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Historisch-kritische Auslegung der Bibelstelle 25,19-34 "Esaus und Jakobs Geburt"

Title: Historisch-kritische Auslegung der Bibelstelle 25,19-34 "Esaus und Jakobs Geburt"

Seminar Paper , 2006 , 33 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Anne Schumacher (Author)

Theology - Biblical Theology
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Die historisch-kritische Exegese ist die am häufigsten verwendete Interpretationsmethode, einen Bibeltext nach heutigem Verständnis zu erschließen und zu verstehen. Sie versucht, den Bibeltext geschichtlich nachzuvollziehen und greift dazu auf kritische Prinzipien und Methoden zurück. Auf diese Weise soll im Folgenden nun auch die biblische Textstelle Gen 25,19-34 historisch-kritisch ausgelegt werden.
Die Auswahl der Bibelstelle erfolgte aufgrund meines Interesses an den geschilderten Familienverhältnissen. Mir erscheinen die Beziehungen der Familienmitglieder zueinander ungewöhnlich und seltsam. Aus welchem Grund liebt der Vater lediglich den erstgeborenen Sohn, die Mutter hingegen aber nur den jüngeren? Und weshalb verlangt Jakob etwas für sein Linsengericht? Bedeutet ihm die Nächstenliebe gar nichts? Herrscht denn seit ihres Kampfes um die Erstgeburt, der schon im Mutterleib begann, ein ewiges Gegeneinander statt eines freundschaftlichen Verhältnisses unter Brüdern?
Beim Lesen des Textes werfen sich mir noch weitere Fragen auf: Wie ist es möglich, dass eine Frau, die ihr ganzes Leben lang unfruchtbar war, nach dem Gebet ihres Mannes zu Gott schließlich doch schwanger wird? Und weshalb wird es Rebekka trotz ihres hohen Alters und ihrer jahrelangen Unfruchtbarkeit doch gewährt Kinder zu bekommen, während anderen unfruchtbaren Frauen dieser Wunsch untersagt bleibt? Sind dem Herrn andere Menschen weniger wichtig als Isaak und dessen Nachkommen? Sollten Gott nicht alle Menschen gleich wichtig sein? Sie sind doch alle seine Geschöpfe!
Außerdem ist mir unerklärlich, weshalb Rebekka sich im folgenden Vers darüber beschwert, schwanger geworden zu sein. Sie weiß zu diesem Zeitpunkt zwar noch nichts von der Entwicklung zweier Kinder; jedoch erscheint es mir sehr undankbar, sich über eine Schwangerschaft zu beklagen, die ohne die Gnade Gottes gar nicht zustande gekommen wäre. In diesem Zusammenhang frage ich mich auch, ob man anhand dieser Bibelstelle nun davon ausgehen soll, dass das Leben eines jeden Menschen vorbestimmt ist. Denn Gott gibt Rebekka ja bereits vor der Geburt der Zwillinge zu verstehen, dass der Jüngere dem Älteren überlegen sein wird.
Unbegreiflich ist mir auch der Vergleich eines Neugeborenen mit einem rauen Fell und die Möglichkeit, sich bei der Geburt an der Ferse seines Zwillings festzuhalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Historisch- kritische Methode

1.1 Übersetzungsvergleich

1.2 Literarkritik

1.2.1 Kontextkritik

1.2.2 Kohärenzkritik

1.3 Überlieferungskritik

1.4 Quellen- und Redaktionskritik

1.4.1 Quellenkritik

1.4.2 Redaktionskritik

1.5 Form- und Gattungskritik

1.5.1 Formkritik

1.5.2 Gattungskritik

1.6 Traditionskritik

1.7 Bestimmung des historischen Orts

1.8 Einzelexegese

1.9 Deutende Zusammenfassung der Ergebnisse

1.9.1 Bestimmung der grundlegenden inhaltlichen Aussagen

1.9.2 Bestimmung der Intention des Textes zur Zeit seiner Entstehung

2 Feministische Bibelauslegung

3 Vergleich der Methoden

4 Kritischer Rückblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die biblische Erzählung von "Esaus und Jakobs Geburt" (Gen 25,19-34) einer wissenschaftlichen Exegese zu unterziehen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie der Text durch historisch-kritische sowie feministische Interpretationsmethoden erschlossen werden kann, um die komplexen Familienbeziehungen und die Bedeutung der Erzählung für das Verständnis von Identität und Konflikt zu beleuchten.

  • Anwendung der historisch-kritischen Methode zur Rekonstruktion von Entstehungsgeschichte und Textstruktur.
  • Untersuchung des "Sitz im Leben" und der soziologischen Hintergründe der Erzväterzeit.
  • Feministische Analyse zur Rolle Rebekkas und zur kritischen Hinterfragung patriarchaler Lesarten.
  • Vergleichende Methodendiskussion zur Bewertung der hermeneutischen Zugänge.

Auszug aus dem Buch

1.5.1 Formkritik

Die Bibelstelle gliedert sich mit Hilfe verschiedener Überschriften in zwei Abschnitte, da in ihnen jeweils unterschiedliche Themenbereiche behandelt werden. Der erste Teil (V.19-28) ist mit der Überschrift "Esaus und Jakobs Geburt" gekennzeichnet und wird eingeleitet durch V.19-20, die den Vater der Brüder zunächst als Sohn Abrahams vorstellen und von der bereits lange zurückliegenden Heirat Isaaks und Rebekkas berichten. Der Hauptteil des Abschnitts ist in zwei Segmente unterteilt: zunächst wird Rebekkas Schwangerschaft thematisiert, anschließend steht die Geburt der Zwillinge im Vordergrund. V.27-28 beschreiben die Berufe der herangewachsenen Brüder und die Vorlieben der Eltern hinsichtlich ihrer Söhne und stellen die Überleitung zum nächsten Abschnitt (V.29-34) dar. Er behandelt den Verkauf des Erstgeburtsrechts und kennzeichnet den Schlussteil der vorliegenden Bibelstelle.

Um die Sprachgestaltung des Bibeltextes hervorzuheben, kommen sprachliche Mittel zum Ausdruck, mit denen bestimmte stilistische Wirkungen erzielt werden. Bereits mit dem kurzen Bericht über die Abstammung Isaaks in V.19 kommen verschiedene rhetorische Mittel zur Geltung: die Paraphrase, die Isaak als Sohn Abrahams erklärend umschreibt, bildet mit der folgenden Aussage, Abraham habe Isaak gezeugt, ein Antitheton, da sich hier zwei entgegengesetzte Gedanken gegenüberstehen, die sich inhaltlich jedoch nicht widersprechen. Gleichzeitig handelt es sich bei der zweiten Formulierung um einen Aphorismus, mit dem das bereits Gesagte nochmals kurz und bündig hervorgehoben wird. In V.20 findet sich erneut eine Paraphrase, mit der Herkunft und Abstammung Rebekkas erläutert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Historisch- kritische Methode: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftliche Exegese ein und wendet verschiedene kritische Verfahren an, um die Textgestalt und den geschichtlichen Hintergrund von Gen 25,19-34 zu analysieren.

2 Feministische Bibelauslegung: Dieser Abschnitt beleuchtet den Text aus einer feministischen Perspektive, insbesondere mit Fokus auf die aktive Rolle Rebekkas und die Kritik an der einseitig patriarchalen Sichtweise.

3 Vergleich der Methoden: Hier werden die Ergebnisse der historisch-kritischen und der feministischen Methode einander gegenübergestellt und ihre jeweiligen Stärken und Einseitigkeiten kritisch reflektiert.

4 Kritischer Rückblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert, inwiefern die eingangs formulierten Fragen durch die methodische Arbeit beantwortet werden konnten.

Schlüsselwörter

Gen 25,19-34, Esau, Jakob, Historisch-kritische Exegese, Feministische Bibelauslegung, Erstgeburtsrecht, Patriarchenerzählungen, Rebekka, Isaak, Erzählkranz, Sagenforschung, Bruderkonflikt, Edom, Israel, Familiengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse der biblischen Erzählung "Esaus und Jakobs Geburt" aus Genesis 25,19-34.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte des Textes, die Analyse der Familienbeziehungen sowie die Bedeutung von Traditionen, Motiven und historischen Hintergründen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte wissenschaftliche Auslegung, die sowohl die historisch-kritische Methode als auch einen feministischen Blickwinkel nutzt, um den Text tiefergehend zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden methodische Werkzeuge wie Literatur-, Quellen-, Redaktions-, Form-, Gattungs- und Traditionskritik angewandt, ergänzt durch eine feministische hermeneutische Herangehensweise.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Untersuchung der Textabschnitte, die Einzelexegese, eine feministische Würdigung der weiblichen Akteure sowie einen methodischen Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Exegese, Erstgeburtsrecht, Patriarchat, Rebekka, Erzählanalyse und das Motiv des Bruderkonflikts.

Warum wird Rebekka in dieser Arbeit besonders hervorgehoben?

Die feministische Perspektive betrachtet Rebekka als entscheidungsstarke Protagonistin und "Stammmutter", deren Rolle in traditionellen Lesarten oft zugunsten der männlichen Stammväter in den Hintergrund gedrängt wurde.

Wie erklärt die Arbeit das "rote Gericht" und die Namensgebung Esaus?

Die Arbeit interpretiert diese Aspekte als ätiologische Hinweise und symbolische Verknüpfungen mit dem späteren Verhältnis der Völker Israel und Edom.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin über den Charakter der Erzählung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es sich um eine Familiensage handelt, die politische Spannungen zwischen Völkern in private Familienkonflikte verdichtet, um diese für die Zuhörer verständlich und einprägsam zu vermitteln.

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Details

Title
Historisch-kritische Auslegung der Bibelstelle 25,19-34 "Esaus und Jakobs Geburt"
College
University of Paderborn  (Evangelische Theologie)
Grade
sehr gut
Author
Anne Schumacher (Author)
Publication Year
2006
Pages
33
Catalog Number
V54441
ISBN (eBook)
9783638617987
ISBN (Book)
9783656788980
Language
German
Tags
Historisch-kritische Auslegung Bibelstelle Esaus Jakobs Geburt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Schumacher (Author), 2006, Historisch-kritische Auslegung der Bibelstelle 25,19-34 "Esaus und Jakobs Geburt", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54441
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