriff auf die Kulturgeschichte. Sichtbares Zeichen dessen sind die letzten großen Veröffentlichungen von Jürgen Straub, Friedrich Jäger und Jörn Rüsen mit ihrem großem Projekt eines „Handbuch[s] der Kulturwissenschaften“, sowie das kompakte und sehr übersichtliche „Kompendium Kulturgeschichte“ von Ute Daniel.[5] Die Geschichtswissenschaft hat also den Ruf nach einer neuen Kulturgeschichte angenommen, allerdings nicht unter einem einseitigen Methodendiktat – im Gegenteil, der vielfältige Zugriff auf die Geschichte steht im Mittelpunkt der Überlegungen. Interdisziplinäre Impulse benachbarter Fachbereiche, wie der Philosophie, der Ethnologie und der Literaturwissenschaft werden integriert und führen so zu einer umfassenden Kulturwissenschaft.[6]

Ein Teilbereich dieser kulturwissenschaftlichen Forschung ragte dabei in den letzten Jahren besonders heraus. Angeregt durch die Forschungen von Michel Espagne in Frankreich und vor allem Matthias Midell in Deutschland ist die Frage nach dem Transfer von bzw. zwischen Kulturen zu einem Schwerpunkt der Debatte geworden.[7]

„Die zunehmende weltweite Vernetzung in allen Lebensbereichen löst nationalkulturelle Konzeptionen auf und führt zu stärkerer Beachtungen des Fluiden, Verbindenden, des wechselseitigen Austauschs. In diesem Kontext gewinnt die Analyse kultureller Transfers an Bedeutung, denn die Frage nach essentiellen kollektiven Gemeinsamkeiten einer Nation oder Ethnie hat in der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung ihre Legitimation verloren – das Augenmerk wird jetzt auf jene Prozesse gelenkt, die zwischen verschiedenen sozialen Gruppierungen und kulturellen Strömungen ablaufen.“[8]

So urteilen Frederico Celestini und Helga Mittenbauer in der Einleitung ihres Sammelbandes. Die Debatte weist zwei Schlüsselbegriff auf: Einmal den des Kulturtransfers an sich und zum anderen den der transnationalen Geschichte. Die Untersuchung kultureller Transfers[9] bedingt dabei die transnationale Geschichte zwangsläufig. Diese wird dabei als ein neues Projekt, nicht als ein neues Paradigma, welches das der Nationen ablöst, in die Diskussion eingeführt.[10] Transnationale Geschichte ist eine Forschungsperspektive, „die den unterschiedlichen Graden der Interaktion, Verbindung, Zirkulation, Überschneidung und Verflechtung nachgeht, die über den Nationalstaat hinausreichen.“[11] Einige Zeilen später wird Kiran Klaus Patel in seinem Essay noch deutlicher in der Definition:

„Transnationale Geschichte umfasst demnach all das, was jenseits (und manchmal auch diesseits) des Nationalen liegt, sich aber auch durch dieses definiert – sei es, dass es sich daraus speist oder davon abgrenzt, dass es das Nationale erst konstituiert oder dass es sich um wechselseitige und dynamische Konstruktionsprozesse zwischen dem Nationalen und dem Transnationalen handelt.“[12]

Festzuhalten ist also, dass die transnationale Geschichte über das Nationale und damit die Nationalgeschichte hinausgeht; es wird aber die Nationalgeschichte keineswegs ersetzt, denn die Vernetzung verschiedener Räume macht nur Sinn, wenn das Nationale als Kategorie erhalten bleibt. Die transnationale Geschichte kann und will somit kein neues Paradigma sein, denn sie ergänzt lediglich ein bereits bestehendes.[13]

In der modernen Forschungslandschaft ordnet sich die transnationale Geschichte zwischen die weltumspannende Tendenz der Globalisierung und die Historische Komparatistik ein, deren Inhalte und Methoden sie rezipiert.[14] Sie muss jedoch von der Globalisierung, denn diese bezeichnet einen historischen Prozess, während die transnationale Geschichte eine Perspektive der Forschung ist, wie bereits durch Kiran Klaus Patel klar herausgestellt. Sie lässt sich auch „methodisch nicht eindeutig verorten, sondern vereint komparative, verflechtungs- und transfergeschichtliche Perspektiven. Sie ist potentiell zwar auch ‚global’, nimmt aber häufig kleinere Einheiten in den Blick.“[15] Das führt zu der Frage, was konkret eigentlich Gegenstand der transnationalen Geschichte ist und sein kann. Kiran Klaus Patel führt dazu aus: „Themen transnationaler Studien können die über den Nationalstaat hinausreichenden Interaktionen, Verbindungen, Zirkulationen, Überschneidungen und Verflechtungen von Menschen, materiellen Gegenständen und Institutionen jeder Art bilden, sei es in Form von sozialen Praktiken, Symbolsystemen oder Artefakten.“[16] Es besteht also ein unlösbarer Konnex zu dem Themenfeld des „Kulturtransfers“. Der Begriff „Kulturtransfer“ kann sowohl inter- als auch intrakulturelle Wechselbeziehungen umfassen. Er umschließt dabei die Reziprozität und den Prozesscharakter des Untersuchungsgegenstandes. Kulturtransfer ist ein dynamischer Prozess, indem drei Elemente miteinander verbunden werden: die Ausgangskultur, die Vermittlungsinstanz und die Zielkultur. Untersucht werden dabei Subjekte, Objekte, Praktiken, Texte und Diskurse, die von der Ausgangskultur über den Prozess der Vermittlung in die Zielkultur übernommen werden.[17] „Mit dem Terminus Kulturtransfer wird [also] der Versuch ausgedrückt, von mehreren nationalen Räumen gleichzeitig zu sprechen, von ihren gemeinsamen Elementen, ohne die Betrachtung über die auf eine Konfrontation, einen Vergleich oder eine simple Addition zu beschränken.“[18] Untersucht werden in diesem Konzept aber auch bevorzugt die Vermittlungsinstanzen, als auch die Formen der Aneignung und produktiven Rezeption des Vermittelten in der Zielkultur.[19] „Die Kulturtransfers sind nicht auf eine gesellschaftliche Sphäre beschränkt, sondern betreffen die Bewegung von Sachen , Personen und Ideen, sie erfassen die materielle Kultur ebenso wie die symbolischen Welten […].“[20]

In diesen Kontext stellt sich die folgende Arbeit, die aus zwei Abschnitten besteht. In einem ersten – Konstruktion genannt – soll das des Konstrukt Orients erklärt werden, sowie die sich auf dieses beziehende wissenschaftliche Haltung des Orientalismus. Grundlage hierfür ist natürlich einmal das bahnbrechende Werk von Edward W. Said selbst[21], zum anderen verschiedene in den letzten Jahren erschienene Publikationen. Als herausragend in ihrer Zusammenfassung muss dabei Isolde Kurz genannt werden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Orientalismus-Debatte in ihrer Gesamtheit darzustellen. Sie bezieht also den westlichen und den östlichen (arabischen) Standpunkt mit ein, und referiert die verschiedenen Forschungsstandpunkte.[22] Andere wichtige Arbeiten auf diesem Gebiet wurden von Sybille Bauriedl[23], Jürgen Osterhammel[24], Joachim Heidrich[25], Jamal Malik[26] und Hartmut Fähndrich[27] verfasst. Da die Orientalismus-Debatte sehr stark theoretisch durchsetzt und maßgeblich von den Polaritäten des Eigenen und Fremden, sowie des Wir und des Anderen bestimmt ist, sollen auch Anregungen aus benachbarten Wissenschaften verarbeitet werden, hauptsächlich von Kai-Uwe Hellmann, der über die Konstruktion der Fremdheit gearbeitet hat[28], und diverse Publikationen zum Problem des Diskurses und der Diskursanalyse.[29] Das Anliegen dieses Abschnittes soll es sein, die Beziehung zwischen dem Westen und dem Osten als die eines durch das Phänomenen des Orientalismus gestörten Kulturkontaktes darzustellen und gleichzeitig Möglichkeiten eines anderen Verständnisses dieses Verhältnisses aufzuzeigen.

Der zweite Abschnitt möchte sich dann einem konkreten Fallbeispiel annehmen: Thomas Edward Lawrence, „besser bekannt unter seinem ‚Nom de guerre’ Lawrence of Arabia.“[30] Ziel dabei soll sein, Lawrence einmal als einen Vermittler im kulturellen Kontakt zwischen Großbritannien und Arabien darzustellen, streng nach der Definition von Kiran Klaus Patel: „Themen transnationaler Studien können die über den Nationalstaat hinausreichenden Interaktionen, Verbindungen, Zirkulationen, Überschneidungen und Verflechtungen von Menschen […] bilden.“[31] Zum anderen soll im Anschluss an den ersten Abschnitt gezeigt werden, dass T.E. Lawrence als ein solcher Vermittler nicht an dem Konzept des Orientalismus partizipiert, sondern eine ganz eigene Stellung zum Orient einnimmt, die ihn auch vor Probleme stellt. Grundlage hierfür ist einmal das berühmt gewordene Werk von T.E. Lawrence selbst, die Sieben Säulen der Weisheit, die autobiographisch seine Erlebnisse und Eindrücke während des arabischen Aufstandes schildern und somit ein wichtiges Zeugnis für das Verhältnis von Lawrence zu Arabien und den Arabern ist.[32] Zum anderen muss herangezogen werden die beeindruckend umfangreiche und gut recherchierte Biographie von Jeremy Wilson zu Lawrence von Arabien, die Standards in der Forschung zu seiner Person gesetzt hat.[33] Aber auch an dieser Stelle soll der Gegenstand theoretisch reflektiert werden, vor allem das Problem der Persönlichkeit in der Geschichte und der Biographie als historiographische Gattung, denn ohne eine solche methodische Reflexion kann eine Quelle nicht beschrieben und analysiert werden.[34] Zur Frage der Verbindung von Lawrence und dem Orientalismus im Sinne von Edward Said hat Susan Williams im Journal of the T.E. Lawrence Society einen aufschlussreichen Artikel veröffentlicht.[35] Zudem hat Edward Said selbst in Orientalismus Stellung genommen zu Lawrence.[36] Diese Stellungnahme soll ebenfalls im zweiten Abschnitt ausgewertet werden.

2. Konstruktion: Die Debatte um den Orientalismus und ihr Umfeld

1978 war ein Schlüsseljahr in den sogenannten „orientalischen Wissenschaften“ – oder auch „Studien“. Edward Said veröffentlichte sein wirkmächtiges Werk Orientalism, welches die Sicht auf die traditionelle Orientalistik beeinflusste und diese Wissenschaft in eine tiefe Sinnkrise führte.[37] Zusammengefasst zeigt sein Werk die Verbindung zwischen erkenntnishafter und politisch-militärischer Aneignung des Orient auf. „Er [Said] stellt die Gesamtheit der westlichen Vorstellung vom Orient als einen Diskurs und eine Alteritätspraxis vor, die der Beherrschung des Orient dient.“ In seinen eigenen Worten: „Der Orientalismus ist ein westlicher Stil der Herrschaft, Umstrukturierung und des Autoritätsbesitz über den Orient.“[38] Der „Orient“ wird somit zu einer Projektionsfläche westlicher Vorstellungen über die Länder östlich von Europa und ihre Sitten.[39] Dabei wird dieser zu einem „geopolitische[n] Begriff (die Erde ist rund und ein Land liegt immer im Osten eines anderen), der durch die ‚wir/sie’ Trennlinie, die zwischen Europa und dem Orient gezogen wurde, die ‚Umsetzung politischer Differenzen in quasi naturgemäße Grenzen’ ermöglichte und den ‚Orient’ gleichsam als geographischen Begriff erscheinen lässt.“[40]

Das folgende Kapitel will das Konstrukt „Orient“, wie es von Edward Said beschrieben und von späteren Wissenschaftsgenerationen wahrgenommen wurde, darstellen. Grundlage einer solchen Konstruktion sind zwei aufeinander aufbauende Dinge: Einmal die Begegnung zwischen Kulturen und darüber hinaus ein hegemoniales Verständnis dieser Begegnung. „Jeder Kontakt zwischen Kulturen führt unweigerlich zur Ausformung von Vorstellungen und Bildern vom jeweils ‚anderen’. Bilder, die nicht zuletzt strukturiert werden von der Art des Kontaktes.“[41] Der Orient, das Morgenland, der Nahe und der Mittlere Osten – all dies sind konstruierte Orte und somit im eigentlichen geographischen Sinne „Nicht-Orte“, denn sie sind nur im Geiste präsent und werden auch nur durch diesen zu einer realen Entität.

Worin liegen die tieferen Gründe einer solchen Konstruktion? In sämtlichen wissensbildenden Bereichen des menschlichen Lebens wird mit Kategorisierungen gearbeitet. Dies ist von entscheidender Bedeutung und Wichtigkeit, denn diese Kategorien geben uns die Möglichkeit der Orientierung in einer Welt mit extrem hoher Informationsdichte. Da jeder Mensch mit dieser Methode seine Umwelt wahrnimmt und einteilt, entstehen subjektive Wahrheiten, sogenannte „Konstrukte“.[42] Sybille Bauriedl resümiert somit auch knapp: „Die dabei entstehenden Konstrukte sind zur Orientierung in einer Umwelt der Überinformation nötig.“[43] Das Wissen über unsere Welt ist also ein Ergebnis der Erforschung der Welt bzw. der Wirklichkeit durch den Menschen selbst.

„Von dieser Wirklichkeit nimmt der gesunde Menschenverstand an, dass sie gefunden werden kann. Das vermeintlich Gefundene ist aber ein Erfundenes, dessen Erfinder sich des Aktes ihrer/seiner Erfindung nicht bewusst ist. Es wird davon ausgegangen etwas von sich selbst unabhängiges entdeckt zu haben und dies wird zur Grundlage des Wissens und so auch des Handelns gemacht.“[44]

Die Konstruktion der Wirklichkeit durch den Menschen – wie man es in Anlehnung an Peter Berger und Thomas Luckmann formulieren kann – ist also per se nicht negativ, sondern sogar notwendig, damit der Mensch sich in seiner Umwelt orientieren kann. Zum Problem werden die Konstrukte erst, wenn sie sich von der Realität allzu weit entfernen und diese nicht mehr angemessen repräsentiert, d.h. auch nicht mehr kategorisiert. Sybille Bauriedl kommt zu folgender Schlussfolgerung:

„Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass wissenschaftliche, gesellschaftliche und individuelle Wirklichkeiten dadurch erfunden (konstruiert) werden, dass wir an die vermeintlich objektiv bestehende Wirklichkeit immer mit gewissen Grundannahmen herangehen, die wir für bereits feststehende, ‚objektive’ Aspekte der Wirklichkeit halten, während sie nur die Folgen der Art und Weise sind, in der wir nach der Wirklichkeit suchen.“[45]

Der Mensch macht sich also Vorstellungen von seiner Umwelt, da die Realität zu komplex ist, als das man alle Informationen verarbeiten könnte. Aus diesem Grund trennt er nach einem subjektiven Maßstab Wichtiges vom Unwichtigen und konstruiert somit eine ebenfalls subjektive Wirklichkeit, die für ihn einen Sinn ergibt. Dieser Sinn konstituiert sich jedoch erst (d.h. er wird erst sinn voll) in einem sozialen Beziehungsgefüge, welches den Mensch mit anderen Menschen verbindet. Der Mensch strebt dabei nach einer „sozialen Identität“, d.h. er möchte sich in seiner subjektiven Konstruktion der Wirklichkeit anderen, von ihm bevorzugten sozialen Wesen gleichmachen.[46] Indem er in einer Welt der Identitätssuche Kategorien zur Wahrnehmung der Welt schafft, kreiert er auch Vorurteile, Stereotypen und in besonders scharfer Ausprägung Feindbilder gegenüber anderen sozialen Wesen oder Entitäten. Die Konstruktion solcher Vorurteile und Feindbilder ist also ein gesellschaftsprägender Aspekt, der mit der sogenannten ingroup-outgroup-Hypothese erklärt werden kann: Die Existenz eine „Wir-Gruppe“ (die ingroup) wird erst durch das Vorhandensein einer Außengruppe (der outgrou p) möglich, von der man sich abgrenzen kann. Die prinzipiell verfügbaren Informationen über die Außengruppe werden dabei soweit reduziert, dass die entstehenden Kategorien die Wirklichkeit nicht mehr angemessen repräsentieren und es zur Bildung von Vorurteilen und Feindbildern kommt.[47] Der basale Modus einer eignen Identitätsbildung wird damit also die Abgrenzung gegenüber einem „Anderen“ – also eine gelebte Praxis der Alterität – und die soziale Konstruktion von Fremdheit.[48]

[...]


[1] Vgl. auch im folgenden Hübinger, Gangolf, Die „Rückkehr“ der Kulturgeschichte, in: Cornelißen, Christoph (Hrsg.), Geschichtswissenschaften. Eine Einführung, Frankfurt am Main 22000, S. 162-177.

[2] Hunt, Lynn Avery, The New Cultural History (Studies on the history of society and culture 6), Berkeley, Calif. 1989. Zur neueren Kulturgeschichte gab es in den letzten Jahren unzählige neue Publikationen, vgl. als Einführung und Übersicht Dinges, Martin, Neue Kulturgeschichte, in: Eibach, Joachim/Lottes, Günther (Hrsgg.), Kompass der Geschichtswissenschaft. Ein Handbruch, Göttingen 2002, S. 179-192 und Chartier, Roger, New Cultural History, in: ebd., S. 193-205. Hardtwig, Wolfgang/Wehler, Hans-Ulrich (Hrsg.), Kulturgeschichte heute (Geschichte und Gesellschaft Sonderheft 16), Göttingen 1996. Darin: Oexle, Otto Gerhard, Geschichte als Historische Kulturwissenschaft, S. 14-40. Es gibt natürlich auch kritische Stimmen zu einer solchen Neuen Kulturgeschichte, vgl. Maurer, Michael, Alte Kulturgeschichte – Neue Kulturgeschichte?, in: Historische Zeitschrift 280 (2005), S. 281-304. Dieser Beitrag versteht sich als ein Diskussionanstoß, in welchem das Wort „neu“ kritische hinterfragt werden soll und Anknüpfungsversuche der modernen Kulturgeschichte an alte Erkenntnisse untersucht werden.

[3] Foucault, Michel, Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften, Frankfurt am Main 141997. Ders., Archäologie des Wissens, Frankfurt am Main 81997. Gertz, Clifford, Dichte Beschreibung: Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme, Frankfurt am Main 1997 (Nachdruck). Berger, Peter L./Luckmann, Thomas, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie, Frankfurt am Main 161999. Prägend für den linguistic turn wurde Rorty, Richard (Hrsg.), The Linguistic Turn: Resent Essays in Philosophical Method, Chicago 1992 (Nachdruck). Iggers, Georg G., Die „linguistische Wende“. Das Ende der Geschichte als Wissenschaft?, in: Ders., Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert: ein kritischer Überblick im internationalen Zusammenhang, Göttingen 21996, S.87-96. White, Hayden, Auch Klio dichtet oder Die Fiktion des Faktischen: Studien zur Tropologie des historischen Diskurses, Stuttgart 1991. Diese bibliographische Auflistung stellt eine Auswahl sowohl an Autoren, als auch an Publikationen dar, die jedoch von dem Autor als besonders herausragend und repräsentativ erachtet werden.

[4] Vgl. unter anderem Schöttler, Peter, Wer hat Angst vor dem linguistic turn ?, in: Geschichte und Gesellschaft 23 (1997), 1, S. 134-151. Mersmann, Birgit, Bildkulturwissenschaft als Kulturbildwissenschaft? Von der Notwendigkeit eines inter- und transkulturellen iconic turn, in: Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaften 49 (2004), 1, S. 91-111. Martschukat, Jürgen/Patzold, Steffen (Hrsg.), Geschichtswissenschaft und „performative turn“. Ritual, Inszenierung und Performanz vom Mittelalter bis zur Neuzeit, Köln 2003. Ausgerichtet durch die Humboldt-Universität und die Freie Universität Berlin fand vom 28. August bis zum 4. September 2005 ein Sommerkurs unter dem Thema „Nach dem linguistic turn:
Sprache, Begriffe und Perspektivität als methodische Probleme komparativer Geschichtswissenschaft“ statt, bei welchem zahlreiche methodische und theoretische Probleme, die auch für die folgende Arbeit relevant sind, erörtert worden, wie z.B. die Fragen nach der Transkulturalität und den postcolonial studies.

[5] Die Liste an Literatur ließe sich fortsetzen, die beiden genannten Titel erscheinen dem Autor allerdings als herausragende und sehr gut nutzbare Handbücher zu einer umfassenden Orientierung: Jaeger, Friedrich/Straub, Jürgen/Liebsch, Burckhard/Rüsen, Jörn (Hrsgg.), Handbuch der Kulturwissenschaften in 3 Bänden, Stuttgart u.a. 2004-2005. Daniel, Ute, Kompendium Kulturgeschichte: Theorien, Praxis, Schlüsselwörter, Frankfurt am Main 32002.

[6] Vgl. Sieder, Reinhard, Sozialgeschichte auf dem Weg zu einer historischen Kulturwissenschaft?, in: Geschichte und Gesellschaft 20 (1994), S. 445-468. Ebenso: Pauleit, Winfried, Zur Aktualität der Kulturwissenschaft, in: Ästhetik und Kommunikation 35 (2004), 126, S. 49-53.

[7] Vgl. z.B. Espagne, Michel/Werner, Michael, Deutsch-französischer Kulturtransfer als Forschungsgegenstand. Eine Problemskizze, in: Dies. (Hrsgg.), Transferts. Les relations interculturelles dans l’espace franco-allemand (VVIIe et XIXe siècle), Paris 1988. Espagne, Michel/Greiling, Werner, Einleitung, in: Dies. (Hrsgg.), Frankreichfreunde. Mittler des französischen-deutschen Kulturtransfers (1750-1859), Leipzig 1996. Midell, Katharina/Midell, Matthias, Forschungen zum Kulturtransfer. Frankreich und Deutschland, in: Grenzgänge (1994), 1; 2, S. 107-122.

[8] Celestini, Federico/Mitterbauer, Helga, Einleitung, in: Dies. (Hrsgg.), Ver -rückte Kulturen. Zur Dynamik kultureller Transfers (Stauffenburg Discussion. Studien zur Inter- und Multikultur 22), Tübingen 2003, S. 11.

[9] Im deutschen Sprachgebrauch sollte man zwischen der Phrase „Kulturtransfer“ und der des „kulturellen Transfers“ trennen, denn beide implizieren unterschiedliches in ihrer Bedeutung. Wird im Sinne des ersten die Kultur an sich transferiert, so liegt beim zweiten der Fokus doch mehr auf dem Prozess des Transfers, der in der Sphäre des Kulturellen stattfindet. Vgl. dazu Suppanz, Werner, Transfer, Zirkulation, Blockierung. Überlegungen zum kulturellen Transfer als Überschreiten signifikatorischer Grenzen, in: Celestini, Federico/Mitterbauer, Helga (Hrsgg.), Ver -rückte Kulturen. Zur Dynamik kultureller Transfers (Stauffenburg Discussion. Studien zur Inter- und Multikultur 22), Tübingen 2003, S. 21-35, bes. S. 21.

[10] Vgl. dazu die zahlreiche Beiträge im Internetforum Geschichte.transnational (http://geschichte-transnational.clio-online.net/), vor allem den Beitrag von Patel, Kiran Klaus, Transnationale Geschichte – ein neues Paradigma? Eine Übersicht über die zahlreichen Essays ist auf den Internetseiten des Hsozkult-Servers zu finden, unter http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?id=584&pn=texte. Bemerkenswert ist also, dass man sich weitestgehend darüber einig ist, nicht von einer transnationalen Wende, einem transnational turn zu sprechen. Vgl. auch Midell, Matthias, Kulturtransfer und Historische Komparatistik – Thesen zu ihrem Verhältnis, in: Comparativ 10 (2000), 1, S. 7-41.

[11] Vgl. Patel, Kiran Klaus, Transnationale Geschichte – ein neues Paradigma?

[12] Ebd.

[13] Vgl. auch Gerber, Adrian, Transnationale Geschichte „machen“ – Anmerkungen zu einem möglichen Vorgehen und Midell, Matthias, Transnationale Geschichte als transnationales Projekt? Zur Einführung in die Diskussion – alle zu finden im Internetforum Geschichte.transnational.

[14] Vgl. Nützenadel, Alexander, Globalisierung und transnationale Geschichte. Kaeble, Hartmut, Die Debatte über Vergleich und Transfer und was jetzt?, beide im Internetforum Geschichte.transnational. Des weiteren Midell 2000. Paulmann, Johannes, Internationaler Vergleich und interkultureller Transfer. Zwei Forschungsansätze zur europäischen Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, in: HZ 267 (1998), S. 649-685.

[15] Nützenadel, Alexander, Globalisierung und transnationale Geschichte

[16] Patel, Kiran Klaus, Transnationale Geschichte – ein neues Paradigma?

[17] Vgl. Schmale, Wolfgang, Einleitung: Das Konzept „Kulturtransfer“ und das 16. Jahrhundert. Einige theoretische Grundlagen, in: Ders. (Hrsg.), Kulturtransfer. Kulturelle Praxis im 16. Jahrhundert (Wiener Schriften zur Geschichte der Neuzeit 2), Innsbruck 2003, S. ??-??, hier: S. 43.

[18] Midell 2000, S. 17.

[19] Vgl. Schmale 2003, S. 43.

[20] Midell 2000, S. 18. Hervorhebung Erik Fischer. So ist z.B. das Problem der sprachlichen Vielfalt und des „Übersetzens“ zwischen Kulturen ein Mittelpunkt der Debatte. Vgl. Pernau, Margit, Global History – Wegbereiter für einen neuen Kolonialismus?, im Internetforum Geschichte.transnational. Ebenso Bachmann- Medick, Doris, Übersetzung als Medium interkultureller Kommunikation und Auseinandersetzung, in: Jaeger, Friedrich/Straub, Jürgen (Hrsgg.), Handbuch der Kulturwissenschaften Band 2: Paradigmen und Disziplinen, Stuttgart 2004, S. 449-465. Ebenso: Aoki Tamotsu, Zur Übersetzbarkeit von Kulturen, in: Matthes, Joachim (Hrsg.), Zwischen den Kulturen. Die Sozialwissenschaft vor dem Problem des Kulturvergleich (Soziale Welt. Sonderband 8), Göttingen 1992, S. 49-67. Ein anderes Problemfeld ist das der Differenz und Hybridität von Kulturen. Vgl. Ackermann, Jan, Das Eigene und das Fremde: Hybridität, Vielfalt und Kulturtransfer, in: Jaeger, Friedrich/Rüsen, Jörn (Hrsgg.), Handbuch der Kulturwissenschaften Band 3: Themen und Tendenzen, Stuttgart 2004, S: 139-154. Friedman, Susan Friedman, Das Sprechen über Grenzen, Hybridität und Performativität. Kulturtheorie und Identität in den Zwischenräumen der Differenz, in Mittelweg 36 12 (2003), 5, S. 34-52.

[21] Said, Edward W., Orientalismus, Frankfurt am Main 1981.

[22] Kurz, Isolde, Vom Umgang mit dem anderen: die Orientalismus-Debatte zwischen Alteritätsdiskurs und interkultureller Kommunikation (Bibliotheca academica 5. Reihe Orientalistik 1), Würzburg 2000.

[23] Bauriedl, Sybille, Konstruktionen des Orients in Deutschland, Berlin 1996.

[24] Man vgl. aus dem umfangreichen Œuvre Osterhammel, Jürgen, Wissen als Macht. Deutungen kulturellen Nichtverstehens bei Tzvetan Todorov und Edward Said, in: Ders., Geschichtswissenschaft jenseits des Nationalstaats. Studien zu Beziehungsgeschichte und Zivilisation (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 147), Göttingen 2001, S. 240-265 und Ders., Edward W. Said und die „Orientalismus“-Debatte. Ein Rückblick, in: Asien Afrika Lateinamerika 25 (1997), S. 597-607.

[25] Heidrich, Joachim, Orient und Okzident als Zivilisationsräume der Moderne, in: Ders. (Hrsg.), Changing identities (Studien/Forschungsschwerpunkt Moderner Orient, Forschungsgesellschaft Wissenschaftliche Neuvorhaben 1), Berlin 1994, S. 41-60

[26] Malik, Jamal, Koloniale Dialoge und die Kritik am Orientalismus, in: Rothermund, Dietmar (Hrsg.), Aneignung und Selbstbehauptung: Antworten auf die europäische Expansion, München 1999, S. 161-182.

[27] Fähndrich, Hartmut, Orientalismus und Orientalismus. Überlegungen zu Edward Said, Michel Foucault und westlichen „Islamstudien“, in: Die Welt des Islam 28 (1988), S. 178-186.

[28] Hellmann, Kai-Uwe, Fremdheit als soziale Konstruktion. Eine Studie zur Systemtheorie des Fremden, in: Münkler, Herfried (Hrsg.), Die Herausforderung durch das Fremde (Interdisziplinäre Arbeitsgruppen Forschungsberichte 5), Berlin 1998, S. 401-459

[29] Sarasin, Philipp, Geschichtswissenschaft und Diskursanalyse, in: Ders., Geschichtswissenschaft und Diskursanalyse, Frankfurt am Main 2003, S. 10-60. Ebenso: Goertz, Hans-Jürgen, Diskurs und Realität, in: Ders., Unsichere Geschichte, Stuttgart 2001, S. 53-82.

[30] Kramer, Thomas, Lawrence von Arabien vs. Kara Ben Nemsi?, in: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft (2003), S. 245-273, hier: S. 245.

[31] Patel, Kiran Klaus, Transnationale Geschichte – ein neues Paradigma? Hervorhebung Erik Fischer.

[32] Lawrence, Thomas Edward, Die sieben Säulen der Weisheit, München 122000.

[33] Wilson, Jeremy, Lawrence von Arabien. Die Biographie, München 2001.

[34] Vgl. dazu grundlegend Geiss, Imanuel, Die Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte: zwischen Überbewerten und Verdrängen, in: Bosch, Michael (Hrsg.), Persönlichkeit und Struktur in der Geschichte. Historische Bestandsaufnahme und didaktische Implikation (Studien Materialen Geschichtsdidaktik 1), Düsseldorf 1977, S. 10-24. Vom 1. bis zum 3. Juli 2005 fand in Göttingen eine Tagung unter dem Thema „Biographieforschung im sozialwissenschaftlichen Diskurs“ statt, auf der die neuesten Entwicklung diskutiert worden. Vgl. zur Notwendigkeit einer theoretischen und methodischen Reflexion der Quelle durch den Geschichtswissenschaftler Sarasin 2003, bes. S. 58.

[35] Williams, Susan, On Orientalism: Re-viewing Edward Said’s View of T.E. Lawrence, in: Journal of the T.E. Lawrence Society 11 (2002), 2, S. 66-79.

[36] Vgl. Said 1981, bes. S. 270-274.

[37] Die Literatur zur Geschichte der Orientalismus-Debatte ist bei weitem nicht so umfangreich, wie die Publikationen zum Problem des Orientalismus selbst. Auch Isolde Kurz mahnt diesen wissenschaftsgeschichtlichen Missstand an. Vgl. Kurz 2000, bes. S. 15. Vgl. darüber hinaus Schulze, Reinhard, Orientalistik und Orientalismus, in: Ende, Werner/Steinbach, Udo (Hrsgg.), Der Islam in der Gegenwart, München 41996, S. 707-717, bes. S. 713-715.

[38] Said 1981, S. 10.

[39] Vgl. Kurz 2000, S. 14 [Zitat, Hervorhebung Erik Fischer]. Darüber hinaus siehe die umfangreiche Literatur, wie sie in der Bibliographie angegeben ist. Vgl. Said 1981, S. 8. Eine interessante Randinformation ist, dass bereits 1963 – also fünfzehn Jahre vor Said – Anouar Abdel-Malek und A.L. Tibawi jeweils ein kritisches Essay veröffentlichten, in denen sie zum Orientbild der westlichen Welt Stellung nahmen. Tibawi beschreibt z.B. dabei die Stereotypen und Vorurteile über die arabisch-islamische Welt, welche die Wissenschaft des Westens seit den Kreuzzügen produziert und – auch durch die christliche Missionierung – noch bis heute tradiert. Vgl. Kurz 2000, S. 12.

[40] Ebd., S. 26.

[41] Ebd., S. 11.

[42] Bauriedl 1996, S. 2.

[43] Ebd.

[44] Ebd.

[45] Ebd., S. 3. Vgl. auch Goertz, Hans-Jürgen, Konstruktion der Geschichte, in: Ders. 2001, S. 83-102, bes. S. 87 und 98.

[46] Vgl. Bauriedl 1996, S. 4. Der Begriff der „Identität“ ist ein äußerst komplexer und ambivalenter. Er wird hier einmal in seiner philosophischen Bedeutung als der Gleichmachung mit einem äquivalenten Gegenüber gebraucht (vgl. Burkhardt, Hans, s.v. Identität/Differenz, in: Lexikon der Erkenntnistheorie und Metaphysik (1984), S. 87-89.), hat aber auch ganz eindeutig eine sozialwissenschaftliche Komponente, wenn es um die Konstruktion einer „kollektiven Identität“ eines Volkes bzw. einer Nation geht. Von diesem Begriff grenzt sich wiederum die „personelle Identität“ bei der Untersuchung von Individuen ab. Die Diskussion um diese Begrifflichkeiten, ihre Mängel und Möglichkeiten ist in den letzten Jahren wieder verstärkt in Gang gekommen. Man vgl. Emcke, Carolin, Kollektive Identitäten: sozialphilosophische Grundlagen, Frankfurt am Main u.a. 2000. Niethammer, Lutz, Historisches Gedächtnis und Identität, in: John, Jürgen (Hrsg.), „Mitteldeutschland“. Begriff, Geschichte, Konstrukt, Rudolstadt 2001, S. 69-90. Rammert, Werner u.a. (Hrsg.), Kollektive Identitäten und kulturelle Innovationen. Ethnologische, soziologische und historische Studien, Leipzig 2001. Wieviorka, Michel, Kulturelle Differenzen und kollektive Identitäten, Hamburg 2003. Ha, Kein Nghi, Ethnizität und Migration reloaded. Kulturelle Identität, Differenz und Hybridität im postkolonialen Diskurs, Berlin 2004. Ebenso als sehr gut sind die in der von Jürgen Straub herausgegebenen Reihe „Erinnerung, Geschichte, Identität“ erschienenen Bände zu nennen, welche mit die neueste Forschung auf diesen Gebiet repräsentieren. Von Straub ebenfalls: Straub, Jürgen, Identität, in: Jaeger, Friedrich/Liebsch, Burkhard (Hrsgg.), Handbuch der Kulturwissenschaften Band 1: Grundlagen und Schlüsselbegriffe, Stuttgart 2004, S. 277-303. Im Bezug auf die Diskussion des Orientalismus muss der Begriff der „kollektiven Identität“ als Grundlage der Arbeit angenommen werden. Bei der Beschreibung des Fallbeispiels wird dagegen mehr von einer „personellen Identität“ auszugehen sein.

[47] Vgl. Bauriedl 1996, S. 5.

[48] Vgl. Hellmann 1998. Aber auch: Nassehi, Armin, Der Fremde als Vertrauter. Soziologische Betrachtungen zur Konstruktion von Identitäten und Differenzen, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 47 (1995), 3, S. 443-463. Demandt, Alexander (Hrsg.), Mit Fremden leben. Eine Kulturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart, München 1995. Neuerdings: Reikat, Andrea, Wir und die Anderen. Zur Frage nach der Fremdheit in der Ethnologie, in: Historische Zeitschrift 281 (2005), 2, S. ??-??.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Der 'Orient' in Theorie und Praxis - Eine Darstellung von Thomas Edward Lawrence unter dem Aspekt des Kulturaustausches und des Orientalismus
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Kulturtransfer
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
40
Katalognummer
V54298
ISBN (eBook)
9783638495400
Dateigröße
633 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In der Arbeit geht es nicht so sehr um die Leistung von Thomas Edward Lawrence, besser bekannt als "Lawrence von Arabien" im 1. Weltkrieg. Viel mehr geht sie der Frage nach, welche Position Lawrence zwischen Großbritanien und Arabien einnahm, wie er sich selbst verstand. Eingebettet wird diese Untersuchung in die Diskussion eines das frühe Europa maßgeblich bestimmenden Diskurses, der nach Said "Orientalismus" genannt wird.
Schlagworte
Orient, Theorie, Praxis, Eine, Darstellung, Thomas, Edward, Lawrence, Aspekt, Kulturaustausches, Orientalismus, Kulturtransfer
Arbeit zitieren
Erik Fischer (Autor), 2005, Der 'Orient' in Theorie und Praxis - Eine Darstellung von Thomas Edward Lawrence unter dem Aspekt des Kulturaustausches und des Orientalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54298

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