Die Arbeit beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von Persönlichkeitseigenschaften und der psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz).
Die Frage ist, ob und wie die Ausprägungen von Persönlichkeitseigenschaften (Big Five) mitursächlich für die Entstehung von psychischen Erkrankungen sind beziehungsweise, ob spezifische Ausprägungen eine Erkrankung verhindern können. Ziel der Arbeit ist es, mittels empirischer Erhebung Zusammenhänge zwischen der Ausprägung des Resilienzempfinden der Teilnehmer und den Ausprägungen der Big Five aufzuzeigen.
Der Prävention psychischer Erkrankungen wird eine immer größere Relevanz zuteil. Dies wird auch in ihrer Stellungnahme der Bundesärztekammer und Bundespsychotherapeutenkammer zum Grünbuch der Europäischen Kommission betont. In dieser Stellungnahme wird die erhebliche Bedeutung der Resilienz-Forschung hervorgehoben. Dem Entstehen von psychischen Erkrankungen liegt eine Vielzahl von Ursachen zugrunde. Somit bestehen auch mehrere Möglichkeiten der Prävention und Vorbeugung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Big Five
2.2 Resilienz
3. Methodik
4. Auswertung
5. Grenzen der Arbeit
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und den fünf Persönlichkeitsdimensionen des OCEAN-Modells (Big Five), um zu klären, inwieweit bestimmte Persönlichkeitseigenschaften als protektive Faktoren oder als ursächlich für psychische Erkrankungen fungieren können.
- Analyse der Persönlichkeitspsychologie anhand des Fünf-Faktoren-Modells
- Untersuchung des Resilienz-Konstrukts als psychische Widerstandsfähigkeit
- Empirische quantitative Querschnittsstudie mit 54 Teilnehmern
- Statistische Überprüfung der Hypothesen mittels Kruskal-Wallis-Test
Auszug aus dem Buch
2.2 Resilienz
Der Begriff der Resilienz beschreibt die psychische Widerstandfähigkeit einer Person in belastenden Situationen, bei Erwachsenen ergänzt um den Aspekt der Gesunderhaltung (Bengel & Lyssenko, 2012, S. 7). Resilienz beschreibt das Phänomen, dass einige Menschen sich trotz erheblicher Belastungen leichter bzw. schneller von diesen Störungen erholen und so ihre (psychische) Gesundheit aufrecht erhalten können, während andere Personen unter ähnlichen Belastungen Anfälligkeiten für (psych.) Störungen und Krankheiten aufweisen (vgl. Rutter, 1990).
Seinen Ursprung hat der Begriff aus dem lateinischen, wo das Wort „resilire“ so viel bedeutet wie „abprallen“ oder „zurückspringen“ (PONS Latein, o. J.). Aus dem Englischen kann der Begriff „resilience“ mit den Begriffen „Unverwüstlichkeit“ oder „Elastizität“ übersetzt werden (PONS Englisch, o. J.). Schumacher, Leppert, Gunzelmann, Strauß und Brähler (2004, S. 5) beschreiben – basierend auf Wagnild und Young (1993) – Resilienz als „Widerstandskraft und als Fähigkeit […], internale und externale Ressourcen für die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben erfolgreich zu nutzen“.
Der Ansatz der Resilienz gleicht dem Salutogenese-Konzept von Antonovsky (1987), wobei sich Resilienz vermehrt der psychischen Gesundheit zuwendet. Dieses Konzept fokussiert sich – im Gegensatz zu der pathogenetischen Forschung – auf protektive Ressourcen und Faktoren (vgl. Bender & Lösel, 1998; Rutter, 1990).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung durch die steigende Anzahl psychischer Erkrankungen und die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Kosten.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie durch das Big Five Modell und erläutert das Konzept der psychischen Resilienz als Widerstandsfähigkeit.
3. Methodik: Hier wird das Studiendesign erläutert, welches mittels einer quantitativen Querschnittsstudie die Zusammenhänge zwischen den Persönlichkeitsdimensionen und der Resilienz bei 54 Probanden prüft.
4. Auswertung: Die statistische Analyse zeigt die Korrelationen zwischen Resilienz und den einzelnen Persönlichkeitsfaktoren auf, wobei insbesondere signifikante Zusammenhänge bei Offenheit, Extraversion und Neurotizismus identifiziert werden.
5. Grenzen der Arbeit: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die geringe Stichprobengröße und die potenzielle Verzerrung durch Selbsteinschätzungen in Fragebögen thematisiert werden.
6. Fazit: Das Fazit leitet aus den gewonnenen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement und die gezielte Förderung von Resilienz ab.
Schlüsselwörter
Resilienz, Big Five, OCEAN-Modell, Persönlichkeitspsychologie, Psychische Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Querschnittsstudie, Korrelationsanalyse, Persönlichkeitseigenschaften, Prävention, Arbeitswelt, psychische Erkrankungen, Salutogenese, Kruskal-Wallis-Test, betriebliche Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeitsprofilen (gemessen am Big Five Modell) und der psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Persönlichkeitspsychologie, die Resilienzforschung sowie deren Bedeutung für die psychische Gesundheit in der Arbeitswelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, mittels empirischer Daten zu prüfen, ob bestimmte Ausprägungen der Big Five Persönlichkeitsfaktoren signifikant mit dem Resilienzempfinden korrelieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie durchgeführt, bei der Daten mittels Online-Fragebögen erhoben und statistisch durch Korrelationsanalysen und Kruskal-Wallis-Tests ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der psychologischen Konstrukte, die Beschreibung des methodischen Vorgehens und eine detaillierte statistische Auswertung der Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Resilienz, Big Five, psychische Gesundheit, Korrelation und Prävention.
Welche Persönlichkeitsfaktoren zeigen den stärksten Zusammenhang mit Resilienz?
Die Auswertung zeigt insbesondere, dass Offenheit und Extraversion positiv mit Resilienz korrelieren, während Neurotizismus einen mittelstarken negativen Zusammenhang aufweist.
Warum spielt die Ehrlichkeitsskala eine Rolle?
Die Ehrlichkeitsitems wurden integriert, um Testverfälschungen durch sozial erwünschtes Antwortverhalten bei der Selbsteinschätzung aufzudecken.
Welche praktischen Schlussfolgerungen zieht die Autorin?
Die Ergebnisse liefern Hinweise für Unternehmen, gezielte Konzepte für das betriebliche Gesundheitsmanagement zu entwickeln und Führungskräften bei der Unterstützung ihrer Mitarbeiter zu helfen.
- Quote paper
- Jana Neumann (Author), 2019, Persönlichkeitspsychologie. Zusammenhänge von psychischer Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und den Big Five (OCEAN Modell), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/544356