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Der Albigenserkreuzzug

Titel: Der Albigenserkreuzzug

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 31 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: M.A. Holger Knaak (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Der Kreuzzug gegen die Häresie der Katharer (auch Albigenser oder Patarener genannt), war der erste Kreuzzug, der gegen ein christliches Land geführt wurde. Damit sprach er der eigentlichen Kreuzzugsidee Hohn und wird daher auch zu Recht als Albigenserkrieg bezeichnet. Er leitete den Weg der zunehmenderen Instrumentalisierung des Glaubens für machtpolitische Interessen ein. Nicht nur dadurch, sondern auch aufgrund der machtpolitischen und terretorialen Verwerfungen (Weltpolitik Innozenz III., Einleitung der Annexion Südfrankreichs durch die Krone) wird dieser Kreuzzug oft als eines der folgenschwersten Ereignisse der mittelalterlichen Geschichte bezeichnet. Geradezu beispielhaft lässt sich an Vorgeschichte, Verlauf und Nachwirkungen des Albigenserkrieges das Ineinandergreifen von fürstlicher Terretorialpolitik, päpstlichem Vormachtstreben, außenpolitischen Bündnissen, wirtschaftlichen Interessen aber auch durchaus ernst gemeinten religiösen Intentionen beobachten. Aber auch geistes- und kulturwissenschaftlich waren und sind die damaligen Ereignisse von großer Bedeutung. Handelte es sich bei den Katharern doch nicht bloß um eine "normale" Häresie, wie sie in der Geschichte der Kirche immer mal wieder auftrat, sondern um die bis dato größte Bedrohung der westlichen Kirche. Wie Zbigniew Herbert nicht ganz unzutreffend formulierte: "Der Glauben der Albigenser hätte bei der Ausformung des geistigen Antlitzes der Menschheit eine ebenso machtvolle Rolle spielen können wie der Buddhismus oder der Islam". Gerade in den letzten Jahren nimmt das Interesse an historisch nicht desavouierten spirituellen europäischen Traditionen stark zu. Ein Großteil der populärwissenschaftlichen bis esoterischen Literatur nimmt explizit oder indirekt auf die damaligen Ereignisse Bezug: Templer, Gralssucher, Freimaurer, Illuminaten - alle scheinen irgendwie mit Europas bedeutendster, geheimnisvollster und am gründlichsten ausgemerzter Ketzerei zu tun zu haben.
Doch wer waren die Katharer, was ist Anfang des 13. Jh. wirklich geschehen und warum?
Diesen Fragen versuchte ich im Rahmen einer Hauptseminararbeit nachzugehen und dabei angesichts des Umfanges des Themenkomplexes die Balance zwischen der Vermittlung unumgänglicher Grundkenntnisse zu dieser Häresie und der eigentlichen Kreuzzugsproblematik zu bewahren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen

1.1 Einleitung

1.2 Quellen, Literatur, Forschungsstand

1.3 Herkunft der Katharer

1.4 Glaube der Katharer

2. Der Kreuzzug

2.1 Vorgeschichte und Kreuzzugsverlauf

2.2 Motive

3. Abschluss

3.1 Entartung der Kreuzzüge? Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Albigenserkreuzzug als ein folgenschweres Ereignis der mittelalterlichen Geschichte, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, inwieweit dieses Ereignis den Charakter der Kreuzzugsidee veränderte, eine dauerhafte Anbindung Okzitaniens an Frankreich bewirkte und als Instrument politischer Machtinteressen diente.

  • Historische Einordnung und Ursprünge des Katharismus
  • Strukturwandel der politischen Herrschaftsverhältnisse in Südfrankreich
  • Interessenkonflikte zwischen Papsttum, französischem Königtum und okzitanischem Adel
  • Analyse der Quellenlage und des Forschungsstandes zum Albigenserkreuzzug
  • Bewertung des Albigenserkreuzzugs als Instrument der Machtpolitik und dessen Entartung

Auszug aus dem Buch

1.3 Herkunft der Katharer

Das deutsche Wort „Ketzer“ stellt eine Verballhornung des Wortes „Katharer“ dar. Da aber nicht alle Ketzer „Katharer“ warer, ist erst einmal eine Begriffserklärung notwendig. Der Begriff „Katharer“, welcher sich vom griechischen „catharos“, die „Reinen“, ableitet, wird meist als ein Sammel- bzw. Oberbegriff für mehrere unterschiedliche Häresien verwandt, deren wichtigste Glaubenslehren größtenteils übereinstimmten. Synonym verwandte Begriffe sind „Albigenser“, nach der Stadt Albi, einem Zentrum und Bischofssitz der Häresie, „Concorezzaner“ und „Patarener“ für die italienischen Varianten der Häresie sowie als kirchliche Bezeichnung ganz allgemein „Manichäer“. Auch die Bogumilen werden manchmal als ein Zweig des Kathaerertums bezeichnet.

Im engeren Sinne bezeichnet das Wort Katharer den westlichen Zweig einer dualistischen Häresie (im Gegensatz zu den Bogumilen als östlichen Zweig) vor allem in Südfrankreich und Norditalien, während Albigenser sich nur auf die Anhänger dieser Lehre im Languedoc und angrenzenden Gebieten bezieht. Von ihren Zeitgenossen wurden diese Häretiker etwa ab 1163 als „Katharer“ bezeichnet, vorher hießen sie „Pauperes christi“, während sie sich selbst einfach „bone hommes“, gute Menschen, nannten. Diese Begriffsvielfalt ist unter anderem auch ein Ergebnis der ungeklärten Herkunft dieser Häresie bzw. der unterschiedlichen Lehrmeinungen der Historiker darüber.

Bei der Herkunft muss zwischen theologischer und historischer unterschieden werden. Theologisch lässt sich folgende Linie grob rekonstruieren: Vermutlich im 8-6. Jh. v. Chr. lehrte Zoroaster (auch als Zarathustra bekannt) in Ostpersien den ersten in Quellen nachweisbaren Dualismus. Ahura Mazda (später Ormuzd) als Gott des Lichtes, der Wahrheit und des geistigen Seins kämpft gegen Ahriman, den Herrn der Finsternis, Lüge und Erschaffer der Materie. Die Menschen, die Anteil an beiden Sphären haben, unterstützen mit ihren Taten nun entweder die eine oder andere Seite, entweder unbewusst oder gezielt. Erst aus diesem Konflikt ergibt sich die Entscheidungsfreiheit des Menschen, was ethischen Handeln ermöglicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlagen: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die schwierige Quellenlage und erörtert die historische sowie theologische Herkunft und den Glauben der Katharer.

2. Der Kreuzzug: Der Hauptteil analysiert die Vorgeschichte, den Verlauf des Konflikts und die vielfältigen Motive der beteiligten Akteure, insbesondere die politische Dimension des Kreuzzugs.

3. Abschluss: Hier wird der Kreuzzug reflektiert und als Entartung der Kreuzzugsidee gewertet, die den Weg für die Instrumentalisierung des Glaubens zu machtpolitischen Zwecken ebnete.

Schlüsselwörter

Albigenserkreuzzug, Katharer, Okzitanien, Papsttum, Simon von Montfort, Häresie, Dualismus, Kreuzzugsidee, Machtpolitik, Inquisition, Mittelalter, Raimund VI., Raimund VII., Konsolamentum, Manichäismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Untersuchung des Albigenserkreuzzugs im 13. Jahrhundert und dessen Auswirkungen auf Südfrankreich sowie auf die Entwicklung der Kreuzzugsidee im Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Entstehung und Lehre des Katharismus, die politische Motivation hinter der Unterdrückung dieser Bewegung und die Rolle der Kirche bei der militärischen Eroberung Okzitaniens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie machtpolitische Interessen hinter dem Deckmantel des Glaubens den Kreuzzug instrumentalisierten, und zu prüfen, ob der Albigenserkreuzzug als eine Abkehr von der ursprünglichen Kreuzzugsidee hin zum „entarteten“ Religionskrieg zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, wobei zeitgenössische Chroniken (wie die "Historia Albigensis" oder das "Chanson de la Croisade") kritisch untersucht und mit modernem Forschungsstand verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Vorgeschichte und des Kreuzzugsverlaufs sowie die detaillierte Betrachtung der Motive der verschiedenen Akteure, einschließlich des Papsttums und des französischen Königtums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Albigenserkreuzzug, Katharer, okzitanische Identität, Instrumentalisierung, Inquisition und machtpolitische Territorialpolitik geprägt.

Warum war der Albigenserkreuzzug aus Sicht des Autors eine „Entartung“?

Der Autor argumentiert, dass der Kreuzzug nicht der Befreiung heiliger Stätten diente, sondern der bewussten Zerstörung eines blühenden, christlichen Landes sowie der systematischen Vernichtung einer politischen Dynastie zur Durchsetzung machtpolitischer Interessen.

Welche Rolle spielte die Inquisition bei der endgültigen Zerschlagung des Katharismus?

Während der militärische Kreuzzug die politische Struktur veränderte, war es nach Ansicht des Autors erst die systematische Inquisition ab 1230, welche die Bewegung nachhaltig schwächte und schließlich zur vollständigen Ausrottung führte.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Albigenserkreuzzug
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (LS für Geschichte des MA)
Veranstaltung
HS Die Kreuzzüge SS2004
Note
1,3
Autor
M.A. Holger Knaak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
31
Katalognummer
V54314
ISBN (eBook)
9783638495523
ISBN (Buch)
9783638652452
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Albigenserkreuzzug Kreuzzüge SS2004
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Holger Knaak (Autor:in), 2003, Der Albigenserkreuzzug, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54314
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Leseprobe aus  31  Seiten
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