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Zwischen den Zeilen gelesen: Fontanes "Schach von Wuthenow"

Title: Zwischen den Zeilen gelesen: Fontanes "Schach von Wuthenow"

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: S. Lauterbach (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Ich möchte in dieser Arbeit zwischen den Zeilen lesen, das Versteckte zum Vorschein bringen und analysieren. Meiner Meinung nach sind es nämlich genau diese Kleinigkeiten, die Fontanes Bücher und somit auch den "Schach von Wuthenow" so einmalig machen. In dieser Arbeit möchte ich vor allem auf zwei Aspekte eingehen: Zunächst die Telling names, im Anschluss daran dann behandele ich die Symbole und die anderen Hinweise, die sich in der Geschichte verstecken. An dieser Stelle erscheint es mir sinnvoll, die Symbole thematisch zu untergliedern, je nachdem auf was sie sich beziehen. Meinen Schwerpunkt möchte ich an dieser Stelle auf die Todessymbolik legen, da ich diese für am bemerkenswertesten und aufschlussreichsten halte. Am Ende der Arbeit habe ich ein Literaturverzeichnis beigefügt, das die von mir verwendete Primär- und Sekundärliteratur aufzeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Telling Names im „Schach von Wuthenow“

2.1. Tante Marguerite

2.2. Herr von Alvensleben

2.3. Josephine von Carayon

2.4. Victoire von Carayon

2.5. Schach von Wuthenow

3. Symbolik im „Schach von Wuthenow“

3.1. Hinweise auf die drohende Katastrophe

3.2. Der seelische Zustand des Schach

3.3. Der Niedergang Preußens

3.4. Schach’s Reisefantasie

3.5. Die Todessymbolik

3.5.1. Der Tempelritter

3.5.2. Das Kapitel „In Wuthenow am See“

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Theodor Fontanes „Schach von Wuthenow“ mit dem Fokus auf verborgene Bedeutungsebenen, die durch detaillierte Analysen von „Telling Names“ und einer vielschichtigen Todessymbolik entschlüsselt werden sollen. Es wird der Frage nachgegangen, wie Fontane durch diese subtilen Hinweise den individuellen Niedergang des Protagonisten mit dem historischen Zerfall Preußens verknüpft.

  • Analyse der „Telling Names“ und deren Charakterisierungsfunktion.
  • Untersuchung der Todessymbolik als leitmotivisches Element im Werk.
  • Interpretation von Wetterphänomenen und Landschaftsbildern als Vorzeichen der Katastrophe.
  • Erforschung der Parallelen zwischen der privaten Ausweglosigkeit Schachs und der politischen Dekadenz Preußens.
  • Darstellung des Schachspiels als zentrales Metaphernsystem für das Schicksal der Romanfiguren.

Auszug aus dem Buch

3.4. Schach’s Reisefantasie

Die geplante Hochzeitsreise nach Venedig, die nie stattfinden wird, hat ebenfalls symbolischen Charakter, steht Schach’s Entscheidung Selbstmord zu begehen doch bei der Planung schon längst fest. Hier erleben wir eine neue Seite an ihm:

[...] und Schach[...] hing mit einer ihm sonst völlig fremden Phantastik allen erdenklichen Reiseplänen und Reisebildern nach. Er wollte nach Sizilien hinüber und die Sireneninseln passieren, "ob frei oder an den Mast gebunden überlass' er Victoiren und ihrem Vertrauen." Und dann wollten sie nach Malta. Nicht um Maltas Willen, o nein. Aber auf dem Weg dahin sei die Stelle, wo der geheimnisvolle schwarze Weltteil in Luftbildern und Spiegelungen ein allererstes Mal zu dem in Nebel und Schnee geborenen Hyperboreer spräche. Das sei die Stelle, wo die bilderreiche Fee wohne, die stumme Sirene, die mit dem Zauber ihrer Farbe fast noch verführerischer locke als die singende.[...]Und Victoire jubelte, hingerissen von der Lebhaftigkeit seiner Schilderung.

Aber im selben Augenblick überkam es sie bang, und in ihrer Seel rief eine Stimme: Fata Morgana.24

Diese mystisch verklärte Schilderung erhält eine düstere Bedeutung, führt man sich vor Augen, dass es gar keine Hochzeitsreise mehr geben wird. Vielmehr ist hier die Rede von der Reise ins Jenseits, die Schach alleine antreten wird, getrieben von einem Sog, der ihn unweigerlich dorthin zieht. Die Sirenen, die griechischen Sagengestalten, die, halb Mensch, halb Vogel, die Seefahrer ins Verderben lockten – hier locken sie den Rittmeister, und er ist ihnen bereits verfallen. Ziel seiner Reise ist ja zudem der „schwarze Weltteil“25, ein Begriff der natürlich auch für das Jenseits, für das Reich der Toten stehen kann und an dieser Stelle auch dafür steht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Fontanes „Schach von Wuthenow“ durch eine Analyse versteckter Symbole und „Telling Names“ zu erschließen.

2. Telling Names im „Schach von Wuthenow“: Dieses Kapitel belegt, dass Fontane die Namen seiner Figuren bewusst wählte, um deren Wesen, Schicksal oder den Handlungsverlauf symbolisch vorwegzunehmen.

3. Symbolik im „Schach von Wuthenow“: Dieser Hauptteil untersucht detailliert verschiedene symbolische Ebenen, von Wettermetaphern über den seelischen Verfall bis hin zur umfassenden Todessymbolik, die den Untergang des Preußentums spiegelt.

4. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass erst durch intensives Lesen zwischen den Zeilen die geniale Komposition Fontanes als „Meister des Details“ vollständig erkennbar wird.

Schlüsselwörter

Theodor Fontane, Schach von Wuthenow, Telling Names, Symbolik, Todessymbolik, Preußisches Reich, Literarische Analyse, Zwischen den Zeilen, Realismus, Metaphorik, Motivforschung, Rittmeister, Untergang, Dekadenz, Novelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Analyse von Theodor Fontanes Werk „Schach von Wuthenow“ und dem Aufzeigen von verborgenen Symbolen und Motivketten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die Arbeit konzentriert sich primär auf die Deutung von Eigennamen („Telling Names“) sowie auf eine umfangreiche Analyse der Todessymbolik innerhalb des Romans.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Fontane durch kleinste, versteckte Details und Symbole den individuellen Untergang seines Protagonisten Schach mit dem gesellschaftspolitischen Niedergang Preußens verwebt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter dem Aspekt des „Lesens zwischen den Zeilen“ genau auf kleinste Hinweise und semantische Verschlüsselungen prüft.

Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die Namenssymbolik der Figuren analysiert, gefolgt von einer tiefgehenden Untersuchung der Natur- und Objektsymbolik (wie z.B. Schloss Wuthenow, Pflanzen oder das Schachspiel selbst), die auf das drohende Ende hinweisen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Symbolik, Telling Names, Todessymbolik, preußische Dekadenz und die Detailgenauigkeit Fontanes definieren.

Warum ist die Wahl des Namens „Schach“ laut der Arbeit so bedeutsam?

Der Name wird als gezielte Abwandlung von „Schack“ interpretiert, um eine Metapher für ein verlorenes Spiel zu etablieren, in dem der Protagonist lediglich eine kontrollierte Figur ist, die ihrem Untergang entgegengeht.

Welche Bedeutung kommt der Garten- und Pflanzensymbolik bei der Analyse zu?

Pflanzen im Garten des Schlosses werden als Friedhofssymbole identifiziert, die den seelischen Zustand des Protagonisten und seine schicksalhafte Zuneigung zum Tod widerspiegeln.

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Details

Title
Zwischen den Zeilen gelesen: Fontanes "Schach von Wuthenow"
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft)
Course
Fontanes Romankunst
Grade
2
Author
S. Lauterbach (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V54300
ISBN (eBook)
9783638495424
ISBN (Book)
9783656799320
Language
German
Tags
Zwischen Zeilen Fontanes Schach Wuthenow Fontanes Romankunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
S. Lauterbach (Author), 2004, Zwischen den Zeilen gelesen: Fontanes "Schach von Wuthenow", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54300
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