In der vorliegenden Arbeit habe ich mich mit dem Thema: „Formen und Strategien der Appropriation Art“ beschäftigt.
Aufgrund der Kürze der mir zur Verfügung stehenden Zeit von lediglich 4 Wochen um diese Arbeit nach dem Diebstahl erneut zu verfassen, ist sie leider kürzer ausgefallen, als dies beabsichtigt war.
So musste ich mich aus gegebenen Gründen auf das Thema selbst konzentrieren und konnte die schon verfassten Kapitel zu dem Thema „romantische Konzeption der Originalität und Autorschaft im Sturm und Drang und der Romantik“ nicht wiederholen. Auch der theoretische Überblick des „postmodernen“ Diskurses zur selben Thematik fiel diesem Umstand zum Opfer. Diese Ausführungen waren mir aber in sofern wichtig, als sie die Kunstform der Appropriation in einen breiteren kulturellen Rahmen stellten, als dies bei der jetzigen Arbeit der Fall ist.
Im Prinzip kann man, wie ich finde, die Auseinandersetzung der Appropiation Art Künstler nur in Bezug auf diesen kulturellen Hintergrund verstehen. Da ich jedoch davon ausgehen kann, dass meine eigenen Ausführungen für das Wissen um diesen Sachverhalt für meine Prüferinnen nicht relevant sein werden, ist dieser Mangel wie ich hoffe, von nicht allzu großer Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
The Fake as More
Sherrie Levine
Richard Prince
Louise Lawler
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Formen und Strategien der Appropriation Art unter besonderer Berücksichtigung der Künstler Sherrie Levine, Richard Prince und Louise Lawler. Dabei steht das neue Verständnis von Autorschaft, Authentizität und Originalität in der postmodernen Kunst im Zentrum der Analyse.
- Kritische Analyse der Appropriation-Strategien als künstlerisches Konzept.
- Untersuchung der Transformation von Originalität und Autorschaft.
- Auseinandersetzung mit der institutionellen Einbindung der Appropriation Art.
- Vergleich der unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen der gewählten Künstler.
- Reflexion über das Verhältnis von Kunstwerk, Kontext und Markt.
Auszug aus dem Buch
Sherrie Levine
Nach der erst im Nachhinein berühmt gewordenen Pictures Ausstellung 1979, - kuratiert von Douglas Crimp - die als die erste, wenn auch damals nicht viel beachtete Ausstellung von Appropriation Art gilt, war die 1982 in der New Yorker Galerie Metro Pictures gezeigte Ausstellung von Sherrie Levine, die erste „Show“, welche eine beachtliche Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung hinterließ.
Nach dem besagten Text „The Fake as More“ und nach der ebenfalls in einem anderen Zusammenhang zu bewertenden künstlerischen Praxis von Elaine Sturtevant, gilt Levines Strategie als eine der ersten und direktesten künstlerischen Konzeptionen und Strategien der unmittelbaren Bildaneignung, der Approprioation Art. Diese Ausstellung, in der Levine Fotografien von Fotografien des bekannten amerikanischen Fotographen Walker Evans ausstellte, wurde in der Kunstkritischen Presse vieldiskutiert, insbesondere von den Kritikern um die Zeitschrift October und Art in America wie Douglas Crimp, Rosalind Krauss, Hal Foster, Solomon-Godeau, Craig Ownes und andere.
Diese „diskursive Formation“ war insofern wichtig, als diese Kunst durch kunsttheoretische Einbindung erläutert und gefördert wurde, weil sie „in this new photomechanical work, a chance to define a critical postmodernist art“, sahen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die thematische Eingrenzung auf drei Hauptkünstler aufgrund zeitlicher Restriktionen und führt in die zentralen Begriffe der Appropriation Art ein.
The Fake as More: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss des fiktiven Textes „The Fake as More“ auf den theoretischen Diskurs und das Verständnis von Kopie als Kunstform in den 80er Jahren.
Sherrie Levine: Hier wird Levines radikale Strategie der Bildaneignung beleuchtet, die das traditionelle Konzept der Originalität durch die direkte Kopie in Frage stellt.
Richard Prince: Das Kapitel untersucht Princes Serie von Refotografien, die sich als Spiel zwischen Anonymität und kritischer Distanz zum Massenmedium Werbung definieren.
Louise Lawler: Lawlers Ansatz, durch kontextuelle Verschiebung und die Hinterfragung institutioneller Rollen (Galerie, Sammler) die Bedingungen der Kunstpräsentation freizulegen, bildet den Abschluss der Analyse.
Fazit: Das Fazit fasst die Strategien der Appropriation Art als Reflexionsinstrumente für die Bedingungen von Kunstproduktion und -rezeption zusammen.
Schlüsselwörter
Appropriation Art, Autorschaft, Originalität, Authentizität, Kopie, Postmoderne, Bildaneignung, Sherrie Levine, Richard Prince, Louise Lawler, Kunstmarkt, Institutionen, Diskursive Formation, Bildsujet, Re-Fotografie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die „Formen und Strategien der Appropriation Art“ und deren Einfluss auf die künstlerische Praxis in New York in den 1980er Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die Begriffe Autorschaft, Originalität und Authentizität sowie deren Dekonstruktion durch die Strategie der Aneignung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das neue Verständnis von Autorschaft zu untersuchen, das durch die Praxis der Appropriation Art Künstler entstanden ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine kunstwissenschaftliche Analyse, basierend auf der Untersuchung spezifischer künstlerischer Strategien und der Rezeption dieser Arbeiten in der Kunstkritik der 80er Jahre.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich den Positionen von Sherrie Levine, Richard Prince und Louise Lawler und analysiert deren individuelle Ansätze der Bildaneignung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Appropriation, Originalität, Bildaneignung, Postmoderne und die kritische Distanz zum Kunstmarkt.
Wie unterscheidet sich Sherrie Levines Strategie von der von Richard Prince?
Während Levine explizit durch Re-Fotografie die Begriffe Originalität und Kopie ad absurdum führt, setzt Prince auf eine Serie von anonymen Bildern, um eine Distanz zu individuellen Urheberschaften zu erzeugen.
Inwiefern nutzt Louise Lawler die Institutionen als Teil ihrer Arbeit?
Lawler bezieht Orte wie Museen und Sammlungen in ihre Arrangements ein und thematisiert durch Kontextverschiebungen die machtvolle Rolle der Institutionen bei der Generierung von Kunstwert.
- Arbeit zitieren
- Frieder Wanner (Autor:in), 2006, Formen und Strategien der Appropriation Art, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54394