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Eine kritische Betrachtung Claudia Honegger's "Die Hexen der Neuzeit"

Title: Eine kritische Betrachtung Claudia Honegger's "Die Hexen der Neuzeit"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Kirchmann (Author)

English Language and Literature Studies - Culture and Applied Geography
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In der vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Sammelband „Die Hexen der Neuzeit - Studien zur Sozialgeschichte eines kulturellen Deutungsmusters“, herausgegeben von Claudia Honegger.
Der Sammelband beinhaltet mehrere Aufsätze, die sowohl aus soziologischer als auch aus historischer sowie anthropologischer Sicht versuchen, das Entstehen und den Zerfall des europäischen Hexenwahns in der Frühen Neuzeit zu erklären. Der Sammelband enthält auch einen Aufsatz von Claudia Honegger selbst, auf den das Hauptaugenmerk in dieser Arbeit gelegt werden wird.
Beginnen möchte ich mit einer knappen Übersicht über den Verlauf der Hexenverfolgungen. Danach werde ich herausarbeiten, welche Erklärungen und welche Ansätze Claudia Honegger für die Entstehung des Hexenwahns gibt und benutzt und werde sie näher beleuchten und ihren Standpunk herausarbeiten.
Im Anschluss daran werde ich versuchen, den Aufsatz in die Forschung einzuordnen. Da der Aufsatz bereits 1978 erschienen ist, ist davon auszugehen, dass sich seitdem in dem Feld der Hexenforschung einige neue Erkenntnisse haben gewinnen lassen. Dabei werde ich vorwiegend darauf achten, inwieweit die Erkenntnisse von Claudia Honegger die Forschung beeinflussten und wie ihr Werk dabei von der Forschung rezipiert worden ist. Abschließend gebe ich noch einen kurzen Einblick in die neuere Hexenforschung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erster Hauptteil

2.1 Übersicht über die Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit

2.2 Claudia Honeggers Forschungsansätze und Erkenntnisse

2.3 Der Hexenhammer und sein Einfluss

2.4 Weitere Dämonologien und Gegenstimmen

2.5 Unterwerfung der Frau als Unterwerfung der Natur

3. Zweiter Hauptteil

3.1 Einordnung und Kritik

3.2 Ausblicke in die aktuelle Forschung

4. Fazit

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den Sammelband „Die Hexen der Neuzeit“, herausgegeben von Claudia Honegger, und analysiert deren sozialgeschichtliche Erklärungsansätze für den europäischen Hexenwahn. Das primäre Ziel ist es, Honeggers Thesen – insbesondere die Deutung der Hexenverfolgung als Mittel zur Unterdrückung weiblicher Emanzipation und als Ausdruck der Naturbeherrschung – in den Kontext der neueren Hexenforschung einzuordnen und ihre Stärken sowie Schwächen aufzuzeigen.

  • Kritische Analyse von Claudia Honeggers sozialgeschichtlichen Forschungsansätzen.
  • Untersuchung des „Hexenhammers“ als zentrales Instrument der Dämonologie.
  • Vergleich der feministischen Perspektive mit neueren regionalgeschichtlichen und psychologischen Ansätzen.
  • Diskussion über die Problematik einer monokausalen Erklärung der Hexenverfolgung.
  • Betrachtung geschlechtsspezifischer Differenzen in der Verfolgungspraxis.

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Hexenhammer und sein Einfluss

Da Claudia Honegger den Hexenhammer für einen der wichtigsten Gründe zur Erklärung der jahrhundertelang andauernden Hexenverfolgung hält und in ihm die „Signale einer Todfeindschaft“ sieht, die Ausdruck einer „latent bedrohte[n] patriarchale[n] Herrschaft“ seien, lohnt sich ein genauerer Blick auf das Werk. So war es Aufgabe des Hexenhammers, die Menschenjagd zu legitimieren und dabei vorhandene rechtliche Hinderungsgründe aus dem Weg zu räumen. Er erschien in etwa 30 Auflagen zwischen 1486 und 1669 und hatte dadurch eine lange und intensive Wirkungsgeschichte. Er gehört zu den ersten Dämonologien, die damals unmittelbar nach Erfindung des Buchdrucks gedruckt wurden, das die Verbreitung des Buches und vor allem auch seine Verfügbarmachung in vielen Bibliotheken erleichterte. Wolfgang Behringer spricht ihm auch gerade dadurch eine erstaunliche Langzweitwirkung aus.

Das Buch teilt sich dabei in drei Teile. In den ersten beiden Teilen des Buches soll die reale Existenz des Hexenverbrechens glaubhaft gemacht werden. Dabei werden viele historische und zeitgenössische Beispiele zur Hilfe genommen. Mittelpunkt bildet dabei der Schadenszauber, das maleficium. Im 2. Teil des Buches wird dann dargestellt, wie man sich gegen Hexerei schützen kann. Zudem gibt es in diesem Teil auch einen Abschnitt, wie man Verhexungen wieder heilen und rückgängig machen kann. In diesem 2. Teil erfolgt auch die Zuspitzung des Hexenmusters auf die Frau. Im 3. Teil schließlich erfolgt dann der Hinweis auf die rechtspraktische Umsetzung des Hexenwahns. Dabei wird genau beschrieben, wie ein Gericht bei Verdacht von Hexerei in einem Prozess vorzugehen hat.

Die extreme Frauenfeindlichkeit des Buches, die Honegger anspricht, lässt sich bereits im Titel finden: so wird im Titel alleine die weibliche Form (maleficarum) benutzt, obwohl zumindest zu Beginn des Buches auch durchaus noch Beispiele für männlichen Schadenszauber aufgeführt werden. Die Frauen seien aufgrund ihrer Physis und Psyche besonders anfällig für die Verführungen des Teufels.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, Claudia Honeggers Werk „Die Hexen der Neuzeit“ zu analysieren und kritisch in den historischen Forschungskontext einzuordnen.

2. Erster Hauptteil: Dieses Kapitel liefert eine Übersicht über die Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit und erläutert detailliert die Thesen von Claudia Honegger, die den Hexenwahn als sozialreligiöses Unterdrückungsinstrument gegen Frauen interpretiert.

3. Zweiter Hauptteil: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit Honeggers Thesen anhand neuerer Forschungsarbeiten von Autoren wie Franz Irsigler, Susanne Burghartz und Eva Labouvie, wobei insbesondere die Komplexität und regionale Diversität der Hexenprozesse betont wird.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Honegger zwar wichtige Impulse durch die Fokussierung auf die Rolle der Frau gab, ihre monokausale Erklärung jedoch durch die moderne Forschung, die eine Vielzahl sozioökonomischer und psychologischer Faktoren einbezieht, relativiert wurde.

5. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die für die Hausarbeit verwendeten Fachliteraturquellen auf.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Claudia Honegger, Hexenhammer, Malleus Maleficarum, Sozialgeschichte, Frauenbild, Antifeminismus, Dämonologie, Frühe Neuzeit, Geschlechtergeschichte, Patriarchat, Hexenforschung, Magie, Psychoanalyse, Hexenprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den Sammelband „Die Hexen der Neuzeit“ von Claudia Honegger und untersucht deren Thesen zur Entstehung des europäischen Hexenwahns.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Frau in der Frühen Neuzeit, die Funktion des „Hexenhammers“, der Zusammenhang zwischen Naturbeherrschung und Frauenunterdrückung sowie die Entwicklung der modernen Hexenforschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Honeggers sozialgeschichtliche Erklärungsansätze darzustellen und sie im Hinblick auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch zu würdigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Diskursanalyse, um verschiedene Forschungsstandpunkte gegenüberzustellen und die Plausibilität von Honeggers Thesen zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die historischen Hintergründe und Honeggers Theorien ausgeführt, gefolgt von einer kritischen Einordnung durch Gegenstimmen aus der neueren Geschichts- und Regionalforschung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Hexenverfolgung, Sozialgeschichte, Patriarchat, Geschlechtergeschichte und der Wandel der Hexenforschung.

Inwieweit wird der Hexenhammer im Dokument bewertet?

Der Hexenhammer wird als ein zentrales, frauenfeindliches Instrument der Dämonologie identifiziert, dessen Wirkung in der neueren Forschung jedoch durch regionale Unterschiede relativiert wird.

Warum kritisieren andere Forscher Honeggers Ansatz?

Kritiker wie Franz Irsigler oder Claudia Opitz bemängeln, dass Honeggers Theorie der „Frauenverfolgung“ zu monokausal sei und regionale sowie komplexe soziale Faktoren vernachlässige.

Welche Rolle spielt die Psychoanalyse laut dem Dokument?

Die Psychoanalyse wird als innovativer Ansatz eingeführt, um individuelle psychische Konflikte innerhalb der Hexenprozesse zu verstehen, was laut Lyndal Roper ergänzende Einblicke ermöglicht.

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Details

Title
Eine kritische Betrachtung Claudia Honegger's "Die Hexen der Neuzeit"
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Modelle der Geschichtsschreibung II
Grade
1,0
Author
Andreas Kirchmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V54378
ISBN (eBook)
9783638496001
ISBN (Book)
9783656452539
Language
German
Tags
Claudia Honegger Hexen Neuzeit Betrachtung Werkes Modelle Geschichtsschreibung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Kirchmann (Author), 2006, Eine kritische Betrachtung Claudia Honegger's "Die Hexen der Neuzeit", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54378
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